Internationaler PEN-Kongress 2019 in Manila (Philippinen) – Impressionen

Über 200 Autorinnen und Autoren aus mehr als 50 Ländern kamen auf den Philippinen für den 85. internationalen PEN-Kongress (30.9.-4.10.) zusammen, der im internationalen Jahr der indigenen Sprachen unter dem Motto „Speaking in Tongues: Literary Freedom & Indigenous Languages“ stand.

Foto: © PEN-Zentrum

Als Vertreter des deutschen PEN-Zentrums nahmen die beiden Vizepräsidenten Leander Sukov und Ralf Nestmeyer sowie Präsidentin Regula Venske teil, die für weitere drei Jahre in das Präsidium des internationalen PEN wiedergewählt wurde. Swetlana Alexijewitsch, von 2008 bis 2010 Gast im Writers in Exile (WiE)-Programm des deutschen PEN, wurde neben Orhan Pamuk und anderen zu einer internationalen Vizepräsidentin (i.e. Ehrenpräsidentin) gewählt.

PEN-Präsidentin Regula Venske
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V. l. n. r.: PEN-Präsidentin Regula Venske, PEN-Vizepräsident und Writers in Exile-Beauftragter Leander Sukov, Autorin Anzhelina Polonskaya sowie PEN-Vizepräsident und Writers in Prison-Beauftragter Ralf Nestmeyer
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Yirgalem Fisseha Mebrathu
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Yirgalem Fisseha Mebrahtu, derzeit Writers in Exile-Stipendiatin des deutschen PEN, nahm als Vertreterin von PEN Eritrea teil und beeindruckte bei einer der Freiheit des Wortes gewidmeten Veranstaltung mit ihrer Lesung.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu
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Dem Autor Idris Said Aba Arre, der seit 2001 in Eritrea inhaftiert ist, war ein leerer Stuhl gewidmet.
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Themen des Kongresses waren u. a. die Verteidigung der Wahrheit im Zeitalter von Hate Speech & Fake News, die Bedrohung der Demokratie auch in den etablierten westlichen Demokratien und die Situation der Meinungsfreiheit in Südostasien. Einer der Höhepunkte war die Verabschiedung des Manifests „The Democracy of Imagination“, das die Freiheit der Phantasie gegenüber Vorwürfen der kulturellen Aneignung verteidigt, diesen aber zugleich mit Verständnis und Empathie begegnet. Verabschiedete Resolutionen betrafen u. a. die Situation von Autoren im Exil, die Meinungsfreiheit auf der Krimhalbinsel und im Zusammenhang mit der Verfolgung von Julian Assange den Missbrauch des US Espionage Acts. Am Jahrestag der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul überbrachte eine internationale Delegation eine Protestnote an den saudi-arabischen Botschafter, wobei die Vertreter der Delegation von dem Angebot Abstand nahmen, die Botschaft zu betreten.

Auf der Internetseite des internationalen PEN lassen sich die Resolutionen, welche auf dem Kongress verabschiedet wurden, im englischen Wortlaut nachlesen www.bit.ly/30Lx4PI.

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