PEN-Zentrum und Wissenschaftsstadt Darmstadt stellen Stipendiaten aus Nordmazedonien vor

 

Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat Tomislav Kezharovski stellt sich am 25. Februar 2020 im Darmstädter Literaturhaus der Öffentlichkeit vor

Pressemitteilung, Darmstadt, 5. Februar 2020. Das PEN-Zentrum Deutschland lädt für Dienstag, den 25. Februar, um 19 Uhr, gemeinsam mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu Lesung und Gespräch mit dem neuen Elsbeth-Wolffheim-Stipendiaten Tomislav Kezharovski in das Darmstädter Literaturhaus, Kasinostraße 3, ein. Kezharovski ist Gründer und Chefredakteur zweier Wochenzeitungen in Nordmazedonien. Brutal verfolgt wurde er in der Republik Mazedonien zum Symbol der Rede- und Meinungsfreiheit.

Tomislav Kezharovski
(Foto: © Stefanie Silber)

Kezharovski recherchierte als investigativer Journalist zu Korruption und organisierter Kriminalität in Regierungskreisen und fiel der mazedonischen Justizwillkür zum Opfer. In seiner Heimat Mazedonien galt er als einziger politischer Gefangener Südosteuropas. Er wurde 2013 zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, auf internationalen Druck konnte er bereits nach der Hälfte der Zeit freikommen. Ihm wurde vorgeworfen, die Identität eines geschützten Zeugen in einem Strafprozess aufgedeckt zu haben. Einer groß angelegten Kampagne für seine Freilassung ist es zu verdanken, dass er nach zwei Jahren freikam. In seinem Buch „Life in the box“ (englische Übersetzung) verarbeitet er die Zeit im Gefängnis – unter anderem die skandalösen Zustände sowie die unmenschliche Behandlung.

Zur Begrüßung Tomislav Kezharovskis stellt der Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Jochen Partsch, den Gästen das Elsbeth-Wolffheim-Stipendium vor. „Es ist uns als weltoffener Wissenschaftsstadt ein besonderes Anliegen mit dem Elsbeth-Wolffheim-Literaturstipendium unseren Beitrag zum Erhalt der Freiheit des Wortes und des Rechtes auf freie Meinungsäußerung zu leisten “, betont das Stadtoberhaupt. „Wir freuen uns sehr, dass Tomislav Kezharovski, der wegen seiner Arbeit für diese Ziele seine persönliche Freiheit für eine lange Zeit einbüßte, nun hier bei uns sein und seiner wertvollen Arbeit weiter nachgehen kann.“

Leander Sukov, Vizepräsident und Beauftragter für Writers-in-Exile, stellt anschließend das Programm des PEN-Zentrums vor. Im Wechsel mit Kezharovski liest er aus dem autobiografischen Buch des Nordmazedoniers. Im Anschluss findet eine Gesprächsrunde mit Tomislav Kezharovski, Jochen Partsch und Leander Sukov über die gegenwärtige Lage verfolgter Autorinnen und Autoren im Exil statt.

Fortwährend bedrohen und beleidigen hochrangige Regierungsvertreter in Nordmazedonien Medienschaffende. Doch eine langjährige Kultur der Straflosigkeit kommt zum Ausdruck: Lediglich zu einem Bruchteil der Übergriffe der vergangenen Jahre wurden Ermittlungen eingeleitet, die Täterinnen und Täter zur Rechenschaft gezogen und gegen sie Ermittlungen eingeleitet. Auch diesem Thema widmen sich in der anschließenden Gesprächsrunde Jochen Partsch, Leander Sukov und Tomislav Kezharovski, der darüber hinaus über die Situation in seiner Heimat, seine Zeit in Haft sowie sein Leben im Exil berichtet.

Die eingebundene Bilddatei steht Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung und darf ohne weitere Genehmigung im Kontext der Veranstaltung mit Tomislav Kezharovski im Literaturhaus Darmstadt unter Angabe des Copyrights abgedruckt werden. Auf Anfrage stellen wir sie Ihnen gerne separat und in hoher Auflösung zur Verfügung.

Pressekontakt:

Susann Franke
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/ 62 708 26; Fax.: 06151/293414
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

 

 

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