Zehn Jahre Haft für Buchhändler Gui Minhai: PEN fordert Freilassung

Zehn Jahre Haft für Buchhändler Gui Minhai: PEN fordert Freilassung

Pressemitteilung, Darmstadt, 25. Februar 2020. Der deutsche PEN hat die sofortige Freilassung des schwedischen Verlegers Gui Minhai gefordert. Seine Verurteilung ist ein weiteres erschreckendes Beispiel für die Art und Weise, wie die chinesische Volksrepublik versucht, die Meinungsfreiheit zu kontrollieren und kritische Stimmen über Jahrzehnte wegzusperren.

Ein Gericht in Ningbo hat den Autor und Buchhändler Gui Minhai heute zu zehn Jahren Haft wegen der „illegalen Weitergabe von geheimen Informationen ans Ausland“ verurteilt. Der schwedische Staatsbürger chinesischer Herkunft war vor vier Jahren entführt und in der Volksrepublik China inhaftiert worden.

„Über die Situation von Gui Minhai hinaus macht uns besondere Sorgen, dass die chinesische Botschaft in Stockholm versucht hat, die Verleihung des Tucholsky-Preises des PEN Schweden an ihn zu unterbinden und dass der chinesische Botschafter schwedische Journalisten, die über den Fall berichten, wiederholt unter Druck gesetzt, ja ihnen gedroht hat. Auch andernorts versucht China, die internationale Agenda in Bezug auf Informations- und Meinungsfreiheit zu bestimmen. Dem gehört auf breiter internationaler Ebene Einhalt geboten“, betont Regula Venske, Präsidentin des deutschen PEN.

Zuletzt haben auf Initiative des PEN Schweden in einem Offenen Brief PEN-Zentren weltweit an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping appelliert, Gui Minhais Menschenrechte zu wahren und die Sicherheit seiner Unterstützerinnen und Unterstützer sowie von Medienschaffenden, die über Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Volksrepublik berichten, zu gewährleisten. Zahlreiche NGOs, Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben den Brief unterzeichnet, der in englischer Sprache nachzulesen ist auf www.pen-international.org/news/open-letter-to-chinas-president-xi-jinping.

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

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