Writers in Exile-Stipendiatin über Freilassung politischer Gefangener

Yirgalem Fisseha Mebrahtu erinnert in ihrer Videoansprache daran, dass Menschen nicht nur durch das Corona-Virus bedroht sind. Besonders in Diktaturen, wie ihrem Heimatland Eritrea, sitzen Schriftstellerinnen und Journalisten im Gefängnis, weil sie ihre Meinung geäußert und verteidigt haben. Sie werden unter Bedingungen festgehalten, aufgrund derer sie nicht in der Lage sind, Vorkehrungen zu treffen. Dies sei nicht die Zeit für Behörden, Gewalt anzuwenden, so Fisseha Mebrahtu. Vielmehr sei es an der Zeit, Mitgefühl zu zeigen. Deshalb fordert sie die Behörden auf, alle politischen Gefangenen bedingungslos freizulassen.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie willkürlich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seitdem droht ihr eine erneute Verhaftung und sie ist auf der Flucht. Seit Dezember 2018 ist Mebrahtu Stipendiatin des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN.

Reporter ohne Grenzen zufolge belegt Eritrea auf der Rangliste der Pressefreiheit 2020 den 178. Platz von 180 Ländern.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.