10.07.2020 - 11.07.2020 – 24 Stunden-Online-Lesung: Ahmet Altan – „Ich werde die Welt nie wiedersehen“ zugunsten der Writers-in-Prison-Arbeit

Solidarität mit Ahmet Altan, in der Türkei inhaftierter Autor und Ehrenmitglied des deutschen PEN, und allen weiteren Menschen, die staatlicher Willkürherrschaft ausgesetzt sind:

Nach einer Auftaktveranstaltung lesen Schülerinnen und Schüler der Oberstufentheatergruppe des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar („Spurensuche“), Theaterschülerinnen aus ganz Deutschland sowie Studierende des Seminars der LMU München 24 Stunden immer wieder aus Altans Buch „Ich werde die Welt nie wiedersehen“ Anfang und Schluss, um durch ständiges Wiederholen der immer gleichen Textstelle Monotonie und Gleichförmigkeit erfahrbar zu machen und auf die unhaltbare und menschenrechtsverletzende Situation Ahmet Altans sowie anderen aus zweifelhaften Gründen in der Türkei und weltweit Inhaftierten aufmerksam machen.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich sichtbar oder unsichtbar über den gesamten Zeitraum hinzuschalten. Zusätzlich werden kurze Filmsequenzen angeboten, die die Schülerinnen und Schüler selbstständig entwickelt haben.

Ahmet Altan wurde 1950 in Ankara geboren. Er ist Autor zahlreicher, auch ins Deutsche übersetzter Bücher. Für sein Buch „Ich werde die Welt nie wieder sehen“ wurde er im November 2019 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Im Juli 2016 wurde Altan wegen „Unterstützung einer „Terrororganisation“ festgenommen. Obwohl keinerlei Beweise vorlagen, wurde er von einem Gericht in Istanbul zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Am 4. November 2019 wurde Altan unter Auflagen freigelassen, jedoch nach Einspruch der Generalstaatsanwaltschaft am 12. November 2019 erneut inhaftiert. Neben dem deutschen PEN-Zentrum haben ihn auch PEN Flandern, der dänische PEN sowie der schwedische PEN zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Schülerinnen und Schüler des Ernst-Mach-Gymnasiums (Oberstufengruppe) wollten ursprünglich eine szenisch-performative Aufführung des Gesamttextes im März 2020 gestalten. Die Arbeit am Theaterstück musste wegen der Corona-Krise jedoch  abgebrochen werden. Nun wurde zusammen mit den Kooperationspartnern LMU München und Theaterwerkstatt Blickwechsel diese neue Form gefunden und entwickelt.

Zugang

Der Eintritt ist frei. Der Zugang erfolgt am Aufführungstag ab 18:45 Uhr über die Einstiegsseite www.blickwechsel.theater oder durch Anmeldung an  info [at] blickwechsel [dot] theater; die Zugangsdaten werden im Vorfeld zugesandt.

Spenden je zur Hälfte zur Deckung der Unkosten und zugunsten der Writers-in-Prison-Arbeit des deutschen PEN

Das Projekt wird von der Bürgerstiftung Haar finanziert.

Beginn:
10.07.2020 - 19 Uhr
Ende:
11.07.2020 - 19.30 Uhr
Veranstaltungsort:
deutschlandweit

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