Belarus: PEN-Zentrum begrüßt die Demokratiebewegung und fordert, dass Gewalt und Einschränkung der Meinungsfreiheit ein Ende haben müssen – Pressemitteilung

Pressemitteilung, Darmstadt, 19. August 2020. Das deutsche PEN-Zentrum ist entsetzt über die brutale Gewalt, mit der der autokratische Präsident von Belarus auf die friedlichen Proteste gegen seine Wiederwahl reagiert hat.

Alexander Lukaschenko, der vor einer Manipulation der offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen nicht zurückschreckte, präsentiert sich erneut als skrupelloser Despot. Die zahllosen, in den letzten Tagen dokumentierten Gewaltakte gegen friedlich Protestierende, darunter auch schwerste Misshandlungen und Vergewaltigungen, lassen keinen Zweifel, dass Lukaschenko letztlich jedes Mittel recht ist, um sich an der Macht zu halten. Menschenrechte und Meinungsfreiheit haben für den Präsidenten keine Bedeutung.

Jahrzehntelang wurden Schriftsteller, Journalistinnen und Blogger von dem autokratischen Regime unterdrückt und verfolgt. Die wenigen Medien stehen unter staatlicher Kontrolle, Nachrichtenportale wurden blockiert und zuletzt sogar das Internet abgeschaltet, um die Proteste einzudämmen.

Das deutsche PEN-Zentrum zollt der friedlichen Oppositionsbewegung allerhöchsten Respekt. Wir unterstützen die Forderung der Literaturnobelpreisträgerin und ehemaligen Writers-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN-Zentrums Swetlana Alexijewitsch nach dem sofortigen Rücktritt des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Die Verantwortlichen für das harte Vorgehen gegen die Demonstranten müssen gerichtlich zur Rechenschafft gezogen, alle politischen Gefangenen freigelassen werden.

Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt nicht nur den belarussischen Schriftstellern und Künstlerinnen, sondern dem gesamten Volk. Das Schicksal von Belarus darf nicht in den Händen eines Autokraten liegen, daher appellieren wir an die Bundesregierung und alle Staaten in der Europäischen Union, die Demokratiebewegung weiterhin mit allen Mitteln zu unterstützen, um so freie, faire und transparente Wahlen in Belarus zu ermöglichen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Ralf Nestmeyer

Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

 

Pressekontakt:

Susann Franke

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Tel.: 06151/62 708 26; Fax.: 06151/293414
E-Mail: s.franke [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

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