Gerd Ruge (1928-2021)

Gerd Ruge
(Foto von Michael Schilling – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, www.commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32072076)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Gerd Ruge am 15. Oktober in München verstorben ist.

Gerd Ruge zählte zu jenen Persönlichkeiten, die den Neubeginn des Journalismus in der Bundesrepublik nach dem NS-Regime maßgeblich mitgestaltet haben. Den Weltkrieg hat er noch selbst mitgemacht. Als 16jähriger wurde er 1945 in die Wehrmacht eingezogen, sein Truppentransport stieß auf eine Landmine, was ihn vor einem möglichen Fronteinsatz und ihm damit wahrscheinlich das Leben rettete.

Als Journalist verstand er es meisterhaft, profunde Berichterstattung mit hoher Erzählkunst und dem richtigen Sprachgefühl zu kombinieren, oft hatte er auch das nötige Glück, einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Zu den Meilensteinen seines Wirkens im Fernsehen zählte 1963 die Einführung des Magazins Weltspiegel, welches er mitbegründet und in der Anfangsphase auch selbst moderiert hat.

Mit dem PEN verbanden ihn neben seinem Schaffen als Journalist und Buchautor auch sein soziales Engagement. Er zählte 1961 gemeinsam mit Carola Stern zu den Gründern der deutschen Sektion von Amnesty International.

Gerd Ruge war ein Mensch, der nicht nur in wohlgesetzten Worten berichtete und erzählte, sondern auch aktiv Hilfe leistete, wenn es nötig war. Letzteres oft ganz diskret, abseits des Rampenlichts.

Wir werden ihn als den umgänglichen Menschenfreund in Erinnerung behalten, der er zeitlebens gewesen ist.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.:

Jürgen Strasser

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