Writers-in-Exile: Lyrik auf der popup_buchmesse in Leipzig

Umar Abdul Nasser, Astrid Vehstedt und Kholoud Charaf. Foto: Nina George

Umar Abdul Nasser, Dichter und Filmemacher aus dem Irak, und Kholoud Charaf, Dichterin, Kunstkritikerin, Publizistin und Aktivistin, aus Syrien lasen am 19. März 2022 aus ihren Werken in Leipzig.

Kholoud Charaf. Foto: Nina George

Kholoud Charaf veröffentlichte bisher vier Bücher, darunter den Gedichtband „The Remains of the Butterfly“, in dem sie sich lyrisch mit dem Krieg in Syrien und dem Leben „zwischen Verlust und Hoffnung“ auseinandersetzt. Ihre Gedichte wurden bislang in insgesamt zehn Sprachen übersetzt. 2011 veröffentlichte Charaf eine wissenschaftliche Arbeit über syrische Gegenwartspoesie. In ihrer autobiographischen Reportage „Journey of the Return to the Mountain: A Journal in the Shadow of War” beschäftigt sie sich mit der eigenen Rückkehr von Damaskus an ihren Geburtsort im südlichen Gebirge von Syrien und erhielt dafür 2019 den angesehenen marokkanischen Muhammad Ibn Battuta Prize für Reiseschriftstellerei. Es ist eine Auseinandersetzung mit den Mythen und Menschen in Südsyrien und den Kindheitserinnerungen der Autorin, eine Reise zur Selbsterforschung und zu den Anliegen der menschlichen Existenz. 2020 wurde ihr der amerikanische IIE Award verliehen. Zurzeit arbeitet sie an einem neuen Roman sowie an einer Kurzgeschichtensammlung, in der sie die verübten Gräueltaten in ihrer Heimatregion literarisch verarbeitet.

Umar Abdul Nasser. Foto: Nina George

Umar Abdul Nasser ist Gründer der „Bridges of Love“, ein Projekt, welches sich mithilfe künstlerischer Ausdrucksformen, insbesondere Poesie und Musik, für interkulturelle Begegnungen und Freundschaft einsetzt. Vor Juni 2014 publizierte er einige seiner Werke in Lokalzeitungen und beteiligte sich an der Organisation von Kunstfestivals.

Abdul Nassers Arbeit wurde vom sogenannten Islamischen Staat als unvereinbar mit dem islamischen Recht angesehen, weshalb er nach der Besetzung Mossuls ab 2014 untertauchen musste. Mehr als zwei Jahre lang lebte er versteckt. Während dieser Zeit drehte er den Kurzfilm „A Prisoner from Mosul“ (2017), welcher seine Erfahrungen unter der Herrschaft des IS widerspiegelt. Nach seiner Flucht kam er von 2017–2019 als ICORN-Stipendiat in Breslau unter. Seit Juli 2019 ist Umar gemeinsamer Stipendiat des Writers in Exile-Programms des PEN und des Vereins „Weimar – Stadt der Zuflucht“.