Babylonians speaking

Der irakische Dichter und Filmemacher Umar Abdul Nasser lebte mehr als zwei Jahre lang im Untergrund, bevor er es schaffte, das Land 2016 zu verlassen. Seine Arbeit wurde vom IS als unvereinbar mit dem islamischen Recht angesehen. Seine Gedichte reflektieren die Themen Frieden und Freiheit. Seit Juli 2019 ist Abdul Nasser Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN.

Der syrische Schriftsteller und Regimekritiker Yassin al-Haj Saleh bekam schon in jungen Jahren die Auswirkungen der diktatorischen Regierung zu spüren: al-Haj Saleh saß 16 Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung schrieb er und engagierte sich weiterhin für ein demokratisches Syrien. Für die Zukunft ist sein größter Wunsch ein freies Syrien. Seit Dezember 2019 ist al-Haj Saleh Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN.

Die eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu wurde wegen ihrer journalistischen und literarischen Arbeit sechs Jahre lang inhaftiert. Unter schlimmsten Bedingungen musste sie bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie willkürlich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seit Dezember 2018 ist Fisseha Mebrathu Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN.

Der ukrainische Autor und Investigativjournalist Aleksei Bobrovnikov entlarvte durch seine Recherchen Verbindungen zwischen einem Schmugglerring und dem ukrainischen Militär. Daraufhin erhielt er öffentlich Todesdrohungen und sah sich gezwungen, seine Heimat zu verlassen. Seit Februar 2018 ist er Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN.

Die Leidenschaft des im Iran geborenen kurdischen Schriftstellers Jiyar Jahanfard gilt der Bewahrung der kurdischen Sprache und Kultur, über die er viel geforscht, gesammelt und verfasst hat. Aufgrund dessen wurde er mehrmals erhaftet, inhaftiert und steht im Iran unter ständiger Beobachtung. Seit Februar 2018 ist Jahanfard Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN.

Die äthiopische Journalistin und Aktivistin Fatuma Nurye Yimam recherchierte über illegale Migrationsrouten nach Dschibuti und andere Nachbarländer Äthiopiens. Sie gründete die Zeitung „Fact“, in der sie Missstände kritisierte. Die Regierung erhob daraufhin Anklage gegen sie, woraufhin sie zunächst in benachbarten Ländern Zuflucht suchte, bevor sie schließlich nach Deutschland kam. Seit August 2017 ist Nurye Yimam Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN.

12.10.2020, 19 Uhr – Wege in die Freiheit

Wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung und ihres gesellschaftspolitischen Engagements in ihren Heimatländern wurden die eritreische Lyrikerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu, der kurdische Schriftsteller Jiyar Jahanfard und der ukrainische Investigativjournalist Aleksei Bobrovnikov unterdrückt, verfolgt oder auch in Haft genommen. Am 12. Oktober werden die Writers-in-Exile ihre Texte in der Münchener Seidlvilla lesen und ihr “neues Leben” reflektieren.

Aleksei Bobrovnikov, Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Jiyar Jahanfard (v.l.n.r.) (© Stefanie Silber)

Vera Botterbusch, Beisitzerin des deutschen PEN, führt durch den Abend und liest die deutschen Übersetzungen der geflüchteten Autoren und der Autorin.

In mehr als zwanzig Jahren konnte mit dem Wirters-in-Exile-Programm bisher 60 Autorinnen und Autoren ein sicherer Lebens- und Arbeitsraum geboten werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, fördert die WiE-Arbeit vollständig mit umfangreichen Mitteln. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteurinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

Veranstaltung gefördert vom Münchner Kulturreferat.

Der ukrainische Autor und investigative Journalist Aleksei Bobrovnikov entlarvte durch seine Recherchen Verbindungen zwischen einem Schmugglerring und dem ukrainischen Militär. Daraufhin erhielt er öffentlich Todesdrohungen und sah sich gezwungen, seine Heimat zu verlassen. Seit Februar 2018 ist er Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie willkürlich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seitdem droht ihr eine erneute Verhaftung und sie ist auf der Flucht. Seit Dezember 2018 ist Mebrathu Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Jiyar Jahanfard ist im Iran aufgewachsen. Seine Leidenschaft gilt der Bewahrung der kurdischen Sprache und Kultur, über die er viel geforscht, gesammelt und verfasst hat. Aufgrund dessen wurde er mehrmals verhaftet, inhaftiert und steht im Iran unter ständiger Beobachtung. Seit Februar 2018 ist Jahanfard Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Kein Lebenszeichen seit 19 Jahren – Videoappell eritreischer Exilautorin für Freilassung von Journalisten in Eritrea

Pressemitteilung, Darmstadt, 17. September 2020. Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Writers-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN, appelliert in einer eindringlichen Videobotschaft an die Weltgemeinschaft, die Lage der Presse- und Meinungsfreiheit in Eritrea nicht länger zu ignorieren. Seitdem am 18. September 2001 alle privaten Medien in ihrer Heimat verboten wurden und kurz darauf eine beispiellose Verfolgung Oppositioneller und Vertreter unabhängiger Medien begann, fehlt von mindestens zwölf Journalisten jedes Lebenszeichen.

Ihre Namen: Fissehaye Yohannes, Said Abdelkadir, Sahle Tsegezeab, Medhanie Haile, Dawit Issac, Temesgen Ghebreyesus, Yosuef Mohammed Ali, Seyoum Tsehaye, Idris Aba Are, Amanuel Asrat, Dawit Habtemichael und Matheowos Habtaab.

„Die eritreische Regierung ist berüchtigt dafür, grundlegende Menschenrechte zu verletzen und keine freie Presse mehr zu dulden“, so Yirgalem Fisseha Mebrahtu in ihrer Botschaft. „Eritrea ist ein Land, in dem seine Bürgerinnen und Bürger über Jahrzehnte lang willkürlich inhaftiert werden, ohne dass ihr Aufenthaltsort bekannt ist.“

Das PEN-Zentrum Deutschland schließt sich diesem Aufruf an und fordert die eritreischen Behörden dazu auf, sämtliche Personen, die einzig aufgrund der Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung seit Jahren inhaftiert sind, unverzüglich und bedingungslos freilassen.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seit Dezember 2018 ist Mebrahtu Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN, das von der Bundesregierung finanziert wird, und lebt in Deutschland.

Das Rohmaterial des Videos (Abrufbar und zum Zwecke der Berichterstattung herunterzuladen auf www.vimeo.com/458107306/932e98435a) sowie die eingebundenen Bilddateien stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne kostenfrei zur Verfügung.

Pressekontakt:

Felix Hille

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Freiheitsrechte für Hongkong: Appell zum Welttag der Demokratie

Pressemitteilung, Berlin/Frankfurt am Main/Darmstadt, 14. September 2020. Mit dem Erlass des „Gesetzes zur nationalen Sicherheit in Hongkong“ Ende Juni 2020 sind die Freiheitsrechte in der chinesischen Sonderverwaltungszone massiv eingeschränkt. Zum internationalen Tag der Demokratie am 15. September 2020 fordern der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Internationale Literaturfestival Berlin, das PEN-Zentrum Deutschland, Reporter ohne Grenzen und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) die chinesische Regierung auf, in Hongkong wie in der Volksrepublik China die Menschenrechte zu wahren. Sie appellieren an die Bundespolitik sowie die EU, sich gegenüber autokratischen und totalitären Regierungen entschieden für den Erhalt von Freiheitsrechten einzusetzen.

Appell von Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Internationales Literaturfestival Berlin, PEN-Zentrum Deutschland, Reporter ohne Grenzen und Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di)

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit schränkt das totalitäre Regime Chinas in Hongkong fundamentale Menschen- und Freiheitsrechte vehement ein. Unter dem am 30. Juni 2020 vom Nationalen Volkskongress in Peking ohne Beteiligung des Hongkonger Parlaments verabschiedeten sogenannten „Gesetz zur nationalen Sicherheit in Hongkong“ sind die Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, auf Publikationsfreiheit sowie auf Versammlungsfreiheit de facto unter Strafe gestellt. Dutzende Menschen wurden auf der Grundlage des neuen Sicherheitsgesetzes bereits festgenommen, Redaktionsräume eines unabhängigen Medienhauses wurden durchsucht und Bücher aus Bibliotheken entfernt. Auf dem Festland geht die chinesische Regierung weiterhin brutal gegen kritische Stimmen vor, wie die Verurteilung des schwedisch-hongkonger Autors, Verlegers und Buchhändlers Gui Minhai Ende Februar zu zehn Jahren Haft noch einmal vor Augen geführt hat.

Wir fordern die chinesische Regierung dazu auf, den Menschen in Hongkong und auf dem chinesischen Festland ihre Freiheits- und Menschenrechte zu gewähren! Die politischen Verantwortlichen müssen sich kritischen Stimmen in einer offenen Debatte stellen, anstatt sie durch Einschüchterung und Verfolgung zum Schweigen zu bringen. Angesichts der chinesischen Verstöße gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sowie gegen die Chinesisch-britische gemeinsame Erklärung zu Hongkong sind darüber hinaus alle Staaten dazu aufgefordert, ihre Außen- und Wirtschaftspolitik gegenüber China zu überprüfen. Es ist unerträglich, dass Menschen- und Grundrechte zu Gunsten von Wirtschaftsinteressen ausgeblendet werden. Im Gegenteil sollte die Wahrung der Menschenrechte zur Bedingung für Außen- und Wirtschaftsbeziehungen gemacht werden. Das gilt nicht nur für China, sondern auch für viele weitere Länder mit autokratischen und totalitären Herrschern wie Ägypten, Belarus, Russland, die Türkei und Saudi-Arabien. Insbesondere die Länder der als Wertegemeinschaft deklarierten Europäischen Union haben eine Verpflichtung, sich dieser Frage zu stellen.

Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse

Der Börsenverein lädt auf der Frankfurter Buchmesse 2020 zur Diskussion über die Situation in Hongkong ein:

Für das Wort und die Freiheit – #FreeHongkong

Joshua Wong, einer der bekanntesten Anführer*innen der Demokratiebewegung, berichtet über die aktuelle Situation in Hongkong und diskutiert unter anderem mit Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, darüber, was Zivilgesellschaft und Politik in Europa tun können, um die Hongkonger Bürger*innen in ihrem Streben nach Freiheit und Demokratie zu unterstützen.

Ort und Zeit:

Samstag, 17. Oktober 2020, 16 Uhr

ARD Buchmessebühne, Festhalle der Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt am Main

Kostenloser Livestream: www.hessenschau.de/kultur/buchmesse/index.html

Kontakt für die Medien:

PEN-Zentrum Deutschland e.V.

Felix Hille, Pressereferent
Telefon +49 (0) 6151 62708 23, Mobil +49 (0) 157 313 826 37 , E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

Thomas Koch, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0) 69 1306-293, E-Mail: t.koch [at] boev [dot] de

Cathrin Mund, PR-Managerin

Telefon +49 (0) 69 1306-292, E-Mail: mund [at] boev [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Online-Lesung des deutschen PEN für die Demokratiebewegung in Hongkong

Am 9.9.2020 lasen Mitglieder, Freundinnen und Freunde des deutschen PEN im Literaturhaus Darmstadt Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie aus eigenen Werken, um auf die Lage der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie der Menschenrechte in Hongkong aufmerksam zu machen. Mit der Lesung im Literaturhaus Darmstadt beteiligte sich das PEN-Zentrum Deutschland an einer weltweiten Aktion, zu der das internationale literaturfestival berlin [ilb] aufgerufen hatte.

Mit:

Şehbal Şenyurt Arınlı (Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin, Journalistin und Writers-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN): ab Min. 00:08 (Monolog IV, Türkisch)
Leander Sukov (Vizepräsident und Writers-in-Exile-Beauftragter des deutschen PEN): ab Min. 04:11 (Monolog IV, deutsche Übersetzung) und ab Min. 46:30
Heinrich Peuckmann (Generalsekretär des deutschen PEN): ab Min. 13:08
Marion Tauschwitz (Schriftstellerin und PEN-Mitglied): ab Min. 24:41
Bernhard Büscher (Schriftsteller): ab Min. 32:35
Katja Behrens (Schriftstellerin und PEN-Mitglied): ab Min. 42:58

Weiterführende Informationen zu den Lesungen können Sie der Internetseite des internationalen literaturfestivals berlin entnehmen.