China: Keine Olympiade ohne Pressefreiheit, PEN kritisiert IOC-Chef Thomas Bach

Pressemitteilung, Darmstadt, 23. November 2021. Das deutsche PEN-Zentrum kritisiert das Internationale Olympische Komitee und seinen Präsidenten Thomas Bach für ihre kritiklose Haltung gegenüber der chinesischen Regierung.

Im Vorfeld der am 4. Februar 2022 in Peking beginnenden Olympischen Winterspiele sind wir fassungslos angesichts zahlreicher Berichte, dass ausländische Journalistinnen und Reporter von chinesischen Offiziellen beschimpft und bedroht werden. Die journalistische Berichterstattung wird unter dem Deckmantel einer strikten Null-Covid-Politik durch Einreise- und Zutrittsverbote erheblich eingeschränkt, ohne dass das Internationale Olympische Komitee dies verurteilen würde.

Dass die gebotene Kritik an Menschenrechtsverletzungen dem Kommerz geopfert wird, ist so wenig hinnehmbar wie die ständigen massiven Eingriffe des chinesischen Staates in die Meinungsfreiheit. Wo die Freiheit des Wortes bedroht ist, gibt es auch kein sportliches Fair-Play. Wie kann es sein, dass die Olympischen Winterspiele in einem Land stattfinden, in dem zahllose Todesurteile vollstreckt, Autorinnen und Blogger im Gefängnis sterben, ethnische Minderheiten wie die Uiguren oder Tibetaner brutal unterdrückt werden und mit Peng Shuai eine weltbekannte Tennisspielerin zunächst verschwindet und dann unter mysteriösen Umständen wieder auftaucht? Das duldsame bis affirmative Schweigen des IOC-Präsidenten Thomas Bach zu diesen Vorfällen ist zutiefst beschämend. Wer Sport uneingeschränkt als unpolitische Form der Völkerverständigung propagiert, offenbart seine grenzenlose politische Naivität und ordnet sich rückgratlos einem totalitären System unter.

Bach verhöhnt mit seinem Verhalten auch alle Opfer der staatlichen Repressionspolitik wie die inhaftierte Anthropologin Rahile Dawut oder die vom Tod bedrohte Bloggerin Zhang Zhan, deren einziges Verbrechen es war, über den Ausbruch des Coronavirus in Wuhan zu berichten. Das deutsche PEN-Zentrum fordert nicht nur die sofortige Freilassung von Rahile Dawut und Zhang Zhan, sondern appelliert auch an alle olympischen Sponsoren – zu denen unter anderem die Allianz Group als Versicherungsdienstleister gehört – ihr finanzielles Engagement bei den Olympischen Winterspielen in Peking unverzüglich zu beenden.

Ralf Nestmeyer
PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

Pressekontakt:
Felix Hille
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Hermann Kesten-Preisverleihung in Darmstadt – Reden und Eindrücke des Abends

Der Hermann Kesten-Preis 2021 ging am 18.11.21 an die Autorin Irena Brežná. Die Schriftstellerin Barbara Krohn hielt die Laudatio. Neben der aktuellen Kesten-Preisträgerin wurden Günter Wallraff (Hermann Kesten-Preisträger 2020) sowie die Chefredakteurin Lina Attalah mit ihrer ägyptischen Online-Zeitung „Mada Masr“ (Hermann Kesten-Förderpreis 2020) im Staatstheater Darmstadt geehrt. Die Laudatio auf Günter Wallraff übernahm der Grünen-Politiker Cem Özdemir. Der Journalist David Kampmann würdigte Lina Attalah. Durch den Abend führte der Publizist und Philosoph Michel Friedman.

Die Reden zum Nachlesen:

Begrüßungsrede von PEN-Präsident Deniz Yücel

Laudatio von Barbara Krohn
Dankesrede von Irena Brežná

Laudatio von Cem Özdemir
Dankesrede von Günter Wallraff

Laudatio von David Kampmann
Dankesrede von Linah Attalah

Die in diesem Beitrag eingebundenen Bilder dürfen zum Zwecke der Berichterstattung unentgeltlich unter Angabe des Copyrights verwendet werden.

PEN-Präsident Deniz Yücel während seiner Begrüßungsrede

Journalistin Lina Attalah, Hermann Kesten-Förderpreisträgerin 2020

Cem Özdemir während seiner Laudatio auf Günter Wallraff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Günter Wallraff, Hermann Kesten-Preisträger 2020

Irena Brežná, Hermann Kesten-Preisträgerin 2021

Deniz Yücel und Günter Wallraff

Publizist und Philosoph Michel Friedman

23.11.2021, 19:30 Uhr – Anzhelina Polonskaya liest „Unvollendete Musik“

Sieben Gedichtbände hat Anzhelina Polonskaya, die in einer kleinen Stadt nahe Moskau geboren wurde, inzwischen veröffentlicht. Dies nun ist der zweite, der von Erich Ahrndt ins Deutsche übersetzt wurde. Am 23. November wird die Dichterin im Dortmunder Literaturhaus aus ihren emotionalen Texten vortragen. Die Veranstaltung wird moderiert von Thorsten Trelenberg.

Anzhelina Polonskaya ist eine russische Dichterin, Librettistin und Autorin. Sie beschäftigte sich mit dem umstrittenen Fall des im Jahr 2000 gesunkenen U-Boots „Kursk“, das 118 Menschen das Leben kostete. Seitdem und wegen ihrer regierungskritischen Äußerungen ist Polonskaya Bedrohungen durch die russische Regierung ausgesetzt. Seit Mitte September 2020 ist sie Stipendiatin im Writers in Exile-Programm des deutschen PEN.

Eintritt frei | Aber Registrierung/Ticket notwendig
Es gilt die 2G-Regelung. Zutritt nur für Genesene und Geimpfte. Einlass nur mit entsprechendem Nachweis.
Denken Sie bitte an Ihren Personalausweis sowie eine FFP2-Maske.

Tag des inhaftierten Schriftstellers 2021

Der deutsche PEN machte gemeinsam mit den weltweit über 140 PEN-Zentren am Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.) auf die in Teilen der Welt dramatische Lage der Meinungsfreiheit aufmerksam und rückte die Schicksale inhaftierter Autorinnen und Autoren in das Licht der Öffentlichkeit.

Pressestimmen und Gespräche

  • PEN-Präsident Deniz Yücel im WDR 3-Mosaik Interview zum Tag des inhaftierten Schriftstellers über die Beschränkung der Meinungsfreiheit
  • Beitrag von Susanne Günsten zum drohenden Prozess gegen Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk bei WDR 3 Kultur am Mittag anlässlich des Tages des inhaftierten Schriftstellers
  • „PEN klagt an: Autoren weltweit verfolgt“
    Beitrag der Deutschen Welle zu den Schicksalen inhaftierter Autorinnen und Autoren, die der PEN dieses Jahr in den Fokus rückte

  • „Ihre Stimme ist in allererster Linie ihre Kunst.“
    PEN-Präsident Deniz Yücel im rbbInforadio-Interview über den Tag des inhaftierten Schriftstellers, wie wir bedrohten Autorinnen und Autoren helfen können und warum es so wichtig ist, sich ihrer zu erinnern.
  • „Ich sehe das durchaus als Pflicht und Aufgabe von allen Autoren weltweit an, sich für das freie Wort einzusetzen.“
    Beitrag der Kirche im NDR, u.a. mit Ralf Nestmeyer Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN
  • Artikel von Fabian Kretschmer in der taz über die uigurische Ethnologin Rahile Dawut, die nach Recherchen zur uigurischen Minderheit mutmaßlich in der Volksrepublik China interniert ist und seit vier Jahren vermisst wird. Sie ist eine der Autorinnen und Autoren, auf deren Schicksal die PEN-Zentren dieses Jahr aufmerksam machten.

„Die Türkei muss sich schon selber retten“

„Aber wenn ich dazu beitragen kann, dass die Bundesrepublik Deutschland Erdoğan nicht mehr dabei unterstützt, an der Macht zu bleiben, sich nicht mehr zum Komplizen dieses Regimes macht, dann ist schon viel gewonnen.“

Foto: Urban Zintel

PEN-Präsident Deniz Yücel im Interview mit Nele Pollatschek in der Süddeutschen Zeitung u.a. über seine Haft in der Türkei sowie die Lage der Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland wie auch anderen Teilen der Welt.

Das vollständige Gespräch lässt sich nachlesen auf der Seite der Süddeutschen Zeitung (hinter Bezahlschranke).

PEN zum Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.): Autoren weltweit unter Druck

  • Über 140 PEN-Zentren auf der ganzen Welt rücken akut bedrohte und inhaftierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller in den Fokus
  • Die Fälle: Rahile Dawut (China/Xinjiang), Selahattin Demirtaş (Türkei), Mohammed Al-Roken (Vereinigte Arabische Emirate), Maykel Osorbo (Kuba)
  • Zwölf Journalisten in Eritrea seit 20 Jahren verschwunden
  • Onlineveranstaltung am 15.11. zu Julian Assange u.a. mit Günter Wallraff

Pressemitteilung, Darmstadt, 10.11.2021. Der deutsche PEN macht gemeinsam mit den weltweit über 140 PEN-Zentren am Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.) auf die in Teilen der Welt dramatische Lage der Meinungsfreiheit aufmerksam und rückt die Schicksale der inhaftierten Autorinnen und Autoren Rahile Dawut (China/Xinjiang), Selahattin Demirtaş (Türkei), Mohamed Al-Roken (Vereinigte Arabische Emirate) sowie Maykel Osorbo (Kuba) in das Licht der Öffentlichkeit.

„Weltweit ist die Bedrohung von Autoren und Schriftstellerinnen leider nicht weniger geworden. Mit großer Sorge beobachten wir die Situation in all jenen Ländern, in denen die Meinungsfreiheit unterdrückt und Intellektuelle inhaftiert werden“, betont Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.

Nach Recherchen zur uigurischen Minderheit wurde die Wissenschaftlerin Rahile Dawut mutmaßlich in der Volksrepublik China interniert. Der Politiker, Rechtsanwalt und Schriftsteller Selahattin Demirtaş befindet seit 2016 in Haft. In einem Verfahren wurde er wegen sogenannter Terrorpropaganda zu 4 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Weitere Verfahren gegen Demirtaş, der Ehrenmitglied des deutschen PEN ist, sind anhängig. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sitzt der Menschenrechtsanwalt Mohammed Al-Roken unter fadenscheinigen Anschuldigen – wie etwa, er habe eine geheime Organisation gegründet, um die Regierung zu stürzen, seit 2012 im Gefängnis. Der kubanische Rapper Maykel Osorbo ist seit Mai 2021 unter dem Vorwurf der „öffentlichen Unruhe“ und „Widerstandes gegen Polizeibeamte“ im Pinar del Río-Gefängnis inhaftiert.

Darüber hinaus erneuert der PEN seinen dringenden Appell an die Weltgemeinschaft und insbesondere die Europäische Union, die brutale Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit in Eritrea nicht länger zu ignorieren, wo von zwölf Autorinnen und Autoren seit September 2001 jede Spur fehlt.

Über den Tag des inhaftierten Schriftstellers

Der Gedenktag wurde im Jahr 1980 durch das „Writers in Prison“-Kommittee des internationalen PEN ins Leben gerufen als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Autorinnen und Autoren durch Repressionen mundtot zu machen.

Die Caselist 2020, welche jährlich die Informationen zu aktuellen Fällen bündelt, ist abrufbar unter www.bit.ly/3psjjFN.

Weiterführende Informationen können Sie hier entnehmen.

Veranstaltungshinweis

„Der Fall Julian Assange – wie der Wikileaks-Gründer zum Gegner der US-Behörden wurde“ – Onlinediskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / Thomas-Dehler-Stiftung in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland am Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.) um 19 Uhr

Mit:

  • Lisa-Maria Kretschmer, Referentin für Advocacy bei Reporter ohne Grenzen Deutschland
  • Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN
  • Ann Cathrin Riedel, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / Thomas-Dehler-Stiftung
  • Günter Wallraff, Investigativjournalist und PEN-Mitglied

Moderation: Nina George, Präsidentin des European Writers’ Council und Mitglied des PEN

Weitere Informationen sowie Teilnahmemöglichkeiten auf www.shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/ddaaq

Pressekontakt:
Felix Hille
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Süddeutsche Zeitung über Orhan Pamuk

Moritz Baumstieger berichtet in der Süddeutschen Zeitung über den drohenden Prozess gegen Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk in der Türkei, u.a. wegen angeblicher Beleidigung des türkischen Staatsgründers Atatürk. Auch PEN-Präsident Deniz Yücel kommt zu Wort, der die Nachricht auf Twitter kommentierte.

Die türkischen Behörden haben wiederholt Verleumdungsgesetze angewandt, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die ihre Meinung äußern. Dieser Fall bildet keine Ausnahme. Das deutsche PEN-Zentrum solidarisiert sich mit Orhan Pamuk und fordert die Behörden dazu auf, ihn nicht strafrechtlich zu verfolgen.

 

Irena Brežná erhält Kesten-Preis des deutschen PEN am 18.11. in Darmstadt

Irena Brežná
Foto: Luboš Pilc

Pressemitteilung, Darmstadt, 9.11.2021. Der diesjährige Hermann Kesten-Preis geht an die Autorin Irena Brežná. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Schriftstellerin Barbara Krohn hält die Laudatio.

Neben der aktuellen Kesten-Preisträgerin werden Günter Wallraff (Hermann Kesten-Preisträger 2020) sowie die Chefredakteurin Lina Attalah mit ihrer ägyptischen Online-Zeitung „Mada Masr“ (Hermann Kesten-Förderpreis 2020) geehrt. Die Laudatio auf Günter Wallraff übernimmt der Grünen-Politiker Cem Özdemir. Der Journalist David Kampmann würdigt Lina Attalah. Durch den Abend führt der Publizist und Philosoph Michel Friedman.

 

Günter Wallraff
Foto: Privat

 

Die Verleihung der Preise findet am 18. November um 18.30 Uhr (Einlass: 18 Uhr) in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt statt.

Mit:

  • Irena Brežná, Hermann Kesten-Preisträgerin 2021
  • Barbara Krohn, Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland
  • Günter Wallraff, Hermann Kesten-Preisträger 2020
  • Cem Özdemir, Mitglied des Deutschen Bundestages, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie stellv. Mitglied im Auswärtigen Ausschuss
  • Lina Attalah, Hermann Kesten-Förderpreisträgerin 2020
  • Ayse Asar, Staatssekretärin des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst
  • Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt
  • Karsten Wiegand, Intendant des Staatstheaters Darmstadt
  • David Kampmann, Journalist (Jordan Times)
  • Deniz Yücel, Präsident des PEN-Zentrums Deutschland

Moderation: Publizist und Philosoph Michel Friedman
Musik: Wiltrud Veit (Piano) und Michael Veit (Cello)

Lina Attalah
Foto: Roger Anis

Für die Akkreditierung genügt eine kurze E-Mail an presse [at] pen-deutschland [dot] de. Den zeitlichen Ablauf stellen wir Ihnen auf Anfrage ebenfalls gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen nebst Bildmaterial zu den Preisträgerinnen und Preisträgern 2020 www.pen-deutschland.de/de/2020/07/29/hermann-kesten-preis-an-guenter-wallraff-cem-oezdemir-haelt-laudatio-hermann-kesten-foerderpreis-an-lina-attalah-mada-masr/ sowie zu der Preisträgerin 2021 www.pen-deutschland.de/de/2021/08/17/kesten-preis-2021-an-irena-brezna-starke-stimme-der-verfolgten/.

 

Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalistinnen einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar und Erdem Gül, Gioconda Belli sowie Philippe Lançon. Erstmals im Jahre 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Der Hermann Kesten-Förderpreis, welcher alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit 3.000 Euro dotiert, die ebenfalls vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellt werden. Weitere Informationen: www.pen-deutschland.de/de/kesten-preis/

Bitte beachten Sie die Hygienebestimmungen des Staatstheaters Darmstadt www.staatstheater-darmstadt.de/extra/informationen-ihr-theaterbesuch/.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/62708 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

„Wenn die Freiheit und Sicherheit eines Orhan Pamuk bedroht wird, ist das eine Drohung an alle.“

Deniz Yücel
Foto: Urban Zintel

Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk soll wieder vor Gericht, unter anderem wegen angeblicher Beleidigung des türkischen Staatsgründers Atatürk. PEN-Präsident Deniz Yücel sprach mit Susanne Lenz in der Berliner Zeitung über den Vorgang.

Auszug aus dem Interview

Die Einschüchterung setzt ja auch schon vor einer Haftstrafe ein, eigentlich schon jetzt, da die Anklage vorbereitet wird, oder?

Das ist immer der Zweck. Wenn man prominente Journalisten oder Schriftsteller einsperrt oder auch nur Anklage erhebt, weil sie in ihren Texten und Büchern Kritik formuliert haben, hat das immer auf die ganze Gesellschaft einen Effekt: ‚Wenn die sogar gegen einen Orhan Pamuk vorgehen können, was können die erst mit mir machen, einem einfachen Bürger, der auf Facebook oder Twitter seine Meinung schreibt?‘  Wenn die Freiheit und Sicherheit eines Orhan Pamuk bedroht wird, ist das eine Drohung an alle.

Das vollständige Gespräch lässt sich nachlesen auf der Seite der Berliner Zeitung (hinter Bezahlschranke).

 

Doğan Akhanlı (1957-2021)

Schriftsteller Doğan Akhanlı Foto: © Goethe-Institut Madrid

Doğan Akhanlı
Foto: David Sirvent

Wir trauern um unser langjähriges Mitglied Doğan Akhanlı, der am 31. Oktober in Berlin verstorben ist. In seinem Nachruf in der Welt würdigt der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Deniz Yücel, ihn als einen „engagierten, aber auch individualistischen Intellektuellen“. Er erinnert an Akhanlıs stete Suche nach Heimaten, die seinen schriftstellerischen und politischen Werdegang geprägt hat, und spricht von dessen Sehnsucht nach dem Meer und der Liebe zur deutschen Sprache und Literatur.

Wir werden ihn als den liebenswürdigen Menschenfreund in Erinnerung behalten, als den wir ihn kennenlernen durften.

Den vollständigen Nachruf von Deniz Yücel können Sie hier nachlesen.