Matthias Biskupek (1950-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Matthias Biskupek am 11. April nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.

Als studierter Maschinentechniker wandte sich Biskupek seit den 1970er-Jahren dem Schreiben zu und verstand es, sich im Literaturbetrieb der DDR Nischen zu schaffen, in denen er sich entfalten konnte, etwa als Dramaturg am Theater in Rudolstadt, als Verfasser von Texten für das Kabarett Fettnäppchen in Gera oder als Kolumnist bei der Zeitschrift Eulenspiegel. Sein literarisches Schaffen war von großer Vielseitigkeit geprägt. Schon ein Blick auf einige seiner Buchtitel zeugt von dem ihm eigenen Sprachwitz, der bisweilen an Karl Valentin erinnert, zu dem er eine ausführlich recherchierte Biographie verfasst hat. Als Schöpfer der „Meldestelle für Bedenken“, des „Fremdgehverkehrsamts“ oder von Bildern wie  „Der Bauchnabel und andere schöne Mittelpunkte einer Reise zu zweit“ wird er uns in Erinnerung bleiben.

Von 2011 bis 2017 war Matthias Biskupek Schatzmeister des deutschen PEN und hat mit seinem feinen Humor und seiner manchmal abweichenden, auch korrigierenden „Ost“-Perspektive Präsidiums- und Vorstandsarbeit sehr bereichert. Seine Stimme wird uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Beileid gilt seinen Angehörigen und Freunden.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.

Regula Venske

Drohende Einschränkung des Urheberrechts: PEN protestiert gegen Zwangslizenz bei E-Books

Gemeinsam mit zehn weiteren Schriftstellervereinigungen protestiert PEN im Rahmen des Netzwerks Autorenrechte gegen die geplante Einführung einer gesetzlich verpflichtenden Lizenz für die digitale Leihe von E-Books in Bibliotheken.

Wir appellieren an die zuständigen Ministerinnen, Minister, Fachausschüsse und Fraktionen im Bundestag, „sich entschieden für die Streichung des vorgeschlagenen §42b einzusetzen sowie auch von einer ‚Prüfung‘ der Einführung der Zwangslizenz abzusehen“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme, die Sie hier im vollen Wortlaut lesen können.

Hans Küng (1928-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Hans Küng am 6. April verstorben ist.

Sein mutiges Eintreten für Meinungsfreiheit auch unter Inkaufnahme persönlicher Konsequenzen wird uns allen als Beispiel in Erinnerung bleiben. Seine 1990 auf dem World Economic Forum in Davos in einem Grundsatzreferat dargelegte Frage „Warum brauchen wir globale ethische Standards, um zu überleben?“ hat nichts an Aktualität verloren und  betrifft auch weiterhin wesentliche Kernbereiche der Tätigkeit des PEN.

Seine mahnende Stimme und seine gepflegte Art der Streitbarkeit werden uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das PEN Zentrum Deutschland e.V.:

Regula Venske

Gertrud Seehaus (1934-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Gertrud Seehaus am 30. März verstorben ist.

Die studierte Theaterwissenschaftlerin war einem zahlreichen Publikum als Sprecherin beim Westdeutschen Rundfunk und bei der Deutschen Welle bekannt, ehe sie in den späten 1960er-Jahren sich der Pädagogik zuwandte und als Lehrerin tätig war. Im Alter von fünfzig Jahren veröffentlichte sie mit dem Roman Lisa und Anatol ihr literarisches Debüt. Zeit ihres Lebens war sie eine unerschrockene Verfechterin für die Meinungsfreiheit. Als solche wird sie u.a. als Mitherausgeberin der deutschen Erstausgabe des Romans Die satanischen Verse von Salman Rushdie in Erinnerung bleiben.

Ihre Stimme wird uns fehlen. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.:

Regula Venske

PEN und Friedrich Naumann-Stiftung starten digitale Writers in Prison/Writers in Exile-Veranstaltungsreihe

Pressemitteilung, Darmstadt/München, 31. März 2021. Mit „BELARUS: Das weibliche Gesicht der Revolution“ macht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit/ Thomas-Dehler-Stiftung in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland den Auftakt einer Online-Veranstaltungsreihe zu Writers in Prison/Writers in Exile am 7. April um 19 Uhr, um einen genauen Blick auf Autorinnen und Autoren in Not zu werfen und über die Meinungsfreiheit in den jeweiligen Ländern zu diskutieren.

„BELARUS: Das weibliche Gesicht der Revolution“ ist der einprägsame Titel eines Buches über die Revolution in Belarus, aber auch eine klare Beschreibung der Revolution. Fast alle Bilder, die man über die Revolution sieht, zeigen zum Großteil Frauen. Sie tragen die Revolution nun schon seit Monaten und demonstrieren entschlossen gegen die letzte Diktatur Europas.

Nach einer Einführung durch Sebastian Zajonz, Leiter des Landesbüros Bayern der Friedrich-Naumann-Stiftung, und Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN, zeichnet Marina Naprushkina mit ihrem Essay „Wer, wenn nicht wir. Wann, wenn nicht jetzt“ ein Stimmungsbild des Landes, das seinen Diktator überwinden will. Beate Apelt (Projektleiterin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit – Ukraine und Belarus) erläutert die aktuelle politische Situation in Belarus. Anschließend moderiert Nina George, Präsidentin des European Writers‘ Council und Mitglied des deutschen PEN, eine Diskussion mit den Teilnehmern sowie dem Publikum, das im Chat auch Fragen stellen und mitdiskutieren kann.

Die Teilnahme an der (digitalen) Veranstaltung ist kostenlos. Weiterführende Informationen und Anmeldelink unter www.shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/19oro

Die weiteren Veranstaltungen legen etwa einmal im Monat den Schwerpunkt u.a. auf die Türkei, Eritrea und Saudi-Arabien.

Kontakt für die Medien:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Maik Schnierer
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit LB-Bayern
Thomas-Dehler-Stiftung
Orleansstraße 6, 81669 München
Tel.:0160/400 51 25
E-Mail:Maik.Schnierer [at] freiheit [dot] org

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.