Solidaritätslesung des PEN-Zentrums Deutschland am 21. September im Goethe-Museum Düsseldorf

Das Goethe-Museum Düsseldorf in Schloss Jägerhof und PEN-Zentrum Deutschland laden ein zu einer Solidaritätslesung mit Stella Gaitano (geb. im Sudan), Farhad Jahanbeigi (geb. in Kurdistan/ Iran) und Astrid Vehstedt (Vizepräsidentin des PEN und Beauftragte für „Writers in Exile“). Die beiden in ihrer Heimat verfolgten und im Exil in Deutschland lebenden Autoren lesen eigene Texte. Astrid Vehstedt berichtet über die Arbeit des Writers-in-Exile Programm des PEN-Zentrums Deutschland.

Die sudanesische Schriftstellerin, Journalistin und Pharmazeutin Stella Gaitano ist seit Juni dieses Jahres Stipendiatin des PEN Writers in Exile-Programmes. Seit seiner Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien ist der Sudan ein Staat, der von repressiven Regimen regiert wird. Menschen wie Stella Gaitano haben dort große Schwierigkeiten, Texte zu publizieren, die in irgendeiner Weise systemkritisch sind. Stella Gaitano spricht mehrere Sprachen. Mit ihren Eltern aus dem Süden sprach sie Latuka, eine südsudanesische Sprache, und mit Anderen sudanesisches Arabisch und Englisch. An der Universität von Khartum studierte sie Englisch, Arabisch und Pharmazie.
Arabisch ist ihre bevorzugte Schreibsprache aber keine offizielle Sprache des Südsudan. In einem Artikel sagte sie: „Die Sprache ist für mich die Seele des Textes. Ich liebe die arabische Sprache, und ich schreibe gerne in ihr. Es ist die sprachliche Form, in die ich meine persönlichen Geschichten und meine Kultur einbringen möchte, die sich von der der Araber unterscheidet.“
Stella Gaitano veröffentlichte mehrere Bücher, die ins Englische übersetzt wurden, und schreibt für Zeitungen. Sie ist Mitglied der Sudanese Writer’s Union und Teilnehmerin an zahlreichen internationalen Literaturfestivals und Konferenzen.

Der iranische Lyriker, Journalist und Sprachvermittler Farhad Jahanbeigi wurde 1980 in Kurdistan (Iran) geboren.
25 Jahre lang engagierte er sich politisch in seinem Heimatland und leitete eine Literatur- und Kulturvereinigung in Islamabad Gharb in der kurdischen Provinz Kermanshah.

Neben seiner Lehrtätigkeit für kurdische Sprache hielt er auch Schulungskurse auf der Grundlage einer von ihm verfassten Sprachvermittlungs-Broschüre ab, die den Sicherheitskräften der Islamischen Republik Iran missfiel.

In den letzten Jahren arbeitete Jahanbeigi vermehrt als Journalist und wurde im iranischen Kurdistan Herausgeber der Wochenzeitung „Nedaye Jame’e“. Aufgrund des Drucks und der Drohungen durch die iranischen Sicherheitsdienste musste er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern 2018 das Land verlassen und flüchtete in den irakischen Teil Kurdistans. Auch dort wurde er von iranischen Sicherheitskräften bedroht und unter Druck gesetzt. Nach seiner Flucht aus dem Iran setzte Farhad Jahanbeigi seine journalistische Arbeit als Vorstandsmitglied und stellvertretender Chefredakteur von Rojnews im Irak fort. Außerdem war er als Redakteur beim Fernsehsender KNN in Irakisch-Kurdistan tätig.

Farhad Jahanbeigi wurde wegen seiner literarischen, journalistischen, sozialen und politischen Aktivitäten wiederholt von iranischen Sicherheitsbehörden festgenommen und inhaftiert. Eine Sammlung kurdischer und persischer Gedichte sowie andere Manuskripte wurden 2015 bei einer Razzia in seinem Haus beschlagnahmt und konnten im Iran nie veröffentlicht werden.

Die deutschen Übersetzungen der Texte werden Jutta und Andreas Rumler lesen.

Pressekontakt:
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/23120;
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

 

Die Poesie als Heimat im Exil: Lesung mit Volha Hapeyeva in Frankfurt

Writers-in-Exile-Stipendiatin Volha Hapeyeva aus Belarus ist  zu Gast bei Tage des Exils. Am Donnerstag, 15. September, wird sie um 19:30 Uhr im Crespo Studio mit der Germanistikprofessorin und Exilforscherin Prof. Dr. Susanne Komfort-Hein sprechen. Außerdem liest sie aus ihrem Essay „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“, für den sie mit dem WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2022 der Crespo Foundation ausgezeichnet wurde, sowie aus ihren Gedichten.

Der Eintritt ist frei, Karten unter info [at] wortmeldungen [dot] org.

Veranstaltet von: Crespo Foundation

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Erfolgreich: Spendenaktion für Tsitsi Dangarembga, Julie Barnes und die Zimbabwe Lawyers for Human Rights (ZLHR)

Tsitsi Dangarembga
Foto: © Cornelia Zetzsche

Pressemitteilung, Darmstadt, 14. September 2022. Über 15 000 € kamen in nur 14 Tagen durch 138 Spenden zusammen, um die Prozesskosten für Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes in den vergangenen zwei Jahren zu begleichen. Das deutsche PEN-Zentrum, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Tsitsi Dangarembgas deutsche Verlage Orlanda und S. Fischer und der Deutsche Caritasverband e.V. danken für die Solidarität und die enorme Spendenbereitschaft!

Am 29. September soll das Urteil im Fall Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes verkündet werden. Weil die beiden im Juli 2020 für ein besseres Zimbabwe und für die Freilassung von Journalisten demonstriert haben, stehen sie seit zwei Jahren vor Gericht. Landfriedensbruch, Bigotterie und Verstoß gegen die Covid-Regeln, lautet die Anklage vor dem Antikorruptions-Gericht, das direkt dem Präsidentenbüro unterstellt ist. Das deutsche PEN-Zentrum fordert Freispruch und die Achtung der Grundrechte, die in Zimbabwes Verfassung garantiert sind.

All this is to let you know that your funds will serve great purpose in my own life and in enabling me to continue my citizen engagement for freedom of expression and democracy in Zimbabwe.” (Tsitsi Dangarembga)

Sollte es am 29. September 2022 nicht zu einem Freispruch, sondern zu einer Verurteilung beider Angeklagter kommen, werden sie in Revision gehen und weiter um ihr Recht auf freie Meinungsäußerung kämpfen, dann stehen neue Prozesskosten an.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Cornelia Zetzsche
Vizepräsidentin/ Writers at Risk Beauftragte

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

KABUL – BERLIN – KAIRO | Stream, Beiträge, Artikel und Impressionen

In den letzten Wochen und Monaten gelang es dem PEN Zentrum Deutschland, zusammen mit dem PEN International, zehn Schriftsteller*Innen und ihre zum Teil großen Familien, etwa hundert Menschen, aus Afghanistan zu holen; dank der umfangreichen Kooperation mit der NGO „Luftbrücke Kabul“, dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Zugleich leben Autoren und Autorinnen in aller Welt zunehmend in Gefahr. Autokratien haben, nicht zuletzt in Zeiten von Covid und strikten Pandemie-Regeln, Aufwind bekommen. Das freie Wort ist in Bedrängnis.

Um die afghanischen Kollegen und Kolleginnen willkommen zu heißen, stellten am 8.9.22 deutschsprachige Autoren und Schriftstellerinnen die afghanischen PEN-Mitglieder in der Akademie der Künste in Berlin vor. Ein Video aus Ruanda und die Lesung von Valery Tscheplanowa erinnerten an Poeten und Autorinnen, die in der Türkei, in Indien, Kasachstan, Ägypten und Cuba verfolgt werden, verhaftet, verurteilt oder ermordet wurden oder, wie Innocent Bahati, einfach verschwanden.

Medienberichterstattung

Impressionen des Abends

Lesung und Gespräch mit Präsident des PEN Afghanistan Samay Hamed (li.) und Menschenrechtsaktivist Azaryuon Matin
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

PEN-Ehrenpräsident Christoph Hein (li.) stellte den Dichter, Literaturwissenschaftler, Menschenrechtler Sadeq Osyan (re.) in Lesung und Gespräch vor. Nuschin Mameghanian (Mitte) dolmetschte die Veranstaltung.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Valery Tscheplanowa las Texte inhaftierter Autorinnen und Autoren, um auf deren Schicksal hinzuweisen.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Jenny Erpenbeck, Autorin und Mitglied des deutschen PEN (li.), und Dastgir Farhood, Dichter und einflussreicher literarischer Vertreter in seiner Muttersprache Usbekisch.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Cornelia Zetzsche, PEN-Vizepräsidentin und Writers-in-Prison-Beauftragte, und Baktash Siawash, Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN, moderierten den Abend.
Foto: PEN-Zentzrum Deutschland

PEN-Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragte Astrid Vehstedt stellte das Writers-in-Exile-Programm des PEN vor.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Yoko Tawada (li.), Schriftstellerin und Mitglied des deutschen PEN, in Lesung und Gespräch mit Tamanna Tawangar, Dichterin, Schauspielerin, Theaterregisseurin in Kabul (re.).
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Kathrin Röggla, Vizepräsidentin der Akademie der Künste, (li.) in Lesung und Gespräch mit dem Lyriker Wahab Mojeer (re.).
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Ardhi Engl, Saboor Karimi und Delagha Surood (v. l. n. r.) sorgten für die musikalische Begleitung.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

PEN-Präsident Josef Haslinger (li.) in Lesung und Gespräch mit Abdul Manan Shiwaesharq (re.), zeitweise stellvertretender Kulturminister, Dichter und Autor.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Weitere Eindrücke vor der Veranstaltung

Treffen der Autorinnen und Autoren zur Vorbesprechung
Foto: © Cornelia Zetzsche

Christoph Hein (li.)  im Gespräch mit seinem Kollegen Sadeq Osyan (re.)
Foto: © Cornelia Zetzsche

Yoko Tawada (li.) mit Tamanna Tawangar und Nuschin Mameghanian (re.)  Foto: © Cornelia Zetzsche

Josef Haslinger (li.) mit Nuschin Mameghanian und Abdul Manan Shiwaesharq (re.) während der Probe
Foto: © Cornelia Zetzsche

 

Stellungnahme zur geplanten Kürzung des Etats des Goethe-Instituts

Das PEN-Zentrum Deutschland ist entsetzt über die Pläne des Auswärtigen Amtes, die staatliche Förderung des Goethe-Instituts von etwa 250 auf 225,5 Millionen Euro zu kürzen. Wir sehen darin eine weitere Gefährdung der Freiheit des Wortes weltweit und appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung, diese Erwägungen nicht in die Tat umzusetzen.

In Zeiten multipler Krisen – Ukraine-Krieg, Klima-Krise, Konfrontation der Weltmächte – wächst erfahrungsgemäß die Bedeutung des Wortes als Medium friedlicher Vermittlung. Behutsame, geschickte verbale Interaktion erweist sich langfristig immer als die überlegene und humanere Waffe. Auf diesem Gebiet ist die Aufbauarbeit der Goethe-Institute weltweit vorbildlich, federführend und seit siebzig Jahren bewährt. Was mit Sprachkursen beginnt, führt zu Verständnis unterschiedlicher Kulturen, Debattenkultur und einer langfristigen Verankerung friedlicher Werte im ethischen Weltkanon. Dafür leistet das Goethe-Institut unverzichtbare ständige Auf- und Ausbauarbeit. Eine geplante Kürzung der Mittel um zehn Prozent gefährdet nicht nur einzelne Institute, sie führt zum Abbruch jahrzehntelanger erfolgreicher deutscher und internationaler friedlicher Kulturpolitik. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung 100 Milliarden EUR für Rüstungszwecke ausgeben kann, aber bei einem Bruchteil davon (einem 4 Tausendstel!) für die Kultur angeblich sparen muss.

Das PEN-Zentrum Deutschland plädiert nachdrücklich für die Beibehaltung des Subventionsetats für das Goethe-Institut in der alten Höhe.

Rückfragehinweis:

Dr. Claudia Guderian

Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland

Fiedlerweg 20

64287 Darmstadt

 

02.10.2022 – Nazli Karabıyıkoğlu und Volha Hapeyeva beim internationalen literaturfestival berlin

Das internationale literaturfestival berlin gehört zu den bedeutendsten Literaturveranstaltungen weltweit. In diesem Jahr sind die Writers-in-Exile-Stipendiatinnen Nazli Karabıyıkoğlu und Volha Hapeyeva eingeladen, das Festival mit ihrer Literatur und ihren Erfahrungen zu bereichern:

Words of Love and Hate – Fighting Gendered Violence: Nach der Istanbul-Konvention

Die Autorin Nazli Karabıyıkoğlu und die Journalistin Burcu Karakaş diskutieren über Gewalt gegen Frauen in der Türkei, den Austritt der Türkischen Regierung aus der Istanbuler Konvention und darüber, wie Geschichten des Widerstands und der Solidarisierung erzählt werden können.

Samstag, 10. September 2022, 20:00, silent green Kulturquartier, Gerichtstr. 35, 13347 Berlin (Eintritt:10 Euro, ermäßigt: 6 Euro)

Postsoviet Cosmopolis – Poetry Night. Mit Semjon Hanin, Volha Hapeyeva, Eugenijus Ališanka

Die belarussische Lyrikerin Volha Hapeyeva liest aus ihrem Gedichtband „Mutantengarten“ und blickt dabei aus dezidiert weiblicher Perspektive auf Politik und Geschichte. Die deutsche Übersetzung wird anschließend von einer Schauspielerin vorgetragen. Kuratorin und Moderatorin Karolina Golimowska führt durch die Veranstaltung mit drei weiteren Lyriker:innen.

Samstag, 10. September 2022, 20:00, Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin (10 Euro, ermäßigt: 6 Euro)

Die Veranstaltung wird auch als Livestream übertragen.

Abbas Maroufi (1957-2022)

Wir trauern um unser langjähriges Mitglied Abbas Maroufi, der am 1. September 2022 in Berlin verstorben ist.

Maroufi, der im Iran in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs und früh arbeiten musste, um seiner Familie den Lebensunterhalt zu sichern, holte seine Schulbildung in Abendkursen nach und begann während seines Militärdienstes mit ersten Schreibversuchen. Er wirkte später als Sprachlehrer und Musikpädagoge, geriet jedoch nach der Islamischen Revolution immer stärker in Konflikt mit dem Regime, welches seine beruflichen Möglichkeiten stark einschränkte.

1990 gründete er die regimekritische Zeitung Gardun („Himmelszelt“), deren Redaktionsräumlichkeiten ein Jahr darauf von einem Mob verschleierter Frauen verwüstet wurden. Es folgte ein Gerichtsurteil zu 20 Peitschenhieben und sechs Monaten Haft, welches nach heftigen internationalen Protesten nur teilweise vollstreckt wurde.

Auf Vermittlung des PEN-Zentrums Deutschland, insbesondere durch Günter Grass und weitere Kollegen, konnte seine Ausreise nach Deutschland erwirkt werden. Dort musste er zwar aus finanziellen Gründen die Veröffentlichung seiner Zeitschrift einstellen, wandelte sie jedoch in ein Online-Forum für begabte junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus dem Iran um.

„Wir verlieren mit Abbas Maroufi einen wertvollen Mittler zwischen den Kulturen, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, wie viel man mit beharrlich diskreter, keineswegs marktschreierischer Arbeit erreichen kann“, erinnert sich Generalsekretärin Claudia Guderian.

 

Spendenaktion für Tsitsi Dangarembga und die Zimbabwe Lawyers for Human Rights (ZLHR)

Tsitsi Dangarembga am 22.8.22 vor dem Gerichtsgebäude in Harare
Foto: © Cornelia Zetzsche

Pressemitteilung, Darmstadt, 31. August 2022. Seit über zwei Jahren stehen Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes wegen ihres friedlichen Protests in Harare vor Gericht. Am 29. September soll das Urteil verkündet werden. Eine Sofortaktion soll die Finanzierung der Prozesskosten sichern und die unentbehrliche Arbeit der Anwälte für Menschenrechte in Simbabwe unterstützen. Der deutsche PEN, PEN International, der Börsenverein und die Caritas rufen deshalb zu Spenden auf.

Es ist ein zermürbender Prozess seit zwei Jahren, mit Falschaussagen, gefälschten Beweisen und immer wieder vertagt vom Antikorruptionsgericht, das direkt dem Präsidentenbüro untersteht. Am 26. August allerdings fehlte Julie Barnes, wegen Komplikationen auf einer Rückreise konnte sie nicht erscheinen. Wie schon im Juli gegen Tsitsi Dangarembga, wurde diesmal gegen Julie Barnes Haftbefehl erlassen, die Urteilsverkündung auf den 29. September verschoben, Revision nicht ausgeschlossen.

An die dreißig Mal wurden die Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes, Journalistin und Medien-Consultant, vor Gericht zitiert, weil sie am 31. Juli 2020 in Harare demonstriert hatten: für eine Reform der Institutionen und ein besseres Simbabwe sowie für die Freilassung des renommierten Journalisten Hopewell Chin’ono. „Bigotterie“, Anstiftung zu Gewalt in der Öffentlichkeit, Verstoß gegen die Covid-Regeln in Simbabwe lauten die Anklagepunkte in diesem Verfahren, das die friedlichen Proteste kriminalisiert.

Vertreten wurden und werden Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes über all die Zeit von ihrem Anwalt Chris Mhike, einem der Zimbabwe Lawyers for Human Rights (ZLHR), die im ganzen Land unterwegs und über Hotlines erreichbar sind, um verfolgten Journalist*innen, Autor*innen, Oppositionellen und Intellektuellen zu helfen. Nun sind die Kassen der ZLHR leer, Spenden dringend vonnöten.

Zimbabwe Lawyers for Human Rights leisten unentgeltliche und unentbehrliche Arbeit für Tsitsi Dangarembga, Julie Barnes und die Meinungsfreiheit in Simbabwe, sie brauchen dringend unsere Unterstützung“, sagte Cornelia Zetzsche, Writers at Risk Beauftragte des deutschen PEN-Zentrums mit Blick auf die zahlreichen anderen Fälle im Land.

Solidarisch mit Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes und den Zimbabwe Lawyers for Human Rights rufen das deutsche PEN-Zentrum, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Tsitsi Dangarembgas deutsche Verlage Orlanda und S. Fischer und der Deutsche Caritasverband e.V. zur Spendenaktion auf.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Cornelia Zetzsche
Vizepräsidentin/ Writers at Risk Beauftragte

Spendenlink

Dass Tsitsi Dangarembga wegen ihres friedlichen Protests in Harare vor Gericht steht, ist nur ein Fall von vielen im autokratischen Regime von Simbabwe, wo Oppositionspolitiker wie Job Sikhala und Regierungskritiker wie der Investigativ-Journalist Hopewell Chin’ono in Haft gesetzt und zum Schweigen gebracht werden. Cornelia Zetzsche im Gespräch mit Elisha July, dem PEN-Präsidenten von Simbabwe, im PEN Podcast.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Willkür in Simbabwe: Ein Gespräch über Meinungsfreiheit mit Elisha July, dem PEN-Präsidenten von Simbabwe

Dass Tsitsi Dangarembga wegen ihres friedlichen Protests in Harare vor Gericht steht, ist nur ein Fall von vielen im autokratischen Regime von Simbabwe, wo Oppositionspolitiker wie Job Sikhala und Regierungskritiker wie der Investigativ-Journalist Hopewell Chin’ono in Haft gesetzt und zum Schweigen gebracht werden. Cornelia Zetzsche im Gespräch mit Elisha July, dem PEN-Präsidenten von Simbabwe, im PEN Podcast.

Der PEN Podcast
Starke Stimmen. Aktuelle Themen.
Autoren und Schriftstellerinnen aus aller Welt.
Und das freie Wort.

Salman Rushdie im Gespräch mit Cornelia Zetzsche über Terrorismus und sein Schreiben

Ein Interview der PEN-Vizepräsidentin und Writers at Risk Beauftragten Cornelia Zetzsche mit Salman Rushdie aus dem Jahr 2015 über seinen Roman „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“, die Anschläge auf Charlie Hebdo und die Arabisierung der islamischen Welt.