Online-Lesung des deutschen PEN für die Demokratiebewegung in Hongkong

Am 9.9.2020 lasen Mitglieder, Freundinnen und Freunde des deutschen PEN im Literaturhaus Darmstadt Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie aus eigenen Werken, um auf die Lage der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie der Menschenrechte in Hongkong aufmerksam zu machen. Mit der Lesung im Literaturhaus Darmstadt beteiligte sich das PEN-Zentrum Deutschland an einer weltweiten Aktion, zu der das internationale literaturfestival berlin [ilb] aufgerufen hatte.

Mit:

Şehbal Şenyurt Arınlı (Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin, Journalistin und Writers-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN): ab Min. 00:08 (Monolog IV, Türkisch)
Leander Sukov (Vizepräsident und Writers-in-Exile-Beauftragter des deutschen PEN): ab Min. 04:11 (Monolog IV, deutsche Übersetzung) und ab Min. 46:30
Heinrich Peuckmann (Generalsekretär des deutschen PEN): ab Min. 13:08
Marion Tauschwitz (Schriftstellerin und PEN-Mitglied): ab Min. 24:41
Bernhard Büscher (Schriftsteller): ab Min. 32:35
Katja Behrens (Schriftstellerin und PEN-Mitglied): ab Min. 42:58

Weiterführende Informationen zu den Lesungen können Sie der Internetseite des internationalen literaturfestivals berlin entnehmen.

Für Frieden im Mittelmeer – Aufruf für Menschenrechte und Demokratie in der Türkei

Pressemitteilung, Darmstadt, 10. September 2020. Das PEN-Zentrum Deutschland, die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union dju in ver.di, der Deutsche Journalisten-Verband DJV, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und das KulturForum TürkeiDeutschland unterstützen den Appell der demokratischen Opposition in der Türkei.

101 bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Türkei haben einen eindringlichen Appell an die demokratische Opposition veröffentlicht, in dem sie für Demokratie und Menschenrechte eintreten und gleichzeitig die türkische Regierungspartei AKP sowie die Oppositionsparteien kritisieren. Sie appellieren an die demokratische Verantwortung und rufen dazu auf, gemeinsam gegen das Unrechtsregime in der Türkei anzutreten, welches seit Jahren zehntausende Wissenschaftlerinnen, Journalisten, Kunst- und Kulturschaffende einsperrt und verfolgt sowie zahlreiche Krisenherde im Mittelmeerraum befeuert.

Die Unterzeichnenden nennen sich aufgrund ihrer Lebenserfahrung die „101 Weisen“. Sie gehören unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kreisen an. Ihr Aufruf fand sowohl in der Türkei als auch unter den türkischen Oppositionellen im Ausland ein unerwartet breites Echo.

Unter folgenden Link lassen sich der Appell in deutscher Übersetzung sowie die Liste der Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichner in der Türkei herunterladen. Zu ihnen zählen Ahmet Türk, Rakel Dink, Orhan Pamuk und Zülfü Livaneli www.pen-deutschland.de/wp-content/uploads/2020/09/Appell-der-„101-Weisen“-in-der-Türkei_-Liste-Erstunterzeichner.pdf.

Aslı Erdoğan, Writers-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN, sowie die PEN-Mitglieder Doğan Akhanlı, Kader Konuk, Günter Wallraff und Deniz Yücel gehören zu den Ersten, die außerhalb der Türkei den Aufruf unterzeichnet haben. Informationen des Kulturforums TürkeiDeutschland, wie weitere Personen den Aufruf unterzeichnen können, lassen sich ebenfalls der Anlage entnehmen.

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

PEN-Exilprogramm fasst Fuß im Ruhrgebiet

Pressemitteilung, Darmstadt, 08. September 2020. Die verfolgte syrische Dichterin Kholoud Charaf ist am 28. August in ihrem sicheren neuen Zuhause in Kamen bei Dortmund angekommen. Auch die russische Lyrikerin Anzhelina Polonskaya kann am 18. September nach monatelanger, coronabedingter Verzögerung ihr neues Quartier in Dortmund beziehen. Mit diesen beiden verfolgten Schriftstellerinnen hat das Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums im Ruhrgebiet Fuß gefasst. Gegenwärtig bietet es verfolgten Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichsten Ländern eine sichere Unterkunft.

In mehr als zwanzig Jahren konnte mit diesem Programm bisher 60 Autorinnen und Autoren ein sicherer Lebens- und Arbeitsraum geboten werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, fördert die WiE-Arbeit vollständig mit umfangreichen Mitteln. Im Ruhrgebiet sollen die beiden geflüchteten Schriftstellerinnen Ruhe und Konzentration finden, um wieder ihrem Beruf, dem Schreiben, nachgehen zu können.

Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteurinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

Kholoud Charaf (© Oliver Lückmann)

„Das Ruhrgebiet ist ein denkbar gut geeigneter Ort für die beiden verfolgten Autorinnen“, betont PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann, der selbst in Kamen wohnt. „Hier leben traditionell Menschen aus unterschiedlichsten Regionen weitgehend friedlich nebeneinander. Unsere Stipendiatinnen werden sich hier wohl fühlen.“

Kholoud Charaf ist Dichterin, Kunstkritikerin und Publizistin. In Syrien war sie von Zensur bedroht, ihre Situation wurde auch für sie persönlich immer gefährlicher. Als Aktivistin setzte sie sich insbesondere für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Kindern in ihrem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land ein. Seit September 2020 ist sie nun Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms.

Angelina Polonskaja (© privat)

Anzhelina Polonskaya ist eine russische Dichterin und Librettistin. Sie beschäftigte sich in literarischen Texten mit dem umstrittenen Fall des im Jahr 2000 gesunkenen U-Boots „Kursk“, bei dem 118 Menschen starben. Seitdem und wegen ihrer regierungskritischen Äußerungen wurde Anzhelina Polonskaya bedroht und mit einem Schreibverbot von der russischen Regierung belegt. Ab Ende September wird sie als Stipendiatin des PEN-Zentrums in Dortmund leben.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Leander Sukov

Vizepräsident und Writers-in-Exile-Beauftragter

 

Die beigefügten Bilder dürfen Sie gerne ohne weitere Genehmigung unter Angabe des Copyrights verwenden.

Pressekontakt:

Susann Franke

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/62 708 26; Fax.: 06151/293414
E-Mail: s.franke [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Für die Freiheit des Wortes in Belarus

Das PEN-Zentrum Deutschland und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller solidarisieren sich mit der Demokratiebewegung in Belarus.

Berlin / Darmstadt, 24. August 2020. Das PEN-Zentrum Deutschland und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) fordern Alexander Lukaschenko, den Präsidenten von Belarus, auf, das Strafverfahren gegen den Koordinierungsrat der Opposition zu stoppen und Gespräche mit der Demokratiebewegung zu führen, um einen friedlichen Machtwechsel zu ermöglichen.

Die Europäische Union erkennt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl, die am 9. August 2020 endete, nicht an. Wir schließen uns dieser Haltung an. Offensichtlich verlief die Wahl nicht nach demokratischen Standards und die proklamierte Wiederwahl von Präsident Lukaschenko scheint zweifelhaft.

Wir sind mit unseren Herzen und Gedanken bei den abertausenden Menschen, die friedlich auf die Straßen gehen, mit den Streikenden der Staatsbetriebe und mit allen Menschen, die sich Demokratie und Freiheit wünschen, aber nicht auf die Straße trauen. Wir trauern mit ihnen um die Verletzten und Toten, wir verlangen und hoffen mit ihnen, dass die Gefangenen freikommen und die Folterverletzungen wieder verheilen.

Wir begrüßen den von der ins Exil geflüchteten Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja in der vergangenen Woche gegründeten Koordinationsrat, der nach eigenen Angaben eine friedliche Machtübergabe vorbereiten will. Ihm gehören nach unseren Informationen rund 70 Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur an, darunter auch die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. Die 72-Jährige hat in diesen Tagen Lukaschenko immer wieder dazu aufgefordert, abzutreten. Im Radio Swobody sagte Alexijewitsch: »Meiner Ansicht nach hat die Staatsmacht der eigenen Nation den Krieg erklärt. Ich habe mit bloßem Auge gesehen, wie sie die Situation zugespitzt hat. Damit meine ich besonders das Verhalten der Sonderpolizei OMON, die auf Autos geschossen hat, auch wenn dort kleine Kinder mitgefahren sind. Friedliche Menschen wurden einfach auf der Straße festgenommen.« (Zitiert nach: www.deutschlandfunk.de/belarus-opposition-gruendet-koordinierungsrat.1783.de.html?dram:article_id=482600). Alexijewitsch war von 2008 bis 2010 Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN-Zentrums.

Am 20. August kündigte der Generalstaatsanwalt in Belarus an, es sei ein Strafverfahren gegen den Koordinierungsrat eingeleitet worden, denn das Gremium gefährde die nationale Sicherheit. Auf solche Vorwürfe stehen in Belarus fünf Jahre Haft.

Der Koordinierungsrat versteht sich jedoch nach eigener Darstellung als Beratungsgremium, das Kontakt zu den Protestierenden hält und die Verhandlungsgruppe unterstützen will, die sich aus Mitgliedern des Wahlstabs und Vertrauenspersonen von Tichanowskaja zusammensetzt. Einziges Ziel dieser Gruppe sei der friedliche Machtwechsel. Tichanowskaja hat ihre Bereitschaft erklärt, das Präsidentenamt in Belarus bis zu schnellen neuen freien Wahlen zu übernehmen.

Wir Schriftsteller*innen von PEN und VS wünschen uns für Belarus eine friedliche Entwicklung, die seinen Bürger*innen Freiheit und demokratische Teilhabe an den Geschicken ihres von ihnen geliebten Landes ermöglicht. Wir treten stets für die Freiheit der Rede ein und wenden uns gegen jegliche Gewalt und Unterdrückung der Meinungsfreiheit und politischen und kulturellen Selbstbestimmung.

Wir unterstützen den Aufruf der Union der Schriftsteller*innen von Belarus (UBW), die Gewalt gegen friedliche Proteste zu stoppen und freie, gerechte und transparente Wahlen in Belarus abzuhalten.

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Für den VS in ver.di
Lena Falkenhagen, Vorsitzende
+49.177.3181425 • lena.falkenhagen [at] schriftstellerverband [dot] org

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Felix Hille, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+49.06151.6270823 • f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Offener Brief von PEN-Präsidentin Regula Venske an das Team des HarbourFront Literaturfestivals

Offener Brief von PEN-Präsidentin Regula Venske an das Team des HarbourFront Literaturfestivals, Petra Bamberger, Nikolaus Hansen und Heinz Lehmann, sowie des Nochtspeichers Hamburg

Pressemitteilung, Darmstadt,10. August 2020 / geänderte Fassung vom 21. September 2020

Liebe Verantwortliche von Nochtspeicher und Harbour Front Literaturfestival,

im Pressestatement des Nochtspeichers zur Ausladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart durch das HarbourFront Festival heißt es: „Wir begrüßen, daß die Ausladung Lisa Eckharts vom Harbour Front Literaturfestival zu einer öffentlichen Debatte führt, diese gesellschaftliche Debatte ist überaus wichtig, um der bedrohlich um sich greifenden ‚Cancel Culture‘ Einhalt zu gebieten. Es ist alarmierend, wenn Künstler unter dem Damoklesschwert der sozialen Ächtung arbeiten oder sogar eine ‚Kontaktschuld‘ durch einen gemeinsamen Auftritt mit einer unliebsamen Person befürchten müssen; wenn Auftritte gesprengt oder gewaltsam verhindert werden.“

Nikolaus Hansen hat darüber hinaus die „verflucht komplexe Gemengelage für alle“, die zu dieser Entscheidung geführt habe, auf DLF Kultur erläutert. Wir kennen und schätzen uns in Hamburg nun schon seit vielen Jahren, und ich weiß, dass Euch die Literatur und die Meinungsfreiheit am Herzen liegen. Wie viele andere aber bin ich ob der Ausladung Lisa Eckharts bestürzt. Das kann und darf nicht die Ultima Ratio in dieser Angelegenheit sein! Ob die Gewalt von rechten oder linken Extremisten, von religiösen Eiferern oder Psychopathen angedroht wird: Wir dürfen uns ihr nicht in vorauseilendem Gehorsam beugen. Es mag sein, dass der Nochtspeicher unter den gegebenen Umständen nicht der geeignete Ort für diese Veranstaltung ist, es mag auch sein, dass man jetzt nicht alle geplanten Tandem-Lesungen verschieben kann. Aber wir haben, zumal in den vergangenen Monaten, gelernt, dass es auch ein Internet gibt und dass man die Kandidatin zum Beispiel per Online-Schalte einbeziehen könnte.

Übrigens geht es auch nicht an, dass sich für einen Preis Nominierte ihre Konkurrenten selbst aussuchen. Wer mit einem Kollegen, einer Kollegin nicht auftreten will, muss selbst zu Hause bleiben und kann nicht dem Veranstalter vorschreiben, mit wem er oder sie zu lesen bereit ist oder wer weiter im Rennen bleiben darf.

Die Beschwichtigung, es handle sich hier nicht um Zensur, Frau Eckhart könne ja an anderen Veranstaltungsorten oder auch im Fernsehen auftreten, greift – pardon, lieber Niko – zu kurz.
Es gibt vielfältige Formen von Zensur, klassisch durch staatliche Obrigkeit, moderner (aber vielleicht nicht einmal das) durch organisierte Kriminalität und/oder politischen Terror, verschärft in beiden Fällen durch die Duldung und Straflosigkeit seitens eines handlungsunfähigen Staates. Und, noch moderner, durch ‚Volksabstimmung‘ im Internet.

Es ist leicht, für die Kunstfreiheit einzutreten, wenn es um nobelpreisverdächtige Literatur geht. Aber gerade auch am Umgang mit populären Kunsterzeugnissen und Kunstformen zeigt sich, wie es um Demokratie und Meinungsfreiheit steht. Sie sind der Testfall, und das Publikum braucht auch sie, um sich in Kritik zu üben und Kategorien der Beurteilung auszubilden.

Wer von den acht Nominierten am Ende mit einem Preis ausgezeichnet wird, entscheidet die Jury, nach Diskussion, so hoffe ich, und nicht im Faustkampf. Und auch das Publikum muss sich mit Argumenten, d.h. mit Worten auseinandersetzen. Gewaltandrohungen zählen nicht dazu. Im Übrigen sind für den Straftatbestand der Volksverhetzung, die manche hier vermuten, unsere Justiz und für jugendgefährdende Medien die Bundesprüfstelle zuständig. Traurig genug, dass an den Rändern unserer Gesellschaft kein Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat besteht. Wir aber sollten ihn verteidigen.

Ich begrüße daher, dass Ihr Lisa Eckhart nunmehr einen Vorschlag unterbreitet habt, wie sie weiter im Wettbewerb um den Klaus-Michael Kühne-Preis bleiben kann, und hoffe, Ihr findet eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Herzlich, Eure
Regula Venske
Präsidentin

Pressekontakt:

Susann Franke

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 26; Fax.: 06151/293414
E-Mail: s.franke [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.