Woche der Meinungsfreiheit vom 3.-10. Mai: Gemeinsam für Demokratie, Debatte und Toleranz #MehrAlsMeineMeinung

Breite Bewegung zivilgesellschaftlicher Organisationen und Unternehmen / Aufruf zur Unterzeichnung der „Charta der Meinungsfreiheit“ / Initiiert durch Börsenverein des Deutschen Buchhandels / Mitmachen mit Veranstaltungen und Aktionen /
www.woche-der-meinungsfreiheit.de  

Krisen und Umbrüche verunsichern die Menschen und werfen wichtige Fragen für die Zukunft der Gesellschaft auf. Gleichzeitig werden extreme Stimmungen und Meinungen national wie international immer lauter, der demokratische Diskurs gerät unter Druck. Mit der „Woche der Meinungsfreiheit“ machen zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und Bürger:innen aus ganz Deutschland vom 3. bis 10. Mai 2021 auf die Bedeutung der Meinungsfreiheit für eine freie, demokratische und vielfältige Gesellschaft aufmerksam und schaffen Raum für Dialog. Vom Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai bis zum Tag der Bücherverbrennung in Deutschland am 10. Mai finden unter dem Claim #MehrAlsMeineMeinung bundesweit Veranstaltungen, Aktionen und Kampagnen statt. Zudem stellt das Bündnis die „Charta der Meinungsfreiheit“ vor und ruft dazu auf, diese zu unterzeichnen. Initiator der Bewegung ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Charta der Meinungsfreiheit

Im Zentrum der Aktionswoche steht die Charta der Meinungsfreiheit mit elf Leitsätzen zur Freiheit des Wortes. Organisationen, Institutionen, Unternehmen sowie Privatpersonen können sie unterzeichnen, um sich hinter die Aussagen zu stellen oder sie als eine Art Selbstverpflichtung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie kann unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de/charta-der-meinungsfreiheit/ abgerufen und unterzeichnet werden.

Aktionen planen

Mitgestalten kann die Woche der Meinungsfreiheit jede:r – egal ob Verein, Unternehmen oder Privatperson. Die Woche lebt von denen, die für eine freie demokratische Gesellschaft eintreten. Teilnehmende können für den Aktionszeitraum Veranstaltungen und Aktionen planen und sie unter das Dach der Initiative stellen.

Anregungen und Materialien stellen die Initiator:innen unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de zur Verfügung. Eine Programmübersicht auf der Webseite wird die Aktionen der Woche zusammenführen. Wer sich mit Aktionen beteiligen möchte, kann sich per E-Mail an meinungsfreiheit [at] boev [dot] de wenden. In Kürze geht auch die gemeinsame Kampagne „Mehr als meine Meinung“ mit verschiedenen aufmerksamkeitsstarken Motiven an den Start.

Partner der Woche der Meinungsfreiheit

Die Woche der Meinungsfreiheit gestalten bereits mit:

  • Allianz Kulturstiftung
  • Amnesty International
  • Bildungsstätte Anne Frank
  • Berufsverband Information Bibliothek
  • Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
  • DIE VIELEN e.V.
  • Eintracht Frankfurt
  • Frankfurter Agentur-Allianz
  • Frankfurter Buchmesse
  • Goethe-Institut
  • JoinPolitics
  • LG Buch
  • mediacampus frankfurt
  • Palm-Stiftung e.V.
  • PEN-Zentrum Deutschland
  • Reporter ohne Grenzen
  • Spread Group
  • Verband Bildungsmedien
  • Verbrannte Orte e.V.
  • wissen live
  • VS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller
  • Weiter Schreiben

 

Die „Frankfurter Agentur-Allianz“, bestehend aus Kreativen und Kommunikationsexpert:innen aus dem Rhein-Main Gebiet, die größtenteils pro bono für die Initiative arbeiten, unterstützt den Börsenverein bei der Planung, Organisation und Durchführung der Aktionswoche.

Weitere Informationen sowie Logos zum Herunterladen: www.woche-der-meinungsfreiheit.de/presse/

Den Social-Media-Kanälen der Kampagne folgen:
Twitter: @WdM2021 | Instagram: @woche_der_meinungsfreiheit | Facebook: @WochederMeinungsfreiheit
#MehrAlsMeineMeinung


Kontakt für Kooperationen
Börsenverein des Deutschen Buchhandels: John Steinmark, E-Mail: meinungsfreiheit [at] boev [dot] de

Neustart Kultur: Wir sind an Bord

Im Rahmen des Strukturförderungsprogramms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, organisiert der deutsche PEN in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturfonds e.V. ein vielfältiges Bündel an Maßnahmen, welches Autorinnen und Autoren helfen soll, nach den Einschränkungen der Pandemie wieder Fuß zu fassen.

Hauptaugenmerk liegt dabei auf Lesungen in digitaler Form oder als Publikumsveranstaltungen, etwa unter dem Motto „Lesungen in allen Himmelsrichtungen“. Diese Lesungen werden das ganze Jahr hindurch über das gesamte Bundesgebiet verteilt stattfinden und sollen die örtliche Literaturszene neu beleben.
Den Anfang macht Mirko Bonné in der Hamburger Buchhandlung Felix Jud mit einer Lesung aus seinem Roman „Seeland Schneeland“ – passend zu unserer stürmischen Zeit, in der wir alle gefragt sind, mit flexiblen Lösungen im Blick Kurs auf neue Ziele zu nehmen. Die Veranstaltung lässt sichonline auf YouTube ansehen.

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von ‚Neustart Kultur‘ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Peggy Parnass wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Pressemitteilung, Darmstadt, 16. März 2021. Im Vorwege der diesjährigen Jahrestagung in Hamburg hat das Präsidium des deutschen PEN-Zentrums die Journalistin, Schriftstellerin und Schauspielerin Peggy Parnass zum Ehrenmitglied ernannt. „Der PEN ehrt damit eine Frau, die sich zeitlebens mutig und unbeirrt für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt und gegen jede Form von Faschismus und Unterdrückung gekämpft hat, trotz nunmehr jahrzehntelanger, oft offen antisemitischer Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „Dass Peggy Parnass trotz ihrer Lebens- und Familiengeschichte in ihre Geburtsstadt Hamburg zurückkehrte, sich nach wie vor ins öffentliche Leben einmischt und ihre Stimme erhebt, empfinde ich als großes Geschenk. Ich bin voller Dankbarkeit und Bewunderung, nennen wir es ruhig Liebe, für diese zarte, starke Frau.“

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Peggy Parnass durch ihre Arbeit als Gerichtsreporterin der Zeitschrift konkret bekannt. Ihre Gerichtsreportagen, die sie zum literarischen Genre formte, zeichnen ein deutliches Bild der Bundesrepublik in den 1970er-Jahren. Sie sind unter dem Titel „Prozesse“ im Rowohlt Verlag erschienen.

Ihre autobiografischen Bücher „Süchtig nach Leben“ und „Kindheit: wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete“ dokumentieren ein Leben während des deutschen Faschismus und in der Bundesrepublik; zugleich sind sie leidenschaftliche Plädoyers für eine gerechtere Gesellschaft und Liebeserklärungen an das Leben selbst.

Peggy Parnass studierte in Stockholm, London, Hamburg und Paris. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und ist u.a. Trägerin der Biermann-Ratjen-Medaille, des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrendenkmünze in Gold des Hamburger Senates. Nach Schweden war sie als Kind zum Schutz vor der Verfolgung jüdischer Bürger in Deutschland gebracht worden.

„Peggy Parnass ist bis heute Vorbild für ungebrochenen Widerstand gegen Antisemitismus und Nazismus, auch für die eigene Motivation nicht nachzulassen“, so Leander Sukov, Vizepräsident des deutschen PEN-Zentrums. „Stets ist sie, die schwedische Staatsbürgerin, in ihrer Heimatstadt Hamburg aber auch im Exil geblieben.“

Das deutsche PEN-Zentrum wird im hundertsten Jahr nach Gründung des internationalen PEN in London vom 1.-4. Juli in Hamburg tagen. Die Jahresversammlung, die üblicherweise im Frühjahr stattfindet, wurde in den Sommer verschoben und wird, der Pandemie angemessen, hybrid, also physikalisch und online, stattfinden. Informationen hierzu folgen zu gegebener Zeit.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Katja Behrens (1942-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied  Katja Behrens in der Nacht zum 7. März verstorben ist.

Katja Behrens begann 1960 ihr literarisches Schaffen mit Übersetzungen aus dem amerikanischen Englisch, arbeitete später als Verlagslektorin und ab 1978 als freie Schriftstellerin. 1987 trat sie dem PEN-Zentrum Deutschland bei und war von 2007 bis 2009 dessen Vizepräsidentin und Writers-in-Prison Beauftragte.

Sie lebte einige Zeit in den USA und Israel, gehörte aber zu jenen Mutigen, die unbeirrt an ein jüdisches Leben in Deutschland glaubten und zurückkehrten. Mit ihrer bildhaften, einprägsamen Sprache verstand sie es, nicht  nur die jüdische Kultur, sondern auch Frauenbiographien und in ihrem späteren Werk die aktuelle Lage der Roma lebendig werden zu lassen. Wasser als Sinnbild des Lebens und Verkörperung der Klarheit war eines ihrer Lieblingsmotive in ihrem Werk.

Ihre Stimme wird uns fehlen. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Für das PEN-Zentrum Deutschland:

Regula Venske

Zensur in Polen: Deutscher PEN solidarisiert sich mit polnischen Kollegen

Pressemitteilung, Darmstadt, 2. März 2021. Das PEN-Zentrum Deutschland bekräftigt seine Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen des polnischen PEN, die in einer Erklärung auf die zunehmenden Übergriffe auf unabhängige Medien in Polen aufmerksam machen.

Die Rede- und Gedankenfreiheit sowie fundamentale Menschen- und Bürgerrechte stehen in Polen aufgrund politischer und ideologischer Zensur unter massivem Druck. Schritt für Schritt schränkt die polnische Regierung die Meinungsfreiheit ein, indem sie bewusst ein Klima aufbaut, in welchem Journalistinnen, Beamte, Aktivistinnen und Lehrer zur Selbstzensur gedrängt werden.

Ein drastisches Beispiel für die Einschränkung der Meinungsvielfalt durch die polnischen Behörden lieferte unlängst die politisch motivierte Absage einer Ausstellung des bekannten Fotografen Chris Niedenthal in Rzeszów. Der Künstler wollte u.a. aktuelle Bilder demonstrierender Menschen in Polen zeigen. Angesichts einer sukzessiven Einschränkung der Meinungsfreiheit droht der polnischen Gesellschaft ein Rückfall in Zeiten, als Menschen und Namen aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht und der Alltag von einer ideologisch aufgeladenen Atmosphäre bestimmt wurde.

Regula Venske Foto: © Michael Zapf

Regula Venske
(Foto: © Michael Zapf)

„Wir teilen die Sorgen ebenso wie die Hoffnungen und Forderungen unserer polnischen Kolleginnen und Kollegen“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „Straftatbestände, die sich auf nebulöse Konzepte wie die Kränkung religiöser Gefühle oder einer als statisch vorausgesetzten Nation bzw. nationalen Identität beziehen, sollten gestrichen werden und nicht mehr zur Anwendung kommen. Es sind Konzepte aus dem vorigen, wenn nicht vorvorigen Jahrhundert. Dementsprechend war es beim Prozess gegen die beiden Holocaust-Forscher Barbara Engelking und Jan Grabowski kürzlich auch nicht um historische Wahrheit zu tun, sondern um nationalistische Mythomanie. Es ist mutig, dass unsere polnischen PEN-Freunde hierzu deutliche Worte finden.“

Die Erklärung des polnischen PEN lässt sich in englischer Übersetzung hier nachlesen.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.