PEN-Übergangspräsidium legt Ämter fest und bereitet Neustart vor

Pressemitteilung, Darmstadt, 23.5.2022. Das neue Interimspräsidium des deutschen PEN hat Ämter und Arbeitsbereiche seiner Präsidiumsmitglieder festgelegt.

Die einzelnen Präsidiumsmitglieder sind bereit, folgende Funktionen zu übernehmen (vorbehaltlich der Zustimmung durch die Mitglieder):

Claudia Guderian: Generalsekretärin
Leander Sukov: Schatzmeister
Cornelia Zetzsche: Writers-in-Prison
Astrid Vehstedt: Writers-in-Exile

Das Präsidium ist intern übereingekommen, so zu verfahren, als gäbe es eine gemeinsame Leitung. Sie besteht aus Maxi Obexer und Josef Haslinger. Das Interimspräsidium schlägt vor, die Satzung kurzfristig im notwendigen Fristenrahmen so zu ändern, dass Führungsduos auch durch die Satzung möglich werden und nicht nur über die interne Geschäftsordnung des Präsidiums.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

03.06.2022, 17:30 Uhr – Flucht – eine Menschheitsgeschichte: Kreative Impulse und Austausch zu Flucht und Fluchtursachen – Reflexionen

Flucht ist Menschheitsgeschichte und betrifft uns gestern wie heute. Wir laden mit dem Themenabend „Flucht – eine Menschheitsgeschichte“ dazu ein, mit uns gemeinsam über die aktuelle Situation von geflüchteten Menschen und deren Umgang zu sprechen. Die Beiträge von Künstlerinnen, Journalisten und Autorinnen, die von ihrer Odyssee berichten, geben uns Impulse um in die Thematik einzutauchen. Sie sprechen über Unterdrückung, Verfolgung und Flucht und wie sie dies überstanden haben. Auf Grundlage dieser persönlichen Einblicke diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie mit der aktuellen Situation, aber auch mit der Flüchtlingspolitik insgesamt umgegangen werden soll. Wie gehen wir mit Geflüchteten und den Ursachen von Flucht um? Bekämpfen wir Schutzsuchende oder versuchen wir, die Fluchtursachen zu beseitigen, damit alle Menschen in ihrer Heimat, im Land ihrer Vorfahren verwurzelt leben können? Welche Rollen hierbei die Medien spielen und die Politik, die beispielsweise nicht in hasserfüllte und rassistische Berichterstattung eingreift, wird ebenso thematisiert. Gemeinsam beleuchten wir die aktuelle Situation in der EU und der Ukraine. Welche Parallelen und Unterschiede zeigen sich im medialen, gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Geflüchteten seit 2015? Im Anschluss der Gastbeiträge eröffnen wir die Diskussionsrunde für einen gemeinsamen Dialog.

 

In Kooperation mit: Sozialwerk Mose e.V. – Ubuntu / Writers-in-Exile –  PEN-Zentrum Deutschland e.V.   / FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e.V., Nepali Samaj e.V.

Stimmen aus dem Exil in Gotha

Die Jahreshauptversammlung des deutschen PEN-Zentrums bot in Gotha die Gelegenheit für literarische Lichtblicke. Aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem Writers in Exile Programm und des Elsbeth-Wolffheim-Stipendien-Programms lasen an verschiedenen Orten in Gotha aus ihren Werken.

Unter ihnen Baktash Siawash (Afghanistan), Artur Klinau (Belarus), Pezhman Golchin (Iran), Umar Abdul Nasser (Irak), Anise Jafarimehr, Jiyar Jahan Fard und Farhad Jahanbeigi (Iran), Anzhelina Polonskaya (Russland), Stella Gaitano (Südsudan), Yassin Al-Haj Saleh und Kholoud Charaf (Syrien), Najet Adouani (Tunesien). Nazlı Karabıyıkoğlu, Aslı Erdoğan und Barbaros Altuğ (Türkei), Kakwenza Rukirabashaija und Stella Nyanzi (Uganda).

Impressionen

Writers in Exile-Stipendiatinnen und –Stipendiaten in Gotha
V. l. n. r.: Jiyar Jahanfard, Anise Jafarimehr, Stella Gaitano, Kholoud Charaf, Kakwenza Rukirabashaija, Umar Abdul Nasser, Nazli Karabıyıkoğlu, Yassin Al-Haj Saleh und Stella Nyanzi Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Aslı Erdoğan und Barbaros Altuğ lasen aus ihren Werken im Schloss Friedenstein. Die deutschen Texte trug Clarissa Haenn (re.) vor.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Im Gothaer Kunstforum las Kholoud Charaf. Die Lyrikerin Sabine Göttel (li.) trug die deutsche Übersetzung der Texte vor.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Farhad Jahanbeigi, Jiyar Jahan Fard, Anise Jafarimehr und Sabine Göttel während der Lesung bei der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Der syrische Schriftsteller, Regimekritiker und Writers in Exile-Stipendiat Yassin Al-Haj Saleh im Gespräch mit Carlissa Haenn in der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

 

 

Das Writers-in-Exile-Programm wird gefördert von:

 

 

23.05.2022, 19:30 Uhr – „denk nicht ich hätte nicht genügend mut“ – Lyriklesung und Gespräch mit Volha Hapeyeva in der Stadthalle Eislingen

Foto: Helmut Lunghammer

„Es ist gefährlich dort für mich. Ich war immer regimekritisch“, sagt Volha Hapeyeva. In den letzten Jahren konnte sie mit Gaststipendien in Deutschland und Österreich leben, aber ihre Zukunft ist unsicher. Zurzeit ist sie Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN-Zentrums Deutschland. Sie gehört zu den mutigen Menschen in Belarus, die den Kampf für die Demokratie nicht aufgeben. 1982 in Minsk geboren, ist sie eine der her-
ausragenden Stimmen ihres Landes, Dichterin, Übersetzerin, promovierte Linguistin. Eines ihrer Themen sind Geschlechterfragen.

Von Anfang an gehörte zum Literarischen Mai eine Veranstaltung mit verfolgten Autorinnen und Autoren. Volha Hapeyeva liest Beispiele ihrer in zehn Sprachen übersetzten Poesie lesen und ist zum Gespräch bereit.

Moderation: Tina Stroheker

Eintritt: 8 € / ermäßigt 5 €

Gestamtprogramm des diesjährigen Literarischen Mais

„Mit aller Kraft. Der Krieg, der Frieden, der PEN – Diskussion auf Schloss Friedenstein in Gotha | Stream

 

Zu einem besonderen Ereignis luden das PEN-Zentrum Deutschland und die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt ein. Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung des PEN-Zentrums in Gotha fand am Samstag, dem 14. Mai, ein Gespräch auf Schloss Friedenstein statt. Unter dem Titel „Mit aller Kraft. Der Krieg, der Frieden, der PEN“ diskutierten die Schriftstellerinnen Marjana Gaponenko und Eva Menasse, die Philosophin Svenja Flaßpöhler, der ehemalige PEN-Präsident Johano Strasser sowie Deniz Yücel, Journalist und früherer Präsident des deutschen PEN. Durch das Gespräch führte die Journalistin Cornelia Zetzsche.

In ihrer nach dem Ersten Weltkrieg formulierten Charta verpflichteten sich die Mitglieder der internationalen Schriftstellervereinigung PEN „mit aller Kraft für das Ideal einer in Frieden lebenden Menschheit“ zu streben. Was folgt aus dieser Verpflichtung heute, angesichts eines an sich verbrecherischen und mit verbrecherischer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung geführten russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine? Wie positionieren sich deutsche Intellektuelle zu Waffenlieferungen oder zur Einrichtung einer Flugverbotszone zur Verteidigung und zum Schutz der überfallenen Ukraine? Was darf angesichts der aktuellen Lage öffentlich gesagt werden? Was nicht? Was sollte nicht ungesagt bleiben? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des Gesprächs, das vom Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und noch als Podcast zur Verfügung gestellt wird.

„Racheprozess von Erdoğan“ – Protest vor dem Bundeskanzleramt

Anlässlich der Verurteilung des Kulturförderers und Intellektuellen Osman Kavala Ende April dieses Jahres versammelten sich am Mittwoch, den 4.5.22, zahlreiche Kultur- und Medienschaffende vor dem Bundeskanzleramt, um gegen die rechtswidrigen Urteile gegen Kavala und sieben weitere Vertreterinnen und Vertreter der türkischen Zivilgesellschaft im „Gezi-Prozess“ zu protestieren.
An der Aktion nahmen u.a. Journalist und PEN-Ehrenmitglied Can Dündar, Writers in Exile-Stipendiatin und Schriftstellerin Aslı Erdoğan, Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner, Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen Deutschland, und PEN-Präsident Deniz Yücel teil.

V.l.n.r.: PEN-Präsident Deniz Yücel, Künstlerin und Journalistin Zehra Doğan, Journalist und PEN-Ehrenmitglied Can Dündar, Schriftstellerin und Writers in Exile-Stipendiatin Aslı Erdoğan und Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner vor der Installation einer Silivri-Gefängniszelle des Gorki Theaters vor dem Bundeskanzleramt
Foto: Lutz Knospe/Maxim-Gorki-Theater

Die Installation der gläsernen Silivri-Gefängniszelle war zentrales Symbol des Protests und wurde auf einem Transporter vor das Bundeskanzleramt gefahren. Zuvor war sie Teil einer Ausstellung Can Dündars am Berliner Maxim Gorki Theater gewesen.
Fotos: Lutz Knospe/Maxim-Gorki-Theater

„Selbst für türkische Verhältnisse sind die Anklageschrift und das Urteil absolut lächerlich“, sagte PEN-Präsident Deniz Yücel bei der Kundgebung, hier mit Peter Steudtner, Christian Mihr und Markus N. Beeko.
Foto: Lutz Knospe/Maxim-Gorki-Theater

Poesie in Zeiten des Exils

Achim Engelberg, Volha Hapeyeva und Astrid Vehstedt.

In der von Achim Engelberg geleiteten Reihe „Seismographen des Wandels“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin fand unter dem Titel Poesie in Zeiten des Exils am 26. April eine Lesung mit Texten, Essay-Ausschnitten und Gedichten von Volha Hapeyeva statt. Sie ist Stipendiatin des Writers in Exile-Programms. Gesprächspartnerin war zudem Astrid Vehstedt, die über das Wrtiters in Exile-Programm berichtete. Achim Engelberg las eine Passage aus seinem neu erschienen Buch „An den Rändern Europas“.

„Es kann keinen PEN geben, der nur aus Gschaftelhubern besteht“

Foto: S. Fischer Verlag / ORF III / Peter Meierhofer

Josef Haslinger steht als Übergangspräsident wieder an der Spitze des deutschen PEN. Im ZEIT ONLINE-Interview spricht er über die Aufgabe, die zerstrittenen Lager zu versöhnen und neue Mitglieder zu gewinnen.

Gedichte von Menschen

Petra Reski, Stella Gaitano und Heinrich Peuckmann

Am 26. April lasen Kholoud Charaf und Stella Gaitano zusammen mit Bilitis Naujoks und Bernhard Büscher in der Stadtbücherei Kamen aus ihren Werken. Andrea Sternal, Leiterin der Bücherei, dankte in ihren Einleitungsworten dem PEN-Zentrum Deutschland. Stella Gaitano und Kholoud Charaf seien eine Bereicherung für die Stadt Kamen.

Der Abend wurde musikalisch von Ina Herkenhoff und Tobias Diener musikalisch begleitet.

Einen ausführlichen Beitrag über den Abend können Sie auf den Seiten von KamenWeb.de lesen.

Stella Gaitano

Kholoud Charaf (rechts)

Verurteilung von Osman Kavala

Der türkische Kulturförderer und Intellektuelle Osman Kavala soll lebenslang ins Gefängnis, ohne Aussicht auf Entlassung. Die Richter erließen das Urteil gegen den 64-Jährigen im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei 2013.  Neben Kavala wurden am 25.4.2022 sieben weitere Angeklagte, Vertreterinnen und Vertreter der türkischen Zivilgesellschaft, zu über 18 Jahren Haft, verurteilt.

Ausgewählte Beiträge, Interviews und Stellungnahmen

Zur Pressemitteilung des deutschen PEN-Zentrums (25.4.22)