Theodor Weißenborn (1933-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Theodor Weißenborn am 9. Januar 2021 verstorben ist.

Der engagierte Pazifist und streitbare Geist Theodor Weißenborn legte einen Schwerpunkt seines vielfältigen literarischen Schaffens auf die Psychologie und Psychiatrie, wobei er wesentlich dazu beitrug, Denkmuster, die noch vom nationalsozialistischen Ungeist geprägt waren, aufzudecken und zu entlarven. In einem seiner späteren Hörspiele formulierte er einen Titel, den man auch als Trost für unsere aktuelle Zeit deuten könnte: „Sprechend in der Dunkelheit zeigt sich das Unsichtbare dem Lauschenden.“

Seine Stimme wird uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Regula Venske

Präsidentin

PEN fordert Abschiebestopp: Journalist droht in Kaschmir Lebensgefahr

Pressemitteilung, Darmstadt, 13. Januar 2021. Das deutsche PEN-Zentrum bittet die rheinland-pfälzische Landesregierung und das Bundesinnenministerium, den kaschmirischen Journalisten Muhammad Azhar Shah nicht auszuweisen. Shah hat sich nach Informationen des PEN-Zentrums für einen unabhängigen Staat Kaschmir eingesetzt und ist deshalb mit dem Tod bedroht worden. Es ist daher nicht auszuschließen, dass seine Auslieferung nach Islamabad ihn in Gefahr für Leib und Leben bringt.

„Es darf nicht sein“, so der Vizepräsident des deutschen PEN-Zentrums, Leander Sukov, „dass Deutschland jemanden trotz absehbarer konkreter Gefahren nach Pakistan ausliefert.“ Die für den 18. Januar geplante Auslieferung muss sofort gestoppt werden.

Muhammad Azhar Shah befindet sich zurzeit in Auslieferungshaft in Ingelheim. Seinem Rechtsanwalt liegen Zeitungsartikel aus dem kaschmirischen Landesteil Pakistans vor, die die Grundlage der Todesdrohungen waren.

Eine Petition gegen die Ausweisung hat knapp 40.000 Unterstützerstimmen gewonnen. Sie wurde von Freunden des Journalisten initiiert www.change.org/p/reporter-darf-nicht-nach-kaschmir-in-den-tod-abgeschoben-werden.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Literaturpreis der Akademie für gesprochenes Wort in Kooperation mit dem PEN ausgeschrieben

Pressemitteilung, Darmstadt, 12. Januar 2021. „Wächst das Rettende auch?“ Mit diesem Zitat aus Hölderlins Hymne „Patmos“ lobt die Akademie für gesprochenes Wort – Uta Kutter Stiftung in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland einen Literaturpreis aus und greift damit ein Diskursformat auf, das zur Zeit Hölderlins weit verbreitet war und den Austausch zwischen Wissenschaft bzw. Literatur und Gesellschaft fördern sollte. Akademie und PEN regen damit zur literarischen Auseinandersetzung mit individuellen und sozialen Dimensionen der aktuellen Krise und Möglichkeiten ihrer Bewältigung an.

Die Preisfrage wird ausgeschrieben als offener, anonymer Wettbewerb. Es werden zehn Preise mit einem Gesamtumfang von ca. 20.000 Euro ausgelobt. Eingereicht werden können Essays, Prosa, Poesie und dramatische Texte mit max. 15.000 Zeichen (ohne Leerzeichen). Jede/r Teilnehmer/in kann nur einen Text einreichen. Der Text muss unveröffentlicht sein. Über die Zuerkennung des Preises / der Preise entscheidet eine Fachjury, der PEN-Präsidentin Regula Venske angehört. Die ausgewählten Texte werden veröffentlicht in der Edition Hubert Klöpfer bei Kröner, Stuttgart. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2021. Die Preisvergabe findet am 7. Juni 2021, dem 177. Todestag Hölderlins, statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Beiträge sind ohne Namenskennzeichnung oder andere Hinweise auf den Autor / die Autorin als PDF-Datei zusammen mit dem ausgefüllten Teilnahmebogen (herunterzuladen unter www.akademiepreis.gesprochenes-wort.de/akademiepreis-ausschreibung.html) einzusenden an akademiepreis [at] gesprochenes-wort [dot] de. Weitere Informationen sind erhältlich unter +49 711 221012.

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Felix Hille
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Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Hinrichtung des iranischen Bloggers und Oppositionellen Ruhollah Zam: PEN fordert Straßenumbenennung in Berlin

Pressemitteilung, Darmstadt, 15. Dezember 2020. Das deutsche PEN-Zentrum ist zutiefst entsetzt über die Hinrichtung des iranischen Journalisten und Oppositionellen Ruhollah Zam. Die Ermordung des Regimekritikers muss diplomatische und wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Darüber hinaus regt der PEN an, den Teil der Podbielskiallee, an der sich die Iranische Botschaft befindet, also jenen Teil südöstlich der Koserstraße, in Ruhollah-Zam-Allee umzubenennen.

„Wir bitten den Berliner Senat eindringlich, sich diese Idee zu eigen zu machen und eine solche Umbenennung schnellstmöglich zu veranlassen, damit fortan jedes Schreiben an die Iranische Botschaft mit der Adresse Ruhollah-Zam-Allee an dieses abscheuliche Verbrechen erinnert“, so Vizepräsident Leander Sukov.

Ruhollah Zam lebte im französischen Exil und gehörte zu den wichtigsten iranischen Dissidenten. Er betrieb die Internet-Plattform „Amadnews“, die mehr als eine Million Follower verzeichnet. Wiederholt hatte er das Mullah-Regime kritisiert und auch die Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad aufgrund von Wahlfälschung angezweifelt. Zam wurde letztes Jahr von den iranischen Revolutionsgarden in das Nachbarland Irak gelockt, dort entführt und in den Iran verschleppt. Ein Revolutionsgericht in Teheran verurteilte ihn im Juni 2020 in einem Schauprozess zum Tode. Zam wurde vorgeworfen, gegen die iranische Führung Propaganda betrieben und Menschen zu teilweise gewaltsamen Protesten aufgerufen zu haben. Nachdem der Oberste Gerichtshof das Urteil am 8. Dezember 2020 bestätigt hatte, wurde die Strafe vier Tage später vollstreckt.
Wir danken der Bundesregierung für die klaren Worte der Verurteilung dieser Hinrichtung und das eindeutige Bekenntnis zur Meinungs- und Pressefreiheit, die auch für den Iran angemahnt wird. Doch dieser barbarische Akt bedarf weiterreichender Konsequenzen.

Ralf Nestmeyer
PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

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Felix Hille
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10 Jahre Friedensnobelpreis an Liu Xiaobo: Weltweite PEN-Kampagne für inhaftierte Schriftsteller in der VR China

Pressemitteilung, Darmstadt, 4. Dezember 2020. Anlässlich des zehnten Jahrestages der Verleihung des Friedensnobelpreises an den Schriftsteller, Literaturkritiker und Menschenrechtsaktivisten Liu Xiaobo am 10. Dezember 2010 startet PEN International am 5. Dezember eine fünftägige Kampagne für inhaftierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der chinesischen Volksrepublik.

„Liu Xiaobo war ein mutiger Intellektueller, der sich die Freiheit des Wortes nahm und teuer dafür bezahlte“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „In seiner letzten Stellungnahme vor seiner Verurteilung 2008 hatte er die Größe, gegenüber der Staatsmacht, die ihn als ihren Feind auf die Anklagebank gezerrt hatte und ihn seiner Freiheit beraubte, zu erklären: ‚Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass‘. Wir verneigen uns in tiefem Respekt in Erinnerung an unser Ehrenmitglied.“

Mit der weltweiten Solidaritätsaktion erinnern die PEN-Zentren an das Leben Liu Xiaobos sowie seinen Beitrag zur chinesischen Literatur und Förderung der Grundrechte in der Volksrepublik China. Zugleich machen sie auf das Schicksal der in China zu Unrecht inhaftierten Schriftstellerinnen und Schriftsteller Gui Minhai, Kunchok Tsephel, Yang Hengjun und Qin Yongmin aufmerksam.

Im Oktober 2010 wurde Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Da er aufgrund seiner Gefängnisstrafe nicht an der Preisverleihung in Oslo teilnehmen konnte, wurde er dort durch einen leeren Stuhl repräsentiert. Für seinen anhaltenden und gewaltlosen Kampf für Menschenrechte in China erhielt er im November 2010 den Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums. Auch bei diesem Anlass blieb sein Platz leer. Vergangenheitsbewältigung, kollektives Schuldbewusstsein und historisches Gedächtnis sowie das Verhältnis zwischen Täter und Opfer waren die Themen im Schreiben des Kulturkritikers Liu Xiaobo. Wegen einer unheilbaren Leberkrebserkrankung wurde er kurz vor seinem Tod aus der Haft entlassen, um sich in einem Krankenhaus einer Behandlung zu unterziehen. Nach Angaben der Justizbehörde der Stadt Shenyang starb Liu Xiaobo am 13.7.2017 an multiplem Organversagen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Ralf Nestmeyer
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

 

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Felix Hille
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E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

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