Fast 25.000 Unterstützer für eine neue Flüchtlingspolitik

Der unter anderem von André Heller, Robert Stadlober, Leander Sukov, Robert Menasse, Max Prosa und Carmen Maja Antoni unterzeichnete Aufruf für eine neue, humane Flüchtlingspolitik hat in den letzten drei Wochen fast 25.000 Unterstützer finden können. Unter der Webadresse http://www.change.org/de/Petitionen/schl… haben viele Menschen aus Deutschland ihre Übereinstimmung mit den Zielen der Erstunterzeichner bekundet.
Der Aufruf läuft so lange weiter, bis sich die Europäische Gemeinschaft bereit findet, Regularien zu schaffen, die eine legale Flucht nach Europa möglich macht und das abstruse und sinnlose Dublin-II-Protokoll für überflüssig erklärt wird.

Für weitere Informationen steht Leander Sukov unter leander.sukov [at] leandersukov [dot] de und der Telefonnummer 0178 1305531 zur Verfügung. Die vollständige Liste der Erstunterzeichner finden Sie im Aufruf.

Offener Brief – Solidarität mit weißrussischem Verleger Ihar Lohvinau

Das PEN-Zentrum Deutschland und weitere Autoren, Lektoren und Verleger – darunter die Nobelpreisträger Günter Grass und Elfriede Jelinek – haben heute in einem offenen Brief an den weißrussischen Informationsminister gegen den Lizenzentzug für den Verleger Ihar Lohvinau protestiert und die sofortige Wiedererteilung der Publikationsgenehmigung gefordert. Lohvinau ist einer der wichtigsten Verleger in Weißrussland, wo es nur sehr wenige unabhängige Verlage gibt. Er hat die Entwicklung der weißrussischen Literatur in den vergangenen 14 Jahren entscheidend geprägt. Hier der Text des offenen Briefs:

Sehr geehrter Herr Minister, 

das PEN-Zentrum Deutschland und die unterzeichnenden Autoren, Lektoren und Journalisten haben mit Entsetzen Kenntnis davon erhalten, dass Ihre Regierung dem Verleger Ihar Lohvinau unter fadenscheinigen Gründen die Lizenz entzogen hat. Wir halten Ihr Vorgehen für rein politisch motiviert, um einen sehr kreativen und wichtigen Verleger zum Schweigen zu bringen. Der Lohvinau-Verlag ist eine bedeutende Stimme, die mit ihrer Arbeit für die weißrussische Literatur einen wichtigen Beitrag zur weißrussischen Kultur und ihrer internationalen Wahrnehmung leistet. Der Lohvinau-Verlag steht stellvertretend für ein buntes und vielschichtiges kulturelles Erbe der weißrussischen Geschichte, die ein immanenter Teil europäischer Tradition ist. Wir fordern Sie nachdrücklich auf, diesen ungerechtfertigten Lizenzentzug rückgängig zu machen. Wir werden den Fall intensiv weiterverfolgen und solidarisieren uns ohne jede Einschränkung mit unserem Kollegen Ihar Lohvinau.

Für das PEN-Zentrum Deutschland:

Josef Haslinger
Präsident

Sascha Feuchert
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

Offener Brief zum Fall Ihar Lohvinau
Unterzeichner des offenen Briefs zum Fall Ihar Lohvinau

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Fremde Heimat. Texte aus dem Exil

[Foto: Matthes & Seitz]

  • Christa Schuenke / Brigitte Struzyk (Hrsg.)
  • FREMDE HEIMAT: Texte aus dem Exil
  • Das Writers-in-Exile-Programm des PEN
  • Texte von Alhierd BACHAREVIČ, Pinar SELEK, Najet ADOUANI, Mansoureh SHOJAEE, Khalil ROSTAMKHANI, Sanath BALASOORIYA u.a.
  • Matthes & Seitz Berlin
  • ISBN 978-3-88221-096-5
  • Preis: € 24,90 (D)

Das Writers-in-Exile-Programm des PEN bietet verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus unterschiedlichsten Ländern eine vorübergehende Zuflucht. Von ihrem Leben, ihren Traumata, ihren Erfahrungen der Flucht und des Exils sprechen die hier in einer repräsentativen Auswahl dokumentierten Texte der bisherigen Stipendiatinnen und Stipendiaten.

04.06.2013 – Aufruf zur Solidarität mit dem chinesischen Lyriker Li Bifeng

Rede auf der Gedenkveranstaltung
zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933
von Liao Yiwu

Li Bifeng, China

Für den 4. Juni dieses Jahres organisiert das Internationale Berliner Literaturfestival zum 24. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens das Worldwide Reading for Li Bifeng.
Zahlreiche Schriftstellerkollegen haben bereits zugesagt, für seine Freilassung zu lesen. Hiermit bitte ich die anwesenden Schriftsteller darum, ihm ihre Solidarität mit eigenen Initiativen zu bekunden.
Weiter zur Rede.

AKADEMIE DER KÜNSTE, Berlin

Ergebnisse der Jahrestagung des deutschen PEN

Pressemitteilung, Marburg 5. Mai 2013

Nach literarischen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen ist am Sonntag die Jahrestagung des PEN-Zentrums Deutschland mit einer Matinee zum Gedenken an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren in Marburg zu Ende gegangen. Als neuer Präsident und neue Generalsekretärin lösen Josef Haslinger („Opernball“, „Jáchymov“) und Regula Venske („Die alphabetische Autorin“, „Ein allzu leichter Tod“) ihre langjährigen Vorgänger Johano Strasser und Herbert Wiesner ab; auch Vertreter des deutsch-schweizer und des österreichischen PEN nahmen teil. Die Versammlung nahm gleich 16 Autoren als neue Mitglieder in den PEN auf, u.a. Tanja Dückers, Annette Pehnt, Silke Scheuermann und Michael Starcke.

Die Schriftsteller verabschiedeten eine Solidaritätsbekundung mit dem inhaftierten amerikanischen Militäranalysten Bradley Manning, dessen angeblicher Landesverrat (Video „Collateral Murder“) der Aufklärung inhumaner Aktionen diente. Darüber hinaus wurden eine Reihe von Resolutionen beschlossen:

Die Bundesregierung und die Fraktionen des deutschen Bundestages werden aufgefordert, ihre Positionen zum Thema Urheberrecht klar zu benennen und mehr Initiative für die rechtliche Ausgestaltung des europäischen Kulturraums zu zeigen. Die Gefahr besteht, dass global handelnde Konzerne über Sonderabkommen mit einzelnen Regierungen das Urheberrecht weiter aushöhlen im Bestreben, sich Handelsprivilegien und Marktvorteile zu verschaffen.

Ihrer Sorge um die antidemokratische, antisemitische und antiziganistische Entwicklung in Ungarn verlieh die Mitgliederversammlung in einer Resolution Ausdruck, in der sie die ungarische Regierung und den ungarischen PEN, die EU-Kommission, den EU-Ministerrat und das Europäische Parlament sowie die Regierung der Bundesrepublik Deutschland auffordert, auf die Einhaltung von Demokratie und Menschenrechten in Ungarn zu dringen.

Mit Besorgnis beobachten die Mitglieder ferner das Zeitungssterben und die Verarmung der Medienlandschaft hierzulande; zu diesem Thema wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die auf der kommenden Jahrestagung im Mai 2014 in Schwäbisch Hall einen Bericht vorlegen wird.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Regula Venske
Generalsekretärin

Das PEN-Zentrum Deutschland ist einer der weltweit über 140 Clubs, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

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