03.05.2018, 19:30 Uhr – PEN-Fellow Can Dündar diskutiert in Gießen über Pressefreiheit und Menschenrechte in der Türkei

Can Dündar
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Can Dündar (*1961) wurde in Ankara geboren und lebt derzeit als Fellow des deutschen PEN in Deutschland. Er war langjähriger Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet. Im November 2015 wurde Dündar wegen Spionagevorwürfen in Untersuchungshaft genommen. Nach seiner Freilassung floh er nach Deutschland, wo er heute wieder als Journalist tätig ist und seinen Fall öffentlich machte. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet. Allein 2016 und 2017 erhielt er u.a. den Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien, den Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN sowie den internationalen Whistleblower-Preis. Im Oktober 2017 erschien sein Buch „Verräter: Von Istanbul nach Berlin. Aufzeichnungen im deutschen Exil“, aus dem der Gießener Schauspieler Roman Kurtz an diesem Abend lesen wird. Darin – sowie im anschließenden Gespräch mit dem (dann) ehemaligen Vizepräsidenten des deutschen PEN, Sascha Feuchert – berichtet Dündar über sein Exil, über Wertschätzung und Feindseligkeit und über Bemühungen um eine demokratische Türkei. Die Veranstaltung wird von der Dolmetscherin Şebnem Bahadır („Translate for Justice“) begleitet. Ausgerichtet wird sie vom Literarischen Zentrum Gießen in enger Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland, dem Präsidenten der JLU Gießen, Gefangenes Wort e.V. und dem Hessischen Literaturrat e.V.  sowie mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und hr2-Kultur. Für den Kartenverkauf gelten aufgrund der Sicherheitslage besondere Vorkehrungen, Einzelheiten unter http://www.lz-giessen.de.

Iran: Dichter Mahammad Bamm wurde nach Folter freigelassen

Der internationale PEN begrüßt die Freilassung des Dichters Mohammad Bamm am 19. März 2018. Bamm war am 31. Dezember 2017 von Angehörigen der iranischen Sicherheitskräfte verhaftet und im Vorfeld gefoltert worden. In den ersten 28 Tagen wurde Bamm im Gefängnis von Ahvaz in Einzelhaft gehalten. Danach wurde er in den öffentlichen Teil des Gefängnisses verlegt. Ihm wurde der Zugang zu seinem Anwalt und seiner Familie verweigert.

Bamm wurde beschuldigt, der öffentlichen Ordnung und Sicherheit Schaden zugefügt zu haben, sich an illegalen Demonstrationen beteiligt und Menschen dazu mobilisiert zu haben, sich an diesen zu beteiligen. Zudem wurde ihm Beleidigung gegenüber dem Obersten Führer der Islamischen Republik Iran vorgeworfen. Bamm wurde nun gegen Kaution von 200 Milliarden Iranischen Rial (etwa 60.000 Dollar) freigelassen. Für die nächste Anhörung wurde noch kein Termin festgelegt.

Der internationale PEN wird den Fall Bamm weiterhin genau beobachten und fordert, dass die gegen den Dichter erhobenen Anklagepunkte fallen gelassen werden, die ausschließlich auf die friedliche Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit gerichtet sind. Der internationale PEN fordert außerdem die sofortige und bedingungslose Freilassung aller anderen Aktivisten, die derzeit im Iran in Verbindung mit der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit inhaftiert sind. Der PEN bezieht sich dabei auf die Artikel 9, 19 und 21 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, den der Iran als Vertragsstaat unterzeichnet hat.

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–        Begrüßen Sie die Freilassung des Dichters Mohammad Bamm und fordern Sie, dass alle Anklagepunkte gegen ihn, die ausschließlich mit der friedlichen Ausübung der Meinungsfreiheit oder der Versammlungsfreiheit zusammenhängen, fallen gelassen werden;
–        Fordern Sie die unverzügliche und bedingungslose Freilassung aller anderen derzeit im Iran inhaftierten Schriftsteller, die im Iran in Verbindung mit der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit inhaftiert sind und berufen Sie sich dabei auf die Artikel 9, 19 und 21 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, den der Iran als Vertragsstaat unterzeichnet hat.

Richten Sie Ihre Proteste an:

Leader of the Islamic Republic:
Grand Ayatollah Sayed ‘Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street — End of Shahid Keshvar Doust Street,
Tehran, Islamic Republic of Iran
Email: http://www.leader.ir/langs/en/index.php?…
Twitter: @khamenei_ir (English-language account), @Khamenei_ar  (Arabic-language), @Khamenei_es (Spanish-language account).

Head of the Judiciary:
Ayatollah Sadegh Larijani
c/o Public Relations Office
Number 4, Deadend of 1 Azizi – Vali Asr Street
Tehran, Islamic Republic of Iran

President of the Islamic Republic of Iran:
Hassan Rouhani
Pasteur Street, Pasteur Square
Tehran, Islamic Republic of Iran
Email: media [at] rouhani [dot] ir
http://rouhani.ir/register.php
Twitter: @HassanRouhani (English) and
@Rouhani_ir (Persian)

Zum einem vollständigen Statement des internationalen PEN in englischer Sprache kommen Sie hier.

Ecuador: Journalisten wurden an der Grenze zu Kolumbien entführt

Die Entführung von drei Mitarbeitern der Tageszeitung El Comercio – darunter ein Reporter und ein Fotograf – an der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador ist zutiefst beunruhigend, stellt der internationale PEN fest.

Das Verschwinden der Journalisten am 26. März wurde vom ecuadorianischen Innenminister César Navas bestätigt: „Drei Mitarbeiter von El Comercio wurden gestern entführt. Dies geschah in den frühen Morgenstunden in Mataje, Verwaltungsbezirk San Lorenzo, Provinz Esmeraldas.“

Die Journalisten, deren Namen aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben wurden, führten ihre Arbeit als Journalisten in der Gegend aus, wo die ecuadorianischen Streitkräfte eine Offensive gegen regimekritische Elemente der FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) durchführen.

Umfassenden Medienberichten zufolge breitet sich seit Januar 2018 eine Welle der Gewalt in der Region aus, die zum Teil auf den Friedensprozess in Kolumbien und den Drogenhandel zurückzuführen ist.

Der internationale PEN fordert die Behörden beider Länder auf, die Sicherheit, die Freiheit der Meinungsäußerung und den Frieden für ihre Bürger und Journalisten zu gewährleisten und rasch zu handeln, um die Freilassung der drei Journalisten zu gewährleisten.

Zum einem vollständigen Statement des internationalen PEN in englischer Sprache kommen Sie hier.

Äquatorialguinea: Karikaturist aus dem Gefängnis entlassen

Ramón Esono Ebalé (Foto: PEN international)

Ein äquatoriales Gericht in Guinea hat am 7. März 2018 Ramón Esono Ebalé freigesprochen, der für fast sechs Monate wegen einer zweifelhaften Anklage inhaftiert worden war. Alle Vorwürfe gegen den Karikaturisten, dessen Arbeit die Regierung oft kritisch gegenübersteht, wurden zurückgenommen.
Die weltweite #FreeNseRamon-Koalition, bestehend aus Hunderten von Künstlern, Aktivisten und Organisationen, die sich für den Schutz der künstlerischen Freiheit, der Meinungsfreiheit und anderer Menschenrechte einsetzen, führte eine Kampagne durch, um die internationale Aufmerksamkeit auf Ramón Esono Ebalés Situation zu lenken.
„Es ist eine große Erleichterung, dass die Anklagen gegen Ramon fallengelassen wurden, aber sie hätten auch niemals erfolgen dürfen“, sagte Salil Tripathi, Vorsitzender des Writers-in-Prison-Committee des internationalen PEN. „Wir fordern die Behörden auf, seine sichere Rückkehr zu seiner Familie zu garantieren, ihm zu erlauben, weiterhin seine Karikaturen zu erstellen und sicherzustellen, dass Äquatorialguinea das Recht auf freie Meinungsäußerung respektiert.“
„Ramons Entlassung aus dem Gefängnis ist ein Beweis für die Kraft der gemeinsamen Arbeit von Hunderten von Künstlern, besorgten Bürgern und NGOs“, sagte Tutu Alicante, Direktor von EG Justice, das die Menschenrechte in Äquatorialguinea fördert. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Dutzende Regierungsgegner Äquatorialguineas noch immer in den Gefängnissen sitzen. Daher muss der Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und Straffreiheit fortgesetzt werden.“
„Die Regierung von Äquatorialguinea hat ihre Kritiker seit langem belästigt und verfolgt“, sagte Mausi Segun, Leiterin der Afrika-Abteilung von Human Rights Watch. „Ramons Freilassung ist ein wichtiger Sieg gegen die Repression.“
Ramón Esono Ebalé war am 16. September 2017 in Malabo, der Hauptstadt von Äquatorialguinea, festgenommen worden. Er wurde zunächst bezüglich seiner Karikaturen befragt, die Präsident Obiang und andere Regierungsbeamte kritisieren. Einige Tage später berichteten Medien, dass gegen ihn wegen angeblicher Geldwäsche und der Verbreitung von Falschgeld ermittelt werde. Daraufhin wurde er am 20. September einem Richter vorgeführt, der ihn zu diesen neuen Vorwürfen befragte. Später wurde er in das Black Beach Gefängnis in Malabo gebracht, wo er in Präventivhaft gehalten wurde. Am 7. Dezember wurde er offiziell angeklagt. Bei dem Gerichtsverfahren am 27. Februar in Malabo, der Hauptstadt von Äquatorialguinea, wurde klar, dass der Polizeibeamte, der die Anschuldigungen erhoben hatte, keine persönlichen Kenntnisse über die Beteiligung von Esono Ebalé an dem mutmaßlichen Verbrechen hatte. Da seine Aussagen mit dem offiziellen Bericht in Konflikt standen, gab der Offizier zu, dass er auf Befehl seiner Vorgesetzten gehandelt habe. Daraufhin wurde die Anklage zurückgezogen.

 

Iran: Festnahme des Dichters Mohammad Bamm – Verbleib ungewiss

Der internationale PEN verurteilt die Festnahme des Dichters Mohammad Bamm, der am 31. Dezember 2017 auf dem Weg nach Hause in der Stadt Abadan (Iran) von Angehörigen der iranischen Sicherheitskräfte mitgenommen wurde. Bamm wurde zusammen mit seinem Freund verhaftet, welcher aber nach kurzer Zeit wieder freigelassen wurde. Der Autor befindet sich jedoch bis heute in Haft und hat keinen Zugang zu seinem Anwalt oder seiner Familie. Bamm war bereits zuvor im Jahr 2017 festgenommen worden. Die damaligen Anklagepunkte lauteten: „Propaganda gegen die Islamische Republik Iran“ und „Blasphemie“.
Der PEN ist zutiefst besorgt um Bamms Sicherheit und körperliche Unversehrtheit. Der PEN ist außerdem der Ansicht, dass Bamms Inhaftierung und die gegen ihn erhobenen Anklagepunkte ausschließlich mit der friedlichen Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung zusammenhängen. Daher fordert der PEN fordert seine bedingungslose Freilassung, ebenso die aller anderen Schriftsteller, die gegenwärtig im Iran im Zusammenhang mit der friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit festgehalten werden. DerPEN bezieht sich dabei auf die Artikel 9, 19 und 21 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, den der Iran als Vertragsstaat unterzeichnet hat.

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Schreiben Sie Protestbriefe an die iranischen Behörden:

–        Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Dichters Mohammad Bamm
–         Fordern Sie die iranischen Behörden auf, sicherzustellen, dass er während seiner Haft uneingeschränkten Zugang zu Familienbesuchen, Rechtsbeistand und angemessener medizinischer Versorgung hat
–         Fordern Sie die Behörden auf, die Anklage gegen Bamm fallen zu lassen
–        Fordern Sie die unverzügliche und bedingungslose Freilassung aller anderen derzeit im Iran inhaftierten Schriftsteller.

Richten Sie Ihre Proteste an:

Leader of the Islamic Republic:
Grand Ayatollah Sayed ‘Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street — End of Shahid Keshvar Doust Street,
Tehran, Islamic Republic of Iran
Email: http://www.leader.ir/langs/en/index.php?…
Twitter: @khamenei_ir (English-language account), @Khamenei_ar  (Arabic-language), @Khamenei_es (Spanish-language account).

Head of the Judiciary:
Ayatollah Sadegh Larijani
c/o Public Relations Office
Number 4, Deadend of 1 Azizi – Vali Asr Street
Tehran, Islamic Republic of Iran

President of the Islamic Republic of Iran:
Hassan Rouhani
Pasteur Street, Pasteur Square
Tehran, Islamic Republic of Iran
Email: media [at] rouhani [dot] ir
http://rouhani.ir/register.php
Twitter: @HassanRouhani (English) and
@Rouhani_ir (Persian)

Hintergrund (bereitgestellt vom internationalen PEN in englischer Sprache):

Mohammad Bamm was previously detained in 2017, but was released on  bail. He was charged with “propaganda against the Islamic Republic of  Iran”. In connection with this charge, Bamm was given absolution by  the first branch of the revolutionary court in Abadan; however, his  case was transferred to the appeal court for final sentence due to the  prosecutor’s objection. Bamm has been also charged with “blasphemy”  for which he is awaiting trial.

Bamm was born on 31 January 1990. He has won several literary awards  for his poems in Iranian literary festivals. He started to write  poetry as a professional poet ten years ago. He writes lyrics; some of  them have been sung by singers such as Pouya Hatami and Ali Bonyadi.  Bamm’s poems and lyrics can be categorized as political and social  poems. His lyric, which was sung by Pouya Hatami, is called, „Shat beh  Shat“ (River To River).

Zum einem vollständigen Statement des internationalen PEN in englischer Sprache kommen Sie hier.