Walter Kaufmann (1924-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Walter Kaufmann am 15. April verstorben ist.

Walter Kaufmann
Foto: © Stefanie Silber

Im Alter von 15 Jahren konnte er mit einem der letzten jüdischen Kindertransporte England erreichen, von wo aus er nach einer Internierung nach Australien geschickt wurde. Dort schlug er sich als Obstpflücker, Seemann, Fotograf und Soldat über die Runden, begann jedoch zugleich sein literarisches Schaffen mit dem Roman Voices in the Storm (1953).

Als er kurz danach nach Europa zurückkehrte, ließ er sich in der Hoffnung auf ein besseres Deutschland in der DDR nieder, behielt jedoch seinen australischen Pass und konnte somit frei ein- und ausreisen.

1980 bis 1993 war er Präsident des PEN-Zentrums Deutsche Demokratische Republik bzw. des PEN-Zentrums Ost.

Die Geschichte seines bewegten Lebens wird in der Dokumentation Hart am Wind im Herbst im Kino zu sehen sein.

Seine Stimme und seine humanistische Geisteshaltung werden uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.

Regula Venske

PEN-Zentrum Deutschland sagt Jahrestagung in Hamburg ab

PEN-Zentrum Deutschland sagt Jahrestagung in Hamburg ab

Pressemitteilung, Darmstadt, 15. April 2021. Pandemiebedingt muss die diesjährige PEN-Jahrestagung abgesagt werden. Stattdessen plant der PEN eine Online-Mitgliederversammlung am Samstag, den 3. Juli 2021, in der die Mitglieder des deutschen PEN hauptsächlich die in der Satzung vorgeschriebenen Regularien besprechen, wie etwa Berichte des Vorstands, dessen Entlastung, die Zuwahlen neuer PEN-Mitglieder sowie die Neuwahl des PEN-Präsidiums. Die Ergebnisse der nicht-öffentlichen Wahlen werden im Anschluss, gerne auch auf Anfrage, bekanntgegeben. Neben PEN-Präsidentin Regula Venske stellen sich auch die beiden Vizepräsidenten, Ralf Nestmeyer und Leander Sukov, sowie Generalsekretär Heinrich Peuckmann erneut zur Wahl für den Vorstand. Hermann-Anders Korte, der bereits von 2003-2011 und seit 2018 Schatzmeister war, tritt nicht wieder an.

„Nachdem wir bereits die ursprünglich für Ende April geplante Jahrestagung auf Anfang Juli verschieben mussten, ist ihre endgültige Absage jetzt unausweichlich geworden“, so PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann. „Wir sind darüber sehr traurig, denn natürlich ist das persönliche Gespräch und das Pflegen von Freundschaften ein wichtiger Bestandteil unseres lebendigen Vereinslebens, aber unter den Bedingungen der Pandemie lohnt sich eine Anreise nach Hamburg leider nicht. Wir hoffen nun sehr stark auf unsere Jahrestagung in Gotha vom 12.-15. Mai im nächsten Jahr, bei der wir uns hoffentlich wieder in gewohnter Weise treffen können.“

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Wilhelm Hortmann (1929-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Wilhelm Hortmann am 12. April verstorben ist.

Er studierte Germanistik, Anglistik und Soziologie in Köln und New York und lehrte Englische Literatur an den Universitäten Frankfurt am Main und Duisburg. 1998 hatte er eine Gastprofessur an der University of California in Santa Barbara inne. Er war als einer der profiliertesten Shakespeare-Forscher weit über Deutschland hinaus anerkannt und galt als eloquenter Vermittler zwischen den englischsprachigen und deutschsprachigen Kulturen. Auch als Romanautor, Redenschreiber und Biograph hat er sich betätigt.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.

Regula Venske

 

Matthias Biskupek (1950-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Matthias Biskupek am 11. April nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.

Als studierter Maschinentechniker wandte sich Biskupek seit den 1970er-Jahren dem Schreiben zu und verstand es, sich im Literaturbetrieb der DDR Nischen zu schaffen, in denen er sich entfalten konnte, etwa als Dramaturg am Theater in Rudolstadt, als Verfasser von Texten für das Kabarett Fettnäppchen in Gera oder als Kolumnist bei der Zeitschrift Eulenspiegel. Sein literarisches Schaffen war von großer Vielseitigkeit geprägt. Schon ein Blick auf einige seiner Buchtitel zeugt von dem ihm eigenen Sprachwitz, der bisweilen an Karl Valentin erinnert, zu dem er eine ausführlich recherchierte Biographie verfasst hat. Als Schöpfer der „Meldestelle für Bedenken“, des „Fremdgehverkehrsamts“ oder von Bildern wie  „Der Bauchnabel und andere schöne Mittelpunkte einer Reise zu zweit“ wird er uns in Erinnerung bleiben.

Von 2011 bis 2017 war Matthias Biskupek Schatzmeister des deutschen PEN und hat mit seinem feinen Humor und seiner manchmal abweichenden, auch korrigierenden „Ost“-Perspektive Präsidiums- und Vorstandsarbeit sehr bereichert. Seine Stimme wird uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Beileid gilt seinen Angehörigen und Freunden.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.

Regula Venske

Drohende Einschränkung des Urheberrechts: PEN protestiert gegen Zwangslizenz bei E-Books

Gemeinsam mit zehn weiteren Schriftstellervereinigungen protestiert PEN im Rahmen des Netzwerks Autorenrechte gegen die geplante Einführung einer gesetzlich verpflichtenden Lizenz für die digitale Leihe von E-Books in Bibliotheken.

Wir appellieren an die zuständigen Ministerinnen, Minister, Fachausschüsse und Fraktionen im Bundestag, „sich entschieden für die Streichung des vorgeschlagenen §42b einzusetzen sowie auch von einer ‚Prüfung‘ der Einführung der Zwangslizenz abzusehen“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme, die Sie hier im vollen Wortlaut lesen können.