Sofortige Beendigung der Isolationshaft von Julian Assange

Sofortige Beendigung der Isolationshaft von Julian Assange

Pressemitteilung, Darmstadt, 10. Dezember 2019. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte fordert das deutsche PEN-Zentrum die sofortige Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange, der sich seit einem Dreivierteljahr ohne Rechtsgrundlage in britischer Isolationshaft befindet, obwohl die schwedischen Behörden nicht mehr gegen Julian Assange ermitteln.

Nach Auskünften von Ärzten ist Julian Assange schwer erkrankt, die Fortsetzung der Isolationshaft ist nicht zu rechtfertigen, da sie sein Leben gefährdet und eine für ein demokratisches Land nicht akzeptable Form der psychologischen Folter darstellt. Stattdessen benötigt Assange dringend eine umfassende medizinische Versorgung.

„Das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie die Veröffentlichung von Hinweisen und Dokumenten zu Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen, die den Genfer Konventionen widersprechen, müssen über jeglichen nationalen Interessen stehen. Sonst stellt dies einen Eingriff in die Pressefreiheit dar, denn die Grenzen zwischen der Arbeit von Enthüllungsplattformen und investigativem Journalismus sind fließend. Wer Whistleblower aus politischen Gründen verurteilt, gefährdet die Meinungsfreiheit und damit die Demokratie“, erklärt PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter Ralf Nestmeyer.

Eine Auslieferung von Julian Assange an die USA muss verhindert werden, da Assange dort bis zu 175 Jahre Haft drohen, womöglich sogar die Todesstrafe. Wir appellieren daher erneut an alle EU-Mitgliedsstaaten sowie an die Bundesregierung, sich den politischen Interessen der USA entgegenzustellen und sich für Julian Assanges Freilassung einzusetzen und ihm Asyl zu gewähren.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Heinrich Peuckmann
Generalsekretär

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Literaturnobelpreisverleihung an Peter Handke und Olga Tokarczuk: Deutscher PEN erinnert an Heinrich Böll und ruft zu Spenden für PEN Emergency Fund auf

Literaturnobelpreisverleihung an Peter Handke und Olga Tokarczuk: Deutscher PEN erinnert an Heinrich Böll und ruft zu Spenden für PEN Emergency Fund auf

Pressemitteilung, Darmstadt, 10. Dezember 2019. Anlässlich der Verleihung der Literaturnobelpreise der Jahre 2018 und 2019 gab Olga Tokarczuk bekannt, dass sie einen Teil ihres Preisgeldes für eine Stiftung zur Unterstützung von Schriftstellern und Übersetzern verwenden will. Das deutsche PEN-Zentrum möchte in diesem Zusammenhang an Heinrich Böll erinnern: Der Literaturnobelpreisträger – von 1970-1972 war er Präsident des (west)deutschen, von 1971-1974 auch des internationalen PEN – stiftete 1972 zehn Prozent seines Preisgeldes, um es dem damals neu gegründeten PEN Emergency Fund zu ermöglichen, seine Arbeit aufzunehmen und Autorinnen und Autoren, die von Tod und Inhaftierung bedroht sind, zu helfen.

Dichtend die Welt zu erfahren, bedeutet, sich der Welt poetisch entgegenzustellen, die Dimensionen des menschlichen Lebens in seinen Höhen und Tiefen zu erkunden und zu beschreiben. Es ist das Recht und geradezu die Pflicht eines Schriftstellers, sich zu empören, Position zu beziehen und den Unterdrückten eine Sprache zu geben.

Wem die Freiheit des Wortes am Herzen liegt, der muss sich der Sprache der Despoten verweigern – ob gegenüber den Verbrechen gegen die Menschlichkeit im nationalsozialistischen Deutschland, den schweren Verletzungen des Humanitären Völkerrechts in den Jugoslawien-Kriegen oder den Menschenrechtsverletzungen heute in Eritrea und in der Türkei. Das Writers-in-Prison-Komitee des internationalen PEN setzt sich für bedrohte Journalisten, Schriftsteller und Autorinnen ein, die in ihren Ländern Missstände beschreiben und aufdecken, da sie sich als Literaten einzig der Wahrheit und der Wahrhaftigkeit ihres Werks verpflichtet fühlen. Schreibend die Welt nicht nur abzubilden, sondern auch zu verändern, sollte von Ehre und Ruhm begleitet sein, wird jedoch allzu oft mit Tod oder Gefängnis bestraft.

Weltweit werden jedes Jahr viele bedrohte Schriftstellerinnen und Schriftsteller durch den PEN Emergency Fund unterstützt. Auch Ihre Spende kann helfen! Nähere Informationen finden Sie unter www.penemergencyfund.com/en. Sie können auch an das deutsche PEN-Zentrum mit dem Verwendungszweck „Writers-in-Prison“ spenden.

Regula Venske
Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland
Mitglied des Boards von PEN International

Ralf Nestmeyer
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

13.02.2020, 19 Uhr – Autorinnen-Gespräch in Regensburg: Leben im Exil, Schreiben im Exil

Ein freies Leben im Exil – der Verlust der Heimat – die Erfahrung von Fremde.
Wie erleben zwei Schriftstellerinnen diesen existentiellen Umbruch? Wie beeinflusst er ihr Schreiben, ihr Denken, ihr Verhältnis zu Anderen, ihr Verständnis von Literatur? Diesen und anderen Fragen wird im Miteinander in Lesung und Gespräch mit den Writers in Exile-Stipendiatinnen Yirgalem Fisseha Mebrahtu und Şehbal Şenyurt Arınlı nachgegangen.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu Foto: Stefanie Silber

Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 verbrachte Yirgalem Fisseha Mebrahtu sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im Gefängnis „Mai Swra“, ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren. Seit 2018 lebt sie als Stipendiatin des Writers in Exile Programms
des deutschen PEN-Zentrums in München. Sie schreibt auf Tigrinisch und „will die Stimme derer sein, die in Eritrea in Unfreiheit leben müssen.“ Manchmal fühlt es sich für sie so an, als hätte sie alles verloren: „Flüchtling zu sein, heißt, nicht zu Hause zu sein.“
In Kürze erscheint eine Sammlung ihrer Texte und Gedichte auch auf Deutsch.

Şehbal Şenyurt Arınlı
Foto: Christian Thiel

Şehbal Şenyurt Arınl engagierte sich als erste Frau hinter der Kamera in der Türkei vor allem für die Rechte von Frauen und Minderheiten. Ihr politisches Engagement und ihre Verbindungen zu kurdischen Medien führten zur Inhaftierung. Nur durch einen Zufall kam sie frei und konnte nach Deutschland ausreisen. Sie lebt seit 2016 in Nürnberg und spricht mittlerweile gut Deutsch. Ende
2019 erschien der Briefwechsel zwischen ihr und Terézia Mora „Zwei Autorinnen im Transit – Ein Dialog“.

Moderation: Barbara Krohn, Schriftstellerin und Präsidiumsmitglied des deutschen PEN

Der Eintritt ist frei
Kursnummer K

Eine Veranstaltung des Evangelischen Bildungswerk Regensburg e.V. in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland e.V.

Zwei Autorinnen im Transit: Lesung eines literarischen Briefwechsels – Impressionen

Obwohl sie sich zuvor nie begegnet waren, wussten sie bereits viel übereinander: die bekannte, mit Literaturpreisen überhäufte Terézia Mora und die vor einem Jahr in Deutschland angekommene, in der deutschen Literaturszene noch unbekannte Şehbal Şenyurt Arınlı, die als erste Frau hinter der Kamera in der Türkei gilt und Journalistin sowie Stipendiatin des PEN-Exilprogramms ist. Mehrere Monate lang schickten sie einander Texte, in denen es um ihren Alltag geht, ihre Ängste und Verunsicherungen, ihre Träume und Visionen für die Zukunft. Am 28. November 2019 standen sie sich zum ersten Mal in der Akademie der Künste in Berlin gegenüber, lasen aus ihren Briefen und ließen sich vom ehemaligen PEN-Präsidenten, dem Schriftsteller Gert Heidenreich, zu ihren Texten befragen.

Zum dritten Mal wurde eine literarische Korrespondenz zwischen zwei AutorInnen durchgeführt. Die zweisprachige Publikation ist im binooki-Verlag, Berlin, erschienen.

Impressionen

Terézia Mora und Şehbal Şenyurt Arınlı
Foto: Christian Thiel

Franziska Sperr, Initiatorin, Herausgeberin des Buches „Autorinnen im Transit“ und frühere Vizepräsidentin des deutschen PEN, im Gespräch mit dem Schriftsteller,  Journalisten und ehemaligen Präsidenten des deutschen PEN, Gert Heidenreich, der die Veranstaltung moderierte.
Foto: Christian Thiel

PEN-Präsidentin Regula Venske sprach ein Grußwort und begrüßte die Gäste.
Foto: Christian Thiel

Foto: Christian Thiel

Şehbal Şenyurt Arınlı wurde 2017 wegen ihres Engagements für die kurdische Minderheit in der Türkei festgenommen und konnte nur durch einen Zufall fliehen und bei uns Zuflucht finden.
Foto: Christian Thiel

Terézia Mora
Foto: Christian Thiel

Terézia Mora, Şehbal Şenyurt Arınlı und PEN-Präsidentin Regula Venske  im Anschluss an die Veranstaltung
Foto: Christian Thiel

Diese Veranstaltung wurde von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am 1.12. um 22 Uhr bundesweit gesendet. Weitere Informationen: deutschlandfunkkultur.de

Ahmet Altan wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Ahmet Altan wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Pressemitteilung, Darmstadt, 19. November 2019. Das PEN-Zentrum Deutschland verfolgt mit großer Sorge das Schicksal des türkischen Schriftstellers und Journalisten Ahmet Altan, der im Juli 2016 wegen „Unterstützung einer Terrororganisation“ festgenommen wurde. Obwohl keinerlei Beweise vorlagen, wurde er von einem Gericht in Istanbul zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Am 4. November 2019 wurde Altan unter Auflagen freigelassen, jedoch nach Einspruch der Generalstaatsanwaltschaft am 12. November 2019 erneut inhaftiert. Diese türkische Justizwillkür ist einzig politisch motiviert; sie steht im Widerspruch zu jeglicher Rechtsstaatlichkeit und offenbart den despotischen Charakter des türkischen Regimes. Mit Ahmet Altan soll eine der bekanntesten kritischen Stimmen zum Verstummen gebracht werden.

Das Präsidium des deutschen PEN-Zentrums erklärt am heutigen Tag den Autor Ahmet Altan zum Ehrenmitglied und solidarisiert sich mit ihm.

Wir fordern die zuständigen türkischen Behörden auf, unser Ehrenmitglied Ahmet Altan sofort und bedingungslos aus dem Gefängnis zu entlassen. Seine fortdauernde Haft ist einzig politisch begründet und daher weder hinnehmbar noch berechtigt. Seine Verurteilung widerspricht dem Recht auf Meinungsfreiheit und daher der Charta des internationalen PEN. Zu den Ehrenmitgliedern des deutschen PEN-Zentrums gehörten Václav Havel und Liu Xiaobo, aktuell beispielsweise Anabel Hernández sowie Selahattin Demirtaş, Raif Badawi und Li Bifeng, die sich immer noch in Haft befinden.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Ralf Nestmeyer
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.