100 Jahre PEN: Jubiläumsband erschienen – Buchvorstellung am 5.10. im Literaturhaus München

Pressemitteilung, Darmstadt, 21. September 2021. Zum 100-jährigen Bestehen des internationalen PEN am 5.10.2021 ist unter dem Titel „Für die Freiheit des Wortes. 100 Jahre PEN International“ eine reich illustrierte Jubiläumsausgabe im Elisabeth Sandmann Verlag erschienen. Der neue Band dokumentiert die bewegte Geschichte der Schriftstellervereinigung mit bisher unveröffentlichtem Material und verdeutlicht, warum es mehr denn je gilt, für die Freiheit des Wortes weltweit einzutreten.

„100 Jahre PEN: Das ist ein Anlass zu feiern, aber auch ein Anlass, innezuhalten, zu gedenken und zu trauern. Wie viele tapfere Männer und Frauen haben ihr Menschenrecht mit dem Leben bezahlt, wie viele sind aktuell weltweit verfolgt und brauchen unsere Unterstützung in ihrem Kampf für die Freiheit des Wortes.

100 Jahre PEN: Zu den traditionellen Themen und Komitees – Writers in Prison / Writers at Risk, Writers in Exile – sind im Laufe der Jahre neue hinzugekommen: die Rechte von Schriftstellerinnen und der Kampf gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung, Übersetzungs- und linguistische Rechte, sei es das Recht auf die eigene Muttersprache, seien es Urheberrechte für Autorinnen und Übersetzer. Vor neue Herausforderungen stellt uns schließlich die Digitalisierung mit den einhergehenden Möglichkeiten der Überwachung seitens staatlicher und kapitalistischer Akteure, dem Verlust der Privatsphäre und der Zunahme an Hassrede, Fakenews und gezielter Desinformation.

100 Jahre PEN: Jenen noblen Tag, den einst Arthur Miller beschwor, an dem der PEN überflüssig sein werde, werden auch wir nicht erleben. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, so Regula Venske, Präsidentin des deutschen PEN-Zentrums.

  • Mit Beiträgen u.a. von Ginevra Avalle, Jennifer Clement, Peter McDonald, Rachel Potter, Carles Torner, Regula Venske, Laetitia Zecchini
  • Mit Stimmen von Juli Zeh, Ulla Hahn, Ulrich Wickert, Christoph Hein, Can Dündar, Bernhard Schlink, Nora Gomringer, Ilija Trojanow, Sten Nadolny, Gabriele von Arnim u.v.m.

Die Druckfahnen stellen wir Ihnen zu Rezensionszwecken auf Anfrage gerne zur Verfügung. Ein Faktenblatt zur Publikation lässt sich hier entnehmen.

Der PEN wurde am 5.10.1921 in London gegründet, um die Freundschaft und den geistigen Austausch zwischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus aller Welt zu fördern. Seitdem hat sich der PEN zum größten literarischen Netzwerk mit Standorten in mehr als 100 Ländern und zu einer der wichtigsten  Menschenrechtsorganisationen entwickelt. Zu den Autorinnen und Autoren, für die sich der PEN öffentlich eingesetzt hat, zählen unter anderen Federico García Lorca, Stefan Zweig, Musine Kokalari, Wole Soyinka, Salman Rushdie, Ngũgĩ wa Thiong’o, Anna Politkowskaja, Hrant Dink und Swetlana Alexijewitsch.

Veranstaltungshinweis: „Für die Freiheit des Wortes“ – Ein Abend zu 100 Jahre PEN International im Literaturhaus München am 5.10. um 20 Uhr

Über die Freiheit des Wortes sprechen die belarusische Autorin und Übersetzerin Volha Hapeyeva, derzeit Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des deutschen PEN, und der Autor und Politologe Johano Strasser, ab 1995 Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland und dessen Präsident von 2002 bis 2013. Der Schauspieler August Zirner liest Texte aus dem Buch.

Weiterführende Informationen zu der Veranstaltung und den Teilnahmemöglichkeiten lassen sich der Internetseite des Literaturhauses München entnehmen unter www.literaturhaus-muenchen.de/veranstaltung/fuer-die-freiheit-des-wortes/.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/62708 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird,

24.09.2021, 18:00 Uhr – Festival der Sprache mit Volha Hapeyeva in Stuttgart

Autorinnen und Autoren sowie andere Intellektuelle nehmen in Prozessen gesellschaftlicher Umbrüche oftmals eine wichtige Funktion ein und sind zugleich oft selbst gefährdet und Repressionen ausgesetzt.
Beim Festival der Sprache bringt Volha Hapeyeva, belarusische Lyrikerin, Übersetzerin und Linguistin, ihren neuen Text „Camel Travel“ zu Gehör. Der fünfte LOSGESAGT!-Abend am 24. September im Stuttgarter Literaturhaus verhandelt Fragen der Sprachmacht insbesondere in Texten und Tönen aus Belarus und der Ukraine.
Gemeinsam mit Viktor Martinowitsch und Sasha Filipenko tauscht sich Hapeyeva, seit Mai 2021 Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN, über die derzeitige Situation in ihrem Heimatland aus. Moderiert wird die Veranstaltung von Volker Weichsel.
Die Lyrikerin, promovierte Linguistin und Übersetzerin Volha Hapeyeva wurde 1982 in Minsk (Belarus) geboren. Sie widmet sich in ihrer Arbeit den politischen Verhältnissen in ihrem Heimatland. Durch ihre regierungskritische Sicht geriet sie schnell ins Visier des Geheimdienstes KGB und lebt nun unter der ständigen Angst festgenommen zu werden. Hapeyeva ist seit Mai 2021 Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms.

© Helmut Lunghammer

25.09.2021, 14:00 Uhr – LiteraturFest Nantesbuch mit Volha Hapeyeva in Bad Heilbrunn

Sprechen und Hören stehen im Mittelpunkt des LiteraturFests Nantesbuch in Bad Heilbrunn. Volha Hapeyeva, Writers-in-Exile-Stipendiatin, begibt sich dabei am 25. September mit Kolleginnen und Kollegen auf die Spuren der Mündlichkeit im aktuellen Literaturgeschehen. Gemeinsam mit den jungen Lyrikern Kaveh Akbar und Leo Pinke lädt die Writers-in-Exile-Schriftstellerin ein beim Spaziergang in der Landschaft immer wieder einzusteigen und zuzuhören bei kurzen Programmen aus drei Erdteilen.

Weiter Informationen, auch zur Online-Teilnahme, finden Sie hier.

Die Lyrikerin, promovierte Linguistin und Übersetzerin Volha Hapeyeva wurde 1982 in Minsk (Belarus) geboren. Sie widmet sich in ihrer Arbeit den politischen Verhältnissen in ihrem Heimatland. Durch ihre regierungskritische Sicht geriet sie schnell ins Visier des Geheimdienstes KGB und lebt nun unter der ständigen Angst festgenommen zu werden. Hapeyeva ist seit Mai 2021 Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms.

Kein Lebenszeichen seit 20 Jahren (18.9.2001) – PEN fordert Freilassung eritreischer Journalisten

Pressemitteilung, Darmstadt, 15. September 2021. Das PEN-Zentrum Deutschland ruft die Weltgemeinschaft und insbesondere die Europäische Union dazu auf, die Lage der Presse- und Meinungsfreiheit in Eritrea nicht länger zu ignorieren. Seitdem dort am 18. September 2001 alle privaten Medien verboten wurden und kurz darauf eine beispiellose Verfolgung Oppositioneller und Vertreter unabhängiger Medien begann, fehlt von mindestens zwölf Journalisten immer noch jedes Lebenszeichen.

Ihre Namen: Idris Said Aba’Are, Said Abdelkadir, Yosuif Mohammed Ali, Amanuel Asrat, Medhanie Haile, Temesgen Ghebreyesus, Matheos Habteab, Dawit Habtemichael, Dawit Issak, Sahle Tsegezab, Seyoum Tsehaye und Fissehaye Yohannes.

„Es gibt kaum ein Land auf der Welt, das die Pressefreiheit so sehr einschränkt wie Eritrea. Die eritreischen Behörden müssen das Schicksal sämtlicher Personen aufklären, die verschwunden sind, sowie diejenigen unverzüglich und bedingungslos freilassen, die einzig aufgrund der Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung seit Jahren inhaftiert sind,“, erklärt Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.

Obere Reihe (v. l. n. r.): Fissehaye Yohannes, Said Abdelkadir, Sahle Tsegezab, Medhanie Haile Mittlere Reihe (v. l. n. r.): Idris Said Aba’Are, Amanuel Asrat, Dawit Habtemichael, Matheos Habteab Untere Reihe (v. l. n. r.): Dawit Isaak, Temesgen Ghebreyesus, Yosuif Mohammed Ali, Seyoum Tsehaye (Quelle: PEN Eritrea)

„Vor 20 Jahren, im September 2001, begann die eritreische Regierung damit, offen gegen die freie Presse vorzugehen und grundlegende Menschenrechte zu verletzen. Medienschaffende wurden verhaftet und es ist nicht bekannt, ob sie noch leben oder tot sind. Ihnen wurde nie ein ordentliches Verfahren gewährt und sie harren immer noch in Gefängnissen aus, da sie ihre Meinung geäußert haben“, betont Yirgalem Fisseha Mebrahtu.

Writers-In-Exile-Stipendiatin Yirgalem Fisseha Mebrahtu Foto: Stefanie Silber

Die eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin musste bis zu ihrer Freilassung selbst sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im Mai Swra Gefängnis ausharren, in das sie ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. „Der September, insbesondere der 18. September, ist dem Gedenken aller politischen Gefangenen in Eritrea gewidmet. Zu diesem Anlass möchte ich an die internationale Gemeinschaft appellieren, das Schicksal der ‚eritreischen Helden der Meinungsfreiheit‘ nicht zu vergessen.“ Seit Dezember 2018 ist Mebrahtu Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN, das von der Bundesregierung finanziert wird, und lebt in Deutschland.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/62708 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

 

Hermann Kinder (1944-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Hermann Kinder am 27. August  verstorben ist.

Der promovierte Germanist,  Kunsthistoriker und Nederlandist hatte Lehraufträge an den Universitäten Konstanz, Klagenfurt und Shanghai.

Für sein literarisches Schaffen wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Alemannische Literaturpreis, der Literaturpreis der Stadt Stuttgart und zuletzt der Berthold-Auerbach-Preis.

Sein Werk war gekennzeichnet von einem tragikomischen Sarkasmus, wobei als Hauptthemen der schonungslose Umgang mit der „Vätergeneration“ und deren überkommene Wertvorstellungen, aber auch die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Literaturkritik in Erscheinung traten. Kinders Hang zum Sarkasmus lässt sich bereits in den Titeln  einiger seiner Werke wiedererkennen: Der Schleiftrog; Vom Schweinemut der Zeit; Der Mensch, ich Arsch; oder Himmelhohes Krähengeschrei.

Sein markiger Sprachwitz wird uns in unserer tiefernsten Zeit fehlen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.:

Jürgen Strasser