Wege in die Freiheit – Lesung zum Nachhören auf Literatur Radio Hörbahn

Aleksei Bobrovnikov, Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Jiyar Jahanfard (v.l.n.r.) (© Stefanie Silber)

Wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung und ihres gesellschaftspolitischen Engagements in ihren Heimatländern wurden die eritreische Lyrikerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu, der kurdische Schriftsteller Jiyar Jahanfard und der ukrainische Investigativjournalist Aleksei Bobrovnikov unterdrückt, verfolgt oder auch in Haft genommen. Am 12. Oktober 2020 lasen die Writers-in-Exile ihre Texte in der Münchener Seidlvilla und reflektierten ihr “neues Leben”.

Vera Botterbusch
Foto: © Thorsten Jordan

Vera Botterbusch, Beisitzerin des deutschen PEN, führte durch den Abend und las die deutschen Übersetzungen der geflüchteten Autoren und der Autorin.

Die Lesung ist online nachzuhören auf der Internetseite des Literatur Radios Hörbahn.

In mehr als zwanzig Jahren konnte mit dem Wirters-in-Exile-Programm des deutschen PEN bisher 60 Autorinnen und Autoren ein sicherer Lebens- und Arbeitsraum geboten werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, fördert die WiE-Arbeit vollständig mit umfangreichen Mitteln. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteurinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

Veranstaltung gefördert vom Münchner Kulturreferat.


Weitere Lesungen der Exilschriftstellerinnen und -schriftsteller, denen der deutsche PEN mit seinem Writers-in-Exile-Programm Zuflucht in Deutschland bietet, zum Ansehen und Zuhören. Weiterlesen

Babylonians speaking

Writers-in-Exile V. l. n. r.: Aleksei Bobrovnikov, Umar Abdul Nasser, Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Jiyar Jahanfard, Yassin al-Haj Saleh und Fatuma Nurye Yimam

 

30.10.2020, 11 Uhr – Konferenz „Libri Prohibiti – Bücherverbote und Zensur“ in Bremen

Ralf Nestmeyer
Foto: Stefanie Silber

Mit dieser Veranstaltung wird der Themenschwerpunkt der globale 2020 eröffnet und ein mit Literatur verbundener Problemzusammenhang ausgeleuchtet: Schreib- und Publikationsverbote, Zensur und Bücherverbrennungen. In Kooperation mit der Universität Bremen werden exemplarische Fälle verbotener oder verbrannter Texte der deutschen und russischen Literatur vorgestellt, aus denen Schauspielerinnen und Schauspieler der Shakespeare Company Auszüge lesen. Zur Sprache gebracht wird aber auch die aktuelle Situation. Eingeladen sind u.a. Literaturwissenschaftler und Osteuropa-Expertinnen und -Experten der Uni Bremen sowie Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.

Programm

11:00 Prof. Dr. Elisabeth Arend (Uni Bremen, FB 10) : Eröffnung
11:15 Dr. Uwe Spörl (Uni Bremen, FB 10): Studentische Aktivisten: die Bücherverbrennungen 1933
* Diskussion *
11:50 Prof. Dr. Axel Dunker (Uni Bremen, FB 10): Ein Fall von (Selbst-)Zensur in der Adenauerzeit.
* Diskussion *
12:30 Prof. Dr. Nikola Rossbach (Uni Kassel): Zensur heute: analog und digital
* Diskussion *
Mittagspause
14:30 Prof. Dr. Wolfgang Kissel (Uni Bremen, FB 8): Bibliozid und GULag der Bücher.
Zur Kulturgeschichte der (post)sowjetischen Zensur
* Diskussion *
15:10 Ralf Nestmeyer (Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN): Das gefangene Wort
* Diskussion *
16:00 Ende der Veranstaltung

Weiterführende Informationen zum Programm des globale° – Festivals für grenzüberschreitende Literatur sowie

Hinweis: Anmeldung für diese Veranstaltung erbeten bis zum 25.10. unter
artes [at] uni-bremen [dot] de

Die Veranstaltung von Globale e.V.findet in Kooperation mit den Alumni
der Universität Bremen e.V. statt.

19.11.2020, 19 Uhr – Verleihung des Hermann Kesten-Preises und Hermann Kesten-Förderpreises 2020 im Livestream

Der Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums geht 2020 an den Autor Günter Wallraff. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die unabhängige ägyptische Online-Zeitung „Mada Masr“ und ihre Chefredakteurin Lina Attalah erhalten den Hermann Kesten-Förderpreis. Die Verleihung beider Preise findet im Staatstheater Darmstadt statt.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie kann die Preisverleihung leider nicht öffentlich stattfinden.

Die Veranstaltung lässt sich im Stream live hier auf der Website verfolgen.

Laudatoren sind der Grünen-Politiker Cem Özdemir und der Journalist David Kampmann (F.A.Z.). Durch den Abend führt der Publizist und Philosoph Michel Friedman.

Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalistinnen einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar und Erdem Gül sowie Gioconda Belli. Erstmals im Jahre 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Der Hermann Kesten-Förderpreis, welcher alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit 3.000 Euro dotiert, die ebenfalls vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellt werden. Weitere Informationen: www.pen-deutschland.de/de/kesten-preis/

Günter Wallraff
Foto: © PEN-Zentrum Deutschland

Günter Wallraff hat mit Reportagen über diverse Großunternehmen, die BILD-Zeitung, die Lebenssituation türkischer Gastarbeiter sowie über Obdachlose und Rassismus wirkungsvoll politische und gesellschaftliche Missstände angeprangert. Wiederholt ist der Schriftsteller in die Türkei gereist und hat die Freilassung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tageszeitung „Cumhuriyet“ sowie anderer inhaftierter Medienschaffender gefordert. Zuletzt hat er die Initiative www.assange-helfen.de ins Leben gerufen, die medienwirksam für die Entlassung des inhaftierten WikiLeaks-Gründers Julian Assange eintritt.

Lina Attalah
Foto: © Roger Anis

Als Mitbegründerin und Chefredakteurin von „Mada Masr“ (madamasr.com/en), einer unabhängigen ägyptischen Online-Zeitung, setzt sich die 1982 geborene Lina Attalah aktiv für den Kampf gegen die Einschränkung des unabhängigen Journalismus in ihrem Land ein. Sie veröffentlichte Artikel in „Al-Masry Al-Youm“, „Cairo Times“, „The Daily Star“ und dem „Christian Science Monitor“ sowie für die Nachrichtenagentur „Thomson Reuters“. Lina Attalah gehört zu den wichtigsten kritischen Stimmen in der ägyptischen Medienlandschaft. Mehrfach war sie Repressalien ausgesetzt. Bereits im November 2019 wurde sie kurzzeitig von ägyptischen Sicherheitsdiensten inhaftiert und im Juni 2020 erneut von den Behörden bei ihrer Arbeit behindert und eingeschüchtert.

Writers for Peace Committee: Stellungnahme von Emmanuel Pierrat zu dem Attentat bei Paris

Das Writers for Peace Committee, dessen Vorsitzender ich bin, wird weiterhin mit Entschlossenheit die leidenschaftlichen Verfechter der Freiheit des Wortes unterstützen trotz des erneuten Angriffs, ja trotz des weiteren Echos auf die Angriffe vom 9. Januar 2015.

Dieser Angriff folgte Drohungen, denen einige Redaktionsmitglieder von Charlie Hebdo, die noch immer in den alten Redaktionsräumen arbeiten, drei Wochen zuvor ausgesetzt waren. Er ereignete sich noch während des laufenden Prozesses zum Attentat vom Januar 2015, der in einem Rechtsstaat mit Würde geführt wird.

Das Writers for Peace Committee des internationalen PEN wird unablässig die Freiheit und den Frieden verteidigen, sei es für die Lehrer und Lehrenden, sei es für die Journalisten und die Schriftsteller.

Emmanuel Pierrat

Vorsitzender des Writers for Peace Committees des internationalen PEN

Übersetzung von Vera Botterbusch, Mitglied des deutschen PEN-Präsidiums

Deutschlandfunk „Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person“ – PEN-Präsidentin Regula Venske im Gespräch

Regula Venske Foto: © Michael Zapf

Regula Venske
(Foto: © Michael Zapf)

In der Deutschlandfunk-Sendereihe „Zwischentöne“ spricht PEN-Präsidentin Regula Venske ausführlich über den Einsatz des deutschen PEN-Zentrums Deutschland für bedrohte, verfolgte und inhaftierte Autorinnen und Autoren weltweit sowie ihr Leben und Schaffen.

Nachzuhören ist das Gespräch in der Deutschlandfunk-Audiothek.