PEN-Präsidentin Regula Venske im Deutschlandfunk zum Ausdruck „Social distancing“

Regula Venske Foto: © Michael Zapf

Regula Venske
(Foto: © Michael Zapf)

Im Interview mit dem Deutschlandfunk spricht PEN-Präsidentin Regula Venske darüber, warum alle, denen unser Gemeinwohl und unsere Sprache am Herzen liegen, insbesondere in Politik und Medien, den Ausdruck ‚soziale Distanz‘ durch Begriffe wie ‚physische Distanz‘ oder ‚körperlicher Abstand‘ ersetzen sollten.

Das Gespräch ist nachzuhören in der Dlf Audiothek.

‚Physische Distanz‘: Ja! ‚Soziale Distanz‘? Bitte nicht!

Physische Distanz‘: Ja! ‚Soziale Distanz‘? Bitte nicht!

Pressemitteilung, Darmstadt, 23. März 2020. Der deutsche PEN appelliert an alle, denen unser Gemeinwohl und unsere Sprache am Herzen liegen, insbesondere in Politik und Medien, den Ausdruck ‚soziale Distanz‘ durch Begriffe wie ‚physische Distanz‘ oder ‚körperlicher Abstand‘ zu ersetzen.

„‚Soziale Distanz‘ klingt wie ein Begriff aus dem Wörterbuch des Neoliberalismus“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „Wir alle aber wissen, dass jetzt soziale Nähe gefragt ist: Kooperation, Verantwortung füreinander. Man mag sagen, dass es derzeit dringlichere Probleme gibt, als Worte auf die Goldwaage zu legen. Aber Sprache prägt unser Denken und unser Verhalten. Im Englischen bedeutet social heute vor allem ‚gesellig‘ und erst in zweiter Linie das, was wir im Deutschen unter sozial verstehen. Social distancing mag also angehen. Im Deutschen steht das Wort sozial allerdings vor allem für gesellschaftliche Werte wie Gemeinsinn und Solidarität. Jetzt sind physische Distanz bzw. körperlicher Abstand geboten, ‚soziale Distanz‘ hingegen, das macht die Corona-Krise deutlich, gerade nicht!“

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Schnell, unbürokratisch, effizient – Deutscher PEN fordert in der Krise Grundeinkommen für Solo-Selbstständige in der Kultur

Schnell, unbürokratisch, effizient – Deutscher PEN fordert in der Krise Grundeinkommen für Solo-Selbstständige in der Kultur

Pressemitteilung, Darmstadt, 19. März 2020. Das PEN-Zentrum Deutschland unterstützt die Forderung des Deutschen Kulturrates nach einem schnellen und unbürokratischen Nothilfeprogramm für die Kultur. Die Schriftstellerorganisation begrüßt das Versprechen der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, sich über den bestehenden Haushalt hinaus dafür einzusetzen, zusätzliche Mittel für Kultur und Medien als Nothilfe zur Verfügung zu stellen. Begrüßenswert ist auch, dass die Kulturministerkonferenz der Länder sich der Forderung nach einem Notfallfonds bereits angeschlossen hat und dass einzelne Landesregierungen hier bereits tätig werden und unbürokratische Verfahren planen.

Gleichwohl wird es Härtefälle geben, nicht erfassbare Einbußen und andere Einkommenslücken aufgrund der Pandemie. Das PEN-Zentrum Deutschland unterstützt deshalb die Petition der Berliner Modedesignerin Tonia Merz nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für Solo-Selbständige in der Kulturbranche für einen Zeitraum von sechs Monaten. Die Solo-Selbständigen in den unterschiedlichen Kunstsparten, die auf Honorarbasis arbeiten, sind durch die derzeitigen Schließungen, Ausfälle und Absagen besonders betroffen. Nach ersten Umfragen brechen zwischen 80 und 100% der Einnahmen weg.

„‚Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch‘, dichtete Friedrich Hölderlin, dessen 250. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern. Für Künstlerinnen und Künstler und die vielen sogenannten ‚Freien‘ in der Kultur- und Kreativwirtschaft wird es existentiell notwendig sein, dass ‚das Rettende‘ in diesem Fall von der Politik kommt“, so die Präsidentin des deutschen PEN, Regula Venske. „Letztlich kommt es aber jetzt auf die Solidarität der gesamten Bevölkerung an, um diese Krise gemeinsam zu meistern.“

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Felix Hille
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PEN-Zentrum Deutschland sagt Jahrestagung (7.–10.5.) in Tübingen ab

PEN-Zentrum Deutschland sagt Jahrestagung (7.–10.5.) in Tübingen ab

Pressemitteilung, Darmstadt, 19. März 2020. Angesichts der derzeitigen Situation sagt der deutsche PEN seine diesjährige Jahrestagung in Tübingen ab. „Die Entscheidung haben wir mit schwerem Herzen getroffen, doch die Gesundheit unserer Mitglieder, der Auftretenden, Gäste sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für uns von höchster Priorität“, betont PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann.

„Wie so viele andere Organisationen, Veranstalter, Künstlerinnen und Künstler sind wir enttäuscht, dass all das Schöne, das wir monatelang geplant hatten, nun nicht realisiert werden kann. Die Begegnungen untereinander und mit dem Tübinger Publikum werden uns fehlen. Aber wir werden uns auch weiterhin nach Kräften für die Freiheit des Wortes und unsere Kolleginnen und Kollegen in Not einsetzen“, fügt PEN-Präsidentin Regula Venske hinzu.

Ob und in welcher Form die Mitgliederversammlung in diesem Jahr stattfinden kann, wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

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 Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Ägypten: Verhaftung mehrerer Aktivistinnen und Aktivisten während Coronapandemie

Ahdaf Soueif
Foto: Anna Frodesiak [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], from Wikimedia Commons

Update – 20. März 2020

Ahdaf Soueif und die im Folgenden erwähnten Aktivistinnen und Aktivisten wurden Soueifs verifiziertem Twitter-Account zufolge freigelassen.


Die Verhaftung und Inhaftierung von Aktivistinnen und Aktivisten in Ägypten – darunter die bekannte ägyptische Autorin Ahdaf Soueif – zeigen, dass sich die ägyptische Regierung mehr um ihren Ruf als um die Rechte ihrer Bürgerinnen und Bürger kümmert, einschließlich deren Rechts auf Meinungsfreiheit und Information, so PEN International in einem gemeinsamen Statement mit dem PEN America und dem English PEN. Soueif und mehrere Andere wurden während eines Protestes festgenommen, bei dem die Freilassung von Häftlingen gefordert wurde, um die Ausbreitung des Coronavirus in ägyptischen Gefängnissen einzudämmen.

Am 18. März 2020 protestierte Soueif vor dem ägyptischen Kabinett gemeinsam mit dem Akademiker Rabab al-Mahdi, Soueifs Schwester und Akademikerin Leila Soueif, und ihrer Nichte, der Aktivistin Mona Soueif. Mona Soueif hat den Protest live auf Facebook gestreamt und eine Konfrontation mit Polizisten aufgezeichnet, die sie Berichten zufolge gebeten haben, auf einer Polizeibehörde anzuhalten und „die Angelegenheit zu besprechen“. Ihre Telefone sollen daraufhin beschlagnahmt und ausgeschaltet worden sein. Laut dem Menschenrechtsanwalt Khaled Ali wurde die Gruppe auf der Polizeistation Qasr el-Nil im Kairoer Zentrum festgenommen. Später, so ein Familienmitglied, wurden die vier in einem Polizeifahrzeug aus der Station gebracht und werden nun wegen illegaler Versammlung, unrechtmäßigen Protests und Blockierung des Verkehrs angeklagt.

Die Lage der Meinungsfreiheit in Ägypten hat sich in den letzten sieben Jahren unter der Herrschaft von Präsident Abdel Fattah el-Sisi dramatisch verschlechtert. Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist das Recht auf Protest und Pressefreiheit besonders gefährdet. Am Montag widerrief Ägypten die Akkreditierung eines Korrespondenten für The Guardian und drohte, die Erlaubnis des Papiers für den Betrieb im Land zu widerrufen, nachdem die Verkaufsstelle einen Bericht veröffentlicht hatte, der darauf hinweist, dass die Anzahl der Fälle in Ägypten höher ist als gemeldet. Die Regierung veröffentlichte auch eine Erklärung, in der sie den Chef des New Yorker Büros in Kairo, Declan Walsh, beschuldigt, „professionelle Verstöße“ begangen zu haben, nachdem er in Tweets angedeutet hatte, dass die gemeldete Anzahl von COVID-19-Fällen in Ägypten untertrieben wird.

Das ausführliche Statement des PEN International finden Sie hier.