11.10.2018, 14 Uhr – „Der aufblasbare Engel“ Lesung und Gespräch mit Zaza Burchuladze und Ilija Trojanow auf der Frankfurter Buchmesse

Der georgische Autor und ehemalige Writers in Exile-Stipendiat Zaza Burchuladze stellt unter Moderation von Ilija Trojanow sein 2018 beim Aufbau Verlag erschienenes Buch „Der aufblasbare Engel“ vor.

Zaza Burchuladze
Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Zaza Burchuladze ist Verfasser mehrerer Romane, Essaysammlungen und Kurzgeschichten. In Georgien schockierten seine Erzählungen das Publikum, seine provozierenden Themen und sein experimenteller Schreibstil führten dazu, dass er lange Zeit von den Kritikern mit Nichtachtung gestraft wurde. In seinen Romanen greift Zaza Burchuladze immer wieder Themen auf, die in seinem Land als Tabus gelten: Texte über politischen Konformismus, Geschichten über Gewalt und Brutalität, weltanschauliche und religiöse Themen und Sexualität.

Ilija Trojanow
Foto: © Thomas Dorn

Wiederholt wurde er in seiner stark religiös geprägten Heimat wegen seiner öffentlich vorgetragenen verbalen Provokationen verfolgt, vehement bedroht und schließlich auf offener Straße niedergeschlagen. Von 2014 bis Anfang 2017 war er WiE Stipendiat des deutschen PEN.

Eine Veranstaltung des Hessischer Literaturrats e.V. in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland

11.10.2018, 11 Uhr – „Tagebuch eines afrikanischen Illegalen“ Lesung und Gespräch mit Enoh Meyomesse und Franziska Sperr auf der Frankfurter Buchmesse

Der kamerunische Autor Enoh Meyomesse (Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat der Wissenschaftsstadt Darmstadt) wird auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse in Lesung und Gespräch von Franziska Sperr, Vizepräsidentin und Beauftragte für Writers in Exile des deutschen PEN-Zentrums, vorgestellt.

Enoh Meyomesse, mit bürgerlichem Namen Dieudonné Enoh, ist Lyriker, Romanautor, Dramatiker, Historiker und politischer Aktivist. Er wurde 1954 in Kamerun geboren. Portraits der Writers-in-Exile-Stipendiaten am 28.4.2018 im Hotelzimmer 250 des Romantikhotel Gebhards im Rahmen der PEN-Jahrestagung 2018 vom 26. bis 29.4.2018 in Göttingen. Foto: Stefanie Silber

Enoh Meyomesse
Foto: Stefanie Silber

Enoh Meyomesse, mit bürgerlichem Namen Dieudonné Enoh, ist ein Lyriker, Romanautor, Dramatiker, Historiker und politischer Aktivist. Seine gesellschaftliche Analysen und Initiativen führten zu mehrmaligen Verhaftungen, 2011 schließlich zur dauerhaften Inhaftierung im Zentralgefängnis Kondengui, das in Kameruns Hauptstadt Yaoundé liegt.

Franziska Sperr
Foto: Brigitte Corell

Am 27. April 2015 kam der Autor mithilfe der unermüdlichen Lobbyarbeit internationaler Verbände, insbesondere des PEN-Zentrums Deutschland, aus seiner Haft frei. Enoh Meyomesse ist seit Oktober 2015 Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat der Stadt Darmstadt unter der Betreuung des deutschen PEN-Zentrums.

Eine Veranstaltung des Hessischer Literaturrats e.V. in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland

18.09.2018 – CHINA TIME Hamburg 2018: „Für Freiheit bereue ich nichts“

V. l. n. r.: PEN-Präsidiumsmitglied Tanja Kinkel, PEN-Präsidentin Regula Venske und tibetischer Mönch und Menschenrechtsaktivist Golog Jigme Gyatso vor der Writers-in-Prison Lesung am Messefreitag Foto: PEN-Zentrum Deutschland

PEN-Präsidentin Regula Venske und der tibetische Menschenrechtsaktivist Golog Jigme Gyatso
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Im Rahmen der diesjährigen CHINA TIME (1.–23. September) stellen PEN-Präsidentin Regula Venske und Migmar Dhakyel, Kampagnenreferentin der Tibet Initiative Deutschland in Berlin, das Buch „Für Freiheit bereue ich nichts“ des Tibeters Shokjang vor.

Wegen seiner Kritik an der Tibet-Politik der chinesischen Regierung wurde Shokjang am 19. März 2015 verhaftet und später wegen „Anstiftung zum Separatismus“ zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach drei Jahren kam er im März frei.

Eintritt: 8,– €

Veranstalter sind die Tibet Initiative Deutschland e. V., die Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) und der Verein der Tibeter in Deutschland e.V.

13.10.2018, 13:30 Uhr – „Pressefreiheit in der Türkei“ Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse

Deniz Yücel
Foto: © PEN-Zentrum Deutschland

Menschenrechte und Pressefreiheit werden in der Türkei weiterhin beschnitten, eine kritische Berichterstattung scheint nur noch im Ausland möglich. Wie können sich Journalisten in und außerhalb der Türkei trotzdem mit diesen Geschehnissen befassen? Ein Gespräch über die Chancen und Grenzen des Journalismus, Selbstzensur und Opposition.

Regula Venske
Foto: Stefanie Silber

 

Auf dem Podium:

Stephan Lohr (Literaturkritiker und Programmplaner des Göttinger Literaturherbstes) moderiert die Veranstaltung.

Eine Veranstaltung der Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland

10.10.2018, 13 Uhr – „Bilder bauen Welten: die Macht des (un)sichtbaren Narrativs“ Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse

Bilder – ob Rollenbilder, Vorstellungen der eigenen oder einer fremden Kultur, Idealvorstellungen und mediale Utopien – bestimmen unsere Wahrnehmung im sozialen und gesellschaftlichen Miteinander, unsere Vorurteile, unser Verhalten, unsere Ängste und daraus resultierende politische Tendenzen, unseren Umgang miteinander. Wir wissen heute viel darüber, wie Männer die Welt sehen. Denn die Bilder, die wir überwiegend zu sehen oder zu lesen bekommen, sind jahrhundertelang von einer männlichen Sicht geprägt, der sich auch heute noch niemand entziehen kann, der oder die in diese Bilderwelt hineinwächst.

Nina George Foto: © Helmut Henkensiefken

Nina George
Foto: © Helmut Henkensiefken

Ausgehend von den Ergebnissen der Untersuchung „Sichtbarkeit von Frauen in Medien und im Literaturbetrieb“ (eine Pilotstudie des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland, VS, Bücherfrauen und Netzwerk Autorenrechte) zur Repräsentation von Autorinnen und Rezensentinnen in Medienkritiken wollen wir über Bilder – Rollenbilder, Stereotype, Kulturbilder – und die Verantwortung der Literatur bzw. von Kunst und Kultur für das Entstehen und Fortdauern dieser Bilder in unserer Gesellschaft sprechen.

Maren Kroymann Foto: © Mirjam Knickriem

Maren Kroymann
Foto: © Mirjam Knickriem

Wenn wir über Bilder und ihre Auswirkungen reden, müssen wir darüber reden, was und wer auf welche Weise in der Literatur sichtbar ist – was und wen wir in welchem Kontext zu sehen bekommen. Welche Rolle etwa spielt die (Un-)Sichtbarkeit von Autorinnen in diesen Aushandlungsprozessen über das ‚richtige Frauenbild‘, über Aufgaben, Rechte und Pflichten, die durch dominierende und/oder umstrittene Geschlechterrollen festgelegt werden? Was resultiert aus der Unsichtbarkeit der Intellektualität von Frauen in dieser Gesellschaft? Welche Bilderwelt auch in unseren Geschichten wollen wir für die Zukunft?

Auf dem Podium:

Prof. Dr. Elizabeth Prommer Foto: © Privat

Elizabeth Prommer
Foto: © Privat

  • Nina George, Bundesvorstand Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), Womens‘ Writers Committee-Beauftragte des PEN
  • Maren Kroymann, Kabarettistin, Schauspielerin (Grimme-Preisträgerin) und Sängerin
  • Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Direktorin des Instituts für Medien­forschung an der Universität Rostock

Dr. Valeska Henze, Politikwissenschaftlerin, Übersetzerin und Beauftragte der BücherFrauen im Deutschen Kulturrat, moderiert die Veranstaltung.

Eine Veranstaltung des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di, BücherFrauen e.V., dem Netzwerk Autorenrechte und dem PEN-Zentrum Deutschland