26.09.2022 – PEN liest Rushdie

Am 26.9.1988 erschienen „The Satanic Verses“
Ab 26.9.2022 lesen PEN-Mitglieder aus den Werken Salman Rushdies

Pressemitteilung, Darmstadt, 22. September 2022. Als Salman Rushdie vor sechs Wochen, am 12. August im Bundesstaat New York, bei einem lebensbedrohlichen Anschlag schwer verletzt wurde, war sich das Präsidium rasch einig, Salman Rushdie zum Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums zu machen.

Schon nach der Fatwa vom 14. Februar 1989 hatten sich der Internationale PEN und PEN-Zentren in aller Welt, auch in Deutschland, für den britisch-indischen Autor engagiert. PEN-Mitglied Günter Wallraff gab ihm Zuflucht, PEN-Mitglieder wie Gert Heidenreich und viele andere publizierten und lasen aus den „Satanischen Versen“; ein durchaus riskantes Unterfangen, galt und gilt das Hinrichtungsgebot Ayatollah Khomeinis doch allen, die an der Veröffentlichung des Romans teilhaben.

Für Rushdie begannen damals neun Jahre in einem „komfortablen Gefängnis“, in einem „Luxuskäfig“, wie er in seiner Autobiographie schrieb und im Interview sagte. Erst der Umzug nach New York brachte ihm eine neue Freiheit, eine trügerische Freiheit, wie die Messerattacke im August zeigte.

„The Satanic Verses“, der Roman, der Ayatollah Khomenis Fatwa auslöste, war am 26. September 1988 erschienen. Der PEN Deutschland lud jetzt Kolleg*innen anderer PEN-Zentren ein zu einer gemeinsamen Online-Lesung aus verschiedenen Büchern Salman Rushdies, dessen literarisches Schaffen nicht auf die „Satanischen Verse“ verkürzt werden darf.

„Die Fatwa wollte seinerzeit darüber verfügen, wer was und wie erzählen darf. Salman Rushdie hingegen steht für kulturelle Vielfalt, einen liberalen Geist und bedingungslosen Einsatz für die Meinungsfreiheit. Seine Romane sind wahre Feuerwerke aus Historie und Pop, Tragödie und Groteske, Märchen, politischer Realität und philosophischer Tiefe“, sagte Cornelia Zetzsche, Writers in Prison Beauftragte des deutschen PEN-Zentrums und sieht die weltweite Lesung als Zeichen der Solidarität für Sir Salman.

Über 60 PEN-Mitglieder von New York bis Sydney, von Bulawayo bis London beteiligten sich an der Aktion. Unter ihnen: Günter Wallraff und Gert Heidenreich, 1989 Mitherausgeber der „Satanischen Verse“; Burhan Sönmez (Präsident PEN International), Salil Tripathi (Board PEN International), Josef Haslinger (Präsident PEN Deutschland), Elisha July (Präsident PEN Simbabwe), Helmuth A. Niederle (Präsident PEN Österreich), Alix Parodi und Mansour Razaghi von den PEN-Zentren Schweiz und Australien, Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe, Bestseller-Autorin Tanja Kinkel, preisgekrönte Schriftsteller*innen wie Ulrike Draesner, Jenny Erpenbeck, Nora Gomringer, Thomas Lehr, Ingo Schulze, Uwe Timm, Ilija Trojanow, Najem Wali und andere; mit freundlicher Unterstützung von Penguin Random House.

Ab 26. September lesen PEN-Mitglieder auf Englisch, Italienisch, Französisch, Kurdisch, Farsi und vor allem auf Deutsch aus: „Die Satanischen Verse“, „Joseph Anton“, „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“, „Quichotte“, „Sprachen der Wahrheit“, „Scham und Schande“, „Harun und das Meer der Geschichten“, aus seiner Pinter-Preis-Rede und „Golden House“ (Abzurufen auf dem PEN-Vimeo-Kanal sowie auf der PEN-Webseite und anderen).

Im Namen des deutschen PEN-Zentrums

Cornelia Zetzsche
Vizepräsidentin und Writers in Prison Beauftragte

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

26.09.2022, 19 Uhr – Ein Gespräch über Leben und Schreiben im Exil in Regensburg

Schriftstellerin Barbara Krohn kommt mit den Writers-in-Exile-StipendiatInnen Stella Nyanzi und Umar Abdul Nasser ins Gespräch: 

Ein Leben im Exil – der Verlust der Heimat – die Erfahrung von Fremde. Wie erleben zwei preisgekrönte, engagierte LyrikerInnen diesen existentiellen Umbruch? Was bedeutet das Exil für ihr Leben, Denken, Schreiben – und was für ihre Zukunft?

Stella Nyanzi
Foto: Max Gödecke

Stella Nyanzi, geboren 1974 in Jinja, ist eine ugandische Dichterin, Anthropologin, Gender-Forscherin und Aktivistin. Bekannt wurde sie durch ihre massive Kritik am ugandischen Präsidenten Museveni, der seit mehr als 30 Jahren eine Diktatur führt. In ihrer Arbeit widmet sie sich den Auswirkungen von Patriarchat, Frauenfeindlichkeit und Homophobie auf ihr Heimatland. Oft bedient sie sich dabei „radikaler Unhöflichkeit“, eine traditionelle ugandische Strategie, die Mächtigen durch öffentliche Beleidigung zur Rechenschaft zu ziehen. Mehrfach wurde Stella Nyanzi verhaftet, immer wieder massiv bedroht. Für ihren kompromisslosen Einsatz für die Meinungsfreiheit wurde sie 2020 mit dem PEN International Award for Freedom of Expression ausgezeichnet. Anfang 2021 gelang ihr vorübergehend die Flucht nach Kenia. Seit Februar 2022 ist sie Stipendiatin des Writer-in-Exile Programms des deutschen PEN. Ein neuer Gedichtband (auch mit deutscher Übersetzung) ist in Vorbereitung.

 

Umar Abdul Nasser
Foto: Max Gödecke

Umar Abdul Nasser ist ein irakischer Dichter und Filmemacher. Als Künstler in einer Welt, in der der Islamische Staat alles Künstlerische zerstört, musste Abdul Nasser stets um sein Leben fürchten. Er lebte mehr als zwei Jahre lang versteckt vor dem IS, bevor er es schaffte, das Land 2016 für einen Stipendien-Aufenthalt bei ICORN in Breslau zu verlassen. Seine beeindruckenden poetischen Texte, die er oft in Kombination Bildern und Musik vorträgt, reflektieren u.a. die Themen Frieden und Freiheit. Von 2019 bis 2021 war Umar Abdul Nasser Stipendiat im Stipendienprogramm Writers-in-Exile des deutschen PEN. Eine zweisprachige Veröffentlichung seiner Lyrik ist in Vorbereitung.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN statt.

Kooperationspartner: PEN Zentrum Deutschland, Kulturamt Regensburg

Moderatorin: Barbara Krohn, Schriftstellerin, Dozentin für Kreatives Schreiben, literarische Übersetzerin, Betreuerin des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN Zentrums. Die Autorin wurde u.a. durch ihre Kriminalromane, Erzählungen und die Lyrik bekannt (2002 Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, 2012 Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG). Sie unterrichtet seit vielen Jahren Kreatives Schreiben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und ist Herausgeberin der Edition Kreatives Schreiben im KernVerlag.

Leben im Exil – Schreiben im Exil

Montag, 26.09.2022, 19.00 Uhr, im Restaurant Orphée, Saal im Obergeschoss, Untere Bachgasse 8 in 93047 Regensburg.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 sind mehr als sechzig Literatinnen und Literaten Stipendiaten dieses Exil-Programmes gewesen. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Verlegerinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

21.09.2022, 18:00 Uhr – Literarische Lesung und Gespräch: Writers-in-Exile Stipendiat Barbaros Altug und Burcu Argat

Barbaros Altuğ
Foto: Dilan Bozyel

Writers-in-Exile-Stipendiat Barbaros Altug spricht mit Burcu Argat über Berlin in der türkischen Literatur. Gemeinsam blicken sie auf historische Biografien aus Argats neuem Roman „Solange die Zeit stehenbleibt“ und beleuchten die Perspektive moderner türkischer Frauen im Berlin der 20er Jahre. Barbaros Altug wird aus seinem neu erschienenen Roman „Ausländer“ vorlesen.

Die Veranstaltung wird online auf dem Instagram Account von @kulturonlineberlin übertragen. Gesprochen wird Türkisch, übersetzt auf Deutsch.

Eintritt frei. Begrenzte Plätze.

Anmeldung telefonisch oder via E-Mail an: museum[at]charlottenburg-wilmersdorf.de
Bei freien Plätzen ist auch eine spontane Teilnahme möglich.

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 sind mehr als sechzig Literatinnen und Literaten Stipendiaten dieses Exil-Programmes gewesen. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Verlegerinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

04.10.2022 – Nazli Karabıyıkoğlu und Volha Hapeyeva beim internationalen literaturfestival berlin

Das internationale literaturfestival berlin gehört zu den bedeutendsten Literaturveranstaltungen weltweit. In diesem Jahr sind die Writers-in-Exile-Stipendiatinnen Nazli Karabıyıkoğlu und Volha Hapeyeva eingeladen, das Festival mit ihrer Literatur und ihren Erfahrungen zu bereichern:

Words of Love and Hate – Fighting Gendered Violence: Nach der Istanbul-Konvention

Die Autorin Nazli Karabıyıkoğlu und die Journalistin Burcu Karakaş diskutieren über Gewalt gegen Frauen in der Türkei, den Austritt der Türkischen Regierung aus der Istanbuler Konvention und darüber, wie Geschichten des Widerstands und der Solidarisierung erzählt werden können.

Samstag, 10. September 2022, 20:00, silent green Kulturquartier, Gerichtstr. 35, 13347 Berlin (Eintritt:10 Euro, ermäßigt: 6 Euro)

Postsoviet Cosmopolis – Poetry Night. Mit Semjon Hanin, Volha Hapeyeva, Eugenijus Ališanka

Die belarussische Lyrikerin Volha Hapeyeva liest aus ihrem Gedichtband „Mutantengarten“ und blickt dabei aus dezidiert weiblicher Perspektive auf Politik und Geschichte. Die deutsche Übersetzung wird anschließend von einer Schauspielerin vorgetragen. Kuratorin und Moderatorin Karolina Golimowska führt durch die Veranstaltung mit drei weiteren Lyriker:innen.

Samstag, 10. September 2022, 20:00, Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin (10 Euro, ermäßigt: 6 Euro)

Die Veranstaltung wird auch als Livestream übertragen.

04.10.2022 – Prozess verschoben – Spendenaktion im Fall Tsitsi Dangarembga

Darmstadt, 26. August 2022: Weil die Mitangeklagte Julie Barnes nicht vor Gericht erschien, wurde die Urteilsverkündung heute auf 29. September vertagt. Eine Sofortaktion soll die Finanzierung der Prozesskosten ermöglichen. Das deutsche PEN-Zentrum, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Tsitsi Dangarembgas Verlage Orlanda und S. Fischer rufen zu Spenden auf.

Es ist ein zermürbender Prozess seit zwei Jahren, mit Falschaussagen, gefälschten Beweisen und immer wieder vertagt vom Antikorruptionsgericht, das direkt dem Präsidentenbüro untersteht. Diesmal allerdings fehlte Julie Barnes, wegen Komplikationen auf einer Rückreise habe sie nicht erscheinen können, heißt es. Wie schon im Juli gegen Tsitsi Dangarembga, wurde diesmal gegen Julie Barnes Haftbefehl erlassen.

An die dreißig Mal wurden die Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes, Journalistin und Medien-Consultant, vor Gericht zitiert, weil sie am 31. Juli 2020 in Harare demonstriert hatten: für eine Reform der Institutionen und ein besseres Simbabwe und für die Freilassung des renommierten Journalisten Hopewell Chin’ono. „Bigotterie“, Anstiftung zu Gewalt in der Öffentlichkeit, Verstoß gegen die Covid-Regeln in Zimbabwe, lauten die Anklagepunkte in diesem Verfahren, das die friedlichen Proteste kriminalisiert.

Vertreten wurden und werden Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes über all die Zeit von ihrem Anwalt Chris Mhike, einem der Zimbabwe Lawyers for Human Rights (ZLHR), die im ganzen Land unterwegs und über Hotlines erreichbar sind, um verfolgten Journalist*innen, Autor*nnen, Oppositionellen und Intellektuellen zu helfen. Nun sind die Kassen der ZLHR leer, Spenden dringend vonnöten. Spendenlink

„Zimbabwe Lawyers for Human Rights leisten unentgeltlich und unentbehrliche Arbeit für Tsitsi Dangarembga, Julie Barnes und die Meinungsfreiheit in Simbabwe, sie brauchen dringend unsere Unterstützung“, sagte Cornelia Zetzsche, Writers at Risk Beauftragte des deutschen PEN-Zentrums mit Blick auf die zahlreichen anderen Fälle im Land.

Solidarisch mit Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes und mit den Zimbabwe Lawyers for Human Rights rufen das deutsche PEN-Zentrum, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Verlage Orlanda und S. Fischer zur Spendenaktion auf.

Für das PEN Zentrum Deutschland

Cornelia Zetzsche

Vizepräsidentin/ Writers at Risk Beauftragte

Spendenlink

Pressekontakt:
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/23120
Mobil: 0176-60732361
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

 

 

 

 

08.09.2022, 19 Uhr – KABUL – BERLIN – KAIRO: Ein Benefiz-Abend des PEN-Zentrums Deutschland, der Akademie der Künste und des PEN Afghanistan für Writers in Prison/ Writers at Risk

Pressemitteilung, Darmstadt/Berlin, 1.9.2022

8. September 2022
KABUL – BERLIN – KAIRO
Ein Benefiz-Abend
des PEN-Zentrums Deutschland, der Akademie der Künste, Berlin,
und des PEN Afghanistan
für Writers in Prison/ Writers at Risk

 

Tandem-Lesungen afghanischer Poesie, Musik, Gespräche und Video
mit Sadeq Osyan & Christoph Hein, Dastgir Farhood & Jenny Erpenbeck,
Tamanna Tawangar & Yoko Tawada, Wahab Mojeer & Kathrin Röggla,
Abdul Manan Shiwaesharq & Josef Haslinger
und Astrid Vehstedt

Texte von Writers in Prison/ Writers at Risk,
gelesen von Valery Tscheplanowa

Musik: Delagha Surood & Ardhi Engl & NN
Moderation: Cornelia Zetzsche und ein afghanischer Journalist

 

In den letzten Wochen und Monaten gelang es dem PEN Zentrum Deutschland, zusammen mit dem PEN International, zehn Schriftsteller*Innen und ihre zum Teil großen Familien, etwa hundert Menschen, aus Afghanistan zu holen; dank der umfangreichen Kooperation mit der NGO „Luftbrücke Kabul“, dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Zugleich leben Autoren und Autorinnen in aller Welt zunehmend in Gefahr. Autokratien haben, nicht zuletzt in Zeiten von Covid und strikten Pandemie-Regeln, Aufwind bekommen. Das freie Wort ist in Bedrängnis.

Ein Video aus Ruanda und die Lesung von Valery Tscheplanowa erinnern an Poeten und Autorinnen, die in der Türkei, in Indien, Kasachstan, Ägypten und Cuba verfolgt werden, verhaftet, verurteilt oder ermordet wurden oder, wie Innocent Bahati, einfach verschwanden.

Um die afghanischen Kollegen und Kolleginnen willkommen zu heißen, stellen deutschsprachige Autoren und Schriftstellerinnen die afghanischen PEN-Mitglieder vor.

Samay Hamed: Arzt, Komponist, Songwriter, Präsident des PEN Afghanistan; Leiter von Radio- und Fernseh-Programmen; preisgekrönter Autor von über 50 Bücher von Poesie und Literaturkritik bis Kunst und Politik.

Sadeq Osyan: Dichter, Literaturwissenschaftler, Menschenrechtler, Präsidiumsmitglied des PEN in Mazar-e-Sharif in der Balkh-Provinz, einem kulturellen Zentrum Afghanistans; Experte zeitgenössischer Poesie in Farsi.

Dastgir Farhood: Dichter und einflussreicher literarischer Vertreter in seiner Muttersprache Usbekisch; Seit 2018 im PEN verantwortlich für Literatur in türkischer Sprache.

Tamana Tawangar: geb. 1991 in Herat; Dichterin, Schauspielerin, Theaterregisseurin in Kabul; im PEN Afghanistan zuständig für Literatur auf Farsi; veröffentlichte drei Romane und zwei Gedichtbände.

Wahab Mojeer: 1975 geboren in Mazar-e-Sharif; Lyriker, Autor sozialkritischer, politischer Gedichte seit den 90er Jahren; die meisten in der Form klassischer Ghazals; Verfasser von dreizehn Gedichtbänden.

Abdul Manan Shiwaesharq: geboren 1983; zeitweise stellvertretender Kulturminister; Dichter und Autor von Sachbüchern über demokratische Werte, politisches Denken und Philosophie.

Ein vielstimmiger Abend, der die Arbeit des Writers in Prison/ Writers at Risk-Komitees des deutschen PEN unterstützen soll. Musikalisch begleitet vom preisgekrönten Sänger und Musiker Delagha Surood und seinem Tabla-Spieler und vom virtuosen Multiinstrumentalisten Ardhi Engl aus München. Gemeinsam veranstaltet von der Akademie der Künste, Berlin, dem PEN Afghanistan und dem PEN Zentrum Deutschland.

Am 8. September 2022, 19 – 22 Uhr
Akademie der Künste, Berlin, Pariser Platz 4, Plenarsaal
Eintritt: 15 €, 10 € (ermäßigt)

Spenden für Writers in Prison/ Writers at Risk willkommen!

PEN-Zentrum Deutschland, PEN Afghanistan, Akademie der Künste, Berlin

Informationen und Kartenvorverkauf

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

01.09.2022, 15 Uhr – Writers-in-Exile-Foto-Lyrik Ausstellung des PEN am 1.9. in Darmstadt

„weil ich beschlossen habe, mich nie bezwingen zu lassen.“

Das PEN-Zentrum Deutschland lädt ein zur Vernissage seiner Foto-Lyrik Ausstellung am 1.9. in der PEN-Geschäftsstelle in Darmstadt. Die Ausstellung mit dem Titel „weil ich beschlossen habe, mich nie bezwingen zu lassen.“[1] zeigt Fotografien von Exilautorinnen und –autoren, die mithilfe des Writers-in-Exile-Programms des PEN Zuflucht in Deutschland gefunden haben. Ergänzt wird die Premiere um ein vielfältiges Programm mit Musik und Lesungen von und mit den Exilschriftstellerinnen und –schriftstellern.

Bei der Eröffnungsveranstaltung in Darmstadt soll es nicht bleiben. Astrid Vehstedt, Vizepräsident des PEN und zuständig für den Bereich Writers-in-Exile, betont: „Neben einer Wanderausstellung durch die Bundesrepublik planen wir die Werke auch digital erfahrbar werden zu lassen, zumal die ausgestellten Fotos nur eine Auswahl aus einem sehr umfangreichen Werk sind. Zu diesem Zweck sind wir derzeit dabei, die Möglichkeiten im digitalen Metaverse auszuloten. Dies eröffnet für Projekte wie diese ganz neue Dimensionen.“

„Die Autor:innen in ihren durchaus verschiedenen Lebensrealitäten zu begleiten, macht die reflektive Kraft des Perspektivenwechsels deutlich“, so der Berliner Fotograf Maximilian Gödecke.

Wann: Donnerstag, den 1.9.2022, ab 15 Uhr (Beginn der Lesungen: 17 Uhr)
Wo: Geschäftsstelle des deutschen PEN (Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt)
Anmeldung erbeten unter: info [at] pen-deutschland [dot] de
Eintritt frei

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 sind mehr als sechzig Literatinnen und Literaten Stipendiaten dieses Exil-Programmes gewesen. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Verlegerinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

In seinen Arbeiten beschäftigt sich der Berliner Portrait- und Reportagefotograf Maximilian Gödecke (geb. 1995) mit den Facetten menschlichen Lebens sowie den Geschichten, die es hervorbringt. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung im Studio67 in 2019 machte er sich selbstständig. Seitdem widmet er sich von Idee zu Projekt seinem tiefen Interesse, Menschen zu begleiten und sie in ihrem Sein zu verstehen.

Ablauf der Ausstellungseröffnung

15 Uhr Begrüßung durch Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, und Astrid Vehstedt, Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragte des deutschen PEN

16 Uhr Empfang

17 Uhr Aktuelle und ehemalige Writers-in-Exile-Stipendiatinnen lesen aus ihren Texten

Mit: Umar Abdul Nasser (Irak) sowie Nazli Karabiyikoglu und Barbaros Altuğ (Türkei)

18.45 Uhr Aktuelle und ehemalige Writers-in-Exile-Stipendiatinnen lesen aus ihren Texten

Mit: Anise Jafarimehr und Sajjad Jahan Fard (Iran) sowie Stella Nyanzi (Uganda)

Die syrische Writers-in-Exile-Stipendiatin Kholoud Charaf sorgt mit ihrer Band für Klänge aus ihrer Heimat.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Stadt Fürth, dem Kulturreferat München und der Stadt Nürnberg

 

[1] Umar Abdul Nasser: „Flüchtling sein“. In: in der nie endenden bernsteinfarbenen nacht. Hamburg: Kursbuch Kulturstiftung (2021), S. 36 (Aus dem Arabischen von Kerstin Wilsch).

10.07.2022, 15 Uhr – „Lesen unterm Schirm“: Der Lesespaziergang durch Kamen

An ingesamt drei Orten veranstaltet die Stadt Kamen mit Hilfe des Literaturcafés Kamen unter Federführung des früheren PEN-Generalsekretärs Heinrich Peuckmann sowie PEN-Förderer Bernhard Büscher Lesungen im Innenhof der Bücherei am Markt, in der Lutherkirche sowie in der Kirche Heilige Familie.

Mit bekannten Autoren aus der gesamten Republik, unter ihnen zahlreiche Mitglieder des deutschen PEN, und mit musikalischer Untermalung können Literaturinteressierte zwischen den Lesungsorten wechseln.

Beginn der Veranstaltungen: 15 Uhr

Kirche Heilige Familie (Kirchplatz 7, 59174  Kamen)

Mit:
Roswitha Quadflieg, Berlin
Najet Adouani, Berlin

Roswitha Quadflieg Foto: Mileva Schlösser

Musik: Ben Schickedanz, Malte Externbrink

 

Stadtbücherei (Markt 1, 59174 Kamen)

Mit:
Dorothea Renckhoff, Köln
Vera Botterbusch, München

Vera Botterbusch
Foto: Thorsten Jordan

Musik: Rüdiger Wilke

 

Lutherkirche (Kampstraße 4, 59174 Kamen)

Thomas Bachmann

Mit:
Susanne Witzigmann (Nora Gold), Radebeul
Thomas Bachmann, Leipzig

Musik: Thomas Bachmann, Anaya Hubach

19.06.2022, 19 Uhr – Verleihung des WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreises 2022 im Schauspiel Frankfurt

Foto: Helmut Lunghammer

Die belarusische Autorin und Writers in Exile-Stipendiatin Volha Hapeyeva wird für ihren Text „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis 2022 ausgezeichnet. Die Laudatio hält der Soziologe Sighard Neckel

Tickets sind direkt über das Schauspiel Frankfurt erhältlich. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Schauspiel Frankfurt.

Im Rahmen der Preisverleihung diskutiert Moderatorin Ariane Binder mit Volha Hapeyeva sowie dem Philosophen Philipp Hübl, dem Autor Hasnain Kazim und der Traumatherapeutin Marianne Rauwald über das Thema Sprache der Macht – Macht der Sprache: Was können Worte in Zeiten der Krise bewegen?

30.06.2022, 19 Uhr – Ukraine & Beyond – Literarische Reise ins Exil unserer Zeit im Körber Forum in Hamburg

Anise Jafarimehr stammt aus Iran, Nazli Karabıyıkoğlu aus der Türkei. Heute leben die Schriftstellerinnen im Exil in Deutschland.In einer Art Speeddating stellt die Körber Stiftung Ihnen die Writers in Exile-Stipendiatinnen des PEN und die Themen ihrer Werke vor: den Verlust von Familie und Freunde, den politischen Kampf gegen Unterdrückung und für die Freiheit.

Nazli Karabıyıkoğlu
Foto: Nazli Yildirim

Die Autorin und Aktivistin Nazli Karabıyıkoğlu half bei der Gründung der #MeToo-Bewegung innerhalb der türkischen Verlagsindustrie und deckte sexuelle Belästigung, Vergewaltigungskultur und Mobbing innerhalb der türkischen Literaturszene auf. Aufgrund dieser Recherchen und Artikel über die fortdauernden sexuellen Übergriffe, der sie und ihre Kolleginnen ausgesetzt waren, und der Texte, die sie über dieses Thema veröffentlichte, wurde sie von der Verlagsgemeinschaft ausgeschlossen.

Anise Jafarimehr
Foto: Privat

 

Die iranische Schriftstellerin, Sprachlehrerin und Kulturaktivistin Anise Jafarimehr wurde aufgrund ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und politischen Arbeit zur Erhaltung der kurdischen Sprache und Kultur von iranischen Sicherheitskräften verfolgt. Die kritische Aktivistin wurde bereits mehrfach verhaftet und sah sich physischer sowie psychischer Gewalt ausgesetzt.

Anmeldung ab 16. Juni auf der Seite der Körber Stiftung

Eine Veranstaltung der Körber Stiftung in Kooperation mit dem Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrum Deutschland.