11.05.2018, 18 Uhr – Lesung zu Ehren des türkischen Journalisten und Schriftstellers Ahmet Altan in Konstanz

Marathon-Lesung in der Spiegelhalle des Theaters Konstanz bis weit in die Nacht aus Ahmet Altans Roman „Der Duft des Paradieses“

Mit einem Grußwort des Vizepräsidenten und Writers-in-Prison-Beauftragten des deutschen PEN Ralf Nestmeyer

Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit.  Ahmet Altan ist einer von ihnen. Er wurde am 16. Februar 2018 zusammen mit seinem Bruder und fünf weiteren staatskritischen Journalisten und Schriftstellern zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Noch Anfang Januar hatte das türkische Verfassungsgericht die Freilassung von Mehmet Altan angeordnet. Ein untergeordnetes Gericht in Istanbul blockierte jedoch die Freilassung und weigerte sich, das Urteil umzusetzen.

Eine Veranstaltung des Theaters Konstanz

Weiterführende Informationen zur Lesung können Sie der Internetpräsenz des Theaters Konstanz entnehmen.

 

11.05.2018, 15 Uhr – Sprachlos auf der Flucht? – Lesung und Gespräch mit Zobaen Sondhi in Münster

Diskussionsrunde "Auf der Flucht vor der Machete. Selbstjustiz in Bangladesch" Writers-in-Exile Stipendiat Zobaen Sondhi im Gespräch mit Moderator Alf Mentzer Foto: © PEN-Zentrum Deutschland

Zobaen Sondhi
Foto: © PEN-Zentrum Deutschland

Im Rahmen des diesjährigen Katholikentags (9.-13. Mai 2018) in Münster liest der bengalische Writers-in-Exile Stipendiat Zobaen Sondhi aus seinen Texten.

Moderation: Dr. Burkhard Spinnen

Eine Veranstaltung des Katholikentags Münster

Weiterführende Informationen zum Literaturprogramm auf dem Katholikentag und den Eintrittspreisen können Sie der Internetseite des Literaturvereins Münster e.V. entnehmen.

Zobaen Sondhi wurde 1974 in Joypurhat, Bangladesch, geboren und ist Blogger, Dichter und Online-Aktivist. Neben seiner Arbeit als Bibliothekar des Dinajpur Textil-Instituts und „Information Science und Library Management“-Studiums an der „Asian University of Bangladesh“ war er bereits 1988 politisch aktiv. Als Mitglied einer säkularen linksgerichteten Partei wurde er schon in jungen Jahren brutal mit den Gefahren der freien Meinungsäußerung in Bangladesch konfrontiert. Er wurde von gewaltbereiten radikal-islamistischen Fundamentalisten angegriffen und schwer verletzt. Glücklicherweise konnte er gerettet werden. Er setzt sich ein gegen Menschenrechtsverletzungen und für die Verbreitung humanistischer Ideologien.

2013 begann die Regierung Bangladeschs auf Druck radikal-islamistischer Gruppen, Beiträge humanistischer und islamkritischer Autoren zu zensieren. Es kursierte eine Liste mit den Namen zahlreicher islamkritischer Blogger, denen Blasphemie vorgeworfen wurde. Sondhi war einer von ihnen. Dann forderten fundamentalistische Gruppen mit mutmaßlichen Verbindungen zu Al-Qaida und ISIS die Todesstrafe für diese Blogger. Es begann eine Jagd auf Online-Aktivisten, von denen einige auf grausame Weise getötet wurden. Die Regierung und die Sicherheitsbehörden Bangladeschs sahen und sehen tatenlos zu und haben nichts unternommen, um die Täter zu fassen. Auch Sondhi erhielt Todesdrohungen und verbrachte die letzten Monate aus Angst vor Übergriffen fern von Zuhause. Seit August 2016 ist Sondhi Stipendiat im Writers-in-Exile Programm des deutschen PEN.

12.05.2018, 15 Uhr – Sprachlos auf der Flucht? – Lesung und Gespräch mit Maynat Kurbanova in Münster

Im Rahmen des diesjährigen Katholikentags (9.-13. Mai 2018) in Münster liest die ehemalige Writers-in-Exile Stipendiatin Maynat Kurbanova aus seinen Texten.

Moderation: Dr. Burkhard Spinnen

Maynat Kurbanova
Foto: © D. Chatard u B. Thieme

Maynat Kurbanova wurde 1974 in Grosny geboren. Sie absolvierte die Fakultät für Journalistik an der Tschetschenischen Staatlichen Universität und arbeitete ab 1991 für verschiedene russische Massenmedien. Seit Anfang des zweiten Tschetschenienkrieges war sie als Korrespondentin der Moskauer Zeitung Nowaja Gazeta und für die Radiostation Swoboda im Nordkaukasus, auch in Tschetschenien, tätig. In ihren Reportagen berichtete sie über die Kriegsereignisse, über die unrühmlichen Taten des Militärs und über die Gewalt in der Tschetschenischen Republik. Nach mehreren Drohungen gegen ihre Person verließ sie Russland und war von 2004 bis 2007 Stipendiatin im Writers-in-Exile Programm des deutschen PEN. Inzwischen lebt Maynat Kurbanova in Wien, wo sie als selbständige Journalistin lebt.

Eine Veranstaltung des Katholikentags Münster

Weiterführende Informationen zum Literaturprogramm auf dem Katholikentag und den Eintrittspreisen können Sie der Internetseite des Literaturvereins Münster e.V. entnehmen.

07.05.2018, 19 Uhr – »Das ganze Land bist du und das Exil eine harte Nuss« Literatur in der Emigration – 1933/2018

Maynat Kurbanova
Foto: © D. Chatard u B. Thieme

Die ehemaligen Writers-in-Exile Stipendiaten Yamen Hussein aus Syrien und Maynat Kurbanova aus Tschetschenien sowie die türkische Writers-in-Exile Stipendiatin Şehbal Şenyurt Arınlı geben eindrucksvoll Zeugnis von der »Krankheit Exil«. Ihre Texte werden gespiegelt durch eine Auswahl deutschsprachiger Exilliteratur.

Moderation: Franziska Sperr, Writers-in-Exile-Beauftragte und Vizepräsidentin des deutschen PEN

Vor 85 Jahren brannten in Deutschland die Bücher. Tausende Schriftsteller und Wissenschaftler wurden von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt, zur Emigration gezwungen oder ermordet.

Yamen Hussein
Foto: © Roland Baege

An diesem Abend denken wir an jene, die ihre Arbeit unter widrigsten Umständen im Exil fortsetzten oder hierzulande nur noch heimlich für die Schublade schrieben. Und wir schauen angesichts der weltweiten Zunahme staatlicher Repressionen in die Gegenwart: Viele Autoren suchen Zuflucht in Deutschland, das aufgrund seiner »verbrannten Dichter« in einer ganz besonderen Verantwortung steht.

Şehbal Şenyurt Arınlı Foto PEN-Zentrum Deutschland

Şehbal Şenyurt Arınlı
Foto PEN-Zentrum Deutschland

Anlässlich des 85. Jahrestages der Bücherverbrennung geht es in dieser Lesung um die Stimmen der deutschen Emigranten und der gegenwärtig in Deutschland lebenden Autoren, die hier in ein ganz neues Leben finden müssen.

Eintritt: € 10,– (auch mit MVHS-Card)
Weitere Informationen zur Veranstaltung können Sie der Internetseite des Gaststeigs München entnehmen.
Eine Veranstaltung der Münchner Volkshochschule in Kooperation mit dem deutschen PEN-Zentrum

03.05.2018, 19:30 Uhr – PEN-Fellow Can Dündar diskutiert in Gießen über Pressefreiheit und Menschenrechte in der Türkei

Can Dündar
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Can Dündar (*1961) wurde in Ankara geboren und lebt derzeit als Fellow des deutschen PEN in Deutschland. Er war langjähriger Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet. Im November 2015 wurde Dündar wegen Spionagevorwürfen in Untersuchungshaft genommen. Nach seiner Freilassung floh er nach Deutschland, wo er heute wieder als Journalist tätig ist und seinen Fall öffentlich machte. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet. Allein 2016 und 2017 erhielt er u.a. den Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien, den Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN sowie den internationalen Whistleblower-Preis. Im Oktober 2017 erschien sein Buch „Verräter: Von Istanbul nach Berlin. Aufzeichnungen im deutschen Exil“, aus dem der Gießener Schauspieler Roman Kurtz an diesem Abend lesen wird. Darin – sowie im anschließenden Gespräch mit dem (dann) ehemaligen Vizepräsidenten des deutschen PEN, Sascha Feuchert – berichtet Dündar über sein Exil, über Wertschätzung und Feindseligkeit und über Bemühungen um eine demokratische Türkei. Die Veranstaltung wird von der Dolmetscherin Şebnem Bahadır („Translate for Justice“) begleitet. Ausgerichtet wird sie vom Literarischen Zentrum Gießen in enger Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland, dem Präsidenten der JLU Gießen, Gefangenes Wort e.V. und dem Hessischen Literaturrat e.V.  sowie mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und hr2-Kultur. Für den Kartenverkauf gelten aufgrund der Sicherheitslage besondere Vorkehrungen, Einzelheiten unter http://www.lz-giessen.de.