26.01.2023, 19:30 Uhr – Geborene Emigranten? Das Schreiben in der Fremde – mit Kholoud Charaf

Wie ist es, erzwungenermaßen in der Fremde schreiben zu müssen? Und warum ist die Aufnahme gefährdeter Autorinnen und Autoren so wichtig?

Kholoud Charaf
Foto: Maximilian Gödecke

Darüber spricht Writers-in-Exile-Stipendiatin Kholoud Charaf aus Syrien mit am Donnerstag, 26. Januar 2023, im Literarischen Colloquium Berlin mit dem polnischen Schriftsteller Tomasz Różycki, der Lyrikerin und Übersetzerin Dagmara Kraus und dem Herausgeber Till Greite.

Maurice Läbe liest dazu aus Briefen von Witold Gombrowicz, seit 1939 im argentinischen Exil lebend, und 1963 wie Ingeborg Bachmann oder Igor Strawinsky auf Einladung der Ford Foundation in der geteilten Stadt Berlin.

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In Zusammenarbeit mit SINN UND FORM und der Akademie der Künste.

27.11.2022, 16.00 Uhr – „Dünnes Eis“ – eine Veranstaltung mit Zmicier Vishniou und Yirgalem Fisseha Mebrahtu

Autor Zmicier Vishniou aus Belarus (Writers-in-Exile-Stipendiat), Copyright: Andrey Dzmitranok

 

„Dünnes Eis“ – unter diesem Titel der Veranstaltung von „Weiter Schreiben Mondial“ lesen und diskutieren zehn Autor*innen aus Kriegs- und Krisengebieten, darunter Writers-in-Exile-Stipendiat Zmicier Vishniou aus Belarus und die ehemalige Writers-in-Exile-Stipendiatin Yirgalem Fisseha Mebrahtu aus Eritrea.

Schriftsteller*innen aus Afghanistan, Ägypten, Angola, Belarus, Burkina Faso, Eritrea, Irak, Iran, Südsudan und Syrien haben im Rahmen des Projekts Texte und Briefwechsel veröffentlicht und sprechen am Sonntag, 27.11.2022 im HAU Hebbel am Ufer in Berlin in drei Panels über Grenzen und Freiheit.

Die Lesungen und das Gespräch unserer Writers-in-Exile Stipendiat*innen mit Sabina Brilo (Belarus) unter der Moderation von Iryna Herasimovich findet von 17:30 bis 19:00 Uhr auf Engluisch und Russisch statt.

Tickets und weitere Informationen

Eine Veranstaltung von “Weiter Schreiben Mondial” in Kooperation mit HAU Hebbel am Ufer. “Weiter Schreiben Mondial” ist ein Projekt von WIR MACHEN DAS, gefördert durch das Auswärtige Amt.

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 sind mehr als sechzig Literatinnen und Literaten Stipendiaten dieses Exil-Programmes gewesen. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Verlegerinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

 

04.11.2022 - 06.11.2022 – Bonner Buchmesse: „Was ist Heimat?“

Vom 4 bis 6. November 2022 findet unter dem Motto „Was ist Heimat?“ die 13. Bonner Buchmesse Migration im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland statt.

PEN Deutschland informiert am eigenen Stand über das Writers-in-Exile-Programm und bereichert das Programm mit Lesungen und Diskussionen unter Beteiligung von Exilautorinnen und Exilautoren aus dem Iran und Südsudan am Samstag von 13 Uhr bis 14:30 Uhr:

Unter dem Titel „Auf der Flucht in der Heimat sein“ liest die südsudanesische Schriftstellerin Stella Gaitano aus ihrem noch unveröffentlichten Buch. Anschließend lesen Farhad Jahanbeigi und Pezhman Golchin aus dem Iran aus ihren Werken und diskutieren anschließend über die aktuelle Situation im Iran.

Der iranische Lyriker, Journalist und Sprachvermittler Farhad Jahanbeigi wurde 1980 im Iran geboren. Er wurde wegen seiner literarischen, journalistischen, sozialen und politischen Aktivitäten wiederholt von iranischen Sicherheitsbehörden festgenommen und inhaftiert. Eine Sammlung kurdischer und persischer Gedichte sowie andere Manuskripte wurden 2015 bei einer Razzia in seinem Haus beschlagnahmt und konnten im Iran nie veröffentlicht werden. Seit April 2022 ist Farhad Jahanbeigi Stipendiat des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN-Zentrums.

Pezhman Golchin ist Schriftsteller, Journalist und Aktivist aus dem Iran und aktuell Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Stella Gaitano ist eine bekannte südsudanesische Schriftstellerin und Aktivistin. Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf die Auswirkungen des Krieges, die systematische sozio-politische Ungerechtigkeit gegenüber der marginalisierten sudanesischen Bevölkerung und entlarven die politischen und ideologischen Gründe für das Anzetteln von Kriegen und Gräueltaten. Seit Juli 2022 ist Stella Gaitano Stipendiatin des Writers in Exile-Programms.

Die Bonner Buchmesse Migration findet statt unter der Schirmherrschaft von Reem Alabali-Radovan, Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, und bietet ein vielfältiges Programm mit Lesungen, Gesprächen, Film und Musik. 

 

06.11.2022, 15:00 Uhr – Lesung der Writers-in-Exile-Stipendiatin Evgenija Spaschenko in Kamen

Unter dem Titel „Ich war fremd und ihr habt mich beherbergt“ lädt der ProMensch Kamen e.V. ein zu Lesungen mit Stipendiatinnen und Stipendiaten des Writers-in-Exile-Programms.

Am 6. November 2022 liest die ukrainische Schriftstellerin Evgenija Spaschenko im Johannes-Buxtorfhaus Südkamen in Begleitung von Astrid Vehstedt, Vizepräsidentin des deutschen PEN und Writers-in-Exile-Beauftragte, und musikalischer Begleitung.

Am 13. November 2022 lesen die Exilautorin Kholoud Charaf, Dichterin aus Syrien, und die Schriftstellerin Petra Reski.

Veranstalter: ProMensch e.V. Kamen

 

04.11.2022 - 06.11.2022 – Writers-in-Exile beim SCHAMROCK-Festival der Dichterinnen in München

Vom 4. bis 6. November 2022 findet die 6. Internationale Poetry Biennale in München statt. Das Schamrock-Festival der Dichterinnen lädt ein zu Lesungen, Performances, Crossover- und Übersetzungsprojekten, Workshops, internationalen Kooperationen und Podiumsgesprächen.

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN Zentrums ist mit zahlreichen Veranstaltungen, aktuellen und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten vertreten:

Samstag, 5. November 2022

15:00 Uhr: Volha Hapeyeva (Belarus, Video)

21:30 Uhr: Focus PEN – Writers in Exile I: Stella Nyanzi (Uganda), Yirgalem Fisseha Mebrahtu (Eritrea)

Sonntag, 6. November 2022: 

14:00 Uhr: Matinée Where Are We Now? mit Lisa Jeschke, Barbara Yurtdas (Gedok), Stella Nyanci, Judith Pfeifer, Christine Yohannes, Astrid Vehstedt (PEN), Moderation Kalle Aldis Laar

15:00 Uhr: Fokus PEN – Writers in Exile II: Najet Adouani (Tunesien), Kholoud Charaf (Syrien), Şehbal Şenyurt Arınlı (Türkei), Vera Botterbusch (München, Moderation)

Veranstalter: Schamrock e. V.

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15.11.2022, 19 Uhr – Kesten-Preis 2022 an Meena Kandasamy im Staatstheater Darmstadt und im Stream

Hermann-Kesten-(Förder-)Preisverleihung am Writers in Prison Day

Mit Meena Kandasamy und Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe (Laudatio), Annika Reich, Dima Albitar Kalaji und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann

Meena Kandasamy
Foto: © Varun Vasudevan

Pressemitteilung, Darmstadt, 26. Oktober 2022. Die Auszeichnung des PEN-Zentrums Deutschland, gestiftet vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, geht in diesem Jahr an die streitbare Dichterin Meena Kandasamy aus Indien. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Mit dem Hermann Kesten-Förderpreis wird das Portal „WeiterSchreiben.jetzt“ für Literat*innen aus Kriegs- und Krisengebieten geehrt.

Felicitas Hoppe, Schriftstellerin und Reisende mit Indien-Erfahrung, spricht über das Werk der südindischen Dichterin, Übersetzerin, Herausgeberin und Aktivistin Meena Kandasamy. Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann ehrt das Tandem-Projekt „WeiterSchreiben.jetzt“.

Zwei hochkarätige Musiker versprechen eine ungewöhnliche musikalische Begleitung: Stava Soianov, Trompete, vom legendären Ensemble Modern und Andrés Rosales, Gitarre/ Tiple von Bridges – Musik verbindet.

Die Verleihung der Preise findet am 15. November um 19 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt statt.

Der Eintritt ist frei.

Cornelia Zetzsche, Vizepräsidentin des deutschen PEN-Zentrums: „Meena Kandasamy ist eine furchtlose Kämpferin für Demokratie und Menschenrechte, für das freie Wort und gegen die Unterdrückung von Landlosen, Minderheiten und Dalit in Indien; keine ‚Ms Angenehm‘, eher eine ‚Ms Militancy‘, wie eines ihrer Bücher heißt. Mit Empathie, analytischer Schärfe und literarischem Furor fährt sie durch patriarchale, feudale Strukturen und benennt in Reden und Schriften Gewalt gegen Frauen, Folgen eines ungezügelten Kapitalismus und ein Massaker an Bauern in Südindien.“

1984 in Chennai (damals Madras)/ Tamil Nadu wurde Meena Kandasamy geboren. Die Eltern waren Akademiker, aber als Angehörige niederer Kasten der Diffamierung und Benachteiligung ausgesetzt, sie engagierten sich gegen das Kastensystem. Das hat die Tochter geprägt. Ihre Romane erzählen von politisch-historischen und zugleich höchst aktuellen Ereignissen. Mit „Ayaankali“ übersetzte sie den oppositionellen Aktivisten und Dalit-Führer Thirumavalan aus Tamil Nadu ins Englische, später auch tamilische Dichterinnen, die – wie sie – gegen die Unterdrückung von Frauen, gegen Ausbeutung, gegen Klasse, Kaste und Rassismus kämpfen.

Unerschrocken tritt Meena Kandasamy für Schriftsteller-Kolleg*innen ein, ob für den 81jährigen großen Telugu-Dichter Varvara Rao, der einen Anschlag gegen Premier Narendra Modi geplant haben soll, oder für den Gelehrten, Schriftsteller und Menschenrechtler G.N. Saibaba, der wegen angeblicher Nähe zu Marxisten seit 2015 mehrmals inhaftiert, immer wieder vom Supreme Court Indiens freigesprochen, aber 2017 erneut zu lebenslanger Haft verurteilt wurde – trotz des Protests der Vereinten Nationen. Zusammen mit Arundhati Roy stellte Meena Kandasamy im Mai 2022 G.N. Saibabas neuen Gedichtband vor, der im Gefängnis entstand. Schon das ist in Indien heute eine mutige Demonstration.

Meena Kandasamy ist eine wortgewandte Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin der englischsprachigen Zeitschrift „The Dalit“, Feministin und Aktivistin für Rede- und Pressefreiheit. Lange wohnte sie in London, jetzt lebt sie wieder in Indien, dessen hindunationalistischer Regierungschef und seine Partei (BJP) die Gesellschaft zutiefst spalten. Entsprechenden Anfeindungen ist sie ausgesetzt. Auf Deutsch gibt es ihre Bücher bei CulturBooks und Wunderhorn: „Schläge. Ein Porträt der Autorin als junge Ehefrau“ (2020), „Reis und Asche“ (2016),

Für ihren Kampf um Demokratie und Menschenrechte, für das freie Wort und gegen die Unterdrückung von Schriftstellerkolleg*innen, Akademiker wie Landlose, Minderheiten und Dalit in Indien, erhält Meena Kandasamy den Hermann Kesten-Preis 2022.

„WeiterSchreiben.jetzt“ ist eine literarische Plattform für Autor*innen aus Kriegs- und Krisengebieten, die in Deutschland Zuflucht fanden, hier eine Perspektive suchen und weiter schreiben und gelesen werden wollen. In Tandems mit deutschsprachigen Kolleg*Innen veröffentlichen sie Lyrik, Prosa, Briefwechsel und ein Hörbuch, organisieren Begegnungen und Veranstaltungen. Gegründet wurde die Initiative 2017, künstlerisch geleitet wird es von der Autorin Annika Reich. Längst ist das weit verzweigte Netzwerk auch in Österreich, Polen, der Schweiz und „Mondial“ aktiv, mit über 120 Autor*innen. Entstanden sind ein Printmagazin, ein Podcast, ein Hörbuch und eine Anthologie mit dem Titel „Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt“.

Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalistinnen einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar, Gioconda Belli sowie Philippe Lançon. Erstmals im Jahr 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. 2022 hob das Ministerium seine Förderung für den Preis auf 20.000 Euro an.

Seit 2015 wird zusätzlich alle zwei Jahre der Hermann Kesten-Förderpreis vergeben, der vor allem die Arbeit von Institutionen und Vereinen würdigt, die sich für inhaftierte Autoren eingesetzt haben. Das Preisgeld stiftet ebenfalls das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Bisherige Preisträger waren Gefangenes Wort e.V, Translate for Justice sowie Direkt36 und Mada Masr. 2022 stieg die Preissumme des Hermann Kesten-Förderpreises von 3.000 auf 5.000 Euro.

Das eingebundene Pressefoto können Sie für Ihre Berichterstattung unentgeltlich unter Angabe des Copyrights (© Varun Vasudevan) verwenden.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

26.01.2023 – „Flagge für Literaten gezeigt“ – PEN Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse 2022

„Die vielen Begegnungen mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie mit Interessierten an unserer Arbeit waren für unser Team in der Geschäftsstelle und uns Präsidiumsmitglieder sehr motivierend“, bilanzierte der neue Generalsekretär des PEN Deutschland, Michael Landgraf die Tage auf der Frankfurter Buchmesse.

Das Team rund um Kerstin Martini, Jürgen Strasser, Isabella Stadler und Ellen Hay hatte den Stand des deutschen PEN-Zentrums vorbereitet und über die Tage betreut. Als Blickfang diente gleich das Plakat der diesjährigen Hermann-Kesten-Preisträgerin Meena Kandasamy, die am 15. November geehrt wird. Eine streitbare Dichterin aus Südindien, die sich verfolgte Kollegen einsetzt und die es unbedingt auch hierzulande zu entdecken gilt.

Das Programm Writers-in Exile zeigte sich mit Porträts von Stipendiaten und Stipendiatinnen, für die Vizepräsidentin und Writers-in-Exile Beauftrage Astrid Vehstedt ein Veranstaltungsprogramm entworfen hatte und moderierte: „The Female Uprise in Iran“ etwa mit Anise Jafarimehr und „Halb Vogel bin ich, halb Baum“, neue Gedichte von Umar Abdul Nasser aus dem Irak sowie „Inside Afghanistan“, ein Gespräch mit einem afghanischen Stipendiaten. Beide Veranstaltungen fanden am Stand des Hessischen Literaturrats statt und waren sehr gut besucht. Am Stand von Amnesty International stellte Writers-in-Exile-Stipendiat Barbaros Altug sein neues Buch „Ausländer“ vor und sprach über die aktuelle Situation in der Türkei.

Den erkrankten Präsidenten José F.A.Oliver vertraten am Stand neben dem Generalsekretär auch der Schriftsteller Najem Wali als neues Präsidiumsmitglied, sowie Astrid Vehstedt. Für das Programm Writers-in-Prison wurden, auf Initiative der Writers-in-Prison-Beauftragten Cornelia Zetzsche, Unterschriften für die iranische Dichterin und Aktivistin Atefe Chaharmaharlian gesammelt. Die erkrankte Vizepräsidentin konnte bei einer Veranstaltung der „IG Meinungsfreiheit“ immerhin digital zugeschaltet werden.

Mehrfach besuchten der Präsident des PEN International, Burhan Sönmez, sowie die neu gewählte Generalsekretärin des PEN International, Regula Venske, den Stand. Sie erkundigten sich über die Arbeit der Geschäftsstelle und die Neuausrichtung des PEN Deutschland seit der Wahl des Präsidiums am 13. Oktober 2022.

Hohen Besuch erhielt der PEN Deutschland auch aus Berlin. Eine Stunde nahm sich Staatsministerin Claudia Roth mit ihrem Mitarbeiterstab am Samstag Zeit, um mit einem Stipendiaten des PEN Deutschland am Stand ins Gespräch zu kommen. Bereits am Mittwoch besuchte Dr. Andreas Görgen, Ministerialdirektor beim Bundesministerium für Kultur und Medien, unseren Stand.

„Wir konnten Flagge zeigen für Literatinnen und Literaten, ob sie im Gefängnis sitzen oder bei uns im Exil leben, und das wurde sehr gut angenommen“, freut sich der Generalsekretär. Im nächsten Jahr wird dann auch die literarische Vielfalt der Mitglieder ein Thema und der Stand des PEN-Zentrums in einer anderen Halle zu finden sein.

Afghanischer Journalist und Writers in Exile-Stipendiat im Gespräch mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth am Stand des PEN-Zentrums Deutschland.

v. l. n. r.: Michael Landgraf (Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland), Regula Venske (Generalsekretärin PEN International), Burhan Sönmez (Präsident PEN International) und Laura Huerga (Präsidentin des katalanischen PEN).

Vorstellung des neuen Lyrikbandes von Umar Abdul Nasser, ehemaliger Writers-in-Exile-Stipendiat, am Stand des Hessischen Literaturrats e.V.

Die Writers-in-Exile-Beauftragte Astrid Vehstedt im Gespräch mit Anise Jafarimehr, aktuelle Writers-in-Exile-Stipendiatin, über die aktuellen Protestbewegungen im Iran.

Kerstin Martini und Jürgen Strasser am Stand des PEN-Zentrums Deutschland e.V.

16.10.2022, 19 Uhr – „Putins grausamer Krieg und kein Ende?“ – Lesung und Gespräch in der Münchener Seidlvilla

Vera Botterbusch
Foto: Thorsten Jordan

Begrüßung und Moderation: Ulrich Chaussy
Lesung: Vera Botterbusch, Schriftstellerin und ehemaliges Präsidiumsmitglied des deutschen PEN

Erich Schmidt-Eenboom, Leiter des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V. in Weilheim und Mitglied des deutschen PEN, wird in einem Vortrag die Vorgeschichte des russischen Angriffskriegs beleuchten, die russischen Kriegsziele, die Propagandaschlacht, das Scheitern des Blitzkriegs gegen Kiew und die Ursachen auf russischer und ukrainischer Seite, den blutigen Kampf um den Donbass und die Art und Entwicklung der westlichen Militärhilfe. Zur Sprache wird auch die Forderung nach einer Flugverbotszone und die Gefahr einer nuklearen Eskalation kommen. Zudem spricht der Referent über die nachrichtendienstlichen Aktivitäten des Westens und die geopolitische Neuordnung nach dem Ende des Kriegs.

Eintritt frei, um Spenden für das PEN Zentrum Deutschland wird gebeten.

Eine Veranstaltung der Seidlvilla

26.09.2022 – PEN liest Rushdie

Am 26.9.1988 erschienen „The Satanic Verses“
Ab 26.9.2022 lesen PEN-Mitglieder aus den Werken Salman Rushdies

Pressemitteilung, Darmstadt, 22. September 2022. Als Salman Rushdie vor sechs Wochen, am 12. August im Bundesstaat New York, bei einem lebensbedrohlichen Anschlag schwer verletzt wurde, war sich das Präsidium rasch einig, Salman Rushdie zum Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums zu machen.

Schon nach der Fatwa vom 14. Februar 1989 hatten sich der Internationale PEN und PEN-Zentren in aller Welt, auch in Deutschland, für den britisch-indischen Autor engagiert. PEN-Mitglied Günter Wallraff gab ihm Zuflucht, PEN-Mitglieder wie Gert Heidenreich und viele andere publizierten und lasen aus den „Satanischen Versen“; ein durchaus riskantes Unterfangen, galt und gilt das Hinrichtungsgebot Ayatollah Khomeinis doch allen, die an der Veröffentlichung des Romans teilhaben.

Für Rushdie begannen damals neun Jahre in einem „komfortablen Gefängnis“, in einem „Luxuskäfig“, wie er in seiner Autobiographie schrieb und im Interview sagte. Erst der Umzug nach New York brachte ihm eine neue Freiheit, eine trügerische Freiheit, wie die Messerattacke im August zeigte.

„The Satanic Verses“, der Roman, der Ayatollah Khomenis Fatwa auslöste, war am 26. September 1988 erschienen. Der PEN Deutschland lud jetzt Kolleg*innen anderer PEN-Zentren ein zu einer gemeinsamen Online-Lesung aus verschiedenen Büchern Salman Rushdies, dessen literarisches Schaffen nicht auf die „Satanischen Verse“ verkürzt werden darf.

„Die Fatwa wollte seinerzeit darüber verfügen, wer was und wie erzählen darf. Salman Rushdie hingegen steht für kulturelle Vielfalt, einen liberalen Geist und bedingungslosen Einsatz für die Meinungsfreiheit. Seine Romane sind wahre Feuerwerke aus Historie und Pop, Tragödie und Groteske, Märchen, politischer Realität und philosophischer Tiefe“, sagte Cornelia Zetzsche, Writers in Prison Beauftragte des deutschen PEN-Zentrums und sieht die weltweite Lesung als Zeichen der Solidarität für Sir Salman.

Über 60 PEN-Mitglieder von New York bis Sydney, von Bulawayo bis London beteiligten sich an der Aktion. Unter ihnen: Günter Wallraff und Gert Heidenreich, 1989 Mitherausgeber der „Satanischen Verse“; Burhan Sönmez (Präsident PEN International), Salil Tripathi (Board PEN International), Josef Haslinger (Präsident PEN Deutschland), Elisha July (Präsident PEN Simbabwe), Helmuth A. Niederle (Präsident PEN Österreich), Alix Parodi und Mansour Razaghi von den PEN-Zentren Schweiz und Australien, Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe, Bestseller-Autorin Tanja Kinkel, preisgekrönte Schriftsteller*innen wie Ulrike Draesner, Jenny Erpenbeck, Nora Gomringer, Thomas Lehr, Ingo Schulze, Uwe Timm, Ilija Trojanow, Najem Wali und andere; mit freundlicher Unterstützung von Penguin Random House.

Ab 26. September lesen PEN-Mitglieder auf Englisch, Italienisch, Französisch, Kurdisch, Farsi und vor allem auf Deutsch aus: „Die Satanischen Verse“, „Joseph Anton“, „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“, „Quichotte“, „Sprachen der Wahrheit“, „Scham und Schande“, „Harun und das Meer der Geschichten“, aus seiner Pinter-Preis-Rede und „Golden House“ (Abzurufen auf dem PEN-Vimeo-Kanal sowie auf der PEN-Webseite und anderen).

Im Namen des deutschen PEN-Zentrums

Cornelia Zetzsche
Vizepräsidentin und Writers in Prison Beauftragte

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

 

26.09.2022, 19 Uhr – Ein Gespräch über Leben und Schreiben im Exil in Regensburg

Schriftstellerin Barbara Krohn kommt mit den Writers-in-Exile-StipendiatInnen Stella Nyanzi und Umar Abdul Nasser ins Gespräch: 

Ein Leben im Exil – der Verlust der Heimat – die Erfahrung von Fremde. Wie erleben zwei preisgekrönte, engagierte LyrikerInnen diesen existentiellen Umbruch? Was bedeutet das Exil für ihr Leben, Denken, Schreiben – und was für ihre Zukunft?

Stella Nyanzi
Foto: Max Gödecke

Stella Nyanzi, geboren 1974 in Jinja, ist eine ugandische Dichterin, Anthropologin, Gender-Forscherin und Aktivistin. Bekannt wurde sie durch ihre massive Kritik am ugandischen Präsidenten Museveni, der seit mehr als 30 Jahren eine Diktatur führt. In ihrer Arbeit widmet sie sich den Auswirkungen von Patriarchat, Frauenfeindlichkeit und Homophobie auf ihr Heimatland. Oft bedient sie sich dabei „radikaler Unhöflichkeit“, eine traditionelle ugandische Strategie, die Mächtigen durch öffentliche Beleidigung zur Rechenschaft zu ziehen. Mehrfach wurde Stella Nyanzi verhaftet, immer wieder massiv bedroht. Für ihren kompromisslosen Einsatz für die Meinungsfreiheit wurde sie 2020 mit dem PEN International Award for Freedom of Expression ausgezeichnet. Anfang 2021 gelang ihr vorübergehend die Flucht nach Kenia. Seit Februar 2022 ist sie Stipendiatin des Writer-in-Exile Programms des deutschen PEN. Ein neuer Gedichtband (auch mit deutscher Übersetzung) ist in Vorbereitung.

 

Umar Abdul Nasser
Foto: Max Gödecke

Umar Abdul Nasser ist ein irakischer Dichter und Filmemacher. Als Künstler in einer Welt, in der der Islamische Staat alles Künstlerische zerstört, musste Abdul Nasser stets um sein Leben fürchten. Er lebte mehr als zwei Jahre lang versteckt vor dem IS, bevor er es schaffte, das Land 2016 für einen Stipendien-Aufenthalt bei ICORN in Breslau zu verlassen. Seine beeindruckenden poetischen Texte, die er oft in Kombination Bildern und Musik vorträgt, reflektieren u.a. die Themen Frieden und Freiheit. Von 2019 bis 2021 war Umar Abdul Nasser Stipendiat im Stipendienprogramm Writers-in-Exile des deutschen PEN. Eine zweisprachige Veröffentlichung seiner Lyrik ist in Vorbereitung.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN statt.

Kooperationspartner: PEN Zentrum Deutschland, Kulturamt Regensburg

Moderatorin: Barbara Krohn, Schriftstellerin, Dozentin für Kreatives Schreiben, literarische Übersetzerin, Betreuerin des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN Zentrums. Die Autorin wurde u.a. durch ihre Kriminalromane, Erzählungen und die Lyrik bekannt (2002 Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, 2012 Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG). Sie unterrichtet seit vielen Jahren Kreatives Schreiben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und ist Herausgeberin der Edition Kreatives Schreiben im KernVerlag.

Leben im Exil – Schreiben im Exil

Montag, 26.09.2022, 19.00 Uhr, im Restaurant Orphée, Saal im Obergeschoss, Untere Bachgasse 8 in 93047 Regensburg.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 sind mehr als sechzig Literatinnen und Literaten Stipendiaten dieses Exil-Programmes gewesen. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Verlegerinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.