06.12.2022 – Nazli Karabıyıkoğlu und Volha Hapeyeva beim internationalen literaturfestival berlin

Das internationale literaturfestival berlin gehört zu den bedeutendsten Literaturveranstaltungen weltweit. In diesem Jahr sind die Writers-in-Exile-Stipendiatinnen Nazli Karabıyıkoğlu und Volha Hapeyeva eingeladen, das Festival mit ihrer Literatur und ihren Erfahrungen zu bereichern:

Words of Love and Hate – Fighting Gendered Violence: Nach der Istanbul-Konvention

Die Autorin Nazli Karabıyıkoğlu und die Journalistin Burcu Karakaş diskutieren über Gewalt gegen Frauen in der Türkei, den Austritt der Türkischen Regierung aus der Istanbuler Konvention und darüber, wie Geschichten des Widerstands und der Solidarisierung erzählt werden können.

Samstag, 10. September 2022, 20:00, silent green Kulturquartier, Gerichtstr. 35, 13347 Berlin (Eintritt:10 Euro, ermäßigt: 6 Euro)

Postsoviet Cosmopolis – Poetry Night. Mit Semjon Hanin, Volha Hapeyeva, Eugenijus Ališanka

Die belarussische Lyrikerin Volha Hapeyeva liest aus ihrem Gedichtband „Mutantengarten“ und blickt dabei aus dezidiert weiblicher Perspektive auf Politik und Geschichte. Die deutsche Übersetzung wird anschließend von einer Schauspielerin vorgetragen. Kuratorin und Moderatorin Karolina Golimowska führt durch die Veranstaltung mit drei weiteren Lyriker:innen.

Samstag, 10. September 2022, 20:00, Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin (10 Euro, ermäßigt: 6 Euro)

Die Veranstaltung wird auch als Livestream übertragen.

06.12.2022 – Prozess verschoben – Spendenaktion im Fall Tsitsi Dangarembga

Darmstadt, 26. August 2022: Weil die Mitangeklagte Julie Barnes nicht vor Gericht erschien, wurde die Urteilsverkündung heute auf 29. September vertagt. Eine Sofortaktion soll die Finanzierung der Prozesskosten ermöglichen. Das deutsche PEN-Zentrum, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Tsitsi Dangarembgas Verlage Orlanda und S. Fischer rufen zu Spenden auf.

Es ist ein zermürbender Prozess seit zwei Jahren, mit Falschaussagen, gefälschten Beweisen und immer wieder vertagt vom Antikorruptionsgericht, das direkt dem Präsidentenbüro untersteht. Diesmal allerdings fehlte Julie Barnes, wegen Komplikationen auf einer Rückreise habe sie nicht erscheinen können, heißt es. Wie schon im Juli gegen Tsitsi Dangarembga, wurde diesmal gegen Julie Barnes Haftbefehl erlassen.

An die dreißig Mal wurden die Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes, Journalistin und Medien-Consultant, vor Gericht zitiert, weil sie am 31. Juli 2020 in Harare demonstriert hatten: für eine Reform der Institutionen und ein besseres Simbabwe und für die Freilassung des renommierten Journalisten Hopewell Chin’ono. „Bigotterie“, Anstiftung zu Gewalt in der Öffentlichkeit, Verstoß gegen die Covid-Regeln in Zimbabwe, lauten die Anklagepunkte in diesem Verfahren, das die friedlichen Proteste kriminalisiert.

Vertreten wurden und werden Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes über all die Zeit von ihrem Anwalt Chris Mhike, einem der Zimbabwe Lawyers for Human Rights (ZLHR), die im ganzen Land unterwegs und über Hotlines erreichbar sind, um verfolgten Journalist*innen, Autor*nnen, Oppositionellen und Intellektuellen zu helfen. Nun sind die Kassen der ZLHR leer, Spenden dringend vonnöten. Spendenlink

„Zimbabwe Lawyers for Human Rights leisten unentgeltlich und unentbehrliche Arbeit für Tsitsi Dangarembga, Julie Barnes und die Meinungsfreiheit in Simbabwe, sie brauchen dringend unsere Unterstützung“, sagte Cornelia Zetzsche, Writers at Risk Beauftragte des deutschen PEN-Zentrums mit Blick auf die zahlreichen anderen Fälle im Land.

Solidarisch mit Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes und mit den Zimbabwe Lawyers for Human Rights rufen das deutsche PEN-Zentrum, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Verlage Orlanda und S. Fischer zur Spendenaktion auf.

Für das PEN Zentrum Deutschland

Cornelia Zetzsche

Vizepräsidentin/ Writers at Risk Beauftragte

Spendenlink

Pressekontakt:
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/23120
Mobil: 0176-60732361
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

 

 

 

 

08.09.2022, 19 Uhr – KABUL – BERLIN – KAIRO: Ein Benefiz-Abend des PEN-Zentrums Deutschland, der Akademie der Künste und des PEN Afghanistan für Writers in Prison/ Writers at Risk

Pressemitteilung, Darmstadt/Berlin, 1.9.2022

8. September 2022
KABUL – BERLIN – KAIRO
Ein Benefiz-Abend
des PEN-Zentrums Deutschland, der Akademie der Künste, Berlin,
und des PEN Afghanistan
für Writers in Prison/ Writers at Risk

 

Tandem-Lesungen afghanischer Poesie, Musik, Gespräche und Video
mit Sadeq Osyan & Christoph Hein, Dastgir Farhood & Jenny Erpenbeck,
Tamanna Tawangar & Yoko Tawada, Wahab Mojeer & Kathrin Röggla,
Abdul Manan Shiwaesharq & Josef Haslinger
und Astrid Vehstedt

Texte von Writers in Prison/ Writers at Risk,
gelesen von Valery Tscheplanowa

Musik: Delagha Surood & Ardhi Engl & NN
Moderation: Cornelia Zetzsche und ein afghanischer Journalist

 

In den letzten Wochen und Monaten gelang es dem PEN Zentrum Deutschland, zusammen mit dem PEN International, zehn Schriftsteller*Innen und ihre zum Teil großen Familien, etwa hundert Menschen, aus Afghanistan zu holen; dank der umfangreichen Kooperation mit der NGO „Luftbrücke Kabul“, dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Zugleich leben Autoren und Autorinnen in aller Welt zunehmend in Gefahr. Autokratien haben, nicht zuletzt in Zeiten von Covid und strikten Pandemie-Regeln, Aufwind bekommen. Das freie Wort ist in Bedrängnis.

Ein Video aus Ruanda und die Lesung von Valery Tscheplanowa erinnern an Poeten und Autorinnen, die in der Türkei, in Indien, Kasachstan, Ägypten und Cuba verfolgt werden, verhaftet, verurteilt oder ermordet wurden oder, wie Innocent Bahati, einfach verschwanden.

Um die afghanischen Kollegen und Kolleginnen willkommen zu heißen, stellen deutschsprachige Autoren und Schriftstellerinnen die afghanischen PEN-Mitglieder vor.

Samay Hamed: Arzt, Komponist, Songwriter, Präsident des PEN Afghanistan; Leiter von Radio- und Fernseh-Programmen; preisgekrönter Autor von über 50 Bücher von Poesie und Literaturkritik bis Kunst und Politik.

Sadeq Osyan: Dichter, Literaturwissenschaftler, Menschenrechtler, Präsidiumsmitglied des PEN in Mazar-e-Sharif in der Balkh-Provinz, einem kulturellen Zentrum Afghanistans; Experte zeitgenössischer Poesie in Farsi.

Dastgir Farhood: Dichter und einflussreicher literarischer Vertreter in seiner Muttersprache Usbekisch; Seit 2018 im PEN verantwortlich für Literatur in türkischer Sprache.

Tamana Tawangar: geb. 1991 in Herat; Dichterin, Schauspielerin, Theaterregisseurin in Kabul; im PEN Afghanistan zuständig für Literatur auf Farsi; veröffentlichte drei Romane und zwei Gedichtbände.

Wahab Mojeer: 1975 geboren in Mazar-e-Sharif; Lyriker, Autor sozialkritischer, politischer Gedichte seit den 90er Jahren; die meisten in der Form klassischer Ghazals; Verfasser von dreizehn Gedichtbänden.

Abdul Manan Shiwaesharq: geboren 1983; zeitweise stellvertretender Kulturminister; Dichter und Autor von Sachbüchern über demokratische Werte, politisches Denken und Philosophie.

Ein vielstimmiger Abend, der die Arbeit des Writers in Prison/ Writers at Risk-Komitees des deutschen PEN unterstützen soll. Musikalisch begleitet vom preisgekrönten Sänger und Musiker Delagha Surood und seinem Tabla-Spieler und vom virtuosen Multiinstrumentalisten Ardhi Engl aus München. Gemeinsam veranstaltet von der Akademie der Künste, Berlin, dem PEN Afghanistan und dem PEN Zentrum Deutschland.

Am 8. September 2022, 19 – 22 Uhr
Akademie der Künste, Berlin, Pariser Platz 4, Plenarsaal
Eintritt: 15 €, 10 € (ermäßigt)

Spenden für Writers in Prison/ Writers at Risk willkommen!

PEN-Zentrum Deutschland, PEN Afghanistan, Akademie der Künste, Berlin

Informationen und Kartenvorverkauf

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

01.09.2022, 15 Uhr – Writers-in-Exile-Foto-Lyrik Ausstellung des PEN am 1.9. in Darmstadt

„weil ich beschlossen habe, mich nie bezwingen zu lassen.“

Das PEN-Zentrum Deutschland lädt ein zur Vernissage seiner Foto-Lyrik Ausstellung am 1.9. in der PEN-Geschäftsstelle in Darmstadt. Die Ausstellung mit dem Titel „weil ich beschlossen habe, mich nie bezwingen zu lassen.“[1] zeigt Fotografien von Exilautorinnen und –autoren, die mithilfe des Writers-in-Exile-Programms des PEN Zuflucht in Deutschland gefunden haben. Ergänzt wird die Premiere um ein vielfältiges Programm mit Musik und Lesungen von und mit den Exilschriftstellerinnen und –schriftstellern.

Bei der Eröffnungsveranstaltung in Darmstadt soll es nicht bleiben. Astrid Vehstedt, Vizepräsident des PEN und zuständig für den Bereich Writers-in-Exile, betont: „Neben einer Wanderausstellung durch die Bundesrepublik planen wir die Werke auch digital erfahrbar werden zu lassen, zumal die ausgestellten Fotos nur eine Auswahl aus einem sehr umfangreichen Werk sind. Zu diesem Zweck sind wir derzeit dabei, die Möglichkeiten im digitalen Metaverse auszuloten. Dies eröffnet für Projekte wie diese ganz neue Dimensionen.“

„Die Autor:innen in ihren durchaus verschiedenen Lebensrealitäten zu begleiten, macht die reflektive Kraft des Perspektivenwechsels deutlich“, so der Berliner Fotograf Maximilian Gödecke.

Wann: Donnerstag, den 1.9.2022, ab 15 Uhr (Beginn der Lesungen: 17 Uhr)
Wo: Geschäftsstelle des deutschen PEN (Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt)
Anmeldung erbeten unter: info [at] pen-deutschland [dot] de
Eintritt frei

Das Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Seit 1999 sind mehr als sechzig Literatinnen und Literaten Stipendiaten dieses Exil-Programmes gewesen. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Verlegerinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

In seinen Arbeiten beschäftigt sich der Berliner Portrait- und Reportagefotograf Maximilian Gödecke (geb. 1995) mit den Facetten menschlichen Lebens sowie den Geschichten, die es hervorbringt. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung im Studio67 in 2019 machte er sich selbstständig. Seitdem widmet er sich von Idee zu Projekt seinem tiefen Interesse, Menschen zu begleiten und sie in ihrem Sein zu verstehen.

Ablauf der Ausstellungseröffnung

15 Uhr Begrüßung durch Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, und Astrid Vehstedt, Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragte des deutschen PEN

16 Uhr Empfang

17 Uhr Aktuelle und ehemalige Writers-in-Exile-Stipendiatinnen lesen aus ihren Texten

Mit: Umar Abdul Nasser (Irak) sowie Nazli Karabiyikoglu und Barbaros Altuğ (Türkei)

18.45 Uhr Aktuelle und ehemalige Writers-in-Exile-Stipendiatinnen lesen aus ihren Texten

Mit: Anise Jafarimehr und Sajjad Jahan Fard (Iran) sowie Stella Nyanzi (Uganda)

Die syrische Writers-in-Exile-Stipendiatin Kholoud Charaf sorgt mit ihrer Band für Klänge aus ihrer Heimat.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Stadt Fürth, dem Kulturreferat München und der Stadt Nürnberg

 

[1] Umar Abdul Nasser: „Flüchtling sein“. In: in der nie endenden bernsteinfarbenen nacht. Hamburg: Kursbuch Kulturstiftung (2021), S. 36 (Aus dem Arabischen von Kerstin Wilsch).

10.07.2022, 15 Uhr – „Lesen unterm Schirm“: Der Lesespaziergang durch Kamen

An ingesamt drei Orten veranstaltet die Stadt Kamen mit Hilfe des Literaturcafés Kamen unter Federführung des früheren PEN-Generalsekretärs Heinrich Peuckmann sowie PEN-Förderer Bernhard Büscher Lesungen im Innenhof der Bücherei am Markt, in der Lutherkirche sowie in der Kirche Heilige Familie.

Mit bekannten Autoren aus der gesamten Republik, unter ihnen zahlreiche Mitglieder des deutschen PEN, und mit musikalischer Untermalung können Literaturinteressierte zwischen den Lesungsorten wechseln.

Beginn der Veranstaltungen: 15 Uhr

Kirche Heilige Familie (Kirchplatz 7, 59174  Kamen)

Mit:
Roswitha Quadflieg, Berlin
Najet Adouani, Berlin

Roswitha Quadflieg Foto: Mileva Schlösser

Musik: Ben Schickedanz, Malte Externbrink

 

Stadtbücherei (Markt 1, 59174 Kamen)

Mit:
Dorothea Renckhoff, Köln
Vera Botterbusch, München

Vera Botterbusch
Foto: Thorsten Jordan

Musik: Rüdiger Wilke

 

Lutherkirche (Kampstraße 4, 59174 Kamen)

Thomas Bachmann

Mit:
Susanne Witzigmann (Nora Gold), Radebeul
Thomas Bachmann, Leipzig

Musik: Thomas Bachmann, Anaya Hubach

19.06.2022, 19 Uhr – Verleihung des WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreises 2022 im Schauspiel Frankfurt

Foto: Helmut Lunghammer

Die belarusische Autorin und Writers in Exile-Stipendiatin Volha Hapeyeva wird für ihren Text „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis 2022 ausgezeichnet. Die Laudatio hält der Soziologe Sighard Neckel

Tickets sind direkt über das Schauspiel Frankfurt erhältlich. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Schauspiel Frankfurt.

Im Rahmen der Preisverleihung diskutiert Moderatorin Ariane Binder mit Volha Hapeyeva sowie dem Philosophen Philipp Hübl, dem Autor Hasnain Kazim und der Traumatherapeutin Marianne Rauwald über das Thema Sprache der Macht – Macht der Sprache: Was können Worte in Zeiten der Krise bewegen?

30.06.2022, 19 Uhr – Ukraine & Beyond – Literarische Reise ins Exil unserer Zeit im Körber Forum in Hamburg

Anise Jafarimehr stammt aus Iran, Nazli Karabıyıkoğlu aus der Türkei. Heute leben die Schriftstellerinnen im Exil in Deutschland.In einer Art Speeddating stellt die Körber Stiftung Ihnen die Writers in Exile-Stipendiatinnen des PEN und die Themen ihrer Werke vor: den Verlust von Familie und Freunde, den politischen Kampf gegen Unterdrückung und für die Freiheit.

Nazli Karabıyıkoğlu
Foto: Nazli Yildirim

Die Autorin und Aktivistin Nazli Karabıyıkoğlu half bei der Gründung der #MeToo-Bewegung innerhalb der türkischen Verlagsindustrie und deckte sexuelle Belästigung, Vergewaltigungskultur und Mobbing innerhalb der türkischen Literaturszene auf. Aufgrund dieser Recherchen und Artikel über die fortdauernden sexuellen Übergriffe, der sie und ihre Kolleginnen ausgesetzt waren, und der Texte, die sie über dieses Thema veröffentlichte, wurde sie von der Verlagsgemeinschaft ausgeschlossen.

Anise Jafarimehr
Foto: Privat

 

Die iranische Schriftstellerin, Sprachlehrerin und Kulturaktivistin Anise Jafarimehr wurde aufgrund ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und politischen Arbeit zur Erhaltung der kurdischen Sprache und Kultur von iranischen Sicherheitskräften verfolgt. Die kritische Aktivistin wurde bereits mehrfach verhaftet und sah sich physischer sowie psychischer Gewalt ausgesetzt.

Anmeldung ab 16. Juni auf der Seite der Körber Stiftung

Eine Veranstaltung der Körber Stiftung in Kooperation mit dem Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrum Deutschland.

07.06.2022, 19:30 Uhr – Lesung mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu im Bellevue di Monaco in München

Das Bellevue di Monaco lädt ein zu einer Lesung mit der eritreischen Autorin und ehemaligen Writers in Exile-Stipendiatin Yirgalem Mebrahtu.

Moderation: Fridolin Schley

Yirgalem Mebrahtu und Fridolin Schley lesen aus unterschiedlichen Texten der Autorin, darunter Lyrik sowie essayistische Erinnerungen Yirgalem Mebrahtus an deren Gefangenschaft. Lesung und Gespräch finden im Wechsel auf Deutsch, Englisch und Tigrinisch statt.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu (Foto: © Stefanie Silber)

Yirgalem Fisseha Mebrahtu
*1981 in Eritrea, ist Autorin und Lyrikerin sowie Mitbegründerin des renommierten Literary Club of Adi-khey. Seit der Zulassung privater Zeitungen publizierte sie in verschiedenen eritreischen Medien. Ab 2003 arbeitete sie als Moderatorin und Produzentin bei Radio Bana. Von 2009 bis 2015 wurde sie im Mai-serwa Militärgefängnis festgehalten, wo sie wiederholt gefoltert wurde. 2016 wurde sie erneut inhaftiert – als Strafe für den Versuch, Eritrea zu verlassen. Seit 2018 lebt sie in München, bis 2021 als Stipendiatin des PEN Writers in Exile-Programms. 2019 erhielt Yirgalem Fisseha Mebrahtu den Freedom of Speech and Expression Award des PEN-Zentrums Eritrea. Im selben Jahr veröffentlichte sie den Gedichtband “ኣለኹ” auf Tigrinya.

Fridolin Schley
Foto: Juliane Brückner

Fridolin Schley
1976 in München geboren, debütierte Fridolin Schley literarisch 2001 mit dem Roman Verloren, mein Vater. Es folgten Veröffentlichungen in den Bereichen Prosa, Essay und Literaturwissenschaft. Zuletzt erschien der Roman Die Verteidigung, für den er 2021 mit dem Tukan-Preis der Stadt München ausgezeichnet wurde. 2016 mitbegründete Fridolin Schley Meet your neighbours, eine Veranstaltungsreihe mit geflüchteten Künstler*innen. Seit 2022 bildet er zusammen mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu ein Tandem bei ‚Weiter Schreiben‘ einem Projekt des Aktionsbündnisses ‚Wir machen das‘: www.weiterschreiben.jetzt/kuenstlerinnen/autorinnen/yirgalem-fisseha-mebrahtu/

Eintritt:

8€ (empfohlen)
6€ (ermäßigt)
0€ (Sozial)

Der Erlös kommt Bellevue di Monaco zugute (Die Bellevue Bildungs-Bäckerei).

Informationen und Anmeldemöglichkeiten auf der Webseite des Bellevue di Monaco

03.06.2022, 17:30 Uhr – Flucht – eine Menschheitsgeschichte: Kreative Impulse und Austausch zu Flucht und Fluchtursachen – Reflexionen

Flucht ist Menschheitsgeschichte und betrifft uns gestern wie heute. Wir laden mit dem Themenabend „Flucht – eine Menschheitsgeschichte“ dazu ein, mit uns gemeinsam über die aktuelle Situation von geflüchteten Menschen und deren Umgang zu sprechen. Die Beiträge von Künstlerinnen, Journalisten und Autorinnen, die von ihrer Odyssee berichten, geben uns Impulse um in die Thematik einzutauchen. Sie sprechen über Unterdrückung, Verfolgung und Flucht und wie sie dies überstanden haben. Auf Grundlage dieser persönlichen Einblicke diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie mit der aktuellen Situation, aber auch mit der Flüchtlingspolitik insgesamt umgegangen werden soll. Wie gehen wir mit Geflüchteten und den Ursachen von Flucht um? Bekämpfen wir Schutzsuchende oder versuchen wir, die Fluchtursachen zu beseitigen, damit alle Menschen in ihrer Heimat, im Land ihrer Vorfahren verwurzelt leben können? Welche Rollen hierbei die Medien spielen und die Politik, die beispielsweise nicht in hasserfüllte und rassistische Berichterstattung eingreift, wird ebenso thematisiert. Gemeinsam beleuchten wir die aktuelle Situation in der EU und der Ukraine. Welche Parallelen und Unterschiede zeigen sich im medialen, gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Geflüchteten seit 2015? Im Anschluss der Gastbeiträge eröffnen wir die Diskussionsrunde für einen gemeinsamen Dialog.

 

In Kooperation mit: Sozialwerk Mose e.V. – Ubuntu / Writers-in-Exile –  PEN-Zentrum Deutschland e.V.   / FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e.V., Nepali Samaj e.V.

23.05.2022, 19:30 Uhr – „denk nicht ich hätte nicht genügend mut“ – Lyriklesung und Gespräch mit Volha Hapeyeva in der Stadthalle Eislingen

Foto: Helmut Lunghammer

„Es ist gefährlich dort für mich. Ich war immer regimekritisch“, sagt Volha Hapeyeva. In den letzten Jahren konnte sie mit Gaststipendien in Deutschland und Österreich leben, aber ihre Zukunft ist unsicher. Zurzeit ist sie Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN-Zentrums Deutschland. Sie gehört zu den mutigen Menschen in Belarus, die den Kampf für die Demokratie nicht aufgeben. 1982 in Minsk geboren, ist sie eine der her-
ausragenden Stimmen ihres Landes, Dichterin, Übersetzerin, promovierte Linguistin. Eines ihrer Themen sind Geschlechterfragen.

Von Anfang an gehörte zum Literarischen Mai eine Veranstaltung mit verfolgten Autorinnen und Autoren. Volha Hapeyeva liest Beispiele ihrer in zehn Sprachen übersetzten Poesie lesen und ist zum Gespräch bereit.

Moderation: Tina Stroheker

Eintritt: 8 € / ermäßigt 5 €

Gestamtprogramm des diesjährigen Literarischen Mais