14.10.2020 - 18.10.2020 – Für das Wort und die Freiheit auf der Buchmesse

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse spielt das Thema Meinungsfreiheit wieder eine zentrale Rolle im Messegeschehen. Gemeinsam mit Partnern wird die IG Meinunsgfreiheit, zu deren Mitgliedern das PEN-Zentrum Deutschland zählt, durch physische und digitale Veranstaltungen auf die Unterdrückung kritischer Stimmen weltweit aufmerksam machen. Besonderes Augenmerk gilt den Bürgerinnen und Bürgern Hongkongs, deren Freiheit durch das chinesische „Sicherheitsgesetz für Hongkong“ massiv eingeschränkt wird.

Einzelne Veranstaltungen

Für das Wort und die Freiheit – #FreeHongKong

Samstag, 17. Oktober 2020, 16 Uhr
ARD Buchmessenbühne (Festhalle Frankfurt)

Joshua Wong, einer der bekanntesten Anführer*innen der Demokratiebewegung, berichtet über die aktuelle Situation in Hongkong. Im Anschluss diskutiert der Philosoph und Publizist Michel Friedman mit der Autorin und Präsidentin des European Writers‘ Council Nina George und Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, darüber, was Zivilgesellschaft und Politik in Europa tun können, um die Hongkonger Bürgerinnen und Bürger in ihrem Streben nach Freiheit und Demokratie zu unterstützen.

Tickets für die Festhalle und weitere Informationen finden Sie hier.

Zum Livestream

Verschwörung, Hetze und Propaganda zum Trotz: Wie kann im Digitalen eine demokratische Debatte gelingen?

Freitag, 16. Oktober 2020, 16 Uhr

Der Soziologe und Publizist Armin Nassehi und die Digitalexpertin und Sprecherin der Interessengruppe Digital im Börsenverein Carmen Udina diskutieren, ob und wie ein zielführender, demokratischer Diskurs im Internet möglich sein könnte. Gibt es jenseits von Hate Speech, Shitstorms, Fake News und Verschwörungstheorien Wege, um gesellschaftlich und politisch relevante Themen in der digitalen Öffentlichkeit sinnvoll zu verhandeln?

Prof. Dr. Armin Nassehi lehrt Soziologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sein aktuelles Werk Muster – Theorie der digitalen Gesellschaft ist 2019 im C.H. Beck Verlag erschienen.

Eine Diskussionsveranstaltung der IG Meinungsfreiheit, in Kooperation mit der IG Digital

Link zum Webinar folgt.

Raif Badawi Award for courageous journalists

Mittwoch, 14. Oktober 2020, 16 Uhr

Das PEN-Zentrum Deutschland und der Börsenverein unterstützen die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit bei der Verleihung des Raif Badawi Awards for courageous journalists. Weitere Informationen und einen Link zum Livestream finden Sie hier.

18.07.2020 - 18.07.2020; 15 Uhr – Literarische Lesereihe mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu in Kamen

Sakrale Orte locken Literaturbegeisterte am Samstag, 18. Juli, nach Kamen: Gemeinsam mit den heimischen Autoren und PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann und Bernhard Büscher organisiert das Kulturbüro der Stadt Kamen eine literarische Lesereihe. Sechs Autorinnen und Autoren lesen spannende und bewegende Texte in drei Kirchen.

© Kulturbüro Kamen

In Kamen liest die Lyrikerin und Writers-in-Exile-Stipendiatin Yirgalem Fisseha Mebrahtu gemeinsam mit Heinrich Peuckmann in der Pauluskirche. In der Lutherkirche stellen Leander Sukov, Writers-in-Exile-Beauftragter des PEN, und Autor Gerd Puls ihre Texte vor. In der Katholischen Kirche lesenPEN-Präsidentin Regula Venske und Bernhard Büscher.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu wurde wegen ihrer journalistischen und literarischen Arbeit sechs Jahre lang in Eritrea unter schlimmsten Bedingungen inhaftiert. Ihre Gedichtsammlung „From Eve“ hat sie hauptsächlich im Gefängnis geschrieben. Zudem verfasst Fisseha Mebrahtu Kurzgeschichten und hat einige nationale Literaturpreise erhalten. Seit Dezember 2018 lebt sie in Deutschland als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programm.

Der Eintritt ist frei!

10.07.2020 - 11.07.2020; 19 Uhr – 24 Stunden-Online-Lesung: Ahmet Altan – „Ich werde die Welt nie wiedersehen“ zugunsten der Writers-in-Prison-Arbeit

Solidarität mit Ahmet Altan, in der Türkei inhaftierter Autor und Ehrenmitglied des deutschen PEN, und allen weiteren Menschen, die staatlicher Willkürherrschaft ausgesetzt sind:

Nach einer Auftaktveranstaltung lesen Schülerinnen und Schüler der Oberstufentheatergruppe des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar („Spurensuche“), Theaterschülerinnen aus ganz Deutschland sowie Studierende des Seminars der LMU München 24 Stunden immer wieder aus Altans Buch „Ich werde die Welt nie wiedersehen“ Anfang und Schluss, um durch ständiges Wiederholen der immer gleichen Textstelle Monotonie und Gleichförmigkeit erfahrbar zu machen und auf die unhaltbare und menschenrechtsverletzende Situation Ahmet Altans sowie anderen aus zweifelhaften Gründen in der Türkei und weltweit Inhaftierten aufmerksam machen.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich sichtbar oder unsichtbar über den gesamten Zeitraum hinzuschalten. Zusätzlich werden kurze Filmsequenzen angeboten, die die Schülerinnen und Schüler selbstständig entwickelt haben.

Ahmet Altan wurde 1950 in Ankara geboren. Er ist Autor zahlreicher, auch ins Deutsche übersetzter Bücher. Für sein Buch „Ich werde die Welt nie wieder sehen“ wurde er im November 2019 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Im Juli 2016 wurde Altan wegen „Unterstützung einer „Terrororganisation“ festgenommen. Obwohl keinerlei Beweise vorlagen, wurde er von einem Gericht in Istanbul zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Am 4. November 2019 wurde Altan unter Auflagen freigelassen, jedoch nach Einspruch der Generalstaatsanwaltschaft am 12. November 2019 erneut inhaftiert. Neben dem deutschen PEN-Zentrum haben ihn auch PEN Flandern, der dänische PEN sowie der schwedische PEN zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Schülerinnen und Schüler des Ernst-Mach-Gymnasiums (Oberstufengruppe) wollten ursprünglich eine szenisch-performative Aufführung des Gesamttextes im März 2020 gestalten. Die Arbeit am Theaterstück musste wegen der Corona-Krise jedoch  abgebrochen werden. Nun wurde zusammen mit den Kooperationspartnern LMU München und Theaterwerkstatt Blickwechsel diese neue Form gefunden und entwickelt.

Zugang

Der Eintritt ist frei. Der Zugang erfolgt am Aufführungstag ab 18:45 Uhr über die Einstiegsseite www.blickwechsel.theater oder durch Anmeldung an  info [at] blickwechsel [dot] theater; die Zugangsdaten werden im Vorfeld zugesandt.

Spenden je zur Hälfte zur Deckung der Unkosten und zugunsten der Writers-in-Prison-Arbeit des deutschen PEN

Das Projekt wird von der Bürgerstiftung Haar finanziert.

10.05.2020, 19.30 Uhr Uhr – „Writers-in-Prison“ – Erinnerung an die Bücherverbrennung im Jahr 1933 – Lesung und Gespräch online auf vhs.daheim

Thalmässing feiert das freie Wort
Auf YouTube unter vhs.daheim

Im mittelfränkischen Ort Thalmässing wird seit vielen Jahren mit der Veranstaltung „Thalmässing feiert das freie Wort“ an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 erinnert. Es geht nicht um eine reine Rückschau, sondern um zu zeigen, warum Bücher verbrannt sowie Autorinnen und Autoren verfolgt werden.

Die vhs im Landkreis Roth musste das Frühjahrsemester abbrechen. Nun kann eine wichtige Veranstaltung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 als online-Format auf dem YouTube-Kanal „vhs.daheim“ angeboten werden. Dort haben bayerische Volkshochschulen unmittelbar nach der Schließung begonnen, ein tägliches, interessantes Online-Programm mit Vorträgen, Seminaren und Gesprächen anzubieten.

Ralf Nestmeyer
(Foto: © PEN-Zentrum Deutschland)

Ralf Nestmeyer, Autor aus Nürnberg und Writers-in-Prison-Beauftragter des  PEN-Zentrums Deutschland, erläutert seine vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten, verfolgte und inhaftierte Autorinnen und Autoren zu unterstützen:

„Westdeutsche Autoren genießen seit Ende des Zweiten Weltkriegs – die ostdeutschen Kollegen erst seit 1989 – das Privileg, ihre Meinung frei von staatlicher Zensur und anderen Repressalien äußern zu können. Daher sehe ich es geradezu als Verpflichtung an, sich für Autoren einzusetzen, die in Diktaturen und anderen Regimen leben und aufgrund ihrer Meinungsäußerung bedroht sind.“

Neben Ralf Nestmeyers Informationen über die Writers-in-Prison-Arbeit des deutschen PEN, liest Petra Winterstein, Leiterin der vhs im Landkreis Roth, Texte verfolgter Autorinnen und Autoren. Die Gäste erfahren Hintergründe zum Leben und den existentiellen Schwierigkeiten des jeweiligen Verfassers/der jeweiligen Verfasserin, unter anderem  Ahmet Altan, Selahattin Demirtaş, Li Bifeng, David Isaak, Raif Badawi u.v.m.

Alle Angebote sind gebührenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Angebote können live zur angegebenen Uhrzeit an PC, Laptop, Tablet oder Smartphone verfolgt oder zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden.

Veranstalter:
Volkshochschule im Landkreis Roth
Mit Klick auf diesen Link kommen Sie hin:
www.youtube.vhs-daheim.de

25.02.2020, 19:00 Uhr – Tomislav Kezharovski stellt sich als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat vor

Das Darmstädter Literaturhaus öffnet seine Türen am 25. Februar für spannende Texte und Gespräche. Der nordmazedonische Autor und Journalist Tomislav Kezharovski berichtet von seinen Erfahrungen von Verfolgung, Gefangenschaft und Exil.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Writers-in-Exile Beauftragter Leander Sukov diskutieren im Anschluss mit dem Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat Kezharovski über Themen wie Politik und Migration.

Tomislav Kezharovski
(Foto: Stefanie Silber)

Kezharovski recherchierte als investigativer Journalist zu Korruption und organisierter Kriminalität in Regierungskreisen und fiel der mazedonischen Justizwillkür zum Opfer. In seiner Heimat Mazedonien galt er als einziger politischer Gefangener Südosteuropas. Er wurde 2013 zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, auf internationalen Druck konnte er bereits nach der Hälfte der Zeit freikommen. In seinem Buch „Life in the box“ (englische Übersetzung) verarbeitet er die Zeit im Gefängnis – unter anderem die skandalösen Zustände sowie die unmenschliche Behandlung.

Eintritt 6 € / ermäßigt 4 €