28.05.2021, 19.30 Uhr – Lesungen in allen Himmelsrichtungen: Erstmals wieder mit Publikum

Dank konstant niedriger Inzidenzzahlen in Schleswig-Holstein findet unsere erste Präsenzveranstaltung in der Reihe „Lesungen in allen Himmelsrichtungen“ im Norden statt.

Barbara Krohn Foto: © Stefan Krischker

Barbara Krohn
(Foto: © Stefan Krischker)

Barbara Krohn lädt zu einer spannungsgeladenen Italienischen Nacht – Unter dem Vulkan im Nordkolleg Rendsburg und liest aus ihrer Neapel-Krimi-Trilogie „Die Toten von Santa Lucia“, „Was im Dunkeln bleibt“ und „Die achte Todsünde“. Sie erzählt in den Büchern vom Leben und Überleben in dieser so chaotischen wie faszinierenden mediterranen Stadt mit ihren vielen Schattenseiten und sonnigen Zwischenräumen: eine Reise in den Süden Italiens, wo immer wieder die Zitronen blühen. Barbara Krohn ist Präsidiumsmitglied des deutschen PEN, Dozentin für Kreatives Schreiben und leitet vom 27. bis 30. Mai die Erzählwerkstatt „Unterwegs im Leben“ am Nordkolleg.

Nähere Details zur Anmeldung und zum Hygienekonzept, finden Sie hier.

Die Lesung ist Teil des »Kultur-Modellprojekts« des Landes und ist daher für eine begrenzte Teilnehmerzahl öffentlich zugänglich. Voraussetzung für den Besuch der Lesung ist die Vorlage der Bescheinigung einen negativen Antigen-Schnelltest (mit Datum desselbigen Tages) eines Bürgertestzentrums.

Bitte beachten Sie die Einlassbedingungen im Rahmen des Modellversuchs!

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Im Rahmen des Strukturförderungsprogramms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, organisiert der deutsche PEN in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturfonds e.V. ein vielfältiges Bündel an Maßnahmen, welches Autorinnen und Autoren helfen soll, nach den Einschränkungen der Pandemie wieder Fuß zu fassen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Lesungen in digitaler Form oder als Publikumsveranstaltungen. Diese Lesungen werden das ganze Jahr hindurch über das gesamte Bundesgebiet verteilt stattfinden und sollen die örtliche Literaturszene neu beleben.

10.05.2021, 18 Uhr – Freiheit des Wortes – Wo gilt das noch?

Nur 12 Ländern kann in Belangen der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit die Note »gut« gegeben werden. So hat es die Organisation Reporter ohne Grenzen in einem aktuellen Bericht erklärt. Auch in Deutschland gab es noch nie so viele Übergriffe gegen Medienschaffende wie in den vergangenen Jahren. Weltweit sitzen mehr als 400 Journalist*innen und Blogger*innen in Haft: Eine davon ist die Vietnamesin Pham Doan Trang, die 2014 als Feuchtwanger Fellow in der Villa Aurora arbeitete und im vergangen Jahr verhaftet wurde. Sie analysierte Methoden der Meinungseinschränkung, die wir als Ausgangspunkt für Lesungen und eine Diskussion mit internationalen Künstler*innen und Autor*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Kultur nehmen wollen, um die Frage zu beleuchten: Wo gilt die Freiheit des Wortes noch?

Şehbal Şenyurt Arınlı
© Christian Thiel

Diese und viele weitere Fragen diskutieren Michelle Müntefering (Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordnete aus Herne), Heike Catherina Mertens (Geschäftsführerin des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.), Ralf Nestmeyer (Vizepräsident PEN-Zentrum Deutschland und Writers-in-Prison-Beauftragter) und vor allem diese Künstler*innen und Autor*innen: Ghassan Hammash (syrischer Kulturmanager und Produzent; Gründer und Geschäftsführer von der Barzakh gGmbH), Çiğdem Akyol (deutsche Journalistin und Autorin), Nahed Al Essa (geflüchtet aus Syrien, lebt, arbeitet und schreibt in Deutschland), Enoh Meyomesse (kamerunischer Autor, Historiker, Blogger und politischer Aktivist, langjährige Haftstrafe, ehemaliger Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat, lebt seit 2016 in Darmstadt) und sein Übersetzer Jürgen Strasser; Şehbal Şenyurt Arınlı (türkische Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin, ehemalige Writers-in-Exile-Stipendiatin).

Jürgen Strasser (li.) und Enoh Meyomesse (re.) Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Den Livestream sehen Sie am 5. Mai ab 18:00 Uhr auf Facebook und auf dem YouTube Kanal des Literaturhauses Berlin.

Senden Sie Ihre Fragen zum Gespräch und zur Lage der Presse- und Meinungsfreiheit über Slido. (Keine Registrierung erforderlich)

Eine Veranstaltung von VATMH, des PEN-Zentrums Deutschland, Literaturhauses Berlin und Reporter ohne Grenzen Deutschland. In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt.

05.05.2021, 19 Uhr – Ist die Meinungsfreiheit in der Türkei abgeschafft? So steht es um die Bürgerrechte unter Erdoğan

Im Rahmen der diesjährigen Woche der Meinungsfreiheit (3.-10.5.) nimmt die zweite Veranstaltung der Reihe zu Writers in Prison/ Writers in Exile der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit/ Thomas-Dehler-Stiftung in Kooperation mit dem deutschen PEN die prekäre Lage von Autorinnen und Autoren in der Türkei in den Blick.

Die Teilnahme an der (digitalen) Veranstaltung ist kostenlos. Weiterführende Informationen und Anmeldelink lassen sich der Seite der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit entnehmen.

Die weiteren Veranstaltungen legen etwa einmal im Monat den Schwerpunkt u.a. auf  Eritrea und Saudi-Arabien.

Tausende Journalisten und Politikerinnen, Aktivisteninnen und Schriftsteller sitzen in türkischen Gefängnissen. Seit vielen Jahren wird die Meinungsfreiheit in der Türkei aufs Heftigste attackiert von Erdogan und seinen Getreuen. Es gibt keine unabhängige Justiz, keine Gewaltenteilung und die Situation spitzt sich weiter zu – die Bürgerrechte werden immer weiter untergraben. Erst kürzlich trat die Türkei aus dem Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt aus, auch bekannt als Istanbul-Konvention.

Details

Begrüßung
Sebastian Zajonz
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit/ Thomas-Dehler-Stiftung

Lesung aus „Morgengrauen“ (Selahattin Demirtaş)
Doğan Akhanlı, Schriftsteller und Mitglied des deutschen PEN

Politischer Impuls
Dr. Ronald Meinardus
Leiter des Büros Istanbul der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Diskussion über die Meinungsfreiheit und Bürgerrechte
Doğan Akhanlı, PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter Ralf Nestmeyer, Dr. Ronald Meinardus

Moderation
Nina George
Präsidentin des European Writers’ Council und Mitglied des deutschen PEN

Der Autor Selahattin Demirtaş zeichnet in seiner Fabel „Morgengrauen“ ein eindrückliches Bild der Trostlosigkeit seines Lebens im Gefängnis, aber auch von den Zumutungen, die Menschen in der Türkei erdulden, und mit welchem Mut der Verzweiflung einige aufbegehren. In wenigen Zeilen entsteht ein dichtes Porträt eines Staates, der die Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger einschränkt und ihre Rechte mit Füßen tritt.

Die künftigen Kooperationsveranstaltungen mit dem PEN-Zentrum Deutschland e.V. widmen sich der Situation bedrohter Schriftstellerinnen und Schriftstellern und legen etwa einmal im Monat den Schwerpunkt u.a. auf Eritrea und Saudi-Arabien,

Mitveranstalter

Thomas-Dehler-Stiftung
Orleansstraße 6
81669, München
www.thomas-dehler-stiftung.de

09.11.2020, 19 Uhr – Online: Lesung und Gespräch mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu

Foto: Stefanie Silber

Willkürliche Verhaftung, sechs Jahre Gefängnis ohne Gerichtsverhandlung, Folter, Freilassung, Flucht, Leben im Exil: „Ich lebe noch!“ – das wird der deutsche Titel einer Sammlung von Gedichten sein, die Yirgalem Fisseha Mebrahtu zum Teil noch im eritreischen Gefängnis geschrieben hat. Die Lyrikerin und Journalistin stellt diese Texte am 9. November vor. Sie dokumentieren, wie das Schreiben ein Überlebensmittel war und ist. Sie zeigen, wie die Frau aus Eritrea im deutschen Exil lernt, in einer fremden Gesellschaft zu leben – ohne den Traum von einer freien Heimat zu verlieren.

Das Gespräch mit Mebrahtu führt und übersetzt Dr. Kessete Awet. Mebrahtu wird Texte in ihrer Muttersprache Tigrinya lesen. Die deutsche Übersetzung trägt Sarah Giese vor.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu wurde in Adi Keyh/Eritrea geboren. Der Journalistin und Schriftstellerin gelang 2017 die Flucht aus Eritrea. Seit 2018 ist sie Writer-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN.

Dr. Kessete Awet wurde ebenfalls in Eritrea geboren. Seine Familie flüchtete 1985 nach Deutschland. Er ist Geschäftsführer und pädagogischer Leiter einer Einrichtung für Kinder- und Jugendhilfe in Wuppertal.

Sarah Giese, geboren in Kassel, ist Schauspielerin, Sprech- und Stimmtrainerin und Dramaturgin. Sie nimmt Lehraufträge für Sprechkunst in Münster und Köln wahr.

 

Hinweis des Veranstalters: Wegen der neuen Corona-Auflagen kann die Lesung mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu am Montag, dem 9. November 2020, leider nicht in der Studiobühne stattfinden. Da sich sehr viele Menschen dafür interessierten und sich auf die Lesung freuten, haben wir uns entschlossen, die Veranstaltung online zu machen. Das ist auch für uns ein Experiment und wir sind ganz gespannt.

Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte per Mail: AfrikanischePerspektiven [at] t-online [dot] de
Der Link zum Einloggen wird im Anschluss versandt.

* * * * *

Die Veranstaltung findet u.a. in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Münster und dem Eine-Welt-Forum Münster e.V. statt. Sie wird unterstützt vom Kulturamt und dem Integrationsrat der Stadt Münster sowie dem Peter Hammer Verein für Literatur und Dialog e.V.

30.10.2020, 11 Uhr – Konferenz „Libri Prohibiti – Bücherverbote und Zensur“ in Bremen

Ralf Nestmeyer
Foto: Stefanie Silber

Mit dieser Veranstaltung wird der Themenschwerpunkt der globale 2020 eröffnet und ein mit Literatur verbundener Problemzusammenhang ausgeleuchtet: Schreib- und Publikationsverbote, Zensur und Bücherverbrennungen. In Kooperation mit der Universität Bremen werden exemplarische Fälle verbotener oder verbrannter Texte der deutschen und russischen Literatur vorgestellt, aus denen Schauspielerinnen und Schauspieler der Shakespeare Company Auszüge lesen. Zur Sprache gebracht wird aber auch die aktuelle Situation. Eingeladen sind u.a. Literaturwissenschaftler und Osteuropa-Expertinnen und -Experten der Uni Bremen sowie Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.

Programm

11:00 Prof. Dr. Elisabeth Arend (Uni Bremen, FB 10) : Eröffnung
11:15 Dr. Uwe Spörl (Uni Bremen, FB 10): Studentische Aktivisten: die Bücherverbrennungen 1933
* Diskussion *
11:50 Prof. Dr. Axel Dunker (Uni Bremen, FB 10): Ein Fall von (Selbst-)Zensur in der Adenauerzeit.
* Diskussion *
12:30 Prof. Dr. Nikola Rossbach (Uni Kassel): Zensur heute: analog und digital
* Diskussion *
Mittagspause
14:30 Prof. Dr. Wolfgang Kissel (Uni Bremen, FB 8): Bibliozid und GULag der Bücher.
Zur Kulturgeschichte der (post)sowjetischen Zensur
* Diskussion *
15:10 Ralf Nestmeyer (Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN): Das gefangene Wort
* Diskussion *
16:00 Ende der Veranstaltung

Weiterführende Informationen zum Programm des globale° – Festivals für grenzüberschreitende Literatur sowie

Hinweis: Anmeldung für diese Veranstaltung erbeten bis zum 25.10. unter
artes [at] uni-bremen [dot] de

Die Veranstaltung von Globale e.V.findet in Kooperation mit den Alumni
der Universität Bremen e.V. statt.