85. internationaler PEN-Kongress in Manila/Philippinen erfolgreich beendet

85. internationaler PEN-Kongress in Manila/Philippinen erfolgreich beendet

Pressemitteilung, Darmstadt, 7. Oktober 2019. Vom 30. September bis 4. Oktober 2019 fand in Manila auf den Philippinen der 85. internationale PEN-Kongress statt, der im internationalen Jahr der indigenen Sprachen unter dem Motto „Speaking in Tongues: Literary Freedom & Indigenous Languages“ stand. Als Vertreter des deutschen PEN-Zentrums nahmen die beiden Vizepräsidenten Leander Sukov und Ralf Nestmeyer sowie Präsidentin Regula Venske teil, die für weitere drei Jahre in das Präsidium des internationalen PEN wiedergewählt wurde. Swetlana Alexijewitsch, von 2008 bis 2010 Gast im Writers in Exile (WiE)-Programm des deutschen PEN, wurde neben Orhan Pamuk und anderen zu einer internationalen Vizepräsidentin (i.e. Ehrenpräsidentin) gewählt. Yirgalem Fisseha Mebrahtu, derzeit WiE-Stipendiatin, nahm als Vertreterin von PEN Eritrea teil und beeindruckte bei einer der Freiheit des Wortes gewidmeten Veranstaltung mit ihrer Lesung.

Themen des Kongresses waren u. a. die Verteidigung der Wahrheit im Zeitalter von Hate Speech & Fake News, die Bedrohung der Demokratie auch in den etablierten westlichen Demokratien und die Situation der Meinungsfreiheit in Südostasien. Einer der Höhepunkte war die Verabschiedung des Manifests „The Democracy of Imagination“, das die Freiheit der Phantasie gegenüber Vorwürfen der kulturellen Aneignung verteidigt, diesen aber zugleich mit Verständnis und Empathie begegnet. Verabschiedete Resolutionen betrafen u. a. die Situation von Autoren im Exil, die Meinungsfreiheit auf der Krimhalbinsel und im Zusammenhang mit der Verfolgung von Julian Assange den Missbrauch des US Espionage Acts. Am Jahrestag der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul überbrachte eine internationale Delegation eine Protestnote an den saudi-arabischen Botschafter, wobei die Vertreter der Delegation von dem Angebot Abstand nahmen, die Botschaft zu betreten.

Auf der Internetseite des internationalen PEN lassen sich die Resolutionen, welche auf dem Kongress verabschiedet wurden, im englischen Wortlaut nachlesen www.bit.ly/30Lx4PI.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Felix Hille
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 627 08 23
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Offener Brief von PEN-Präsidentin Regula Venske an die 27. Zivilkammer des Landgerichtes Berlin

Pressemitteilung, Darmstadt, 23. September 2019

Offener Brief von PEN-Präsidentin Regula Venske an die 27. Zivilkammer des Landgerichtes Berlin

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herr,

als Teil der internationalen Schriftstellerorganisation PEN International setzen wir uns im deutschen PEN weltweit für die Freiheit des Wortes und für verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ein. So beschäftigt uns derzeit u. a. der Fall der ugandischen Akademikerin, Frauenrechtsaktivistin und Regierungskritikerin Dr. Stella Nyanzi, die am 1. August diesen Jahres in Kampala aufgrund eines Gedichtes, in dem sie den Präsidenten Yoweri Museveni (und dessen Mutter) beleidigt hat, zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wurde; neun Monate hat sie bereits in Untersuchungshaft verbracht. Die Anklage lautet auf “cyber harassment“, da sie ihr Gedicht, das der zuständige Richter bei der Urteilsverkündigung als „vulgär, skandalös, obszön und äußerst beleidigend“ bezeichnete, auf Facebook veröffentlicht hatte. Das Gedicht ist tatsächlich sehr drastisch: Dr. Nyanzi, die starke Kritikerin des Präsidenten, praktiziert bewusst eine traditionelle ugandische Strategie, die Taktik der radikal unverschämten öffentlichen Beleidigung (“radical rudeness”).[i]

Glücklicherweise leben wir in einem Rechtsstaat, in dem die Gerichte aufgeklärter und differenzierter vorgehen und ein Gedicht, mag es auch unflätig sein, als Gedicht verstehen können und in einen Kontext setzen. Zweifellos haben Sie das auch mit den fraglichen Facebook-Posts, über die Sie zu befinden hatten[ii], versucht. Allerdings haben Sie diese Äußerungen in ihrem Sprechaktcharakter zum Teil auf eine Weise missinterpretiert, die Unverständnis hervorruft.

Zunächst einmal ist nicht nachvollziehbar, wieso Frau Künast das ihr untergeschobene Falschzitat und die verleumderische Insinuation von Sven Liebich auf seinem Blog „Halle Leaks“ hinnehmen muss, durch die die fraglichen Posts überhaupt erst provoziert wurden. Sie unterstellen eine Wahrnehmung „der Öffentlichkeit“, die so nicht zutreffend ist. Große Teile der Öffentlichkeit sind durchaus in der Lage, differenziert zu begreifen, wie der Zwischenruf von Frau Künast in der Debatte gemeint war.

Vor dem Hintergrund, dass es Frau Künast Ihrer Meinung nach hinzunehmen habe, wenn eine sachliche Äußerung von ihr – die Korrektur eines Zitates – gezielt missverstanden wird, kann sich das Argument des „Sachbezuges“ der getätigten Posts nicht wirklich erschließen.

Sie behaupten, sämtliche der in den inkriminierten Tweets enthaltenen Äußerungen seien zulässige Meinungsäußerungen. Dabei gelingt es Ihnen nicht, zwischen groben Beleidigungen und Gewaltphantasien bis hin zu Handlungsaufforderungen, in diesem Fall der Aufforderung zu sexueller Gewalt („Knatter sie einer …“) und Körperverletzung („die Fresse polieren“), zu unterscheiden. Wo ist etwa der Sachbezug zum hier behandelten Thema bei der Formulierung, die Antragstellerin gehöre „als Sondermüll“ „entsorgt“? Eine solche zugespitzte Formulierung wäre wohl in einer Satire, die sich zu Korruption in der Müllentsorgung äußert, denkbar. Im hier vorliegenden Kontext handelt es sich um eine weitere Gewaltphantasie.

In diesem Sinne äußerten sich denn auch die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, Maria Wersig („Und wir reden bei den genannten Beispielen verbaler Übergriffe über nichts anderes als über Gewalt.“) und der Präsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble („Wenn uns an der Demokratie gelegen ist, muss der politische Wettstreit vor Gewalt geschützt werden“ … „Es braucht auch das Vertrauen in einen Rechtsstaat, der gegen menschenfeindlichen Hass und Hetze als Nährboden von Gewalt konsequent vorgeht, auch in der digitalen Welt.“).[iii]

Natürlich wissen die beiden hier zitierten, dass Politiker härter im Nehmen sein müssen als die Durchschnittsbürger. Allerdings gibt es, so Schäuble, „eine Grenze zwischen zulässiger zugespitzter Meinungsäußerung und Hassbotschaft“. Und diese Grenze bezeichnet genau den Unterschied zwischen dem Gedicht einer Stella Nyanzi, auf das ich eingangs hinwies, und den hier zur Debatte stehenden „Kommentaren“.

Wofür Sie in Ihrem Urteil keine Sensibilität zeigen, ist die Frage, ob bei den klar erkennbar sexistischen Äußerungen nicht sogar der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist. In der Person von Frau Künast sind diese Schmähungen gegen sie zugleich gegen alle Frauen, gegen „die Frau“ an sich gerichtet. Wenn wir nach dem Machtgefälle fragen, so mag es zwar sein, dass sich hier einerseits ein paar frustrierte sogenannte „Abgehängte“ (darf man sie „arme anonyme Würstchen“ nennen oder würde das den Straftatbestand einer Beleidigung erfüllen?) gegen eine im Vergleich zu ihnen sehr viel mächtigere Politikerin äußern. Im Aufruf zur Vergewaltigung aber existiert ein anderes Machtverhältnis. Da verweist die geballte männliche Potenz „die Frau“ an sich, wenn sie es wagt, in Erscheinung zu treten, in ihre Schranken.

Nun musste Ihre Kammer ja allerdings nicht über Straftatbestände verhandeln, bei denen sicher eine schärfere Messlatte angelegt wird, sondern es ging um zivilrechtliche Belange, die Herausgabe der Daten der sich in der Anonymität versteckenden Facebook-Nutzer. Auf geradezu vorbildliche Weise hat Frau Künast schon in der Vergangenheit das Gespräch mit Kritikern und sogar Hetzern gesucht und hiermit nach eigener Aussage positive Erfahrungen gemacht. Dass Sie diese Möglichkeit der Aufklärung und vielleicht auch Aussöhnung mit Ihrem Urteil verhindern, ist ebenfalls bedauerlich.

Vor allem aber ist beklagenswert, dass Sie dem Kontext, in dem diese Äußerungen getätigt wurden, keine Rechnung getragen haben. Es geht hier nicht um Äußerungen am Stammtisch oder auf einer Kiste in Hyde Park´s Corner. Es geht um die Art und Weise, welche Spielregeln unsere Gesellschaft für den Umgang miteinander in den ‚sozialen‘ Medien aushandeln wird.

Sehr geehrter Herr Richter, sehr geehrte Richterinnen, laut Charta des internationalen PEN verpflichtet sich jedes Mitglied unserer Schriftstellerorganisation, „mit äußerster Kraft für die Bekämpfung jedweder Form von Hass“ zu wirken sowie „jeder Art der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung“, in unserem Lande und weltweit, entgegenzutreten. Die Balance zwischen beiden Aspekten ist nicht immer leicht auszuloten. Im Vertrauen auf unser Rechtssystem hoffe ich, dass es der nächsthöheren Instanz überzeugender gelingt als Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Regula Venske
Präsidentin
PEN-Zentrum Deutschland

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Felix Hille
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Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

[i] Nachzulesen hier: ‚.((strlen(‚https://ugmirror.com/index.php/2018/09/17/stella-nyanzis-poem-on-president-musevenis-birthday-you-wont-like-what-she-wrote/‘)>40) ? substr(‚https://ugmirror.com/index.php/2018/09/17/stella-nyanzis-poem-on-president-musevenis-birthday-you-wont-like-what-she-wrote/‘,0,40).’…‘ : ‚https://ugmirror.com/index.php/2018/09/17/stella-nyanzis-poem-on-president-musevenis-birthday-you-wont-like-what-she-wrote/‘).‘

[ii] Az.: 27 AR 17/19;‘ ‚.((strlen(‚https://media-kanzlei-frankfurt.de/anwalt/das-langericht-berlin-und-die-zulaessige-meinungsaeusserung?fbclid=IwAR2m7vnsA8rECDictn3VKeaC6cjkqinSJ54eSO0bWV_hrCCjZ9cffLP3wpg‘)>40) ? substr(‚https://media-kanzlei-frankfurt.de/anwalt/das-langericht-berlin-und-die-zulaessige-meinungsaeusserung?fbclid=IwAR2m7vnsA8rECDictn3VKeaC6cjkqinSJ54eSO0bWV_hrCCjZ9cffLP3wpg‘,0,40).’…‘ : ‚https://media-kanzlei-frankfurt.de/anwalt/das-langericht-berlin-und-die-zulaessige-meinungsaeusserung?fbclid=IwAR2m7vnsA8rECDictn3VKeaC6cjkqinSJ54eSO0bWV_hrCCjZ9cffLP3wpg‘).‘

[iii] ‚.((strlen(‚https://www.sueddeutsche.de/panorama/justiz-empoerung-ueber-urteil-zu-beschimpfungen-gegen-kuenast-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190920-99-954415‘)>40) ? substr(‚https://www.sueddeutsche.de/panorama/justiz-empoerung-ueber-urteil-zu-beschimpfungen-gegen-kuenast-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190920-99-954415′,0,40).’…‘ : ‚https://www.sueddeutsche.de/panorama/justiz-empoerung-ueber-urteil-zu-beschimpfungen-gegen-kuenast-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190920-99-954415′).‘

Mit Regenschirmen für die Meinungsfreiheit #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords – Mahnwache auf der Frankfurter Buchmesse:

Während in Hongkong und weltweit Menschen für Freiheitsrechte kämpfen, ist der schwedisch-hongkonger Autor, Verleger und Buchhändler Gui Minhai seit vier Jahren willkürlich in China in Haft. Unter dem Motto #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords rufen der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Amnesty International, der European and International Booksellers Federation (EIBF), der International Publishers Association (IPA), dem PEN-Zentrum Deutschland und PEN International dazu auf, Solidarität zu zeigen, und mit aufgespanntem Regenschirm, dem Symbol der Hongkonger Freiheitsbewegung, ein Zeichen für Meinungsfreiheit zu setzen.

Mit:

  • Jennifer Clement (PEN International)
  • Alexander Skipis (Börsenverein des Deutschen Buchhandels)
  • Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler im Exil)
  • Liao Yiwu (Chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger).

Informationen zum Gesamtprogramm des deutschen PEN auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse können Sie hier entnehmen.

Germany reads for Hongkong

internationales literaturfestival berlin und PEN-Zentrum rufen zu deutschlandweiten Solidaritätslesungen für die Demokratiebewegung in Hongkong am 21. September 2019 auf

Pressemitteilung, Berlin / Darmstadt, 17. September 2019. Seit Juni 2019 protestieren in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong Hunderttausende Menschen für mehr Demokratie. Sie sind besorgt um ihre politische Freiheit im autonom geführten Hongkong. Begonnen hat der Protest mit einer von der Regierung geplanten Novelle zum Gesetz über flüchtige Straftäter*innen und Rechtshilfe in Strafsachen. Gegner*innen der Gesetzesänderung befürchten eine Aushöhlung des Rechtssystems Hongkongs, das bisher weitgehend unabhängig von der Volksrepublik China ist. In Hongkong genießen die Bürger*innen politische Freiheiten, die es in der Volksrepublik China nicht gibt. Aus den einzelnen Protesten hat sich eine Demokratiebewegung entwickelt, die als die umfangreichste seit der Niederschlagung der Demokratiebewegung in China 1989 gilt.

Die chinesische Regierung definiert die Demonstrant*innen als Terrorist*innen und sieht die Bewegung als staatsbedrohend. China schickte Truppen an die Grenze. An den u.a. von der Civil Human Rights Front (CHRF) organisierten Kundgebungen am 9. und 16. Juni und am 18. August 2019 nahmen jeweils über eine Million Menschen teil, worüber weltweit berichtet wurde. 74 Nichtregierungsorganisationen (darunter Reporter ohne Grenzen, Amnesty International und Human Rights Watch) forderten die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam in einem offenen Brief auf, das Gesetz zurückzunehmen. Am 4. September kam Carrie Lam der Forderung der Demonstrant*innen nach. Doch die Hongkonger*innen fürchten weiterhin um ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Der staatliche Widerstand gegen die Proteste bestätigt die Demonstrant*innen darin, dass die chinesische Führung in Peking versuchen wird, diese Rechte auf Dauer zu beschneiden.

Gefordert werden von den Demonstrant*innen der Rücktritt der Regierungschefin, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt der letzten Monate, die Freilassung von Festgenommenen und eine Rücknahme des Vorwurfs des „Aufruhrs“. Viele Demonstrant*innen verlangen eine Änderung des Wahlrechts sowie generell die Begrenzung des Einflusses des chinesischen Zentralstaats auf die ehemalige britische Kronkolonie, deren Hoheit das KP-Regime 1997 übernommen hatte.

Das internationale literaturfestival berlin und das PEN-Zentrum Deutschland schließen sich dem Protest an und unterstützen die Demokratiebewegung in Hongkong und rufen zu einer deutschlandweiten Solidaritäts-Lesung am 21. September auf. Die zentrale Lesung findet am 21.9.2019, 16 Uhr, auf dem Bebelplatz mit der Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland Regula Venske und dem Festivaldirektor des ilb Ulrich Schreiber statt.

Interessenten melden sich hier: info [at] literaturfestival [dot] com für Berlin. Geeignete Texte lassen sich hier entnehmen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Felix Hille
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 627 08 23
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

16.10.2019, 13.30 Uhr – „Bestseller verzweifelt gesucht. Hauptsache, die Zahlen stimmen?“ – Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse

Der Buchmarkt am finanziellen Tropf von Hyperbestsellern: Steht die schriftstellerische Vielfalt vor dem Ende?

Liest man Bestsellerlisten und gehypte Neuerscheinungen zur Messezeit, tauchen verlässlich stets die gleichen Namen auf. Einerseits finanziert die lukrative Bestsellermaschinerie den Buchmarkt, andererseits entscheiden sich immer mehr Programm-MacherInnen für das Verkaufspotential anstatt für vermeintlich unsichere Debüts, Nischen oder gar Experimente.

Nina George Foto: © Helmut Henkensiefken / FinePic München

Nina George
Foto: © Helmut Henkensiefken / FinePic München

Wohin führt die inzwischen weit offen stehende Schere zwischen jenen Werken, die als E-Book-Only zum Dumpingpreis in den immer schnelleren Markt gepresst werden – und jenen von Hypersellern, die für Millionen vermarktet werden? Wie steht es um die Vielfalt auf dem Buchmarkt, wenn der verlegerische Wagemut schwindet, Nachwuchs-AutorInnen zielsicher demotiviert werden und diverse Stimmen ungehört verschwinden? Was hat die Krise des Buchmarkts mit diesen kaufmännischen Entscheidungen zu tun, und wohin führt die Strategie, auf Marken statt auf Inhalte zu setzen? Darüber debattieren BestsellerautorInnen, Verlegende und das Netzwerk Autorenrechte.

Janet Clark Foto: Marc Zrenner © Loewe Verlag GmbH

Janet Clark
Foto: Marc Zrenner © Loewe Verlag GmbH

Teilnehmer und Teilnehmerinnen:

  • Nina George (Bestsellerautorin, Präsidentin des European Writers‘ Council, Mitglied des deutschen PEN)
  • Hans-Peter Übleis (ehem. Verleger des Droemer Knaur Verlages, Holtzbrinckgruppe, heute Autoren- und Verlagsberater)

Moderation: Janet Clark (Netzwerk Autorenrechte)

Eine Veranstaltung des Netzwerks Autorenrechte

Informationen zum Gesamtprogramm des deutschen PEN auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse können Sie hier entnehmen.