Hans Küng (1928-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Hans Küng am 6. April verstorben ist.

Sein mutiges Eintreten für Meinungsfreiheit auch unter Inkaufnahme persönlicher Konsequenzen wird uns allen als Beispiel in Erinnerung bleiben. Seine 1990 auf dem World Economic Forum in Davos in einem Grundsatzreferat dargelegte Frage „Warum brauchen wir globale ethische Standards, um zu überleben?“ hat nichts an Aktualität verloren und  betrifft auch weiterhin wesentliche Kernbereiche der Tätigkeit des PEN.

Seine mahnende Stimme und seine gepflegte Art der Streitbarkeit werden uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das PEN Zentrum Deutschland e.V.:

Regula Venske

Gertrud Seehaus (1934-2021)

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Gertrud Seehaus am 30. März verstorben ist.

Die studierte Theaterwissenschaftlerin war einem zahlreichen Publikum als Sprecherin beim Westdeutschen Rundfunk und bei der Deutschen Welle bekannt, ehe sie in den späten 1960er-Jahren sich der Pädagogik zuwandte und als Lehrerin tätig war. Im Alter von fünfzig Jahren veröffentlichte sie mit dem Roman Lisa und Anatol ihr literarisches Debüt. Zeit ihres Lebens war sie eine unerschrockene Verfechterin für die Meinungsfreiheit. Als solche wird sie u.a. als Mitherausgeberin der deutschen Erstausgabe des Romans Die satanischen Verse von Salman Rushdie in Erinnerung bleiben.

Ihre Stimme wird uns fehlen. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das PEN-Zentrum Deutschland e.V.:

Regula Venske

PEN und Friedrich Naumann-Stiftung starten digitale Writers in Prison/Writers in Exile-Veranstaltungsreihe

Pressemitteilung, Darmstadt/München, 31. März 2021. Mit „BELARUS: Das weibliche Gesicht der Revolution“ macht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit/ Thomas-Dehler-Stiftung in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland den Auftakt einer Online-Veranstaltungsreihe zu Writers in Prison/Writers in Exile am 7. April um 19 Uhr, um einen genauen Blick auf Autorinnen und Autoren in Not zu werfen und über die Meinungsfreiheit in den jeweiligen Ländern zu diskutieren.

„BELARUS: Das weibliche Gesicht der Revolution“ ist der einprägsame Titel eines Buches über die Revolution in Belarus, aber auch eine klare Beschreibung der Revolution. Fast alle Bilder, die man über die Revolution sieht, zeigen zum Großteil Frauen. Sie tragen die Revolution nun schon seit Monaten und demonstrieren entschlossen gegen die letzte Diktatur Europas.

Nach einer Einführung durch Sebastian Zajonz, Leiter des Landesbüros Bayern der Friedrich-Naumann-Stiftung, und Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN, zeichnet Marina Naprushkina mit ihrem Essay „Wer, wenn nicht wir. Wann, wenn nicht jetzt“ ein Stimmungsbild des Landes, das seinen Diktator überwinden will. Beate Apelt (Projektleiterin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit – Ukraine und Belarus) erläutert die aktuelle politische Situation in Belarus. Anschließend moderiert Nina George, Präsidentin des European Writers‘ Council und Mitglied des deutschen PEN, eine Diskussion mit den Teilnehmern sowie dem Publikum, das im Chat auch Fragen stellen und mitdiskutieren kann.

Die Teilnahme an der (digitalen) Veranstaltung ist kostenlos. Weiterführende Informationen und Anmeldelink unter www.shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/19oro

Die weiteren Veranstaltungen legen etwa einmal im Monat den Schwerpunkt u.a. auf die Türkei, Eritrea und Saudi-Arabien.

Kontakt für die Medien:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Maik Schnierer
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit LB-Bayern
Thomas-Dehler-Stiftung
Orleansstraße 6, 81669 München
Tel.:0160/400 51 25
E-Mail:Maik.Schnierer [at] freiheit [dot] org

 

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Woche der Meinungsfreiheit vom 3.-10. Mai: Gemeinsam für Demokratie, Debatte und Toleranz #MehrAlsMeineMeinung

Breite Bewegung zivilgesellschaftlicher Organisationen und Unternehmen / Aufruf zur Unterzeichnung der „Charta der Meinungsfreiheit“ / Initiiert durch Börsenverein des Deutschen Buchhandels / Mitmachen mit Veranstaltungen und Aktionen /
www.woche-der-meinungsfreiheit.de  

Krisen und Umbrüche verunsichern die Menschen und werfen wichtige Fragen für die Zukunft der Gesellschaft auf. Gleichzeitig werden extreme Stimmungen und Meinungen national wie international immer lauter, der demokratische Diskurs gerät unter Druck. Mit der „Woche der Meinungsfreiheit“ machen zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und Bürger:innen aus ganz Deutschland vom 3. bis 10. Mai 2021 auf die Bedeutung der Meinungsfreiheit für eine freie, demokratische und vielfältige Gesellschaft aufmerksam und schaffen Raum für Dialog. Vom Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai bis zum Tag der Bücherverbrennung in Deutschland am 10. Mai finden unter dem Claim #MehrAlsMeineMeinung bundesweit Veranstaltungen, Aktionen und Kampagnen statt. Zudem stellt das Bündnis die „Charta der Meinungsfreiheit“ vor und ruft dazu auf, diese zu unterzeichnen. Initiator der Bewegung ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Charta der Meinungsfreiheit

Im Zentrum der Aktionswoche steht die Charta der Meinungsfreiheit mit elf Leitsätzen zur Freiheit des Wortes. Organisationen, Institutionen, Unternehmen sowie Privatpersonen können sie unterzeichnen, um sich hinter die Aussagen zu stellen oder sie als eine Art Selbstverpflichtung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie kann unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de/charta-der-meinungsfreiheit/ abgerufen und unterzeichnet werden.

Aktionen planen

Mitgestalten kann die Woche der Meinungsfreiheit jede:r – egal ob Verein, Unternehmen oder Privatperson. Die Woche lebt von denen, die für eine freie demokratische Gesellschaft eintreten. Teilnehmende können für den Aktionszeitraum Veranstaltungen und Aktionen planen und sie unter das Dach der Initiative stellen.

Anregungen und Materialien stellen die Initiator:innen unter www.woche-der-meinungsfreiheit.de zur Verfügung. Eine Programmübersicht auf der Webseite wird die Aktionen der Woche zusammenführen. Wer sich mit Aktionen beteiligen möchte, kann sich per E-Mail an meinungsfreiheit [at] boev [dot] de wenden. In Kürze geht auch die gemeinsame Kampagne „Mehr als meine Meinung“ mit verschiedenen aufmerksamkeitsstarken Motiven an den Start.

Partner der Woche der Meinungsfreiheit

Die Woche der Meinungsfreiheit gestalten bereits mit:

  • Allianz Kulturstiftung
  • Amnesty International
  • Bildungsstätte Anne Frank
  • Berufsverband Information Bibliothek
  • Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
  • DIE VIELEN e.V.
  • Eintracht Frankfurt
  • Frankfurter Agentur-Allianz
  • Frankfurter Buchmesse
  • Goethe-Institut
  • JoinPolitics
  • LG Buch
  • mediacampus frankfurt
  • Palm-Stiftung e.V.
  • PEN-Zentrum Deutschland
  • Reporter ohne Grenzen
  • Spread Group
  • Verband Bildungsmedien
  • Verbrannte Orte e.V.
  • wissen live
  • VS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller
  • Weiter Schreiben

 

Die „Frankfurter Agentur-Allianz“, bestehend aus Kreativen und Kommunikationsexpert:innen aus dem Rhein-Main Gebiet, die größtenteils pro bono für die Initiative arbeiten, unterstützt den Börsenverein bei der Planung, Organisation und Durchführung der Aktionswoche.

Weitere Informationen sowie Logos zum Herunterladen: www.woche-der-meinungsfreiheit.de/presse/

Den Social-Media-Kanälen der Kampagne folgen:
Twitter: @WdM2021 | Instagram: @woche_der_meinungsfreiheit | Facebook: @WochederMeinungsfreiheit
#MehrAlsMeineMeinung


Kontakt für Kooperationen
Börsenverein des Deutschen Buchhandels: John Steinmark, E-Mail: meinungsfreiheit [at] boev [dot] de

Neustart Kultur: Wir sind an Bord

Im Rahmen des Strukturförderungsprogramms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, organisiert der deutsche PEN in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturfonds e.V. ein vielfältiges Bündel an Maßnahmen, welches Autorinnen und Autoren helfen soll, nach den Einschränkungen der Pandemie wieder Fuß zu fassen.

Hauptaugenmerk liegt dabei auf Lesungen in digitaler Form oder als Publikumsveranstaltungen, etwa unter dem Motto „Lesungen in allen Himmelsrichtungen“. Diese Lesungen werden das ganze Jahr hindurch über das gesamte Bundesgebiet verteilt stattfinden und sollen die örtliche Literaturszene neu beleben.
Den Anfang macht Mirko Bonné in der Hamburger Buchhandlung Felix Jud mit einer Lesung aus seinem Roman „Seeland Schneeland“ – passend zu unserer stürmischen Zeit, in der wir alle gefragt sind, mit flexiblen Lösungen im Blick Kurs auf neue Ziele zu nehmen. Die Veranstaltung lässt sichonline auf YouTube ansehen.

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von ‚Neustart Kultur‘ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.