Hermann-Kesten-Preis

Der Hermann Kesten-Preis 2021 ging am 18.11.21 an die Autorin Irena Brežná. Die Schriftstellerin Barbara Krohn hielt die Laudatio. Neben der aktuellen Kesten-Preisträgerin wurden Günter Wallraff (Hermann Kesten-Preisträger 2020) sowie die Chefredakteurin Lina Attalah mit ihrer ägyptischen Online-Zeitung „Mada Masr“ (Hermann Kesten-Förderpreis 2020) im Staatstheater Darmstadt geehrt. Die Laudatio auf Günter Wallraff übernahm der Grünen-Politiker Cem Özdemir. Der Journalist David Kampmann würdigte Lina Attalah. Durch den Abend führte der Publizist und Philosoph Michel Friedman.

Die Reden zum Nachlesen:

Begrüßungsrede von PEN-Präsident Deniz Yücel

Laudatio von Barbara Krohn
Dankesrede von Irena Brežná

Laudatio von Cem Özdemir
Dankesrede von Günter Wallraff

Laudatio von David Kampmann
Dankesrede von Linah Attalah

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PEN-Präsident Deniz Yücel während seiner Begrüßungsrede

Journalistin Lina Attalah, Hermann Kesten-Förderpreisträgerin 2020

Cem Özdemir während seiner Laudatio auf Günter Wallraff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Günter Wallraff, Hermann Kesten-Preisträger 2020

Irena Brežná, Hermann Kesten-Preisträgerin 2021

Deniz Yücel und Günter Wallraff

Publizist und Philosoph Michel Friedman

Die Historie des Hermann Kesten-Preises
Anlässlich der Vollendung des 85. Lebensjahres seines Ehrenpräsidenten Dr. h. c. Hermann Kesten stiftete das PEN-Zentrum Deutschland 1985 eine Hermann-Kesten-Medaille für besondere Verdienste um verfolgte Autoren im Sinne der Charta des Internationalen PEN. Sie wurde bis 1993 alle zwei Jahre verliehen, ab 1994 wird sie jährlich vergeben. Die Auszeichnung wurde 2008 in Hermann Kesten-Preis umbenannt. Erstmals im Jahr 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. 2022 hob das Ministerium seine Förderung für den Preis auf 20.000 Euro an.

Hermann Kesten, 1900 im Kreis Tarnopol an der Ostgrenze des einstigen österreichischen Kronlandes Galizien geboren, in Nürnberg aufgewachsen, emigrierte 1933 nach Frankreich, 1940 floh er vor den anrückenden Nazi-Truppen in die USA. Hier engagierte er sich, zusammen mit Thomas Mann, in dem von amerikanischen Schriftstellern gegründeten „Emergency Rescue Committee“ für die Rettung deutschsprachiger Schriftsteller. Nicht wenige unter ihnen verdanken seinem unermüdlichen Einsatz die Rettung aus Europa, ja die Rettung vor der Gestapo. Kesten beschaffte Notvisa, das Geld für die Schiffspassage und die für den Aufenthalt in den USA unerlässlichen Affidavits. Dankes- und Bittbriefe prominenter Exil-Autoren befinden sich zahlreich in der von Kesten 1964 herausgegebenen Sammlung „Deutsche Literatur im Exil“.

Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der internationalen PEN-Charta in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen.

Seit 2015 wird zusätzlich alle zwei Jahre der Hermann Kesten-Förderpreis vergeben, der vor allem die Arbeit von Institutionen und Vereine würdigt, die sich für inhaftierte Autoren eingesetzt haben. Das Preisgeld stiftet ebenfalls das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Bisherige Preisträger waren Gefangenes Wort e.V, Translate for Justice sowie Direkt36 und Mada Masr. 2022 stieg die Preissumme des Hermann-Kesten-Förderpreises von 3.000 auf 5.000 Euro.

Dem Kuratorium zur Preisverleihung gehören zur Zeit neben einem Vertreter des Hess. Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, PEN-Präsident Deniz Yücel, Generalsekretär Heinrich Peuckmann und Vizepräsident Ralf Nestmeyer an.

Weiterführende Informationen über Hermann Kesten, dessen Wirken und Leben sowie den Hermann Kesten- und Hermann Kesten-Förderpreis lassen sich hier entnehmen.

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