10.05.2020, 19.30 Uhr Uhr – „Writers-in-Prison“ – Erinnerung an die Bücherverbrennung im Jahr 1933 – Lesung und Gespräch online auf vhs.daheim

Thalmässing feiert das freie Wort
Auf YouTube unter vhs.daheim

Im mittelfränkischen Ort Thalmässing wird seit vielen Jahren mit der Veranstaltung „Thalmässing feiert das freie Wort“ an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 erinnert. Es geht nicht um eine reine Rückschau, sondern um zu zeigen, warum Bücher verbrannt sowie Autorinnen und Autoren verfolgt werden.

Die vhs im Landkreis Roth musste das Frühjahrsemester abbrechen. Nun kann eine wichtige Veranstaltung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 als online-Format auf dem YouTube-Kanal „vhs.daheim“ angeboten werden. Dort haben bayerische Volkshochschulen unmittelbar nach der Schließung begonnen, ein tägliches, interessantes Online-Programm mit Vorträgen, Seminaren und Gesprächen anzubieten.

Ralf Nestmeyer
(Foto: © PEN-Zentrum Deutschland)

Ralf Nestmeyer, Autor aus Nürnberg und Writers-in-Prison-Beauftragter des  PEN-Zentrums Deutschland, erläutert seine vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten, verfolgte und inhaftierte Autorinnen und Autoren zu unterstützen:

„Westdeutsche Autoren genießen seit Ende des Zweiten Weltkriegs – die ostdeutschen Kollegen erst seit 1989 – das Privileg, ihre Meinung frei von staatlicher Zensur und anderen Repressalien äußern zu können. Daher sehe ich es geradezu als Verpflichtung an, sich für Autoren einzusetzen, die in Diktaturen und anderen Regimen leben und aufgrund ihrer Meinungsäußerung bedroht sind.“

Neben Ralf Nestmeyers Informationen über die Writers-in-Prison-Arbeit des deutschen PEN, liest Petra Winterstein, Leiterin der vhs im Landkreis Roth, Texte verfolgter Autorinnen und Autoren. Die Gäste erfahren Hintergründe zum Leben und den existentiellen Schwierigkeiten des jeweiligen Verfassers/der jeweiligen Verfasserin, unter anderem  Ahmet Altan, Selahattin Demirtaş, Li Bifeng, David Isaak, Raif Badawi u.v.m.

Alle Angebote sind gebührenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Angebote können live zur angegebenen Uhrzeit an PC, Laptop, Tablet oder Smartphone verfolgt oder zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden.

Veranstalter:
Volkshochschule im Landkreis Roth
Mit Klick auf diesen Link kommen Sie hin:
www.youtube.vhs-daheim.de

Ahmet Altan wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Ahmet Altan wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Pressemitteilung, Darmstadt, 19. November 2019. Das PEN-Zentrum Deutschland verfolgt mit großer Sorge das Schicksal des türkischen Schriftstellers und Journalisten Ahmet Altan, der im Juli 2016 wegen „Unterstützung einer Terrororganisation“ festgenommen wurde. Obwohl keinerlei Beweise vorlagen, wurde er von einem Gericht in Istanbul zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Am 4. November 2019 wurde Altan unter Auflagen freigelassen, jedoch nach Einspruch der Generalstaatsanwaltschaft am 12. November 2019 erneut inhaftiert. Diese türkische Justizwillkür ist einzig politisch motiviert; sie steht im Widerspruch zu jeglicher Rechtsstaatlichkeit und offenbart den despotischen Charakter des türkischen Regimes. Mit Ahmet Altan soll eine der bekanntesten kritischen Stimmen zum Verstummen gebracht werden.

Das Präsidium des deutschen PEN-Zentrums erklärt am heutigen Tag den Autor Ahmet Altan zum Ehrenmitglied und solidarisiert sich mit ihm.

Wir fordern die zuständigen türkischen Behörden auf, unser Ehrenmitglied Ahmet Altan sofort und bedingungslos aus dem Gefängnis zu entlassen. Seine fortdauernde Haft ist einzig politisch begründet und daher weder hinnehmbar noch berechtigt. Seine Verurteilung widerspricht dem Recht auf Meinungsfreiheit und daher der Charta des internationalen PEN. Zu den Ehrenmitgliedern des deutschen PEN-Zentrums gehörten Václav Havel und Liu Xiaobo, aktuell beispielsweise Anabel Hernández sowie Selahattin Demirtaş, Raif Badawi und Li Bifeng, die sich immer noch in Haft befinden.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Ralf Nestmeyer
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.