Fünf Jahre Haft für Wladimir Mazkewitsch in Belarus

Wladimir Mazkewitsch
Foto: Andrei Schutt, CC BY-SA 4.0

Allein für seine friedlichen, aber regierungskritischen Äußerungen wurde der prominente belarussische Philosoph und Radiojournalist Wladimir Mazkewitsch am 23. Juni 2022 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung fand in Minsk statt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Nach einer Razzia in seinem Haus durch den belarussischen Geheimdienst, wurde Uladzimir Mackievič am 4.August 2021 verhaftet und monatelang, ohne Prozess, in Untersuchungshaft festgehalten. Mit einem Hungerstreik erwirkte er seine Verhandlung, die nun mit diesem harten Urteil endete.

Wladimir Mazkewitsch ist seit der sowjetischen Perestrojka in Menschenrechtsbelangen aktiv. Er ist ein Gründungsmitglied der Charta 97; einem, in Anspielung an die Charta 77 in der damaligen CSSR formulierten Manifest zur Wiederherstellung der Demokratie in Belarus, aus dem die gleichnamige Menschenrechtsorganisation und Nachrichtenplattform entstand. Und er ist verbunden mit EuroBelarus, einer internationalen zivilgesellschaftlichen Organisation, die Belarus zu einem vollwertigen Akteur der europäischen Staatengemeinschaft machen möchte.

„Der Philosoph und Autor hat nichts anderes getan als friedlich seine Bürgerrechte zu nutzen, seine Meinung und seine Regierungskritik öffentlich zu machen. Die Antwort ist die unbarmherzige Repression eines Regimes, dessen Macht sich auf Unfreiheit seiner Bürger gründet“, erklärte Cornelia Zetzsche, Writers in Prison Beauftragte des PEN Zentrums Deutschland.

Der deutsche PEN verurteilt das Urteil gegen Wladimir Mazkewitsch und das freie Wort in Lukaschenkos Belarus und fordert seine Freilassung. Zwei Schriftsteller aus Belarus haben bereits in den Programmen des PEN-Zentrums Zuflucht gefunden. Nun gilt es, Uladzimir Mackievič mit Protesten zu unterstützen.

Helfen Sie: Fordern Sie seine Freilassung mit Verweis auf das Gebot der Menschenrechte und das Verbot von Folter und das Recht auf freie Meinungsäußerung in friedlicher Form und schreiben Sie an:

Andrei Shved

Generalstaatsanwalt der Republik Belarus
Vul. Internatsianalnaya 22, 220030 Minsk, Belarus
info [at] prokuratura.gov [dot] by

Preisgekrönt: Volha Hapeyeva aus Belarus

„daheim hat keine feste anschrift“, schreibt die belarussische Linguistin und Schriftstellerin Volha Hapeyeva, derzeit als „Writer in Exile“ Gast des PEN-Zentrums Deutschland. Jetzt wird die Dichterin in Frankfurt als Essayistin für ihren Text „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis 2022 ausgezeichnet. Im PEN Podcast spricht sie mit Cornelia Zetzsche.

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19.06.2022, 19 Uhr – Verleihung des WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreises 2022 im Schauspiel Frankfurt

Foto: Helmut Lunghammer

Die belarusische Autorin und Writers in Exile-Stipendiatin Volha Hapeyeva wird für ihren Text „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis 2022 ausgezeichnet. Die Laudatio hält der Soziologe Sighard Neckel

Tickets sind direkt über das Schauspiel Frankfurt erhältlich. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Schauspiel Frankfurt.

Im Rahmen der Preisverleihung diskutiert Moderatorin Ariane Binder mit Volha Hapeyeva sowie dem Philosophen Philipp Hübl, dem Autor Hasnain Kazim und der Traumatherapeutin Marianne Rauwald über das Thema Sprache der Macht – Macht der Sprache: Was können Worte in Zeiten der Krise bewegen?

„Sprache fasziniert mich seit meiner Kindheit“

Foto: Helmut Lunghammer

Im hr2-kultur-Interview spricht die belarusische Autorin und PEN-Stipendiatin Volha Hapeyeva über Unterdrückung von Kunst und Poesie in Diktaturen sowie ihr Leben im Exil.

In ihrer Arbeit widmet sich Volha Hapeyeva den politischen Verhältnissen in ihrem Heimatland und geriet durch ihre regierungskritische Sicht schnell ins Visier des Geheimdienstes KGB. Seit Mai 2021 ist sie Stipendiatin des Writers in Exile-Programms.
Am 19.6.2022 der Wortmeldungen-Literaturpreis für ihren Text „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ im Schauspiel Frankfurt verliehen.

23.05.2022, 19:30 Uhr – „denk nicht ich hätte nicht genügend mut“ – Lyriklesung und Gespräch mit Volha Hapeyeva in der Stadthalle Eislingen

Foto: Helmut Lunghammer

„Es ist gefährlich dort für mich. Ich war immer regimekritisch“, sagt Volha Hapeyeva. In den letzten Jahren konnte sie mit Gaststipendien in Deutschland und Österreich leben, aber ihre Zukunft ist unsicher. Zurzeit ist sie Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN-Zentrums Deutschland. Sie gehört zu den mutigen Menschen in Belarus, die den Kampf für die Demokratie nicht aufgeben. 1982 in Minsk geboren, ist sie eine der her-
ausragenden Stimmen ihres Landes, Dichterin, Übersetzerin, promovierte Linguistin. Eines ihrer Themen sind Geschlechterfragen.

Von Anfang an gehörte zum Literarischen Mai eine Veranstaltung mit verfolgten Autorinnen und Autoren. Volha Hapeyeva liest Beispiele ihrer in zehn Sprachen übersetzten Poesie lesen und ist zum Gespräch bereit.

Moderation: Tina Stroheker

Eintritt: 8 € / ermäßigt 5 €

Gestamtprogramm des diesjährigen Literarischen Mais

19.03.2022, 19 Uhr – buchmesse_popup in Leipzig: Nein zu Putins Krieg – Ukraine-Podium

Im Rahmen der buchmesse_popup in Leipzig findet ein Ukraine-Podium statt, das gemeinsam mit dem PEN entwickelt wurde. Unter dem Titel „Nein zu Putins Krieg“ sprechen die Autor*innen Marjana Gaponenko (Ukraine), Michail Schischkin (Russland), Volha Hapeyeva (Belarus) und Karl Schlögel (Historiker, Deutschland). Die Moderation übernimmt Cornelia Zetzsche (Bayerischer Rundfunk). Zur Veranstaltung begrüßt Deniz Yücel (Präsident des PEN-Zentrums Deutschland).

Das Literaturhaus Berlin wird den Abend auf literaturkanal.tv streamen.

Die buchmesse_popup ist eine Initiative der beiden Verleger Gunnar Cynybulk (Kanon Verlag) und Leif Greinus (Voland & Quist). Unterstützt werden sie unter anderem von den Aufbau Verlagen, C.H.Beck, Hanser, Jung und Jung, Klett-Cotta, Suhrkamp/Insel, Verbrecher Verlag und Wagenbach, die auch auf der buchmesse_popup vertreten sein werden.

Die über 60 Veranstaltungen finden vom 18. bis 20. März 2022 statt – in den Cammerspielen und der Halle D des Werk 2 sowie in der Suedbrause.

Lesungsprogramm und Informationen zum Kartenverkauf der buchmesse_popup

„Ein Schurkenstaat mitten im Europa des 21. Jahrhunderts“

Foto: Urban Zintel

„Doch seine mitunter fragwürdige Verwendung disqualifiziert den Begriff nicht. Und das Lukaschenko-Regime ist genau das: ein Schurkenstaat mitten im Europa des 21. Jahrhunderts. Genauso muss man es behandeln.“ Kommentar von PEN-Präsident Deniz Yücel zu den Hafturteilen gegen den Blogger Sergej Tichanowski und anderen belarussischen Oppositionellen in der WELT.

Lesung und Gespräch mit Volha Hapeyeva auf Bremen Zwei

Foto: Helmut Lunghammer

Im Rahmen des Bremer Literaturfestivals „globale“ war Volha Hapeyeva, belarussische Autorin und Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN, zu Gast und stellte ihren Debütroman „Camel Travel“ vor.

Zum Mitschnitt der Veranstaltung auf Bremen Zwei

Die Lyrikerin, promovierte Linguistin und Übersetzerin Volha Hapeyeva widmet sich in ihrer Arbeit den politischen Verhältnissen in ihrem Heimatland. Durch ihre regierungskritische Sicht geriet sie schnell ins Visier des Geheimdienstes KGB und lebte unter der ständigen Angst festgenommen zu werden. Seit Mai 2021 ist sie Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms.

24.09.2021, 18:00 Uhr – Festival der Sprache mit Volha Hapeyeva in Stuttgart

Autorinnen und Autoren sowie andere Intellektuelle nehmen in Prozessen gesellschaftlicher Umbrüche oftmals eine wichtige Funktion ein und sind zugleich oft selbst gefährdet und Repressionen ausgesetzt.
Beim Festival der Sprache bringt Volha Hapeyeva, belarusische Lyrikerin, Übersetzerin und Linguistin, ihren neuen Text „Camel Travel“ zu Gehör. Der fünfte LOSGESAGT!-Abend am 24. September im Stuttgarter Literaturhaus verhandelt Fragen der Sprachmacht insbesondere in Texten und Tönen aus Belarus und der Ukraine.
Gemeinsam mit Viktor Martinowitsch und Sasha Filipenko tauscht sich Hapeyeva, seit Mai 2021 Writers-in-Exile-Stipendiatin des PEN, über die derzeitige Situation in ihrem Heimatland aus. Moderiert wird die Veranstaltung von Volker Weichsel.
Die Lyrikerin, promovierte Linguistin und Übersetzerin Volha Hapeyeva wurde 1982 in Minsk (Belarus) geboren. Sie widmet sich in ihrer Arbeit den politischen Verhältnissen in ihrem Heimatland. Durch ihre regierungskritische Sicht geriet sie schnell ins Visier des Geheimdienstes KGB und lebt nun unter der ständigen Angst festgenommen zu werden. Hapeyeva ist seit Mai 2021 Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms.

© Helmut Lunghammer

25.09.2021, 14:00 Uhr – LiteraturFest Nantesbuch mit Volha Hapeyeva in Bad Heilbrunn

Sprechen und Hören stehen im Mittelpunkt des LiteraturFests Nantesbuch in Bad Heilbrunn. Volha Hapeyeva, Writers-in-Exile-Stipendiatin, begibt sich dabei am 25. September mit Kolleginnen und Kollegen auf die Spuren der Mündlichkeit im aktuellen Literaturgeschehen. Gemeinsam mit den jungen Lyrikern Kaveh Akbar und Leo Pinke lädt die Writers-in-Exile-Schriftstellerin ein beim Spaziergang in der Landschaft immer wieder einzusteigen und zuzuhören bei kurzen Programmen aus drei Erdteilen.

Weiter Informationen, auch zur Online-Teilnahme, finden Sie hier.

Die Lyrikerin, promovierte Linguistin und Übersetzerin Volha Hapeyeva wurde 1982 in Minsk (Belarus) geboren. Sie widmet sich in ihrer Arbeit den politischen Verhältnissen in ihrem Heimatland. Durch ihre regierungskritische Sicht geriet sie schnell ins Visier des Geheimdienstes KGB und lebt nun unter der ständigen Angst festgenommen zu werden. Hapeyeva ist seit Mai 2021 Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms.