17.10.2020, 17 Uhr – Vom Sinn und Unsinn kultureller Boykotte – Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse

Auch die kulturelle Sphäre (nicht nur) in Europa wird von Abschottungs- und Säuberungsbewegungen erfasst. Wo die gesellschaftliche Kluft größer wird, nehmen Befindlichkeiten, Gefühle und Angst überhand und bedrohen Kunst- und Meinungsfreiheit. Mit dem Internet verstärken sich neue Normen, alte Verletzungen und historische Aufrechnungen, so dass liberale Werte an Bedeutung, an Geltungskraft verlieren. Wohin führen Boykotte im Kunst- und Kulturbereich, wen schwächen sie, wann sind sie legitim und welche Diagnosen bieten sich an?

Mit:

  • Lizzie Doron, israelische Schriftstellerin
  • Jennifer Clement, Autorin und Präsidentin des PEN International
  • Hanno Rauterberg, Journalist (DIE ZEIT) und Autor
  • Barbara Wahlster, Journalistin

Eine Veranstaltung der Frankfurter Buchmesse in Kooperation dem PEN-Zentrum Deutschland

Die Diskussion wird auf www.buchmesse.de/weltempfang sowie auf dem YouTube-Kanal der Frankfurter Buchmesse auf Deutsch und Englisch ausgestrahlt.

Zum kompletten Live-Programm des Weltempfangs

14.10.2020 - 18.10.2020 – Für das Wort und die Freiheit auf der Buchmesse

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse spielt das Thema Meinungsfreiheit wieder eine zentrale Rolle im Messegeschehen. Gemeinsam mit Partnern wird die IG Meinunsgfreiheit, zu deren Mitgliedern das PEN-Zentrum Deutschland zählt, durch physische und digitale Veranstaltungen auf die Unterdrückung kritischer Stimmen weltweit aufmerksam machen. Besonderes Augenmerk gilt den Bürgerinnen und Bürgern Hongkongs, deren Freiheit durch das chinesische „Sicherheitsgesetz für Hongkong“ massiv eingeschränkt wird.

Einzelne Veranstaltungen

Für das Wort und die Freiheit – #FreeHongKong

Samstag, 17. Oktober 2020, 16 Uhr
ARD Buchmessenbühne (Festhalle Frankfurt)

Joshua Wong, einer der bekanntesten Anführer*innen der Demokratiebewegung, berichtet über die aktuelle Situation in Hongkong. Im Anschluss diskutiert der Philosoph und Publizist Michel Friedman mit der Autorin und Präsidentin des European Writers‘ Council Nina George und Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, darüber, was Zivilgesellschaft und Politik in Europa tun können, um die Hongkonger Bürgerinnen und Bürger in ihrem Streben nach Freiheit und Demokratie zu unterstützen.

Tickets für die Festhalle und weitere Informationen finden Sie hier.

Zum Livestream

Verschwörung, Hetze und Propaganda zum Trotz: Wie kann im Digitalen eine demokratische Debatte gelingen?

Freitag, 16. Oktober 2020, 16 Uhr

Der Soziologe und Publizist Armin Nassehi und die Digitalexpertin und Sprecherin der Interessengruppe Digital im Börsenverein Carmen Udina diskutieren, ob und wie ein zielführender, demokratischer Diskurs im Internet möglich sein könnte. Gibt es jenseits von Hate Speech, Shitstorms, Fake News und Verschwörungstheorien Wege, um gesellschaftlich und politisch relevante Themen in der digitalen Öffentlichkeit sinnvoll zu verhandeln?

Prof. Dr. Armin Nassehi lehrt Soziologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sein aktuelles Werk Muster – Theorie der digitalen Gesellschaft ist 2019 im C.H. Beck Verlag erschienen.

Eine Diskussionsveranstaltung der IG Meinungsfreiheit, in Kooperation mit der IG Digital

Link zum Webinar folgt.

Raif Badawi Award for courageous journalists

Mittwoch, 14. Oktober 2020, 16 Uhr

Das PEN-Zentrum Deutschland und der Börsenverein unterstützen die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit bei der Verleihung des Raif Badawi Awards for courageous journalists. Weitere Informationen und einen Link zum Livestream finden Sie hier.

Das PEN-Zentrum Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse

Das PEN-Zentrum Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse

Presseeinladung, Darmstadt, 11. September 2019. Ist die Meinungsfreiheit in Spanien in Gefahr? Wie steht es um Eritrea? Was bedeutet das Exil für Schriftstellerinnen und Schriftsteller weltweit und wie können wir bedrohte Kolleginnen und Kollegen wirkungsvoll unterstützen? Diesen und vielen weiteren Fragen stellen sich unsere Gäste, Mitglieder und Writers in Exile (WiE)-Stipendiatinnen und -Stipendiaten auf der Frankfurter Buchmesse (16.-20.10.).

Sie sind zu all unseren Veranstaltungen herzlich eingeladen. Ihre Interviewwünsche mit WiE-Gästen, Präsidiumsmitgliedern des PEN sowie Auftretenden richten Sie gerne vorab per E-Mail an presse [at] pen-deutschland [dot] de. Sie finden den PEN-Stand in Halle 4.1, Stand D 92, wo wir Sie gerne über das Writers in Exile-Programm und die Writers-in-Prison-Arbeit informieren.

Podiumsdiskussion „Meinungsfreiheit und Pluralismus in Spanien in Gefahr?“ des Instituto Cervantes Frankfurt und des PEN-Zentrums Deutschland

Im Konflikt um Katalonien wird die Einschränkung der Meinungsfreiheit beklagt. Die Songpassage eines Rappers führte zu einer Haftstrafe. Ebenso Tweets, die sich über einen Mord im Jahr 1973 lustig machten. Der Europäische Gerichtshof verwarf ein Urteil wegen Majestätsbeleidigung. Feminismus wird von Rechts massiv diffamiert. Steht das Land vor einer Entwicklung wie jenen in Ungarn und Polen?

Ort: Bühne des Weltempfangs (Halle 4.1 B 81)
Zeit: Donnerstag, 17.10.,13.30 Uhr
Mit: Almudena Grandes (spanische Schriftstellerin), Annette Prosinger (Textchefin der Welt am Sonntag), Carlos Collado Seidel (Historiker an der Universität Marburg, ehem. Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland)

Lesung und Gespräch „Leben aus dem Koffer“

Ort: Stand des Hessischen Literaturrats e. V. (Halle 4.1 G 71)
Zeit: Freitag, 18.10., 13 Uhr
Mit: Şehbal Şenyurt Arınlı (Journalistin und WiE-Stipendiatin)
Moderation: Heinrich Peuckmann (PEN-Generalsekretär)

Lesung und Gespräch „Meditationen nach dem Mord“

Ort: Stand des Hessischen Literaturrats e. V. (Halle 4.1 G 71)
Zeit: Samstag, 19.10., 12 Uhr
Mit: Aleksei Bobrovnikov (Investigativjournalist und WiE- Stipendiat)
Moderation: Leander Sukov (Vizepräsident und Writers in Exile-Beauftragter des deutschen PEN)

Weitere Veranstaltungen unter Beteiligung des PEN

Podiumsdiskussion „Bestseller verzweifelt gesucht. Hauptsache, die Zahlen stimmen? Wie sich der deutsche Literaturbetrieb selbst zensiert“ des Netzwerks Autorenrechte (NAR)

Der Buchmarkt am finanziellen Tropf von Hyperbestsellern: Steht die schriftstellerische Vielfalt vor dem Ende?

Ort: Frankfurt Authors Stage (Halle 3.0 K 15)
Zeit: Mittwoch, 16.10., 13.30 Uhr
Mit: Nina George (Bestsellerautorin, Präsidentin des European Writers‘ Council und Mitglied des deutschen PEN), Hans-Peter Übleis (ehem. Verleger des Droemer Knaur Verlages, Holtzbrinckgruppe, heute Autoren- und  Verlagsberater)
Moderation: Janet Clark (Netzwerk Autorenrechte)

Podiumsdiskussion „Das Zweiklassen-Prinzip. Sichtbarkeit von Frauen und Männern im literarischen Rezensionsbetrieb“ des Netzwerks Autorenrechte (NAR)

#frauenzählen bewies 2018: Männer dominieren den Rezensionsbetrieb. Was hat sich seitdem getan?

Ort: Frankfurt Authors Stage (Halle 3.0 K 15)
Zeit: Mittwoch, 16.10., 15.30 Uhr
Mit: Janet Clark (Schriftstellerin, Netzwerk Autorenrechte), N.N. (Deutsches Feuilleton)
Moderation: Carlos Collado Seidel (Historiker an der Universität Marburg, ehem. Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland)

Anschließend Gespräch mit Interessierten in der Frankfurt Authors Signing Area, 16-16.30 Uhr

Mahnwache Free the Words! Mit Regenschirmen für Meinungsfreiheit“

Während in Hongkong und weltweit Menschen für Freiheitsrechte kämpfen, ist der schwedisch-hongkonger Autor, Verleger und Buchhändler Gui Minhai seit vier Jahren willkürlich in China in Haft. Unter dem Motto #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords rufen der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Partner dazu auf, Solidarität zu zeigen und mit aufgespanntem Regenschirm, dem Symbol der Hongkonger Freiheitsbewegung, ein Zeichen für Meinungsfreiheit zu setzen.

Ort: Agora
Zeit: Donnerstag, 17.10., 13.30 Uhr
Mit: Jennifer Clement (Präsidentin des PEN International), Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler und Dissident im taiwanesischen Exil), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Liao Yiwu (chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger)

Podiumsdiskussion „Meinungsfreiheit und Solidarität: Wie können wir Betroffene von Zensur oder Verfolgung wirksam unterstützen?“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. und der Allianz-Kulturstiftung

Ort: Frankfurt Pavilion (Agora)
Zeit: Freitag, 18.10., 10 Uhr
Mit: Jennifer Clement (Präsidentin des PEN International), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Deniz Yücel (Journalist und  Publizist)
Moderation: Esra Kücük (Geschäftsführerin der Allianz-Kulturstiftung)

Präsentation von Oleg Senzows Buch „Leben“ (deutsche Übersetzung)

Ort: Stand des PEN Ukraine (Halle 5.0 C 129)
Zeit: Samstag, 19.10., 13 Uhr
Mit: Oleg Senzow (Autor und Filmemacher), Christiane Körner (Übersetzerin), Andrej Kurkow (Präsident des PEN Ukraine), Regula Venske (Präsidentin des deutschen PEN), Sebastian Wolter (Verleger des Verlages Voland & Quist)

Podiumsdiskussion „Perspektive Hoffnung? Zur Situation der Menschenrechte in Eritrea“ des PEN-Clubs Österreich

Ort: Bühne des Weltempfangs (Halle 4.1 B 81)
Zeit: Sonntag, 20.10., 10:30 Uhr
Mit: Yirgalem Fisseha Mebrahtu (Lyrikerin, Schriftstellerin und Journalistin, 2009-2015 inhaftiert, WiE-Stipendiatin), Bethlehem Isaak (Tochter Dawit Isaaks), Wolfgang Martin Roth (Writers-In-Prison-Beauftragter des PEN-Clubs Österreich), Björn Tunbäck (schwedischer Radio- und Fernsehjournalist, Menschenrechtsaktivist)
Moderation: Ralf Nestmeyer (Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN)

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Felix Hille
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 627 08 23
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.