19.11.2020, 19 Uhr – Verleihung des Hermann Kesten-Preises und Hermann Kesten-Förderpreises 2020 im Livestream

Der Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums geht 2020 an den Autor Günter Wallraff. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die unabhängige ägyptische Online-Zeitung „Mada Masr“ und ihre Chefredakteurin Lina Attalah erhalten den Hermann Kesten-Förderpreis. Die Verleihung beider Preise findet im Staatstheater Darmstadt statt.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie kann die Preisverleihung leider nicht öffentlich stattfinden.

Die Veranstaltung lässt sich im Stream live hier auf der Website verfolgen.

Laudatoren sind der Grünen-Politiker Cem Özdemir und der Journalist David Kampmann (F.A.Z.). Durch den Abend führt der Publizist und Philosoph Michel Friedman.

Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalistinnen einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar und Erdem Gül sowie Gioconda Belli. Erstmals im Jahre 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Der Hermann Kesten-Förderpreis, welcher alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit 3.000 Euro dotiert, die ebenfalls vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellt werden. Weitere Informationen: www.pen-deutschland.de/de/kesten-preis/

Günter Wallraff
Foto: © PEN-Zentrum Deutschland

Günter Wallraff hat mit Reportagen über diverse Großunternehmen, die BILD-Zeitung, die Lebenssituation türkischer Gastarbeiter sowie über Obdachlose und Rassismus wirkungsvoll politische und gesellschaftliche Missstände angeprangert. Wiederholt ist der Schriftsteller in die Türkei gereist und hat die Freilassung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tageszeitung „Cumhuriyet“ sowie anderer inhaftierter Medienschaffender gefordert. Zuletzt hat er die Initiative www.assange-helfen.de ins Leben gerufen, die medienwirksam für die Entlassung des inhaftierten WikiLeaks-Gründers Julian Assange eintritt.

Lina Attalah
Foto: © Roger Anis

Als Mitbegründerin und Chefredakteurin von „Mada Masr“ (madamasr.com/en), einer unabhängigen ägyptischen Online-Zeitung, setzt sich die 1982 geborene Lina Attalah aktiv für den Kampf gegen die Einschränkung des unabhängigen Journalismus in ihrem Land ein. Sie veröffentlichte Artikel in „Al-Masry Al-Youm“, „Cairo Times“, „The Daily Star“ und dem „Christian Science Monitor“ sowie für die Nachrichtenagentur „Thomson Reuters“. Lina Attalah gehört zu den wichtigsten kritischen Stimmen in der ägyptischen Medienlandschaft. Mehrfach war sie Repressalien ausgesetzt. Bereits im November 2019 wurde sie kurzzeitig von ägyptischen Sicherheitsdiensten inhaftiert und im Juni 2020 erneut von den Behörden bei ihrer Arbeit behindert und eingeschüchtert.

25.02.2020, 19:00 Uhr – Tomislav Kezharovski stellt sich als Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat vor

Das Darmstädter Literaturhaus öffnet seine Türen am 25. Februar für spannende Texte und Gespräche. Der nordmazedonische Autor und Journalist Tomislav Kezharovski berichtet von seinen Erfahrungen von Verfolgung, Gefangenschaft und Exil.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Writers-in-Exile Beauftragter Leander Sukov diskutieren im Anschluss mit dem Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat Kezharovski über Themen wie Politik und Migration.

Tomislav Kezharovski
(Foto: Stefanie Silber)

Kezharovski recherchierte als investigativer Journalist zu Korruption und organisierter Kriminalität in Regierungskreisen und fiel der mazedonischen Justizwillkür zum Opfer. In seiner Heimat Mazedonien galt er als einziger politischer Gefangener Südosteuropas. Er wurde 2013 zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, auf internationalen Druck konnte er bereits nach der Hälfte der Zeit freikommen. In seinem Buch „Life in the box“ (englische Übersetzung) verarbeitet er die Zeit im Gefängnis – unter anderem die skandalösen Zustände sowie die unmenschliche Behandlung.

Eintritt 6 € / ermäßigt 4 €

Hermann Kesten-Preis 2018 an Gioconda Belli. Hermann Kesten-Förderpreis an „Direkt36“

Pressemitteilung, Darmstadt, 7. August 2018

Hermann Kesten-Preis 2018 an Gioconda Belli. Hermann Kesten-Förderpreis an „Direkt36“

Der Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums geht 2018 an die nicaraguanische Autorin Gioconda Belli. Den Hermann Kesten-Förderpreis erhält die ungarische Onlinezeitschrift „Direkt36“.

Mit Gioconda Belli wird nicht nur eine der bedeutendsten lateinamerikanischen SchriftstellerInnen geehrt, deren Werke im deutschen Sprachraum eine weite Verbreitung gefunden haben, sondern auch eine beeindruckende Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Frauen und für soziale Gerechtigkeit einsetzt.

Als ehemalige Wegbegleiterin des Sandinismus im Kampf gegen die Somoza-Diktatur wendet sich Gioconda Belli seit Jahren gegen die inzwischen selbst mit diktatorischen Mitteln agierende Regierung von Daniel Ortega. Deren von der bundesdeutschen Öffentlichkeit kaum wahrgenommene gewaltsame Unterdrückung der oppositionellen Proteste hat sich zuletzt verschärft: so sind infolge dieser Auseinandersetzung mittlerweile mehrere hundert Tote und über eintausend Verletzte sowie Dutzende Verschwundene zu beklagen. In öffentlichen Aufrufen prangert sie unermüdlich die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung an und tritt gleichzeitig für einen Weg des Dialogs ein. Gioconda Belli ist eine mächtige Stimme für die Freiheit des Wortes und würdige Preisträgerin im Sinne des Hermann Kesten-Preises.

Als in Ungarn regierungsnahe Kräfte das Portal Origo, für das der Journalist András Pethő arbeitete, kauften und in ein Propagandainstrument verwandelten, gründete er mit einigen Kollegen „Direkt36“ www.direkt36.hu/en/ als Website für investigativen Journalismus. Trotz aller Widerstände engagieren sich András Pethő und seine Mitstreiter Gergő Sáling und Balázs Weyer im Sinne der Meinungsfreiheit und scheuen sich auch nicht, die finanziellen Verwicklungen der ungarischen Oligarchie anzuprangern. Für dieses beeindruckende journalistische Engagement werden sie mit dem Hermann Kesten-Förderpreis 2018 ausgezeichnet.

Beide Preise werden am 15. November 2018 um 19 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt verliehen. Laudatoren sind der Schriftsteller und Verleger Hermann Schulz und die Journalistin Cathrin Kahlweit (SZ). Alf Mentzer (HR) moderiert den Abend, den der ungarische Jazzgitarrist Ferenc Snétberger musikalisch umrahmt.

Der Hermann Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen. Zu den Preisträgern gehören Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo sowie Can Dündar und Erdem Gül. Weitere Informationen: www.pen-deutschland.de/de/kesten-preis/. Erstmals im Jahre 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Der Förderpreis ist mit 3.000 Euro dotiert, die ebenfalls vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellt werden. Er wird alle zwei Jahre verliehen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Regula Venske
Präsidentin

Ralf Nestmeyer
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

08.05.2018, 19:30 Uhr – „Meinungsfreiheit!“ Vernissage, Lesung und Gespräch u. a. mit Enoh Meyomesse in Frankfurt

„Hinter den Worten“: Die Reihe des Hessischen Literaturrats 2018

Enoh Meyomesse
Foto: © Roland Baege

Neben dem kamerunischen Lyriker und Elsbeth-Wolffheim-Stipendiaten Enoh Meyomesse sind der Historiker Lutz Becht, die Autorin Aslı Erdoğan, der ehemalige Writers-in-Exile Stipendiat Jovan Nikolić zu Gast im Haus am Dom in Frankfurt.

Sie lesen ihre literarischen Texte, in denen sich die Erfahrungen mit Kritik, Verfolgung und Exil niederschlagen, sprechen mit dem Publikum über Heimat, Widerstand, Toleranz und die Verhältnisse in Deutsch land, 85 Jahre nach der Bücherverbrennung auf dem Römerberg.

 

Mit:

  • Lutz Becht, Historiker
  • Aslı Erdoğan, Schriftstellerin, Physikerin
  • Enoh Meyomesse, Elsbeth-Wolffheim-Stipendiaten der Wissenschaftsstadt Darmstadt
  • Jovan Nikolić, Gründungsmitglied des Internationalen Romani Schriftstellerverbandes (IRWA) und ehemaliger Writers-in-Exile Stipendiat des deutschen PEN

Moderation: Lisa Straßberger

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung des Hessischen Literaturrats e.V. mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und hr2-kultur

Das Gesamtprogramm der Lyrikreihe können Sie der Haus am Dom-Internetseite entnehmen.