08.09.2019, 14 Uhr – Literarisches Europafest „Kästneropa“ in Dresden

Seit 2017 unterstützt das Netzwerk Kultur die Bewerbung Dresdens um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 durch die Ausrichtung von Fachforen und öffentlichen Veranstaltungen. Mit der spartenübergreifenden Veranstaltung „Kästneropa“ am 8. September, dem Tag des offenen Denkmals im Rahmen der European Heritage Days, erproben Autorinnen und Autoren im Garten des Erich Kästner Museums, wie der europäische Gedanke und zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt durch Kunst und Kultur gestärkt werden können. Künstlergruppen — Autoren, Musiker, Street Artists und Schauspieler — richten eine Sparten und Sprachen übergreifende Hommage an den weltbekannten Dresdner Autor Erich Kästner aus, dessen Texte in 70 Sprachen übertragen wurden, und beziehen dabei die Dresdner Bürgerinnen und Bürger ein.

Regula Venske Foto: © Michael Zapf

Regula Venske
Foto: © Michael Zapf

Von 14.30 bis 16 Uhr findet das Autorenprogramm „Vielfalt statt Einfalt“, das PEN-Mitglied Benedikt Dyrlich kuratiert hat, statt mit Kurzbeiträgen zu Erich Kästner, der 1948 Sekretär des wiedergegründeten deutschen PEN-Zentrums und schließlich von 1951-1962 Präsident des nunmehr westdeutschen Zentrums war.

Es nehmen teil: PEN-Präsidentin Regula Venske, Präsidiumsmitglied Simone Trieder, die PEN-Mitglieder Benedikt Dyrlich, Ivo Hárak, Norbert Weiß, Jens Wonneberger sowie Abdelwahhabb Azzawi, Jayne-Ann Igel, Christina König, Dieter Krause und Christine Ruby.

Simone Trieder
Foto: Iwona Knorr

Rückfragen hierzu unter 0351 / 8045087 an die Leiterin des Literaturhauses, Andrea O’Brien.

Eine Veranstaltung von Netzwerk Kultur Dresden in Kooperation mit dem Kulturhauptstadtbüro und dem Förderverein Kulturhauptstadt Dresden unter Mitwirkung des PEN-Zentrums Deutschland und der Euroregion Elbe/Labe

Informationen zum Gesamtprogramm können Sie der Internetseite des Erich Kästner Museums Dresden entnehmen.

„Nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist“ (Erich Kästner) – Internationaler PEN in großer Sorge über die Angriffe auf Journalisten und die Zunahme des Rechtsextremismus in Deutschland

Pressemitteilung, Darmstadt, 1. Oktober 2018

„Nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist“ (Erich Kästner) – Internationaler PEN in großer Sorge über die Angriffe auf Journalisten und die Zunahme des Rechtsextremismus in Deutschland

Die Mitgliederversammlung des vom 25. bis zum 29. September im indischen Pune tagenden 84. Internationalen PEN-Kongresses zeigte sich zutiefst besorgt über die zunehmenden ausländerfeindlichen Übergriffe auf Journalisten sowie die fremdenfeindlichen Kundgebungen in Deutschland. Dazu wurde eine durch die Präsidentin des deutschen PEN, Regula Venske, eingebrachte Resolution verabschiedet, die demnächst auf der Website von PEN International veröffentlicht werden wird.

Die rund 90 auf dem Kongress vertretenen PEN-Zentren aus aller Welt appellieren angesichts der Chemnitzer Ereignisse an die deutschen Behörden, das verfassungsmäßig verbriefte Recht auf freie Berichterstattung wirkungsvoll zu schützen, die strafrechtlich relevanten Übergriffe aufzuklären und zu ahnden, sowie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entschieden zu bekämpfen.

Ein Bundesminister des Innern, der die Migrationsfrage als „Mutter aller Probleme“ bezeichnet, zeigt nicht nur Verständnis für die Rechtsbrüche; er befeuert damit Hass und Aggression und folgt in erschreckender Weise Gedankengängen, die zur Machtübernahme der Nationalsozialisten beigetragen haben.

Vor 60 Jahren warnte der damalige Präsident des P.E.N.-Zentrums Deutschland, Erich Kästner, dessen Bücher im Mai 1933 verbrannt worden waren: „Die Ereignisse von 1933-1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. […] Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muß den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat. Das ist die Lehre, das ist das Fazit dessen, was uns 1933 widerfuhr.“

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Carlos Collado Seidel
Generalsekretär

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.