PEN zum Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.): Autoren weltweit unter Druck

  • Über 140 PEN-Zentren auf der ganzen Welt rücken akut bedrohte und inhaftierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller in den Fokus
  • Die Fälle: Rahile Dawut (China/Xinjiang), Selahattin Demirtaş (Türkei), Mohammed Al-Roken (Vereinigte Arabische Emirate), Maykel Osorbo (Kuba)
  • Zwölf Journalisten in Eritrea seit 20 Jahren verschwunden
  • Onlineveranstaltung am 15.11. zu Julian Assange u.a. mit Günter Wallraff

Pressemitteilung, Darmstadt, 10.11.2021. Der deutsche PEN macht gemeinsam mit den weltweit über 140 PEN-Zentren am Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.) auf die in Teilen der Welt dramatische Lage der Meinungsfreiheit aufmerksam und rückt die Schicksale der inhaftierten Autorinnen und Autoren Rahile Dawut (China/Xinjiang), Selahattin Demirtaş (Türkei), Mohamed Al-Roken (Vereinigte Arabische Emirate) sowie Maykel Osorbo (Kuba) in das Licht der Öffentlichkeit.

„Weltweit ist die Bedrohung von Autoren und Schriftstellerinnen leider nicht weniger geworden. Mit großer Sorge beobachten wir die Situation in all jenen Ländern, in denen die Meinungsfreiheit unterdrückt und Intellektuelle inhaftiert werden“, betont Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.

Nach Recherchen zur uigurischen Minderheit wurde die Wissenschaftlerin Rahile Dawut mutmaßlich in der Volksrepublik China interniert. Der Politiker, Rechtsanwalt und Schriftsteller Selahattin Demirtaş befindet seit 2016 in Haft. In einem Verfahren wurde er wegen sogenannter Terrorpropaganda zu 4 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Weitere Verfahren gegen Demirtaş, der Ehrenmitglied des deutschen PEN ist, sind anhängig. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sitzt der Menschenrechtsanwalt Mohammed Al-Roken unter fadenscheinigen Anschuldigen – wie etwa, er habe eine geheime Organisation gegründet, um die Regierung zu stürzen, seit 2012 im Gefängnis. Der kubanische Rapper Maykel Osorbo ist seit Mai 2021 unter dem Vorwurf der „öffentlichen Unruhe“ und „Widerstandes gegen Polizeibeamte“ im Pinar del Río-Gefängnis inhaftiert.

Darüber hinaus erneuert der PEN seinen dringenden Appell an die Weltgemeinschaft und insbesondere die Europäische Union, die brutale Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit in Eritrea nicht länger zu ignorieren, wo von zwölf Autorinnen und Autoren seit September 2001 jede Spur fehlt.

Über den Tag des inhaftierten Schriftstellers

Der Gedenktag wurde im Jahr 1980 durch das „Writers in Prison“-Kommittee des internationalen PEN ins Leben gerufen als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Autorinnen und Autoren durch Repressionen mundtot zu machen.

Die Caselist 2020, welche jährlich die Informationen zu aktuellen Fällen bündelt, ist abrufbar unter www.bit.ly/3psjjFN.

Weiterführende Informationen können Sie hier entnehmen.

Veranstaltungshinweis

„Der Fall Julian Assange – wie der Wikileaks-Gründer zum Gegner der US-Behörden wurde“ – Onlinediskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / Thomas-Dehler-Stiftung in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland am Tag des inhaftierten Schriftstellers (15.11.) um 19 Uhr

Mit:

  • Lisa-Maria Kretschmer, Referentin für Advocacy bei Reporter ohne Grenzen Deutschland
  • Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN
  • Ann Cathrin Riedel, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / Thomas-Dehler-Stiftung
  • Günter Wallraff, Investigativjournalist und PEN-Mitglied

Moderation: Nina George, Präsidentin des European Writers’ Council und Mitglied des PEN

Weitere Informationen sowie Teilnahmemöglichkeiten auf www.shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/ddaaq

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Wege in die Freiheit – Lesung zum Nachhören auf Literatur Radio Hörbahn

Aleksei Bobrovnikov, Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Jiyar Jahanfard (v.l.n.r.) (© Stefanie Silber)

Wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung und ihres gesellschaftspolitischen Engagements in ihren Heimatländern wurden die eritreische Lyrikerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu, der kurdische Schriftsteller Jiyar Jahanfard und der ukrainische Investigativjournalist Aleksei Bobrovnikov unterdrückt, verfolgt oder auch in Haft genommen. Am 12. Oktober 2020 lasen die Writers-in-Exile ihre Texte in der Münchener Seidlvilla und reflektierten ihr “neues Leben”.

Vera Botterbusch
Foto: © Thorsten Jordan

Vera Botterbusch, Beisitzerin des deutschen PEN, führte durch den Abend und las die deutschen Übersetzungen der geflüchteten Autoren und der Autorin.

Die Lesung ist online nachzuhören auf der Internetseite des Literatur Radios Hörbahn.

In mehr als zwanzig Jahren konnte mit dem Wirters-in-Exile-Programm des deutschen PEN bisher 60 Autorinnen und Autoren ein sicherer Lebens- und Arbeitsraum geboten werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, fördert die WiE-Arbeit vollständig mit umfangreichen Mitteln. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteurinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

Veranstaltung gefördert vom Münchner Kulturreferat.


Weitere Lesungen der Exilschriftstellerinnen und -schriftsteller, denen der deutsche PEN mit seinem Writers-in-Exile-Programm Zuflucht in Deutschland bietet, zum Ansehen und Zuhören. Weiterlesen

Babylonians speaking

Writers-in-Exile V. l. n. r.: Aleksei Bobrovnikov, Umar Abdul Nasser, Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Jiyar Jahanfard, Yassin al-Haj Saleh und Fatuma Nurye Yimam

 

09.11.2020, 19 Uhr – Online: Lesung und Gespräch mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu

Foto: Stefanie Silber

Willkürliche Verhaftung, sechs Jahre Gefängnis ohne Gerichtsverhandlung, Folter, Freilassung, Flucht, Leben im Exil: „Ich lebe noch!“ – das wird der deutsche Titel einer Sammlung von Gedichten sein, die Yirgalem Fisseha Mebrahtu zum Teil noch im eritreischen Gefängnis geschrieben hat. Die Lyrikerin und Journalistin stellt diese Texte am 9. November vor. Sie dokumentieren, wie das Schreiben ein Überlebensmittel war und ist. Sie zeigen, wie die Frau aus Eritrea im deutschen Exil lernt, in einer fremden Gesellschaft zu leben – ohne den Traum von einer freien Heimat zu verlieren.

Das Gespräch mit Mebrahtu führt und übersetzt Dr. Kessete Awet. Mebrahtu wird Texte in ihrer Muttersprache Tigrinya lesen. Die deutsche Übersetzung trägt Sarah Giese vor.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu wurde in Adi Keyh/Eritrea geboren. Der Journalistin und Schriftstellerin gelang 2017 die Flucht aus Eritrea. Seit 2018 ist sie Writer-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN.

Dr. Kessete Awet wurde ebenfalls in Eritrea geboren. Seine Familie flüchtete 1985 nach Deutschland. Er ist Geschäftsführer und pädagogischer Leiter einer Einrichtung für Kinder- und Jugendhilfe in Wuppertal.

Sarah Giese, geboren in Kassel, ist Schauspielerin, Sprech- und Stimmtrainerin und Dramaturgin. Sie nimmt Lehraufträge für Sprechkunst in Münster und Köln wahr.

 

Hinweis des Veranstalters: Wegen der neuen Corona-Auflagen kann die Lesung mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu am Montag, dem 9. November 2020, leider nicht in der Studiobühne stattfinden. Da sich sehr viele Menschen dafür interessierten und sich auf die Lesung freuten, haben wir uns entschlossen, die Veranstaltung online zu machen. Das ist auch für uns ein Experiment und wir sind ganz gespannt.

Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte per Mail: AfrikanischePerspektiven [at] t-online [dot] de
Der Link zum Einloggen wird im Anschluss versandt.

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Die Veranstaltung findet u.a. in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Münster und dem Eine-Welt-Forum Münster e.V. statt. Sie wird unterstützt vom Kulturamt und dem Integrationsrat der Stadt Münster sowie dem Peter Hammer Verein für Literatur und Dialog e.V.

12.10.2020, 19 Uhr – Wege in die Freiheit

Wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung und ihres gesellschaftspolitischen Engagements in ihren Heimatländern wurden die eritreische Lyrikerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu, der kurdische Schriftsteller Jiyar Jahanfard und der ukrainische Investigativjournalist Aleksei Bobrovnikov unterdrückt, verfolgt oder auch in Haft genommen. Am 12. Oktober werden die Writers-in-Exile ihre Texte in der Münchener Seidlvilla lesen und ihr “neues Leben” reflektieren.

Aleksei Bobrovnikov, Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Jiyar Jahanfard (v.l.n.r.) (© Stefanie Silber)

Vera Botterbusch, Beisitzerin des deutschen PEN, führt durch den Abend und liest die deutschen Übersetzungen der geflüchteten Autoren und der Autorin.

In mehr als zwanzig Jahren konnte mit dem Wirters-in-Exile-Programm bisher 60 Autorinnen und Autoren ein sicherer Lebens- und Arbeitsraum geboten werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, fördert die WiE-Arbeit vollständig mit umfangreichen Mitteln. Bis zu drei Jahre stellt das deutsche PEN-Zentrum verfolgten Autorinnen und Autoren eine möblierte Wohnung zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Kolleginnen und Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteurinnen und Verlegern in ihrer Umgebung.

Veranstaltung gefördert vom Münchner Kulturreferat.

Der ukrainische Autor und investigative Journalist Aleksei Bobrovnikov entlarvte durch seine Recherchen Verbindungen zwischen einem Schmugglerring und dem ukrainischen Militär. Daraufhin erhielt er öffentlich Todesdrohungen und sah sich gezwungen, seine Heimat zu verlassen. Seit Februar 2018 ist er Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie willkürlich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seitdem droht ihr eine erneute Verhaftung und sie ist auf der Flucht. Seit Dezember 2018 ist Mebrathu Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Jiyar Jahanfard ist im Iran aufgewachsen. Seine Leidenschaft gilt der Bewahrung der kurdischen Sprache und Kultur, über die er viel geforscht, gesammelt und verfasst hat. Aufgrund dessen wurde er mehrmals verhaftet, inhaftiert und steht im Iran unter ständiger Beobachtung. Seit Februar 2018 ist Jahanfard Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Kein Lebenszeichen seit 19 Jahren – Videoappell eritreischer Exilautorin für Freilassung von Journalisten in Eritrea

Pressemitteilung, Darmstadt, 17. September 2020. Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Writers-in-Exile-Stipendiatin des deutschen PEN, appelliert in einer eindringlichen Videobotschaft an die Weltgemeinschaft, die Lage der Presse- und Meinungsfreiheit in Eritrea nicht länger zu ignorieren. Seitdem am 18. September 2001 alle privaten Medien in ihrer Heimat verboten wurden und kurz darauf eine beispiellose Verfolgung Oppositioneller und Vertreter unabhängiger Medien begann, fehlt von mindestens zwölf Journalisten jedes Lebenszeichen.

Ihre Namen: Fissehaye Yohannes, Said Abdelkadir, Sahle Tsegezeab, Medhanie Haile, Dawit Issac, Temesgen Ghebreyesus, Yosuef Mohammed Ali, Seyoum Tsehaye, Idris Aba Are, Amanuel Asrat, Dawit Habtemichael und Matheowos Habtaab.

„Die eritreische Regierung ist berüchtigt dafür, grundlegende Menschenrechte zu verletzen und keine freie Presse mehr zu dulden“, so Yirgalem Fisseha Mebrahtu in ihrer Botschaft. „Eritrea ist ein Land, in dem seine Bürgerinnen und Bürger über Jahrzehnte lang willkürlich inhaftiert werden, ohne dass ihr Aufenthaltsort bekannt ist.“

Das PEN-Zentrum Deutschland schließt sich diesem Aufruf an und fordert die eritreischen Behörden dazu auf, sämtliche Personen, die einzig aufgrund der Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung seit Jahren inhaftiert sind, unverzüglich und bedingungslos freilassen.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seit Dezember 2018 ist Mebrahtu Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN, das von der Bundesregierung finanziert wird, und lebt in Deutschland.

Das Rohmaterial des Videos (Abrufbar und zum Zwecke der Berichterstattung herunterzuladen auf www.vimeo.com/458107306/932e98435a) sowie die eingebundenen Bilddateien stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne kostenfrei zur Verfügung.

Pressekontakt:

Felix Hille

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

18.07.2020 - 18.07.2020; 15 Uhr – Literarische Lesereihe mit Yirgalem Fisseha Mebrahtu in Kamen

Sakrale Orte locken Literaturbegeisterte am Samstag, 18. Juli, nach Kamen: Gemeinsam mit den heimischen Autoren und PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann und Bernhard Büscher organisiert das Kulturbüro der Stadt Kamen eine literarische Lesereihe. Sechs Autorinnen und Autoren lesen spannende und bewegende Texte in drei Kirchen.

© Kulturbüro Kamen

In Kamen liest die Lyrikerin und Writers-in-Exile-Stipendiatin Yirgalem Fisseha Mebrahtu gemeinsam mit Heinrich Peuckmann in der Pauluskirche. In der Lutherkirche stellen Leander Sukov, Writers-in-Exile-Beauftragter des PEN, und Autor Gerd Puls ihre Texte vor. In der Katholischen Kirche lesenPEN-Präsidentin Regula Venske und Bernhard Büscher.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu wurde wegen ihrer journalistischen und literarischen Arbeit sechs Jahre lang in Eritrea unter schlimmsten Bedingungen inhaftiert. Ihre Gedichtsammlung „From Eve“ hat sie hauptsächlich im Gefängnis geschrieben. Zudem verfasst Fisseha Mebrahtu Kurzgeschichten und hat einige nationale Literaturpreise erhalten. Seit Dezember 2018 lebt sie in Deutschland als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programm.

Der Eintritt ist frei!

Writers in Exile-Stipendiatin über Freilassung politischer Gefangener

Yirgalem Fisseha Mebrahtu erinnert in ihrer Videoansprache daran, dass Menschen nicht nur durch das Corona-Virus bedroht sind. Besonders in Diktaturen, wie ihrem Heimatland Eritrea, sitzen Schriftstellerinnen und Journalisten im Gefängnis, weil sie ihre Meinung geäußert und verteidigt haben. Sie werden unter Bedingungen festgehalten, aufgrund derer sie nicht in der Lage sind, Vorkehrungen zu treffen. Dies sei nicht die Zeit für Behörden, Gewalt anzuwenden, so Fisseha Mebrahtu. Vielmehr sei es an der Zeit, Mitgefühl zu zeigen. Deshalb fordert sie die Behörden auf, alle politischen Gefangenen bedingungslos freizulassen.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra“ Gefängnis ausharren, in das sie willkürlich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren gesperrt wurde. Seitdem droht ihr eine erneute Verhaftung und sie ist auf der Flucht. Seit Dezember 2018 ist Mebrahtu Stipendiatin des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN.

Reporter ohne Grenzen zufolge belegt Eritrea auf der Rangliste der Pressefreiheit 2020 den 178. Platz von 180 Ländern.

Aus dem Alltag eines Writer in Exile -Yirgalem Fisseha Mebrahtu

Ehrenamtliche Helferin Isabella Stadler, Writers in Exile-Stipendiatin Yirgalem Fisseha Mebrahtu und Leander Sukov, Vizepräsident und Writers in Exile-Beauftragter des deutschen PEN
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

Die Journalistin Cornelia Wegerhoff traf viele Leute, die sich für die StipendiatInnen des Writers in Exile-Programms einsetzen. Vom PEN-Vizepräsidenten, über die ehrenamtlichen HelferInnen, bis hin zu StipendiatInnen selbst. Herausgekommen ist ein spannendes Feature in der Kultursendung „Scala“ bei WDR 5, das einen Einblick in die Arbeit aller Beteiligten bietet:

Den Beitrag finden Sie bei WDR

Das PEN-Zentrum Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse

Das PEN-Zentrum Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse

Presseeinladung, Darmstadt, 11. September 2019. Ist die Meinungsfreiheit in Spanien in Gefahr? Wie steht es um Eritrea? Was bedeutet das Exil für Schriftstellerinnen und Schriftsteller weltweit und wie können wir bedrohte Kolleginnen und Kollegen wirkungsvoll unterstützen? Diesen und vielen weiteren Fragen stellen sich unsere Gäste, Mitglieder und Writers in Exile (WiE)-Stipendiatinnen und -Stipendiaten auf der Frankfurter Buchmesse (16.-20.10.).

Sie sind zu all unseren Veranstaltungen herzlich eingeladen. Ihre Interviewwünsche mit WiE-Gästen, Präsidiumsmitgliedern des PEN sowie Auftretenden richten Sie gerne vorab per E-Mail an presse [at] pen-deutschland [dot] de. Sie finden den PEN-Stand in Halle 4.1, Stand D 92, wo wir Sie gerne über das Writers in Exile-Programm und die Writers-in-Prison-Arbeit informieren.

Podiumsdiskussion „Meinungsfreiheit und Pluralismus in Spanien in Gefahr?“ des Instituto Cervantes Frankfurt und des PEN-Zentrums Deutschland

Im Konflikt um Katalonien wird die Einschränkung der Meinungsfreiheit beklagt. Die Songpassage eines Rappers führte zu einer Haftstrafe. Ebenso Tweets, die sich über einen Mord im Jahr 1973 lustig machten. Der Europäische Gerichtshof verwarf ein Urteil wegen Majestätsbeleidigung. Feminismus wird von Rechts massiv diffamiert. Steht das Land vor einer Entwicklung wie jenen in Ungarn und Polen?

Ort: Bühne des Weltempfangs (Halle 4.1 B 81)
Zeit: Donnerstag, 17.10.,13.30 Uhr
Mit: Almudena Grandes (spanische Schriftstellerin), Annette Prosinger (Textchefin der Welt am Sonntag), Carlos Collado Seidel (Historiker an der Universität Marburg, ehem. Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland)

Lesung und Gespräch „Leben aus dem Koffer“

Ort: Stand des Hessischen Literaturrats e. V. (Halle 4.1 G 71)
Zeit: Freitag, 18.10., 13 Uhr
Mit: Şehbal Şenyurt Arınlı (Journalistin und WiE-Stipendiatin)
Moderation: Heinrich Peuckmann (PEN-Generalsekretär)

Lesung und Gespräch „Meditationen nach dem Mord“

Ort: Stand des Hessischen Literaturrats e. V. (Halle 4.1 G 71)
Zeit: Samstag, 19.10., 12 Uhr
Mit: Aleksei Bobrovnikov (Investigativjournalist und WiE- Stipendiat)
Moderation: Leander Sukov (Vizepräsident und Writers in Exile-Beauftragter des deutschen PEN)

Weitere Veranstaltungen unter Beteiligung des PEN

Podiumsdiskussion „Bestseller verzweifelt gesucht. Hauptsache, die Zahlen stimmen? Wie sich der deutsche Literaturbetrieb selbst zensiert“ des Netzwerks Autorenrechte (NAR)

Der Buchmarkt am finanziellen Tropf von Hyperbestsellern: Steht die schriftstellerische Vielfalt vor dem Ende?

Ort: Frankfurt Authors Stage (Halle 3.0 K 15)
Zeit: Mittwoch, 16.10., 13.30 Uhr
Mit: Nina George (Bestsellerautorin, Präsidentin des European Writers‘ Council und Mitglied des deutschen PEN), Hans-Peter Übleis (ehem. Verleger des Droemer Knaur Verlages, Holtzbrinckgruppe, heute Autoren- und  Verlagsberater)
Moderation: Janet Clark (Netzwerk Autorenrechte)

Podiumsdiskussion „Das Zweiklassen-Prinzip. Sichtbarkeit von Frauen und Männern im literarischen Rezensionsbetrieb“ des Netzwerks Autorenrechte (NAR)

#frauenzählen bewies 2018: Männer dominieren den Rezensionsbetrieb. Was hat sich seitdem getan?

Ort: Frankfurt Authors Stage (Halle 3.0 K 15)
Zeit: Mittwoch, 16.10., 15.30 Uhr
Mit: Janet Clark (Schriftstellerin, Netzwerk Autorenrechte), N.N. (Deutsches Feuilleton)
Moderation: Carlos Collado Seidel (Historiker an der Universität Marburg, ehem. Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland)

Anschließend Gespräch mit Interessierten in der Frankfurt Authors Signing Area, 16-16.30 Uhr

Mahnwache Free the Words! Mit Regenschirmen für Meinungsfreiheit“

Während in Hongkong und weltweit Menschen für Freiheitsrechte kämpfen, ist der schwedisch-hongkonger Autor, Verleger und Buchhändler Gui Minhai seit vier Jahren willkürlich in China in Haft. Unter dem Motto #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords rufen der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Partner dazu auf, Solidarität zu zeigen und mit aufgespanntem Regenschirm, dem Symbol der Hongkonger Freiheitsbewegung, ein Zeichen für Meinungsfreiheit zu setzen.

Ort: Agora
Zeit: Donnerstag, 17.10., 13.30 Uhr
Mit: Jennifer Clement (Präsidentin des PEN International), Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler und Dissident im taiwanesischen Exil), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Liao Yiwu (chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger)

Podiumsdiskussion „Meinungsfreiheit und Solidarität: Wie können wir Betroffene von Zensur oder Verfolgung wirksam unterstützen?“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. und der Allianz-Kulturstiftung

Ort: Frankfurt Pavilion (Agora)
Zeit: Freitag, 18.10., 10 Uhr
Mit: Jennifer Clement (Präsidentin des PEN International), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Deniz Yücel (Journalist und  Publizist)
Moderation: Esra Kücük (Geschäftsführerin der Allianz-Kulturstiftung)

Präsentation von Oleg Senzows Buch „Leben“ (deutsche Übersetzung)

Ort: Stand des PEN Ukraine (Halle 5.0 C 129)
Zeit: Samstag, 19.10., 13 Uhr
Mit: Oleg Senzow (Autor und Filmemacher), Christiane Körner (Übersetzerin), Andrej Kurkow (Präsident des PEN Ukraine), Regula Venske (Präsidentin des deutschen PEN), Sebastian Wolter (Verleger des Verlages Voland & Quist)

Podiumsdiskussion „Perspektive Hoffnung? Zur Situation der Menschenrechte in Eritrea“ des PEN-Clubs Österreich

Ort: Bühne des Weltempfangs (Halle 4.1 B 81)
Zeit: Sonntag, 20.10., 10:30 Uhr
Mit: Yirgalem Fisseha Mebrahtu (Lyrikerin, Schriftstellerin und Journalistin, 2009-2015 inhaftiert, WiE-Stipendiatin), Bethlehem Isaak (Tochter Dawit Isaaks), Wolfgang Martin Roth (Writers-In-Prison-Beauftragter des PEN-Clubs Österreich), Björn Tunbäck (schwedischer Radio- und Fernsehjournalist, Menschenrechtsaktivist)
Moderation: Ralf Nestmeyer (Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN)

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Felix Hille
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 627 08 23
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.