Ankunft des ugandischen Autors Kakwenza Rukirabashaija in Deutschland | Berichte und Interviews

Kakwenza Rukirabashaija nach seiner Ankunft in Deutschland
Foto: PEN

Ende Dezember 2021 wurde Rukirabashaija von Personen ohne Ausweis und Uniform und ohne Haftbefehl aus seinem Haus brutal verschleppt. Zwei Wochen lang wurde er gefangen gehalten und schwer gefoltert. Seinen eigenen Eindrücken nach geschah dies in einer Kaserne der ugandischen Armee im Süden der Hauptstadt Kampala. Danach wurde er ins Hochsicherheitsgefängnis Kitalya verlegt. Nachdem ein Gericht entschieden hatte, ihn gegen Kaution freizulassen, wurde er erneut verschleppt und streng verwarnt, weder je wieder ein Buch zu schreiben, noch über seine Verschleppung und Folter zu sprechen. Anschließend konnte er nach Hause zurückkehren.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rukirabashaija vor, durch seine Kommentare in sozialen Medien „den Frieden Seiner Exzellenz des Präsidenten der Republik Uganda, General Yoweri Kaguta Museveni, ohne den Zweck einer legitimen Kommunikation zu stören“. Der abstruse Vorwurf ist bezeichnend für den Charakter des Museveni-Regimes.

2021 wurde Kakwenza Rukirabashaija von PEN International mit dem Pinter Prize  ausgezeichnet. Auch das PEN-Zentrum Deutschland setzte sich intensiv für Rukirabashaijas Freilassung ein und ernannte ihn „aufgrund seines herausragenden literarischen Werkes, welches stets die höchste Bedeutung der Meinungsfreiheit in unserer Zeit in den Blick nimmt“ zum Ehrenmitglied. Im Februar 2022 konnte ihn der deutsche PEN schließlich in Deutschland begrüßen.

PEN welcomes tortured Ugandan author Kakwenza Rukirabashaija to Germany

Press release, Darmstadt, 23. February 2022. The German PEN Center is happy to welcome the persecuted Ugandan author Kakwenza Rukirabashaija to Germany. This Wednesday, Rukirabashaija arrived safely here, he is under the care of friends and PEN.

Kakwenza Rukirabashaija on his arrival in Germany
Foto: PEN

Kakwenza Rukirabashaija was brutally abducted from his home at the end of December 2021 by people without ID and uniform and without an arrest warrant. He was held captive for two weeks and severely tortured. According to his own impressions, this happened in a barracks of the Ugandan army in the south of the capital Kampala. He was then transferred to Kitalya Maximum Security Prison. After a court decided to release him on bail, he was abducted again, threatened not to write another book nor talk about his abduction and torture, before he could finally return home.

Prosecutors accuse Rukirabashaija of „disturbing the peace of His Excellency the President of the Republic of Uganda, General Yoweri Kaguta Museveni, without the purpose of legitimate communication“ through his comments on social media. The abstruse accusation is indicative of the character of the Museveni regime.

Since the dubious re-election of the president, who has been in power since 1986, the repression of opponents and critics has increased in intensity and violence over the past year. There are also more and more serious reports of torture. The Case of Rukirabashaija has drawn inter-national attention to these conditions.

After the publication of his bestseller „The Greedy Barbarian“, a satirical tale about corruption in a fictional African country, Kakwenza Rukirabashaija was arrested for the first time in Uganda. Last year he was awarded the international PEN Pinter Prize in the category „Bravest Writer“. After his last arrest, the German PEN Center appointed him an honorary member in January 2022.

In recent weeks, the German PEN Center has worked intensively for Rukirabashaija’s release. PEN President Deniz Yücel said today: „We are very happy that our commitment to our hon-orary member has come to a good end. When authoritarian regimes persecute prominent critics, it is never just about the individual, but always about intimidating entire societies. That is why we see our commitment to Rukirabashaija as a contribution to freedom of speech, in Uganda and around the world.“

The German PEN Center would like to thank PEN International and the friends involved who have contributed in recent days and weeks to freeing Rukirabashaija from the clutches of his tormentors.

Yücel will bring Rukirabashaija to a safe place this Wednesday. He first needs medical care. Once he has sufficiently recovered from the immediate consequences of the torture, Rukirabashaija will speak out in public. PEN will continue to support him and include him as a fellow in its Writers-in-Exile program.

Press contact:
Felix Hille, PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

PEN begrüßt den gefolterten ugandischen Autor Kakwenza Rukirabashaija in Deutschland

Pressemitteilung, Darmstadt, 23. Februar 2022. Das deutsche PEN-Zentrum ist glücklich, den verfolgten ugandischen Autor Kakwenza Rukirabashaija in Deutschland begrüßen zu können. An diesem Mittwoch ist Rukirabashaija sicher hier angekommen, er befindet sich in der Obhut von Freundinnen, Freunden und des PEN.

Kakwenza Rukirabashaija nach seiner Ankunft in Deutschland
Foto: PEN

Kakwenza Rukirabashaija wurde Ende Dezember 2021 von Personen ohne Ausweis und Uniform und ohne Haftbefehl aus seinem Haus brutal verschleppt. Zwei Wochen lang wurde er gefangen gehalten und schwer gefoltert. Seinen eigenen Eindrücken nach geschah dies in einer Kaserne der ugandischen Armee im Süden der Hauptstadt Kampala. Danach wurde er ins Hochsicherheitsgefängnis Kitalya verlegt. Nachdem ein Gericht entschieden hatte, ihn gegen Kaution freizulassen, wurde er erneut verschleppt und streng verwarnt, weder je wieder ein Buch zu schreiben, noch über seine Verschleppung und Folter zu sprechen. Anschließend konnte er nach Hause zurückkehren.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rukirabashaija vor, durch seine Kommentare in sozialen Medien „den Frieden Seiner Exzellenz des Präsidenten der Republik Uganda, General Yoweri Kaguta Museveni, ohne den Zweck einer legitimen Kommunikation zu stören“. Der abstruse Vorwurf ist bezeichnend für den Charakter des Museveni-Regimes.

Seit der zweifelhaften Wiederwahl des seit 1986 regierenden Präsidenten hat die Unterdrückung von Oppositionellen und Kritikern im letzten Jahr an Intensität und Gewalt zugenommen. Es mehren sich auch ernstzunehmende Berichte über Folter. Der Fall Rukirabashaija hat die internationale Aufmerksamkeit auf diese Zustände gelenkt.

Nach der Veröffentlichung seines Bestsellers „Der gierige Barbar“, einer satirischen Erzählung über Korruption in einem fiktiven afrikanischen Land, wurde Kakwenza Rukirabashaija in Uganda erstmals verhaftet. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem internationalen PEN-Pinter-Preis in der Kategorie „Mutigster Schriftsteller“ ausgezeichnet, nach seiner letzten Verhaftung ernannte ihn das deutsche PEN-Zentrum im Januar 2022 zum Ehrenmitglied.

In den letzten Wochen hat sich das deutsche PEN-Zentrum intensiv für Rukirabashaijas Freilassung eingesetzt. PEN-Präsident Deniz Yücel erklärte: „Wir sind sehr froh, dass unser Engagement für unser Ehrenmitglied ein gutes Ende genommen hat. Wenn autoritäre Regime prominente Kritiker verfolgen, geht es nie nur um den Einzelnen, sondern stets auch darum, ganze Gesellschaften einzuschüchtern. Darum betrachten wir unseren Einsatz für Rukirabashaija als Beitrag für die Freiheit des Wortes, in Uganda und überall auf der Welt.“

Das deutsche PEN-Zentrum dankt PEN International sowie den beteiligten Freundinnen und Freunden, die in den vergangenen Tagen und Wochen dazu beigetragen haben, Rukirabashaija aus den Fängen seiner Peiniger zu befreien.

Yücel wird Rukirabashaija an diesem Mittwoch an einen sicheren Ort bringen. Er braucht zunächst medizinische Versorgung. Sobald er sich hinreichend von den unmittelbaren Folgen der Folter erholt hat, wird Rukirabashaija sich in der Öffentlichkeit zu Wort melden. Der PEN wird ihn auch weiterhin unterstützen und ihn als Stipendiaten in sein Writers-in-Exile-Programm aufnehmen.

Pressekontakt:
Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Uganda: Gefolterter Autor Kakwenza Rukirabashaija zum PEN-Ehrenmitglied ernannt

Kakwenza Rukirabasaija
Foto: Privat

Pressemitteilung, Darmstadt, 17. Januar 2022. Der deutsche PEN hat den inhaftierten ugandischen Autor und Regimekritiker Kakwenza Rukirabashaija zum Ehrenmitglied ernannt und fordert dessen sofortige Freilassung.

„Schon seit Längerem beobachten wir besorgt die zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit und das brutale Vorgehen gegen die Oppositionsbewegung in Uganda. Langzeitpräsident Museveni zementiert seine Clan-Herrschaft und unterdrückt die zunehmenden Proteste mit aller Härte. Mit der Verhaftung und Folterung unseres Ehrenmitglieds Kakwenza Rukirabashaija hat die Repression auf die Opposition einen weiteren Höhepunkt erreicht. Wir fordern seine sofortige und bedingungslose Freilassung und versichern Rukirabashaija unsere uneingeschränkte Solidarität“, betont Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN, und bittet die Bundesregierung, sich unverzüglich für den inhaftierten Schriftsteller einzusetzen.

Kakwenza Rukirabashaija wurde am 28.12.2021 gewaltsam von Geheimdienstagenten aus seinem Haus in Kampala gezerrt und befindet sich seitdem in Haft, angeblich wegen beleidigender Kritik am ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni und dessen Sohn Muhoozi Kainerugaba, dem Generalmajor der ugandischen Armee. Nach Angaben seines Anwalts Kiiza Eron wurde der 33-jährige Autor im Gefängnis schwer gefoltert und benötigt dringend medizinische Versorgung. Am Freitag, den 21.Januar 2022, wird der Prozess gegen Rukirabashaija fortgesetzt.

Rukirabashaija wurde mit einem Roman über Korruption in einem fiktiven Land bekannt. Im vergangenen Jahr zeichnete ihn der internationale PEN mit dem PEN-Pinter-Preis aus. Bereits in der Vergangenheit war er mehrfach festgenommen und bedroht worden.

Eine Ehrenmitgliedschaft im deutschen PEN wird Personen als Akt der Solidarität verliehen, die außerhalb Deutschlands aufgrund ihres schriftstellerischen oder künstlerischen Wirkens und ihres Eintretens für die Freiheit des Wortes verfolgt werden. Zu den PEN-Ehrenmitgliedern gehörten Václav Havel und Liu Xiaobo, aktuell Maria Ressa sowie Julian Assange, Raif Badawi, Selahattin Demirtaş und Pham Doan Trang, die sich gegenwärtig in Haft befinden.


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