Süddeutsche Zeitung über Orhan Pamuk

Moritz Baumstieger berichtet in der Süddeutschen Zeitung über den drohenden Prozess gegen Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk in der Türkei, u.a. wegen angeblicher Beleidigung des türkischen Staatsgründers Atatürk. Auch PEN-Präsident Deniz Yücel kommt zu Wort, der die Nachricht auf Twitter kommentierte.

Die türkischen Behörden haben wiederholt Verleumdungsgesetze angewandt, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die ihre Meinung äußern. Dieser Fall bildet keine Ausnahme. Das deutsche PEN-Zentrum solidarisiert sich mit Orhan Pamuk und fordert die Behörden dazu auf, ihn nicht strafrechtlich zu verfolgen.

 

„Wenn die Freiheit und Sicherheit eines Orhan Pamuk bedroht wird, ist das eine Drohung an alle.“

Deniz Yücel
Foto: Urban Zintel

Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk soll wieder vor Gericht, unter anderem wegen angeblicher Beleidigung des türkischen Staatsgründers Atatürk. PEN-Präsident Deniz Yücel sprach mit Susanne Lenz in der Berliner Zeitung über den Vorgang.

Auszug aus dem Interview

Die Einschüchterung setzt ja auch schon vor einer Haftstrafe ein, eigentlich schon jetzt, da die Anklage vorbereitet wird, oder?

Das ist immer der Zweck. Wenn man prominente Journalisten oder Schriftsteller einsperrt oder auch nur Anklage erhebt, weil sie in ihren Texten und Büchern Kritik formuliert haben, hat das immer auf die ganze Gesellschaft einen Effekt: ‚Wenn die sogar gegen einen Orhan Pamuk vorgehen können, was können die erst mit mir machen, einem einfachen Bürger, der auf Facebook oder Twitter seine Meinung schreibt?‘  Wenn die Freiheit und Sicherheit eines Orhan Pamuk bedroht wird, ist das eine Drohung an alle.

Das vollständige Gespräch lässt sich nachlesen auf der Seite der Berliner Zeitung (hinter Bezahlschranke).