Zwei Autorinnen im Transit – Lesung eines literarischen Briefwechsels zwischen Terézia Mora und PEN-Stipendiatin Şehbal Şenyurt Arınlı

Pressemitteilung, Darmstadt, 5. November 2019. Im Rahmen der literarischen Reihe des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN-Zentrums ist ein Briefwechsel der besonderen Art entstanden. Zwei Schriftstellerinnen korrespondieren über Wochen und stehen sich zum ersten Mal kurz vor der Abschlusslesung ihrer Briefe gegenüber: Terézia Mora, seit kurzem Büchner-Preisträgerin, und Şehbal Şenyurt Arınlı, Schriftstellerin, Dokumentarfilmerin und Stipendiatin des PEN-Exilprogramms. Zum dritten Mal wurde nun eine literarische Korrespondenz zwischen zwei AutorInnen durchgeführt. Die Initiatorin und Herausgeberin des Buches „Autorinnen im Transit“ ist Franziska Sperr (ehemalige Vizepräsidentin und WiE- Beauftragte). Die zweisprachige Publikation ist im binooki-Verlag, Berlin, erschienen.

Am 28. November 2019 in der Berliner Akademie der Künste werden sich die beiden Autorinnen zum ersten Mal gegenüber stehen, aus ihren Briefen lesen und sich vom ehemaligen PEN-Präsidenten, dem Schriftsteller Gert Heidenreich zu ihren Texten befragen lassen.

Obwohl sie sich nie begegnet sind, wissen sie viel übereinander: die bekannte, mit Literaturpreisen überhäufte Terézia Mora und die vor einem Jahr in Deutschland angekommene, in der deutschen Literaturszene noch unbekannte Şehbal Şenyurt Arınlı. Mehrere Wochen lang schickten sie einander Texte, in denen es um ihren Alltag geht, ihre Ängste und Verunsicherungen, ihre Träume und Visionen für die Zukunft.

Terézia Mora ist hier seit Jahren sehr bekannt. Ihre Briefpartnerin steht erst am Anfang ihrer schriftstellerischen Existenz in Deutschland. Sie wurde 2017 wegen ihres Engagements für die kurdische Minderheit in der Türkei festgenommen und konnte nur durch einen Zufall fliehen und bei uns Zuflucht finden.

Trotz der Unterschiedlichkeit ihrer Lebensläufe kreisen die Briefe nicht nur um das Thema Schreiben, sondern auch um Verluste, Einsamkeit, Außenseitertum, bedrohte Existenz. Sie schreiben von Privatem, Politischem und Gesellschaftlichem aus sehr persönlicher Sicht, hie und da scheren sie aus in die Historie ihrer Herkunftsländer: Türkei und Ungarn.

28. November 2019, „Autorinnen im Transit – Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Terézia Mora und Şehbal Şenyurt Arınlı“

in der Akademie der Künste, Pariser Platz in Berlin, 19 Uhr

 mit:

  • Şehbal Şenyurt Arınlı, Writers in Exile-Stipendiatin, Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin
  • Terézia Mora, Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin
  • Gert Heidenreich, Schriftsteller und Journalist, ehem. PEN-Präsident
  • Franziska Sperr, Autorin, ehem. Writers in Exile-Beauftragte und Vizepräsidentin des deutschen PEN-Zentrums
  • Helene Grass, Schauspielerin
  • Die Lyrischen Saiten (Musik)
  • Elif Amberg (Dolmetscherin)

 

Presseexemplare sind auf Anfrage beim binooki Verlag [presse [at] binooki [dot] com] erhältlich. Gerne stellen wir Ihnen auch die Druckfahnen für Ihre Berichterstattung zur Verfügung. Weitere Informationen und Interviewanfragen gerne per E-Mail an presse [at] pen-deutschland [dot] de.

 

Pressekontakt:

Susann Franke
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 26; Fax.: 06151/293414
E-Mail: s.franke [at] pen-deutschland [dot] de

PEN fordert „Lesepakt“ und breites gesellschaftliches Bündnis zur Leseförderung

Pressemitteilung, Darmstadt, 13. August 2019. Zum Jahrestag der „Hamburger
Erklärung“ am 15. August wiederholt der deutsche PEN die Forderung nach einem
„Lesepakt“ und einem breiten gesellschaftlichen Bündnis vieler Akteure in Bildung,
Kultur, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Politik zur Förderung der Lesefähigkeit
unserer Kinder. Dass knapp ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland nicht so lesen
kann, dass der Text zugleich auch verstanden wird, und dass Deutschland im
internationalen Vergleich unter dem EU- wie auch dem OECD-Durchschnitt liegt, ist ein
Skandal, der nicht hingenommen werden darf. Hier sind alle aufgerufen
gegenzusteuern, denen die Zukunft unseres Landes und der Zusammenhalt unserer
Gesellschaft am Herzen liegen. Es gefährdet die Demokratie, wenn ein beträchtlicher
Teil der Bürger nur noch unzureichend oder gar nicht mehr sinnentnehmend lesen und
somit gar nicht oder nur unzureichend mitreden kann.

V. l. n. r.: Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Kirsten Boie, Autorin, übergeben am 6. Dezember 2018 die Petition an Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und den Präsidenten der Kultusministerkonferenz Helmut Holter Copyright: Christian Thiel

V. l. n. r.: Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Kirsten Boie, Autorin, übergeben am 6. Dezember 2018 die Petition an Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und den Präsidenten der Kultusministerkonferenz Helmut Holter Copyright: Christian Thiel

Ob eine Aktion wie die der Stiftung Lesen, die zum Weltkindertag am 20. September
gemeinsam mit Amazon, Thalia und Hugendubel 1 Million Märchenbücher verschenken
will, wirklich dem Ziel der Leseförderung dient, mag freilich bezweifelt werden.
Hierzu sagte PEN-Präsidentin Regula Venske, die zu den Erstunterzeichnerinnen der
von PEN-Mitglied Kirsten Boie initiierten und am 15.8.2018 veröffentlichten „Hamburger Erklärung“ zählt und die Erklärung mit 110.000 weiteren Unterschriften gemeinsam mit
Kirsten Boie sowie Vertretern des Börsenvereins des deutschen Buchhandels am
6.12.2018 in Berlin an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und den Präsidenten
der Kultusministerkonferenz überreichte:

„Wer ernsthaft Leseförderung betreiben will, muss die betroffenen Kinder und ihre
Familien dort abholen, wo sie sind. Dazu ist viel Hingabe im Kleinen notwendig, in Kitas
und Schulen, in Stadtteilbibliotheken oder Buchhandlungen in manchmal schwierigem
Umfeld, die derzeit massiv gegen drohende Schließungen kämpfen müssen, nicht
zuletzt dank der Konkurrenz der großen Akteure, mit denen die Stiftung Lesen jetzt
kooperiert. Die Kollegin Kirsten Boie moniert zurecht, dass die kleinen,
inhabergeführten Buchhandlungen, die sich für Lesefeste und -nächte einsetzen,
Vorlesewettbewerbe veranstalten und ein zielgerichtetes Angebot machen, mit dem sie
die Kinder persönlich und altersgerecht ansprechen, in diese Aktion nicht einbezogen
worden sind (siehe ZEIT vom 1.8.2019). So stellt sich die Aktion der Stiftung Lesen vor
allem als PR- und Marketing-Aktion von Amazon, Hugendubel und Thalia dar. Es wäre
besser gewesen, wenn die Stiftung Lesen und ihre Mitstreiter den Betrag, den sie für
diese Aktion aufgewandt haben, solchen Projekten zur Verfügung gestellt hätten, die
sich längst in der Leseförderung engagieren und denen es in der Regel an Geld fehlt!
Und noch etwas: Dass der Etat für das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) 2020 um 533 Millionen gekürzt werden soll und dass bis 2023 sogar ein Minus
von 2,3 Milliarden Euro geplant wird, muss in diesem Zusammenhang hochgradig
empören.“

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Heinrich Peuckmann
Generalsekretär

PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23 120
E-Mail: info [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

26.04.2018 - 29.04.2018; 18:00 Uhr – PEN-Jahrestagung 2018 in Göttingen

„Denken Sie Ihre Gedanken zu Ende!“, forderte der Schriftsteller und Dramatiker Günther Weisenborn 1958 in seiner „Göttinger Kantate“. Unter diesem Motto steht auch die diesjährige Jahrestagung des deutschen PEN, die vom 26.4.-29.4. in Göttingen stattfindet. Von Selbstjustiz in Bangladesch über das Recht auf freie Meinungsäußerung und den Umgang mit der Neuen Rechten bis hin zu Lichtenbergs Erben und Satire heute: Mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen bietet die PEN-Jahrestagung ein vielfältiges Rahmenprogramm, das Sie unter bit.ly/2GzjV6Z nachlesen können.

Das Programm für PEN-Mitglieder mitsamt den Informationen zur Mitgliederversammlung in der Alten Mensa (Adam-von-Trott-Saal, Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen) finden Sie unter bit.ly/2JmuwQC.

Alle angebotenen Zimmer für den Tagungszeitraum können Sie online hier buchen.

Das Tagungsbüro finden Sie in der Alten Mensa (Raum Taberna, Wilhelmsplatz 3, 37037 Göttingen).

Öffnungszeiten des Tagungsbüros:

Freitag,                        27. April,                             8.30 – 18.00 Uhr

Samstag,                     28. April,                             8.30 – 16.00 Uhr

Telefonnummer des Tagungsbüros: 0551-39-26357

Treffen „Writers-in-Prison/Writers-in-Exile“ am 28. April von 14 bis 15 Uhr:

Alte Mensa (Emmy-Noether-Saal, Wilhelmsplatz 3, 37037 Göttingen)

Treffen des Freundeskreises am 28. April um 15 bis 16 Uhr:

Alte Mensa (Hannah-Vogt-Saal, Wilhelmsplatz 3, 37037 Göttingen)

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Die PEN-Jahrestagung 2018 in Göttingen wird gefördert von:

 

 

20.10.2017, 17:00 Uhr – Write Your Story – Literaturworkshop mit Yamen Hussein in arabischer Sprache für junge Erwachsene

Yamen Hussein
Foto: © Roland Baege

Unter Anleitung des syrischen Writers-in-Exile Stipendiaten Yamen Hussein beschäftigen sich die Workshop-Teilnehmer an vier Nachmittagen in der Münchner Stadtbibliothek Hasenberg arabischer Literatur und lernen, wie man selbst literarische Texte schreibt. Eigene Gedanken, Erlebnisse und Ideen werden so zu Gedichten oder Erzählungen. Die besten Texte werden ins Deutsche übersetzt und in einer Lesung präsentiert.

Der syrische Dichter und Journalist Yamen Hussein wurde 1984 in Homs geboren. Er verfasste zahlreiche regimekritische Artikel, durch die er schon früh ins Visier der syrischen Sicherheitsbehörden geriet. Wiederholt protestierte er gegen die Missachtung der Menschenrechte während des Bürgerkrieges. Er musste die Universität verlassen, wurde schließlich vom syrischen Geheimdienst verfolgt, bedroht und mehrmals verhaftet. Seit Dezember 2014 lebt er als Stipendiat des Writers-in-Exile Programms in München.

Wann:
Freitag, 20.10., 17.00 Uhr
Freitag, 3.11., 17.00 Uhr
Freitag, 17.11., 17.00 Uhr
Freitag, 1.12., 17.00 Uhr

Dauer:
jeweils ca. 2 Stunden

Anmeldung: write.story.ar [at] gmail [dot] com