The enemy is Putin, not Pushkin

Press release from PEN-Germany on solidarity with Ukraine, insufficient sanctions and false boycott calls. The enemy is Putin, not Pushkin.

Russian autocrat Vladimir Putin has his troops invade Ukraine. All those who die in this criminal war of aggression are Putin’s victims: both Ukrainian civilians and Ukrainian soldiers who defend their country’s freedom against totalitarianism and arbitrariness. The often deceived and always poorly equipped Russian soldiers who die fighting for Putin’s power fantasies and paranoia are also victims of this violation of international law.

The German PEN Center welcomes measures to weaken Russia’s war economy and isolate the Putin regime internationally. If, however, certain banks are exempt from the shut-out from the SWIFT system in order not to jeopardize gas supplies from Russia or to avoid losses for German banks, a fatal and false message is sent: Europe stands in solidarity as long as it does not cost us too dearly.

In view of such inconsistent measures – or the German governments agonizingly slow response to Ukraine’s urgent calls for help with more than words – demands to boycott books by Russian authors or no longer to perform their plays seem even more like symbolic substitute acts. A blanket boycott would also hit the courageous colleagues in Russia who oppose Putin’s unscrupulous tyranny and this war.

If we allow ourselves to be carried away by such reflexes, by generalizations and hostility against Russians, madness has triumphed, reason and humanity have lost. PEN President Deniz Yücel declared: „The enemy is Putin, not Pushkin, Tolstoy or Akhmatova. PEN stands with all people in all countries who want to live in peace, freedom and dignity.“

Press contact:
Felix Hille, PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

„Der Feind heißt Putin, nicht Puschkin“

Pressemitteilung, Darmstadt, 6. März.2022. Es herrscht Krieg in Europa. Der russische Autokrat Wladimir Putin lässt seine Truppen die Ukraine überfallen. Alle, die in diesem verbrecherischen Angriffskrieg zu Tode kommen, sind Putins Opfer: sowohl die ukrainischen Zivilist:innen, als auch die ukrainischen Soldat:innen, die die Freiheit ihres Landes gegen Totalitarismus und Willkür verteidigen. Und auch die oft getäuschten und stets schlecht ausgerüsteten russischen Soldat:innen, die im Kampf für Putins Machtphantasien und Bedrohungsparanoia sterben, sind Opfer dieses Völkerrechtsbruchs.

Darum begrüßt das deutsche PEN-Zentrum Maßnahmen, die geeignet sind, die russische Kriegswirtschaft zu schwächen und das Putin-Regime international zu ächten. Doch wenn vom Ausschluss aus dem SWIFT-System bestimmte Banken ausgenommen werden, um Gaslieferungen aus Russland nicht zu gefährden oder die Verluste deutscher Banken zu mindern, lautet die fatale wie falsche Botschaft: Europa ist solidarisch, solange es uns nicht zu viel kostet.

Angesichts solch inkonsequenten Maßnahmen – oder der lange Zeit insbesondere von der Bundesregierung verweigerten praktischen Hilfe an die Ukraine – wirken Forderungen, Bücher russischer Autor:innen zu boykottieren oder ihre Stücke nicht mehr aufzuführen, erst recht nach symbolischen Ersatzhandlungen. Ein pauschaler Boykott beträfe zudem die mutigen Kolleginnen und Kollegen in Russland, die Putins skrupelloser Gewaltherrschaft und diesem Krieg widersprechen.

Wenn wir uns zu solchen Reflexen, zu Pauschalisierungen und Anfeindungen gegen Russinnen und Russen hinreißen lassen, hat der Wahnsinn gesiegt, die Vernunft und die Menschlichkeit verloren. PEN-Präsident Deniz Yücel erklärte: „Der Feind heißt Putin, nicht Puschkin, Tolstoi oder Achmatowa. Der PEN steht an der Seite aller Menschen in allen Ländern, die in Frieden, Freiheit und Würde leben wollen.“

 

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Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Fiedlerweg 20, 64287 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Solidarität mit der Ukraine

„Wir alle sind Menschen des Wortes. Ich denke, bei allem, was uns auch sonst vielleicht auch unterscheidet, sind wir uns darin einig, dass wir auf die Kraft des besseren Arguments vertrauen und Gewalt verabscheuen.“ – PEN-Präsident Deniz Yücel

3-sat-Kulturzeit-Beitrag über den Ukraine-Krieg, Boykott vs. Diplomatie sowie die Solidaritätslesung unter Beteiligung des PEN im Maxim Gorki Theater in Berlin