Twitter-„Demo“ für Zhang Zhan | Berichte und Interviews

Menschenrechtsorganisationen, unter ihnen das PEN-Zentrum Deutschland, Reporter ohne Grenzen und Amnesty International, haben am 29.11.21 auf das Schicksal der chinesischen Bürgerjournalistin Zhang Zhan aufmerksam gemacht. Unter dem Hashtag #ZhangZhan schlossen sich auf Twitter zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, Journalisten, Autorinnen und Institutionen dem Appell an die Politik an, sich für die Freilassung Zhangs einzusetzen.

Pressestimmen

 

Aufgrund ihrer Berichterstattung zur Coronalage wurden Zhang Zhan zu vier Jahren Haft verurteilt. Sie schwebt nach einem eingeschränkten Hungerstreik in Lebensgefahr. Ihre Familie rechnet nicht damit, dass sie den Winter überlebt, sollte sie nicht aus medizinischen Gründen freigelassen werden. Am 15. November reichten ihre Angehörigen ein entsprechendes Gesuch ein, die Antwort des Frauengefängnisses von Shanghai steht jedoch noch aus. Ebenfalls erfolglos blieben bislang die von ihren Rechtsbeiständen und Angehörigen eingereichten Besuchsanträge.

VR China droht schwedischem PEN: PEN-Zentrum Deutschland solidarisiert sich mit Kolleginnen und Kollegen

Eilmeldung

VR China droht schwedischem PEN: PEN-Zentrum Deutschland solidarisiert sich mit Kolleginnen und Kollegen

Pressemitteilung, Darmstadt, 15. November 2019. Heute Abend verleiht das schwedische PEN-Zentrum seinen Tucholsky-Preis für bedrohte und verfolgte Autorinnen und Autoren in Abwesenheit an den Autor und Verleger Gui Minhai. Entgegennehmen soll ihn seine Tochter, Angela. Der schwedische Staatsbürger chinesischer Herkunft Gui Minhai wurde 2015 aus Thailand nach China verschleppt. Die chinesische Führung setzt das schwedische PEN-Zentrum unter massiven Druck, die Preisverleihung abzusagen. Mehr noch: Die schwedische Regierung wird aufgefordert, ihr fernzubleiben. Der chinesische Botschafter in Stockholm droht im Interview und auf der Webseite der Botschaft unverhohlen mit „Gegenmaßnahmen“ für den Fall, dass schwedische Regierungsvertreter der Veranstaltung beiwohnen. „Einige Menschen in Schweden sollten nicht erwarten, sich gelassen zu fühlen, nachdem sie die Gefühle und Interessen Chinas verletzt haben.“

Das deutsche PEN-Zentrum steht an der Seite des schwedischen PEN-Zentrums. Den Versuch der chinesischen Führung, die freie Rede und den Kampf für das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit auf europäischem Boden einzuschüchtern und zu unterdrücken, weisen wir entschieden wir zurück. Da China sogar versucht, die schwedische Regierung einzuschüchtern, fordern wir zugleich den Deutschen Bundestag und die deutsche Bundesregierung auf, sich öffentlich an die Seite Schwedens zu stellen. Dass eine ausländische Macht es unternimmt, die Meinungs- und Redefreiheit eines souveränen EU-Mitglieds durch Drohungen gegen dessen Regierung einzuschränken, kann und darf nicht stillschweigend hingenommen werden.

„Wir stehen solidarisch an der Seite unserer Kolleginnen und Kollegen des schwedischen PEN“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „Die Art und Weise, wie China hier versucht, die Meinungsfreiheit in einem anderen Land zu kontrollieren, und bei Zuwiderhandeln ‚Konsequenzen‘ androht, ist beunruhigend. Wir appellieren an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages, sich in der hieraus entstehenden diplomatischen Krise an die Seite der schwedischen Regierung zu stellen.“

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Joachim Helfer
Beisitzer

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151/627 08 23; Mobil: 0157/31382637; Fax.: 06151/293414
E-Mail: f.hille [at] pen-deutschland [dot] de

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.