07.05.2018, 19 Uhr – »Das ganze Land bist du und das Exil eine harte Nuss« Literatur in der Emigration – 1933/2018

Maynat Kurbanova
Foto: © D. Chatard u B. Thieme

Die ehemaligen Writers-in-Exile Stipendiaten Yamen Hussein aus Syrien und Maynat Kurbanova aus Tschetschenien sowie die türkische Writers-in-Exile Stipendiatin Şehbal Şenyurt Arınlı geben eindrucksvoll Zeugnis von der »Krankheit Exil«. Ihre Texte werden gespiegelt durch eine Auswahl deutschsprachiger Exilliteratur.

Moderation: Franziska Sperr, Writers-in-Exile-Beauftragte und Vizepräsidentin des deutschen PEN

Vor 85 Jahren brannten in Deutschland die Bücher. Tausende Schriftsteller und Wissenschaftler wurden von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt, zur Emigration gezwungen oder ermordet.

Yamen Hussein
Foto: © Roland Baege

An diesem Abend denken wir an jene, die ihre Arbeit unter widrigsten Umständen im Exil fortsetzten oder hierzulande nur noch heimlich für die Schublade schrieben. Und wir schauen angesichts der weltweiten Zunahme staatlicher Repressionen in die Gegenwart: Viele Autoren suchen Zuflucht in Deutschland, das aufgrund seiner »verbrannten Dichter« in einer ganz besonderen Verantwortung steht.

Şehbal Şenyurt Arınlı Foto PEN-Zentrum Deutschland

Şehbal Şenyurt Arınlı
Foto PEN-Zentrum Deutschland

Anlässlich des 85. Jahrestages der Bücherverbrennung geht es in dieser Lesung um die Stimmen der deutschen Emigranten und der gegenwärtig in Deutschland lebenden Autoren, die hier in ein ganz neues Leben finden müssen.

Eintritt: € 10,– (auch mit MVHS-Card)
Weitere Informationen zur Veranstaltung können Sie der Internetseite des Gaststeigs München entnehmen.
Eine Veranstaltung der Münchner Volkshochschule in Kooperation mit dem deutschen PEN-Zentrum

12.01.2018, 19 Uhr – »Fremd zieh ich wieder aus« – Arabische Moderne trifft deutsche Romantik: Yamen Hussein – ein Dichter aus Syrien

Der ehemalige Writers-in-Exile Stipendiat Yamen Hussein spricht in der Galerie Forum Amalienpark in Berlin über sein Leben, sein literarisches Schaffen, seine persönliche »Winterreise« und berichtet von den Bedingungen für ein freies Leben als Dichter und Publizist.

Yamen Hussein Foto: Heinz Albert Staubitz

Yamen Hussein
Foto: Heinz Albert Staubitz

Der aus Syrien geflohene Dichter und Journalist Yamen Hussein wurde 1984 in Homs geboren. Durch regimekritische Artikel geriet er ins Visier der Sicherheitsbehörden. Mutig kritisierte er die Eingriffe des Staates in die Publikations- und Pressefreiheit. Er wurde von der Universität zwangsexmatrikuliert und vom Geheimdienst verfolgt und mehrmals verhaftet. Unter den investigativen Journalisten bekam er einen guten Namen und wurde leitender Reporter bei Al Dunia TV. Doch die Hetze gegen ihn nahm immer brutalere Züge an. Irgendwann musste er fliehen, zunächst in die Türkei. Seit Dezember 2014 lebt er als Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des PEN-Zentrums Deutschland in München. In seinem jüngsten Lyrikband »3439 Kilometer« verarbeitet Yamen Hussein seine Flucht aus Syrien über den Libanon und die Türkei nach Deutschland.

Tobias Roth, Lyriker und Literaturwissenschaftler, 2. Vorsitzender der Internationalen Wilhelm-Müller-Gesellschaft, Berlin moderiert den Abend im Gespräch mit Yamen Hussein und dem Publikum. Der Schauspieler Jens Uwe Bogadtke liest Gedichte des Lyrikers aus der PEN Anthologie »Zuflucht In Deutschland. Texte verfolgter Autoren«.

Zum Projekt »Winterreise« vom 24.11.2017 bis 20.1.2018 in der Galerie Forum Amalienpark wurden Künstler aus Berlin und Brandenburg eingeladen, sich mit dem Liederzyklus von Franz Schubert und Wilhelm Müller in neuen Werken auseinanderzusetzen. Dazu soll ein ebenso engagiertes Begleitprogramm mit abendlichen Vorträgen, Gesprächen und Musik gehören. Weitere Informationen zum Projekt sowie der Lesung mit Yamen Hussein können Sie der Internetpräsenz der Galerie Forum Amalienpark entnehmen.

Eintritt 8 €, ermäßigt 4 €

Veranstalter ist die Galerie Forum Amalienpark in Kooperation mit dem Beirat Rathauskonzerte Pankow, der Kantorei der Alten Pfarrkirche Pankow und der Internationalen Wilhelm-Müller-Gesellschaft e.V., Berlin.

24.11.2017, 16 Uhr – Worte in Ketten – Lesung und Autorengespräch in der Volkshochschule Landkreis Gießen

Yamen Hussein
Foto: © Roland Baege

Hörbuchsprecher Sven Görtz liest ausgewählte Texte verfolgter Autoren und diskutiert mit dem syrischen Writers-in-Exile Stipendiaten Yamen Hussein, PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert und Landrätin Anita Schneider politisch-gesellschaftliche Fragen und die bedrückende und lebensbedrohliche Situation Betroffener.

Nicht erst seit der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel wirft das Problem eine drängende globale Frage auf: Wie können wir, die wir in einem Rechtsstaat leben, diesen Menschen Hilfe und Unterstützung sein? Eine Antwort lautet: indem wir die verfolgten Autoren der Anonymität entreißen und ihren Texten Gehör verschaffen. Das ist neben der Freude an guter und ansprechender Literatur der Kerngedanke der Lesung und des Autorengesprächs.

Sascha Feuchert
[Foto: Piotr Banczerowski]

Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung können Sie der Internetpräsenz der Volkshochschule Landkreis Gießen entnehmen.

Organisation: Volkshochschule Landkreis Gießen, Gefangenes Wort e.V. und Sven Görtz mit Unterstützung des PEN-Zentrums Deutschland

20.10.2017, 17:00 Uhr – Write Your Story – Literaturworkshop mit Yamen Hussein in arabischer Sprache für junge Erwachsene

Yamen Hussein
Foto: © Roland Baege

Unter Anleitung des syrischen Writers-in-Exile Stipendiaten Yamen Hussein beschäftigen sich die Workshop-Teilnehmer an vier Nachmittagen in der Münchner Stadtbibliothek Hasenberg arabischer Literatur und lernen, wie man selbst literarische Texte schreibt. Eigene Gedanken, Erlebnisse und Ideen werden so zu Gedichten oder Erzählungen. Die besten Texte werden ins Deutsche übersetzt und in einer Lesung präsentiert.

Der syrische Dichter und Journalist Yamen Hussein wurde 1984 in Homs geboren. Er verfasste zahlreiche regimekritische Artikel, durch die er schon früh ins Visier der syrischen Sicherheitsbehörden geriet. Wiederholt protestierte er gegen die Missachtung der Menschenrechte während des Bürgerkrieges. Er musste die Universität verlassen, wurde schließlich vom syrischen Geheimdienst verfolgt, bedroht und mehrmals verhaftet. Seit Dezember 2014 lebt er als Stipendiat des Writers-in-Exile Programms in München.

Wann:
Freitag, 20.10., 17.00 Uhr
Freitag, 3.11., 17.00 Uhr
Freitag, 17.11., 17.00 Uhr
Freitag, 1.12., 17.00 Uhr

Dauer:
jeweils ca. 2 Stunden

Anmeldung: write.story.ar [at] gmail [dot] com