Fatuma Yimam

Fatuma Nurye Yimam wurde 1991 in Äthiopien geboren. Die Journalistin, Autorin und Aktivistin studierte von 2008 bis 2010 Marketing Management am Royal University College in Addis Abeba (Diplom) und anschließend ein Jahr Journalistik und Kommunikation an der Unity University. 2011 begann Yimam eine umfangreichen Recherche zu illegalen Migrationsrouten, die von Äthiopien in den Sudan oder nach Dschibuti führen. Portraits der Writers-in-Exile-Stipendiaten am 28.4.2018 im Hotelzimmer 250 des Romantikhotel Gebhards im Rahmen der PEN-Jahrestagung 2018 vom 26. bis 29.4.2018 in Göttingen. Foto: Stefanie Silber
Foto: Stefanie Silber

Fatuma Nurye Yimam wurde 1991 in Äthiopien geboren. Die Journalistin, Autorin und Aktivistin studierte von 2008 bis 2010 Marketing Management am Royal University College in Addis Abeba (Diplom) und anschließend ein Jahr Journalistik und Kommunikation an der Unity University. 2011 begann Yimam eine umfangreiche Recherche zu illegalen Migrationsrouten, die von Äthiopien in den Sudan oder nach Dschibuti führen. 2012 gründete sie die politische Zeitschrift Fact, mit der sie im November 2012 in der nordäthiopischen Stadt Kemise ein Symposium mit begleitender Ausstellung, basierend auf ihren Forschungsergebnissen zu den Migrationsrouten, organisierte. Auch hat Yimam zu diesem Thema ein bislang unveröffentlichtes Buch geschrieben mit dem Titel „Yehelem Enjera“ (Amharisch), was in etwa mit „Träume von Migranten/Einwanderern mit ungewisser Zukunft“ übersetzt werden kann.

Ende 2013 wurde Yimam aufgrund ihrer Recherchen auf der Polizeistation in Addis Abeba dazu gedrängt, ihre seit 2012 erscheinende politische Zeitschrift Fact einzustellen. Dort wurde sie auch bedroht, beleidigt und tätlich angegriffen. Im August 2014 wurde sie als Geschäftsführerin von Fact zusammen mit fünf anderen unabhängigen Zeitungen vom äthiopischen Justizministerium wegen der Veröffentlichung von Falschmeldungen, der Anstiftung von Gewalt und der Untergrabung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Regierung angeklagt. Daraufhin floh sie zunächst alleine nach Dschibuti. Nachdem auch ihr Ehemann von der Polizei bedroht wurde, folgte er seiner Frau nach Dschibuti. Auch wurde das Haus ihres Vaters und ihrer Schwester durchsucht.

Im Oktober 2014 wurde Yimam in Abwesenheit zu drei Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt. Nachdem sie und ihr Ehemann in Dschibuti ebenfalls verfolgt wurden, flohen sie nach Nairobi. Doch auch dort mussten sie sich verstecken, da der kenianische Sicherheitsdienst eng mit dem äthiopischen zusammenarbeitet. Bei einer Rückkehr nach Äthiopien drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft sowie Folter. Seit August 2017 ist sie Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.