Amir Valle


Amir Valle Foto: privat

Amir Valle wurde 1967 in Guantánamo auf Kuba geboren. In Santiago de Cuba und in La Habana studierte er Journalismus und Publizistik. Seit dem Ende seines Studiums im Jahr 1989 ist er als Autor, Literaturkritiker und Journalist tätig. Er wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt, unter anderem mit dem kubanischen Preis La Llama Doble für erotische Romane und dem Internationalen Rodolfo-Walsh-Preis für sein Buch Jineteras. Seine Kurzgeschichten und Literaturkritiken erschienen in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften in Kuba und wurden international publiziert. Er hat über 20 Bücher veröffentlicht, die wie seine Artikel in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bis zu deren Verbot durch die kubanischen Literaturbehörden war er als Herausgeber der Internet-Zeitschrift Letras en Cuba  und des Magazins A título personal – Boletín Internacional de Noticias Literarias  tätig und arbeitete danach als Chefkoordinator der Colección Cultura Cubana sowie als Herausgeber der Literaturzeitschrift Cara y Cruz des Verlags Plaza Mayor aus Puerto Rico. Die kubanische Regierung betrachtete seine internationalen Erfolge kritisch und tat alles, um ihm die Arbeit zu erschweren. Als das kubanische Kulturministerium per Eilresolution ein generelles Verbot aussprach, mit Amir Valle zusammenzuarbeiten, waren er und seine Familie in Gefahr. Nachdem seine Studie über Prostitution in Kuba heimlich auf der Insel Verbreitung fand, obwohl Fidel Castro höchstpersönlich das Buch geächtet hatte, wurde seine Lage immer bedrückender. Nach einer Buchpräsentation in Spanien wurde ihm die Rückkehr nach Kuba verweigert. Im März 2006 kam er mit seiner Familie als Gast des Heinrich-Böll-Hauses nach Deutschland und war danach von August 2006 bis Oktober 2009 Stipendiat im Writers-in-Exile-Programm des PEN. Mehrere seiner Bücher sind in deutscher Übersetzung erschienen, darunter die Romane Die Wörter und die Toten, Die Türen der Nacht, Die Haut und die Nackten  oder die Dokumentation Habana Babilonia. Prostitution in Kuba. Im April 2010 kam der Band Abstieg in die Hölle – Zwei Thriller aus Kuba  heraus. Amir Valle lebt heute mit seiner Familie als freier Schriftsteller und Journalist für verschiedene deutsche und spanischsprachige Medien in Berlin. Er ist Gründer und Herausgeber der iberoamerikanischen Online-Kulturzeitschrift OtroLunes.com und veröffentlichte zuletzt Romane und Anthologien in Spanien und Italien. 2017 erscheint ein Text Valles in der PEN-Anthologie Zuflucht in Deutschland. Texte verfolgter Autoren im S. Fischer Verlag.