Khalil Rostamkhani


© Kaveh Rostamkhani

Khalil Rostamkhani wurde 1953 im Iran geboren. Bereits mit 16 Jahren nahm er an Protesten gegen das Schah-Regime teil. 1972 verließ er den Iran und ging nach Großbritannien, um dort zunächst Mathematik, Physik und Persisch sowie später Sozialwissenschaften zu studieren. In dieser Zeit engagierte er sich in der CISNU, dem stärksten iranischen Studentenverband, der große Solidaritätskampagnen für den Iran organisierte. 1979 kehrte er aus dem Exil zurück – getragen von der Hoffnung auf eine demokratische Wende. 1980 gründete er als Herausgeber den englischsprachigen Nachrichtendienst Akhbaar Ruz und eröffnete ein paar Jahre später gemeinsam mit seiner Frau Roshanak Daryoush ein Übersetzungsbüro. Als renommierter Übersetzer, Journalist und Publizist war er Herausgeber des Iran Yearbook. Als er in den 90er Jahren das erste Mal im Gefängnis saß, übersetzte er Titel von Isabel Allende, Vladimir Nabokov und André Gide. Im Februar 2000 war er in Teheran für die Heinrich-Böll-Stiftung als Organisator und Übersetzer beteiligt an der Vorbereitung der Konferenz „Iran nach den Wahlen 2000“, die im April 2000 in Berlin stattfand. Kurz nach der Konferenz wurde Khalil Rostamkhani in Teheran verhaftet unter dem Vorwurf, seine Konferenzvorbereitung sei anti-islamisch und gegen die Interessen des iranischen Staates gerichtet. Die Strafe fiel mit acht Jahren so hoch aus, weil man ihm Theomachie, „Kampf gegen Gott“, vorwarf. Während dieser Gefängniszeit entstanden die Gedichte der Sammlung Poetry behind Bars, die im Internet in der Online-Zeitung www.iranian.com veröffentlicht wurden. Khalil Rostamkhani ist Ehrenmitglied des kanadischen und des US-amerikanischen PEN. Von Januar 2006 bis Juli 2009 war Khalil Rostamkhani Stipendiat im Writers-in-Exile Programm des PEN. Heute lebt er in Berlin und München und arbeitet als Übersetzer, ist Herausgeber politischer Anthologien in Iran und Afghanistan. Er war 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Mitherausgeber des zweisprachigen englisch-persischen Lexikons A Handbook of Transitional Justice – A to Z.