Kakwenza Rukirabashaija, Uganda


Foto: privat

Der ugandische Autor Kakwenza Rukirabashaija verkörpert auf eindrucksvolle Weise, welch hohen persönlichen Preis manche Menschen für die Freiheit des Wortes zu zahlen bereit sind.

Nach der Veröffentlichung seines satirischen Debütromans The Greedy Barbarian, in dem es um Korruption und Machtmissbrauch auf höchster staatlicher Ebene in einem fiktiven Land geht, wurde er im April 2020 von der ugandischen Militärpolizei beinahe zu Tode gefoltert. Im folgenden Strafverfahren wurde er beschuldigt, über Facebook zur Missachtung von COVID-19 Hygienemaßnahmen aufgerufen zu haben. Ein Verfahren wegen Folter konnte nicht abgeschlossen werden, weil die mutmaßlichen Folterer nie vor Gericht erschienen sind.

All diese Erfahrungen hatte er in einem weiteren satirischen Roman, The Banana Republic, verarbeitet – worauf er im September 2020 erneut festgenommen und misshandelt wurde.

Ende Dezember 2021 wurde Rukirabashaija von Personen ohne Ausweis und Uniform und ohne Haftbefehl aus seinem Haus brutal verschleppt. Zwei Wochen lang wurde er gefangen gehalten und schwer gefoltert. Seinen eigenen Eindrücken nach geschah dies in einer Kaserne der ugandischen Armee im Süden der Hauptstadt Kampala. Danach wurde er ins Hochsicherheitsgefängnis Kitalya verlegt. Nachdem ein Gericht entschieden hatte, ihn gegen Kaution freizulassen, wurde er erneut verschleppt und streng verwarnt, weder je wieder ein Buch zu schreiben, noch über seine Verschleppung und Folter zu sprechen. Anschließend konnte er nach Hause zurückkehren.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rukirabashaija vor, durch seine Kommentare in sozialen Medien „den Frieden Seiner Exzellenz des Präsidenten der Republik Uganda, General Yoweri Kaguta Museveni, ohne den Zweck einer legitimen Kommunikation zu stören“. Der abstruse Vorwurf ist bezeichnend für den Charakter des Museveni-Regimes.

2021 wurde Kakwenza Rukirabashaija von PEN International mit dem Pinter Prize  ausgezeichnet. Auch das PEN-Zentrum Deutschland setzte sich intensiv für Rukirabashaijas Freilassung ein und ernannte ihn „aufgrund seines herausragenden literarischen Werkes, welches stets die höchste Bedeutung der Meinungsfreiheit in unserer Zeit in den Blick nimmt“ zum Ehrenmitglied. Im Februar 2022 konnte ihn das deutsche PEN-Zentrum schließlich in Deutschland begrüßen.